antike Stätten

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 26.10.14 21:20

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 4: Arykanda (Folge 4/4)

Über eine Treppe an der Stützmauer gelangt man dann vom oberen Rand des Theaters hinauf zum Stadion.

Arykanda_Stadion_01.jpg

Aufgrund der Lage beträgt die Länge des Stadions nur etwa die Hälfte der sonst üblichen, Sitzreihen befinden sich nur auf der Bergseite. Die Athleten mussten bei ihren Aktivitäten hier wohl auch immer den Rand gut im Blick haben, um nicht ganz plötzlich runterzupurzeln :wink: . Für Ballspiele jeglicher Art wäre der Ort bestimmt auch nicht optimal gewesen :? .

Arykanda_Stadion_02.jpg

Es gibt auch die Vermutung, dass es kein Zufall ist, dass sich das Stadion genau an dieser Stelle befindet. Vom Berg herunter ist nämlich immer mit Steinschlag zu rechnen, so dass hier vermutlich niemand wohnen wollte. Da der Bau nur relativ selten mit vielen Menschen gefüllt war, schien das Risiko dabei überschaubar und das Stadion diente so als eine Art Puffer gegen den Steinschlag. Zu Beginn der Ausgrabungen in Arykanda muss die Fläche hier auch mit Felsbrocken übersät gewesen sein.

In den Zuschauerreihen befinden sich einige Treppenaufgänge, die mit der gleichen Art Löwenfüße wie im Theater geschmückt sind.

Arykanda_Stadion_03.jpg

Arykanda_Stadion_04.jpg

Wieder weiter unten und im Westen der Stadt befindet sich das Trajaneum, eine Einrichtung des Kaiserkults.

Arykanda_Trajaneum_01.jpg

Und irgendwo dort in der Nähe hat es mich dann ereilt. Ich bekam schlagartig stechende Schmerzen im linken Fuß, konnte kaum noch gehen und hab' dann ziemlich frustriert abgebrochen :| . Da hatte ich es mit dem Rumkraxeln wohl etwas übertrieben :? . Zum Glück hatten wir das Wesentliche in Arykanda aber gesehen und vor allem ausgiebig die besondere Lage der Stadt in den Bergen genossen :D .

(In den handelsüblichen Serien ist es ja meist so, dass sich selbst die aussichtsloseste Lage am Ende einer Folge in der nächsten dann irgendwie relativiert. Also schau'n wir mal :wink: .)

Gruß

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Rom 2014 / Tag 3 (06.10.): Caracalla-Thermen

Beitragvon ga77 » So 09.11.14 13:25

Am nächsten Morgen gings ab in die Caracallathermen.
DSC01638.JPG

Diese standen in einem ziemlich grossen Gebäudekomplex, wo es auch Bibliotheken, ein Gymnasion und einen Park gab. Wellness pur halt :D
DSC01640.JPG

An vielen Orten sind noch Reste der Mosaikböden zu sehen, ziemlich cool :D
DSC01647.JPG

Auch stehen überall Mosaikbruchstücke herum, diese stammen aus dem oberen Stock des Baus. Weit mehr und besser erhaltene Mosaikstücke aus den Thermen finden sich in den verschiedenen Museen Roms.
DSC01651.JPG

DSC01655.JPG

Mehr Bilder gibts hier: https://drive.google.com/folderview?id= ... sp=sharing

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 14:13

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 5: Myra (Folge 1/4)

Nach einem Tag totaler Pause und etwas chemischer Keule gab mein Fuß wieder soweit Ruhe, dass wir unsere Exkursionen fortsetzen konnten :D . Und dieses taten wir in Myra, dem heutigen Demre, einer etwas provinziell wirkenden Kleinstadt mit etwa 25.000 Einwohnern.

Biegt man von der Küstenstraße in den Ort ab (man muss Demre durchqueren, um zum Ruinengelände zu gelangen), so stehen die ersten antiken Überreste schon am Straßenrand, ein paar alte Steinsarkophage, die vermutlich bei Bauarbeiten ans Tageslicht gekommen sind und etwas lieblos auf einer Verkehrsinsel abgestellt wurden.

Myra_Ortseingang_01.jpg

Fährt man durch den Ort auf das Ausgrabungsgelände zu, so sieht man von weitem zuerst die Akropolis, die bis in byzantinische Zeit als Festung verwendet wurde.

