antike Stätten

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » Sa 29.06.13 13:11

Kleiner Bericht aus Ionien - Teil 7: Milet (letzte Folge)

Hier ein Blick über den "Platz" (bei dem sich eher wieder ein Gefühl von "Tempel am Nil" einstellte :wink: ), links ein seldschukisches Hamam, dahinter die Reste einer Säulenhalle.

Milet_Agora_02.JPG

Der Beschaffenheit des Geländes als Feuchtgebiet entsprechend gab es auch die passende Fauna und Flora.

Milet_Flora und Fauna_01.JPG

Hier ein wieder aufgebauter (allerdings etwas tiefergelegter, so hoch stand das Wasser dann doch nicht :wink: ) Giebel des Serapeions.

Milet_Serapeion_01.JPG

Als ich mich dem näherte, hab' ich eine Sumpfschildkröte aus dem Mittagsschläfchen aufgeschreckt. Die war dann wohl für eine geordnete Flucht noch nicht wach genug, so dass sie mit dem Bauch nach oben im Wasser landete. Bis ich aber endlich meine Kamera gezückt hatte (vielleicht auch nicht wach genug? :? ), hatte sie sich schon wieder in die richtige Lage gestrampelt.

Am Rande des Geländes befinden sich die recht monumentalen Faustina-Thermen aus römischer Zeit (sonst würden sie nicht so heißen :wink: ).

Milet_Faustina_Thermen_01.JPG

Hier der Blick aus den Umkleideräumen zurück auf den Theaterhügel.

Milet_Faustina_Thermen_02.JPG


Ein wohl recht gutes Museum hätte es in Milet auch noch gehabt (und allerlei "kleinere" Sehenswürdigkeiten ebenfalls), das haben wir aber alles gekippt :? , da wir an diesem Tag auch noch nach Priene wollten :D .

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon Iulia » Sa 29.06.13 14:44

Wieder mal ein wunderbarer Überblick, Altamura! Am schönsten finde ich die Geschichte mit der Sitzplatzreservierung.
Aber waren die Blauen und die Grünen nicht die Fanclubs der Pferdewagenrennen? Oder gab es auch Wettspiele, die in Theatern abgehalten wurden?

Viele Grüße
Iulia
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » Sa 29.06.13 15:37

Iulia hat geschrieben:... Aber waren die Blauen und die Grünen nicht die Fanclubs der Pferdewagenrennen? Oder gab es auch Wettspiele, die in Theatern abgehalten wurden? ...

Wenn ich das recht verstanden hab' (und ich hab' die zwei verlinkten Bücher und sonstigen Fundstücke nur überflogen, sonst wäre der Bericht über Milet nämlich noch nicht fertig :wink: ), dann hat das in Rom genau so angefangen, wie Du sagst. In byzantinischer Zeit hat es dann wohl eine Änderung der Ausrichtung dieser Vereine gegeben, auch in Richtung politischem Einfluss und auch später mit offiziellerer Teilhabe am öffentlichen Leben. Das hat wohl bis zu Bürgerkrieg und Kaisersturz geführt, eine kurze Zusammenfassung findet man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkuspartei

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 07.07.13 14:33

Kleiner Bericht aus Ionien - letzter Teil (8): Priene (Folge 1)

Nach Didyma und Milet war das letzte Ziel an diesem Tag Priene. Die Stadt lag, ähnlich wie Magnesia, ursprünglich unten im Tal am Mäander, wobei man bis heute nicht weiß, wo genau :? . Aufgrund der fortschreitenden Verlandung und auch der damit einhergehenden Mückenplage mit Zunahme von Malaria und anderen Krankheiten, wurde die Stadt etwa in der Mitte des vierten Jahrhunderts v. Chr. verlegt und auf einem Hang vor einem steil aufsteigenden Bergfelsen des Mykale-Gebirges neu gegründet. Angelegt wurde Priene von Beginn an nach einem im Voraus festgelegten städtebaulichen Raster, dem sogenannten Hippodamischen System (http://de.wikipedia.org/wiki/Hippodamisches_Schema), das man am Stadtplan schön erkennen kann: http://www.bildindex.de/obj20372362.html#|home .

Ausgegraben wurde Priene im Wesentlichen von deutschen Archäologen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den letzten Jahren wird der Ort vom DAI betreut, es werden aber hauptsächlich erhaltende Maßnahmen durchgeführt, weitere Ausgrabungen gab es nur in kleinerem Umfang.

