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Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon justus » So 19.04.09 11:32

2000 Jahre Varusschlacht. Der Blitzkrieg gegen die Barbaren.

Die Jahre um Christi Geburt: Das römische Imperium dehnt seinen Machtbereich aus und führt einen Blitzkrieg bis zur Elbe. Archäologische Funde beweisen heute: Rom war gekommen, um zu bleiben. (FOCUS Spezial vom 17.04.09)

http://www.focus.de/wissen/bildung/Gesc ... 90674.html

mfg Justus
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Beitragvon Pscipio » So 19.04.09 11:55

"Der Blitzkrieg gegen die Barbaren" - selten habe ich für einen historischen Artikel einen dümmeren Titel gelesen.
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon chinamul » So 19.04.09 14:20

Das ist die gedankenlose und damit unqualifizierte Verwendung eines historisch so stark belasteten Begriffs, daß der für alle Zeiten "out" ist. Ein derartiger Faux Pas sollte einem Journalisten von Format einfach nicht unterlaufen.

Gruß

chinamul
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Beitragvon beachcomber » So 19.04.09 15:13

Ein derartiger Faux Pas sollte einem Journalisten von Format einfach nicht unterlaufen.

was kann man vom focus, der 'bild-zeitung für intellektuelle', schon anderes erwarten? :wink:
grüsse
frank
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Beitragvon Peter43 » So 19.04.09 18:00

Hallo Chinamul!

Ich glaube nicht das der militärische oder besser militär-historische Fachbegriff 'Blitzkrieg' zu den Tabuwörtern gehört, wie andere schlimme Begriffe aus der Nazizeit. So hat Ariel Scharon z.B. den Jom-Kippur-Krieg nach den Prinzipien des Blitzkriegs entworfen und geführt (Charles Messenger: Blitzkrieg, Eine Strategie macht Geschichte, 1980).

Ob allerdings dieser Begriff zu den Feldzügen der Römer in Germanien paßt, ist eine andere Frage.

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon chinamul » So 19.04.09 19:16

Peter43 hat geschrieben:So hat Ariel Scharon z.B. den Jom-Kippur-Krieg nach den Prinzipien des Blitzkriegs entworfen und geführt (Charles Messenger: Blitzkrieg, Eine Strategie macht Geschichte, 1980).

Das macht aber leider die Sache auch nicht viel besser. Eine militärische Vorgehensweise nach alten Mustern (und meinetwegen auch ihre entsprechende Bezeichnung in hebräischer Sprache) ist eine Sache, die Verwendung eines Begriffes wie Blitzkrieg eine ganz andere. Seine schlimme Konnotation hat dieses Wort ja vor allem durch den "Polenfeldzug" (ein fast ebenso fataler, diesmal allerdings verharmlosender Begriff für "Überfall") erhalten.
Unsere polnischen Nachbarn als mehrfache Opfer deutscher Aggression sind in solchen Dingen außerordentlich hellhörig. Sie schießen in ihren Reaktionen zwar bisweilen über das Ziel hinaus, aber ein verantwortungsvoller Journalismus (Focus möchte immerhin nicht als ein Käseblatt wahrgenommen werden) sollte auf die polnische Befindlichkeit Rücksicht nehmen. Das ohnehin nicht ganz spannungsfreie Verhältnis zwischen unseren Völkern wird durch solche sprachlichen Gedankenlosigkeiten sicherlich nicht verbessert.

Gruß

chinamul
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Beitragvon klausklage » So 19.04.09 19:35

Krieg ist nie gut, ob mit Blitz oder ohne.
An sprachlichen Entgleisungen hat es schon Schlimmeres gegeben. Z.B. die 9live-Moderatorin, die kürzlich offenbar ohne jede Kenntnis des geschichtlichen Hintergrundes zu einem Anrufer sagte: Arbeit macht frei.
Olaf
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Beitragvon quisquam » So 19.04.09 19:39

Schlimmer geht immer.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Beitragvon emieg1 » So 19.04.09 19:53

Witzigerweise wurde das Wort "Blitzkrieg" bereits Mitter der 30er-Jahre geschöpft und ist daher keine Wortfindung, die erst aufgrund des Polenfeldzuges geschaffen wurde.