Myra_Akropolis_01.jpg

Bevor man sich am Kassenhäuschen eine Eintrittskarte besorgen kann, muss man noch durch ein Spalier von Andenkenläden, von denen ein Großteil nachgemachte Ikonen verscherbelt. Myra ist nämlich auch der Heimatort des heiligen Sankt Nikolaus, und da dieser besonders von russischen Touristen hoch geschätzt wird, hat sich der örtliche Souvenirhandel entsprechend aufgestellt.
(Man hätte in Demre auch die von Zar Alexander II im 19. Jahrhundert gekaufte und nach seinem Geschmack restaurierte Nikolauskirche besuchen können, aber bei 30 Grad im Schatten war mir irgendwie noch nicht nach Nikolaus :wink: .)

Auf dem Ausgrabungsgelände sind im wesentlichen zwei Dinge zu sehen: Felsengräber und das Theater. Erste stammen teilweise schon aus dem vierten Jahrhundert v.Chr., letzteres aus der Kaiserzeit.

Die Felsengräber der sogenannten Meernekropole (es gibt etwas entfernt auch noch die Flussnekropole, die wir jedoch nicht angeschaut haben) liegen in einem Hang direkt westlich des Theaters.

Myra_Felsengräber_01.jpg

Die Gräber sind größtenteils direkt aus dem Felsen gearbeitet (auch das freistehende Grabhaus links oben). Wo jedoch der Fels nicht genügend Volumen besaß, um die geplante Struktur umzusetzen, hat man auch einzelne Teile aus Stein eingesetzt.

Wie man an der Absperrung unten links unschwer erkennen kann, durfte man leider nicht zu den Gräbern hochsteigen :? . Das ist zwar schade, aber ganz bestimmt für die Erhaltung der Gräber besser :D . Und für viele Besucher vermutlich auch, denn da sieht man einen Gutteil nur in Badeschlappen und bei den Damen manche gar in Pumps herumlaufen 8O .

Myra_Felsengräber_02.jpg

Auch wenn die Gräber auf den ersten Blick in der steilen Wand sehr unzugänglich aussehen, gab es doch ein System von Treppen, über das man die Gräber erreichen konnte.

Myra_Gräber_05.jpg

Die Schäden, die man an diesen Treppen, aber auch den meist etwas überkragenden Dach- und Giebelkonstruktionen der einzelnen Gräber erkennen kann, stammen vermutlich meist von Steinschlag.
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 14:19

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 5: Myra (Folge 2/4)

Auch zu Lykien gibt es verschiedene Reiseberichte aus dem 19. Jahrhundert (die aufgrund ihres Alters fast alle online zugänglich sind und die man sich als PDF-Datei herunterladen kann), durch die man einen schönen Eindruck bekommt, wie diese Stätten früher einmal gewirkt haben.

Hier eine Abbildung von Myra aus Charles Texier, Description de l'Asie Mineure, Paris 1849: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... bd3b47993c

Und hier eine frühe Fotografie aus Petersen und von Luschan, Reisen im Südwestlichen Kleinasien. Band II,Reisen in Lykien Milyas und Kibyratis, Wien 1889: http://www.mom.fr/digimom/framepage.php ... 06&id=1192
(Dieser Bericht enthält auch einige ethnologische Betrachtungen, und das heißt hier konkret, dass damals die Schädelvermesser am Werk waren. Liest sich heute schon etwas seltsam :? .)

Die Architektur dieser Gräber geht vermutlich auf frühe lykische Holzbauten zurück, die man in Form von kleinen Schuppen angeblich heute noch finden kann. Typisch dafür sind die balkenartige Konstruktion sowie die oben am "Dach" nach vorne herausragenden "Rundhölzer".

Myra_Gräber_04.jpg

In Limyra hat sich das Ausgrabungsteam an einer Rekonstruktion versucht, an der man das ganz gut sehen kann.

Limyra_Holzhaus_01.jpg

Hier noch zwei weitere Detailansichten von Grabfassaden.

Myra_Gräber_03.jpg


Myra_Gräber_02.jpg

Auf dem letzten Bild sieht man, dass am unteren Teil der Felswand seit dem Besuch von Petersen und von Luschan im 19. Jahrhundert noch etwas weiter gegraben wurde. Die hellen Partien unten sind eher "frisch" freigelegt, die dunklen grauen sind alt.

Oben in der Wand, am Grabmal des Hurttuweti, befindet sich auch ein schönes Relief, das man aber von schräg unten leider nicht so optimal sieht :? . Hier ein Ausschnitt:

Myra_Gräber_01.jpg

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 14:25

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 5: Myra (Folge 3/4)

Das kaiserzeitliche Theater von Myra ist angeblich das größte in Lykien, mit etwa 45 Sitzreihen bot es 12.000 Zuschauern Platz.