Wie das damals üblich war, wurde auch zu Priene ein ausführlicher Ausgrabungsbericht erstellt, der im Netz digital zur Verfügung steht: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... e7c72e0e31

Man betritt die Stadt von Osten her, wo ein schöner Parkplatz angelegt wurde, mit Kartenhäuschen, Toiletten und allem, was der verwöhnte Tourist benötigt :D . (Ein Kiosk hat vielleicht gefehlt, an dem man sich etwas Informationsmaterial hätte besorgen können. Eventuell gibt es den ja aber auch in den Sommermonaten, wenn mehr Touristen unterwegs sind. Als wir dort waren, hätte ein Händler jedoch kein großes Geschäft gemacht, und die staatlich lizenzierten Kartenabreißer scheinen sich mit schnödem Kommerz nicht beschäftigen zu dürfen :? .)

Hier die Reste des Ost-Tores mit einem Teil der Stadtmauer. Priene war fast vollständig mit dieser Stadtmauer umgeben, deren Reste man heute noch weitgehend verfolgen kann.

Priene_Stadttor_01.JPG

Schon an den kräftigen Terassenmauern neben der Straße erkennt man, dass die Stadt in Hanglage erbaut wurde.

Priene_Mauer_01.JPG

Wir sind dann zunächst nach oben zum Theater gegangen, das mit 5.000 Zuschauern eher zu den kleineren gehört (wie Priene als Stadt ja auch). Gut erhalten sind noch Teile des Bühnengebäudes und der Ehrenplätze in der ersten Reihe.

Priene_Theater_01.JPG

Priene_Theater_02.JPG

Priene_Theater_03.JPG

Wie das ursprünglich mal ausgesehen haben könnte, sieht man hier: http://www.theatrum.de/uploads/pics/Pri ... r-1024.jpg
weitere Informationen hier: http://www.theatrum.de/606.html
(http://www.theatrum.de ist ein Webauftritt, der kurze Beschreibungen einer sehr großen Anzahl von Theatern der antiken Welt enthält, ist immer wieder nützlich; das Analogon http://www.amphi-theatrum.de befasst sich mit antiken Amphitheatern)
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 07.07.13 14:42

Kleiner Bericht aus Ionien - letzter Teil (8): Priene (Folge 2)

Steigt man oberhalb des Theaters bergauf fast bis zum Ansatz des Akropolisfelsens, so gelangt man zu einer schmalen Plattform am Hang, auf der sich das Demeterheiligtum befindet.

Priene_Demeterheiligtum_01.JPG

Neben dem Heiligtum befindet sich ein gemauerter Opferschacht, in dessen Nähe (seltsamerweise war der Schacht selbst leer) sich in einer Grube teils recht merkwürdige kleine Terrakotten gefunden haben, die wohl als Opfergaben zum Einsatz kamen und nach getaner Pflicht dort entsorgt wurden: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... e7c72e0e31 (auch auf den drei folgenden Seiten).

Priene_Demeterheiligtum_02.JPG

Vom Demeterheiligtum bergab geht es zum Athenatempel. Auf dessen Vorplatz kommt die herrliche Lage von Priene zwischen der Mäanderebene unten und dem Akropolisfelsen oben zur vollen Wirkung.

Priene_Athenatempel_01.JPG

Der Berg oben ist in das Stadtmauersystem einbezogen und diente bei Angriffen als letzte Zuflucht. Die Mauern grenzen auf dem Gipfelplateau ein größeres Areal ab, auf dem wohl ständig eine Wachmannschaft stationiert war. Die Anlage auf der Akropolis wurde in byzantinischer Zeit und im 13. Jahrhundert AD sogar noch verstärkt, diente also ziemlich lange als Verteidigungsanlage.
Man kann wohl sogar noch heute auf den alten Treppen den Felsen hochsteigen, wäre aber kein einfacher Spaziergang :? , daher haben wir weise darauf verzichtet :wink: . (Man kann auch um den Berg herum von der anderen Seite aufsteigen, da ist es nicht so steil. Das ist aber weit und dauert entsprechend lange :? .)

Priene_Mäandertal_01.JPG

Die fünf Säulen, die man heute bei der Anfahrt nach Priene schon von weitem sieht, wurden erst in den sechziger Jahren wieder aufgebaut. Dies geschah ohne wissenschaftlichen Beistand, so dass die Säulen in ihrer Struktur nicht ganz kunstgerecht zusammengesetzt sind und vor allem etwa drei Meter an Höhe fehlen :? .

Priene_Athenatempel_02.JPG

Rechts im Vordergrund sieht man hier noch den Sockel des vor dem Tempel stehenden Altars.
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 07.07.13 14:53

Kleiner Bericht aus Ionien - letzter Teil (8): Priene (letzte Folge)

Vom Athenatempel geht man die Treppen hinunter zur Agora. Da Priene am Hang liegt, sind die Viertel in Nord-Süd-Richtung meist durch Treppen verbunden, was der Stadt eine abwechslungsreiche Struktur gibt. (Als in Stuttgart Großgewordener hab' ich da eine gewisse Affinität dazu :D .)