Nun, ausser der Tatsache, dass sich der Journalist dieses SCHLAGwort zunutze gemacht hat, wird er wohl zu recht gedacht haben: "Ich bin für das verantwortlich, was ich sage, und nicht für das, was daraus interpretiert wird!"
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Beitragvon cepasaccus » So 19.04.09 20:06

Also ich kann an "Blitzkrieg" auch nichts schlimmereres erkennen als an anderen militaerischen Begriffen. Ob der Begriff nun aber auf die Roemer passt, das weiss ich nicht.
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Beitragvon emieg1 » So 19.04.09 20:16

Ob nun die Begriffe "Blitzkrieg" und "Barbaren" die eigentlichen Geschehnisse unbedingt treffen, mag mal dahingestellt bleiben, obwohl für meine, vielleicht auch für damalige Begriffe der Angriff ziemlich zügig bewegt wurde und das angegriffene Volk jedenfalls aus der Sicht eines Römers als so was von barbarisch gelten musste.

Journalistisch war der Titel allerding klug gewählt; die beiden Schlagwörter beginnen mit demselben Buchstaben (was nicht unbedeutend ist!), der Schöpfer macht sich hier auch noch zwei Begriffe zu Nutzen, die mehr oder weniger tief in ALLE Bevölkerungsschichten eingebrannt sind... schliesslich schreibt er nicht für die Minderheiten irgendeines fachspezifischen Magazins, sondern für die breite Masse.

Vielleicht sehen "wir" das ja nur ein wenig vorurteilsbelasteter :wink:
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Beitragvon Peter43 » So 19.04.09 20:44

Nur soviel: Unter Blitzkrieg versteht man nicht den schnellen Vorstoß einer Armee, sondern den - unter Ausnutzung aller vorhandenen Mittel - Durchstoß durch die feindlichen Abwehrlinien weit ins Hinterland hinein, um dann hinter der Front eine möglichst große Destruktion zu erreichen: Lahmlegen der Kommandostrukturen, Abschneiden der Nachschublinien, Verbreitung von Panik usw., sodaß der feindliche Abwehrwille mit möglichst wenig eigenen Verlusten zusammenbricht. Deshalb ist nicht so sehr der Polenfeldzug das Musterbeispiel eines Blitzkrieges, sondern Frankreich, Belgien und Holland. In Rußland gelang diese Strategie nicht, weil das Hinterland zu ausgedehnt war, obwohl der Vormarsch 1941 ebenfalls atemberaubend schnell war. Wohl aber im Jom-Kippur-Krieg. Als Ariel Scharon weit hinter den ägyptischen Streitkräften den Suezkanal überschritt, brach der ägyptische Widerstand durch die entstehende Panik mehr oder wenig zusammen, obwohl die ägyptische Armee um ein Vielfaches größer und stärker war als die israelische. Im Prinzip ähnlich übrigens sind die Alliierten gegen den Irak vorgegangen.

Ist übrigens bekannt, daß die deutschen Feldjäger ein Barett tragen mit der Inschrift 'Suum quique'? http://www.militarypolice.de/modules.ph ... cle&sid=81

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon emieg1 » So 19.04.09 21:03

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Beitragvon Peter43 » So 19.04.09 21:06

Danke für den Tip.

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Beitragvon richard55-47 » So 19.04.09 21:23

Der einzige Blitzkrieg, den ich als solchen akzeptiere, ist der in dem Buch "The mouse that roared" geschilderte. Alle anderen bekannten Kriege haben entgegen anders lautenden Gerüchten entschieden länger als ein "Blitz" gedauert, auch wenn dieser Begriff nicht wörtlich zu nehmen ist.
do ut des.
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