Priene_Treppenaufgang_01.JPG

Die Agora war früher von Hallen umgeben und mit vielen Statuen geschmückt. Heute erkennt man die Strukturen meist nur noch an den Fundamenten und Straßenplatten auf dem Boden, aber die vielen verstreut herumliegenden Trümmerteile und die ohne Statuen etwas amputiert wirkenden Sockel lassen doch einen Eindruck entstehen, wie das ausgesehen haben könnte.

Priene_Agora_01.JPG

Wie man hier schön sehen kann, ist das Gelände heute weitgehend mit Bäumen bestanden (ob das den antiken Überbleibseln auf Dauer gut tut, sei mal dahingestellt :? ), was Priene eine sehr angenehme, parkartige Stimmung verleiht. Man schlendert hier gerne über die Treppen und Plätze, setzt sich auf eine antike Steinbank in den Schatten eines dieser Bäume, genießt die leichte Brise (der Ort liegt ja etwas höher) und lässt einfach den Genius Loci auf sich wirken :D . Einzig gefehlt hätte vielleicht ein gut gekühlter trockener Weißwein dazu, aber man kann nicht alles haben :wink: .

Priene_Agora_02.JPG

Dieses Erscheinungsbild ist aber ein ganz und gar modernes. In ihrer Blütezeit war die Stadt mit Gebäuden zugestellt, Platz für Bäume gab es da nur wenig, und auch den Ausblick auf die Mäanderebene konnte man nur von einzelnen Stellen aus genießen.
Und unmittelbar nach der Ausgrabung sah Priene eher wie die Wüste Gobi aus :| , da man den Pflanzenbewuchs komplett entfernt hatte: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... e7c72e0e31 (man muss das Bild ein bisschen verschieben, damit man es richtig sieht).

Der schönste Bau an der Agora ist in meinen Augen das Buleuterion. Auch dieses kein sehr großer Bau, durch die ungewöhnliche rechteckige Ausführung mit den Treppenaufgängen genau in den Ecken wirkt er jedoch ganz anders als die runden Exemplare, die man andernorts sieht.

Priene_Bouleuterion_01.JPG


Am Ende dieses Tages waren wir dann doch froh, nach Didyma und Milet auch Priene angeschaut zu haben, das war der atmosphärisch richtige Abschluss unseres Aufenthalts, auch wenn es etwas anstrengend war :D .

Mit unserem Mietwagen ging es dann zurück ins Hotel, und zwar ohne dass wir nochmal hätten tanken müssen :D . Nach der Übernahme des Autos hatte ich an der Zapfsäule nämlich feststellen müssen, dass da nur etwa 35 Liter reingepasst haben (man bekommt die Mietwagen dort in der Regel so gut wie leer :? , muss sich also gleich erkundigen, wo sich die nächste Tankstelle befindet). Da hatte ich mich vor meinem geistigen Auge schon ständig tanken gesehen. Da das aber ein sparsamer Diesel war (zu Hause fahr' ich einen Benziner, der zugegebenermaßen auch etwas größer ist), haben wir die gut 600 Kilometer durch Ionien mit etwa 80% dieser einen Tankfüllung bestritten :D .

Den letzten Tag in der Türkei haben wir dann im Hotel verbracht, das all-inclusive-Angebot genossen und vor allem in Ruhe die Eindrücke der Tage zuvor etwas sortiert. Was eine weise Entscheidung war, denn so schnell kann man gar nicht schauen, wie einen der Alltag zu Hause dann wiederhat :? .

Sonnenuntergang_01.JPG

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon Iulia » Mo 08.07.13 13:17

Ein schöner Abschluss Deiner Reise! Priene gehört zu meinen Lieblingsstätten, allein aufgrund der herrlichen Lage.
Priene hat neben Piräus im 5.Jh. v. Chr. bereits Reihen- oder Typenhäuser gebaut. Und ich muss sagen, darin könnte ich mich auch heutzutage wohl fühlen (so in Hanglage), wenn noch einige zivilisatorische Installationen zusätzlich eingebaut wären :D :
http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/owl ... euser.html
http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/owl ... ohn_06.jpg

Gruß
Iulia
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Re: antike Stätten

Beitragvon quinctilius » Mo 08.07.13 13:33

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Re: antike Stätten

Beitragvon quinctilius » Mo 08.07.13 13:33

Hallo Altamura,

ein sehr schöner Reisebericht, erinnert mich an meine diversen Aufenthalte in der Region.
Als besondere Herausforderung empfehle ich die "Entdeckung" der Ruinen von Kolophon, Klazomenai, Teos und Erythrai :-)

VG
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Re: antike Stätten

Beitragvon Iulia » Mo 08.07.13 14:09

Weil es hier so schön hinpasst:
In einem der oben erwähnten Reihenhäuser Prienes wurde auch eine Spardose gefunden (S. 66, Anm. 11):
http://books.google.de/books?id=MoQ6DsP ... se&f=false
Hier ist eine Kopie von ihr zu sehen (2. Foto von oben):
http://www.geldgeschichte.de/Spardosen. ... &&&&&&&&&&
Gruß
Iulia
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » Mo 08.07.13 21:31

quinctilius hat geschrieben:... Als besondere Herausforderung empfehle ich die "Entdeckung" der Ruinen von Kolophon, Klazomenai, Teos und Erythrai :-) ...

Kolophon wäre nicht so furchtbar weit gewesen, aber dem Vernehmen nach etwas umständlich zu finden und mit nicht mehr viel zum anschauen. In Teos waren wir ja, siehe weiter oben, und das hatte seine speziellen Probleme :wink: (hat sich aus meiner Sicht aber unbedingt gelohnt). Das passt mit Deiner Anmerkung schon zusammen.
Und Klazomenai und Erythrai wären ein Stückchen weiter weg gewesen, da war die Tour Didyma => Milet => Priene sicher die ergiebigere Wahl :D .
Auf dem Weg nach Teos lag auch noch Lebedos (war an der Hauptstraße groß ausgeschildert), aber auch dort kann man wohl nicht viel mehr als ein paar Grundmauern sehen, haben wir also auch sein lassen.
Man bekommt in eine Woche eben nicht beliebig viel hinein :? (vor allem, wenn man nicht gleich wieder urlaubsreif nach Hause kommen will :wink: ).

Iulia hat geschrieben:... In einem der oben erwähnten Reihenhäuser Prienes wurde auch eine Spardose gefunden ...

Die ist hübsch :D , sieht man auch hier im alten Grabungsbericht: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... 13d75aa70e
Das ist allgemein etwas schade, dass viele der ausgegrabenen Skulpturen und Gegenstände sich jetzt in Museen in Paris, London, Berlin oder Istanbul befinden (um mal die "Hauptverdächtigen" zu benennen), gleich vor Ort wäre sowas natürlich eine schöne Ergänzung gewesen. Aber Reisen nach Paris, London, Berlin oder Istanbul haben ja auch was :wink: .

Gruß

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Re: antike Stätten

Beitragvon Zwerg » Do 03.10.13 20:40

Heiligtum der Fortuna Primigenia in Praeneste

Vom Nemi See sind wir dann durch die Albaner Berge nach Palestrina, dem antiken Praeneste, gefahren (vorbei an Ständen mit den schönsten Steinpilzen!)
Dies ist auch so ein Ort, den man als Romtourist nicht unbedingt besuchen wird, was allerdings ein Fehler ist! Die Stadt haben wir uns leider nicht angesehen (es hat teils wie aus Kübeln geschüttet!) aber dafür ausführlich das Museum des Fortunaheiligtums und natürlich das Nilmosaik. Im Museum waren maximal 10 Besucher und ausgesprochen nette Museumswärter.

P-1.jpg

Der Ursprung des Heiligtums geht auf das 4. Jh.v.Chr. zurück, die Bauten datieren wohl in sullanische Zeit. Der Komplex zieht sich über sechs Terrassen am Monte Ginestro hin. Er war natürlich in späterer Zeit überbaut und wurde erst nach der Bombardierung des Ortes durch alliierte Truppen wieder freigelegt (das waren jetzt ganz viele Jahrhunderte).
Die oberste Terrasse wurde im 12. Jh. durch die Familie Colonna zum Palazzo umgebaut. Seine jetzige Form erhielt es 1640 durch Taddeo Barberini und ist seit 1956 Museum.
http://it.wikipedia.org/wiki/Santuario_ ... Primigenia
http://www.tibursuperbum.it/ita/escursi ... /index.htm

P-5.jpg

Blick von der obersten Terrasse. Rechts sind die Albaner Berge mit dem Nemi See und Castel Gandolfo. Geradeaus das Meer, bis Antium (auch ein Fortunaheiligtum) sind es ca. 50 Km. Bei besserem Wetter sicherlich auch bessere Sicht

P-2.jpg

P-3.jpg


In einigen Räumen sind noch die alten Wandmalereien des Palazzo Barberini erhalten. Ein interessantes Spiel der verschiedenen Epochen.

P-6.jpg

Und dann das Highlight - allein deswegen lohnt sich der Besuch - das Nilmosaik
http://de.wikipedia.org/wiki/Nilmosaik_von_Palestrina.
Mein Foto zeigt natürlich nur den wichtigen Teil mit der Daseinsberechtigung meines Avatars
Wir haben ganz ganz lange staunend vor diesem Meisterwerk gestanden - mußten dann den Eimern weichen - es regnete :D
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Re: antike Stätten

Beitragvon Zwerg » Do 03.10.13 20:45

Heiligtum der Fortuna Primigenia in Praeneste

Und jetzt das Wichtigste

P-8.jpg


Die Steinpilze haben wir dann in dieser ausgezeichneten Trattoria in Castel Gandolfo genossen.
http://www.ristorantelospuntino.com/

Winzig - für Stühle ist kein Platz, es gibt nur Bänke. Aber ein ganz ehrliches Essen mit besten Zutaten.
(Castel Gandolfo als Ort kann man übrigens vergessen)

Grüße
Zwerg
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Re: antike Stätten

Beitragvon Peter43 » Do 03.10.13 20:50

Beneidenswert!
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » Fr 01.11.13 22:16

Hallo zusammen,

im August waren wir zwei Wochen lang wieder mal in Burgund, und da es dort auch Antikes zu sehen gibt, will ich meiner Chronistenpflicht Genüge tun :wink: und hier das wichtigste davon kurz vorstellen.
Gegenüber meinem Bericht aus der Türkei vom Frühsommer fällt das hier natürlich deutlich ab :? , schön war's aber trotzdem :D .

Also:

Kleiner Bericht aus Burgund - Teil 1: Châtillon-sur-Seine

In der Nähe dieser Kleinstadt im Norden Burgunds befindet sich der Mont Lassois, ein Fürstensitz der späten Hallstadtzeit. 1953 wurde in der Nähe das Grab der sogenannten Fürstin von Vix gefunden, das besonders reiche Grabbeigaben enthielt, vor allem aus dem antiken Mittelmeerraum. Diese Funde sind heute im Musée du Châtillonnais in Châtillon-sur-Seine ausgestellt, das nur wenige Kilometer vom Mont Lassois entfernt liegt.

Das Glanzstück ist in meinen Augen der 1,64 m hohe Kessel von Vix, ein wohl in Süditalien gefertigter Bronzekrater. Er ist eines der wenigen Großgefäße aus Bronze aus dieser Zeit, die sich erhalten haben, da die meisten im Laufe der Zeit irgendwann in den Schmelzofen gewandert sind :? .

Vix_Kessel_01d.JPG

Der obere Rand des Kraters ist mit separat gefertigten und aufmontierten Hoplitenfiguren verziert.
Da es im Ausstellungsraum etwas duster war und der Krater in einem spiegelnden Glaskasten steht, sind meine Bilder leider nicht sonderlich berauschend. Deshalb gibt es hier auch vom anderen Glanzstück, einem großen goldenen Torques, gar keine Bilder :| .

Vix_Hopliten_01c.JPG

Weitere Grabbeigaben waren eine etruskische Schnabelkanne und eine attische Trinkschale.

Vix_Beigaben_01c.JPG

Eine etruskische Frauenfigur (ca 20 cm hoch) wurde als Griff für den Deckel des Kraters verwendet.

Vix_Figur_01c.JPG

Im Museum fand auch gerade eine Ausstellung über die Entdeckung des Grabs statt. Da konnte man unter anderem erfahren, dass die erste Restaurierung des Kessels (der bei der Auffindung völlig zusammengedrückt war) wohl ziemlich in die Hose gegangen war und dies fast einen nationalen Skandal ausgelöst hatte. Dass der Krater bis heute in Châtillon-sur-Seine ausgestellt ist, und nicht etwa in Paris, ist auch nur der Tatsache zu verdanken, dass der Ausgräber der Funde, der damals Gymnasiallehrer in Châtillon war, später nationaler Chefkonservator (oder so ähnlich, den genauen Titel hab' ich vergessen) am Nationalen Antikenmuseum in Saint-Germain-en-Laye wurde und damit einen gewissen Einfluss hatte :wink: .

Neben den Funden vom Mont Lassois (da gibt es noch mehr als nur das Grab der Fürstin) sind im Museum noch Stücke einiger anderer antiker Fundstätten aus der Region ausgestellt, auch die spätere Entwicklung bis in die Neuzeit wird präsentiert.

Gruß

Altamura
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