Myra_Cavea_01.jpg


Myra_Cavea_02.jpg

Das Rotgewandete, das man links auf dem Umgang erkennt, sind übrigens zwei als Legionäre verkleidete Einheimische. Aus dem Eingang dahinter quollen nämlich in regelmäßigen Schüben ganze Busladungen meist russischer Touristen, die von den dort strategisch geschickt platzierten Römerimitatoren zum gemeinsamen Fotografiertwerden abgefangen wurden (gegen ein kleines Trinkgeld, versteht sich :wink: ).

2009 wurde begonnen, das Bühnenhaus des Theaters weiter auszugraben, das nach vorne hin mit angeschwemmtem Boden einiger Meter Dicke bedeckt war.

Myra_Bühnenhaus_01.jpg

An verschiedenen Stellen um das Theater herum hat man die dabei zum Vorschein gekommenen mehrere Tausend Steinblöcke gesammelt.

Myra_Steinlager_01.jpg

Im Hintergrund erkennt man auch die Grundproblematik weiterer archäologischer Arbeit in Myra. Demre liegt in einem fruchtbaren Schwemmland, das mit Gewächshäusern vollgestellt ist und den Gemüsebauern mit drei Ernten im Jahr ein gutes Einkommen verschafft. Wie geophysikalische Untersuchungen inzwischen gezeigt haben, erstreckt sich das alte Myra unter der meterdicken Schwemmlandschicht noch weit nach Süden unter die Gemüseplantagen, bis ins Stadtgebiet von Demre hinein. Aber mit den Landmännern wird da schwer zu verhandeln sein :| .

Auch die Säulen des Bühnenbaus liegen etwas abseits fein säuberlich sortiert und teilweise frisch zusammengeklebt (sic!). Da scheint man in Zukunft noch etwas vorzuhaben :D .

Myra_Bühnenhaus_03.jpg

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 14:29

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 5: Myra (Folge 4/4)

Das Bühnenhaus ist auch recht aufwändig mit Reliefschmuck verziert, der sich in einzelnen Brocken über das gesamte Gelände verstreut findet.

Myra_Bühnenhaus_02.jpg


Myra_Theaterschmuck_01.jpg


Myra_Theaterschmuck_02.jpg


Myra_Theaterschmuck_03.jpg

Und dann haben wir noch, ganz hinten beim Seiteneingang des Theaters um eine Ecke herum, wohl die geheime Anlaufstelle von James Bond in Ostlykien entdeckt 8O . Ich hab' zwar alle Filme gesehen, aber das war mir noch nie aufgefallen (vermutlich, weil es so geheim ist :wink: ).

Myra_Anlaufstelle_01.jpg

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 23:33

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 6: Andriake und Sura (Folge 1/2)

Ganz in der Nähe von Demre liegt an einer mittlerweile versumpften ehemaligen Bucht Andriake, der Hafen von Myra.
Darauf war ich besonders gespannt, da Andriake einiges zu bieten hat, das über das sonst übliche Repertoire aus Theater, Grablegen aller Art und byzantinischen Kirchenbauten hinausgeht.
Leider wurde Andriake aber die Enttäuschung des Tages, da es inzwischen der allgemeinen Mickymausierung anheimgefallen zu sein scheint :| .

Als wir dort ankamen, fiel zunächst auf, dass das Gelände eingezäunt war und am Beginn einige protzige Empfangs- und Verwaltungspavillions standen. Es gab auch einen vernünftigen Parkplatz, leider war aber alles geschlossen, das Tor zur Einfahrt zu :? . Wir fuhren dann um die Bucht herum und haben aus der Ferne einen Blick auf das Ensemble geworfen.

Andriake_Panorama_01.jpg

Den Getreidespeicher hatte ich von Bildern her ganz anders in Erinnerung, nämlich als mächtige Ruine eines römischen Nutzbaus. Inzwischen wurde das Gebäude totalrestauriert und erinnert irgendwie mehr an eine südspanische Sherry-Bodega (wobei dieses zugegebenermaßen aber auch ein mediterraner Nutzbau ist :wink: ) denn an ein antikes Bauwerk :| .

Andriake_Granarium_01.jpg

Auch allerlei nachgebauten Schnickschnack zur Erbauung des sensationsgewohnten Publikums gibt es jetzt zu sehen.

Andriake_Spielzeug_01.jpg

Das Schiff im Vordergrund hat man übrigens mit dem Lkw hertransportieren müssen, eine Wasserverbindung zum Meer gibt es inzwischen nämlich gar keine mehr.

Des Rätsels Lösung ergab sich dann wieder zu Hause, als ich im Internet auch mal türkische Nachrichtenseiten nach dem Stichwort Andriake abzusuchen begann (und versuchte, dem mit Google Übersetzer erzeugten Elaborat einen halbwegs plausiblen Sinn abzuringen :? ). In Andriake entsteht ein Museum für lykische Zivilisation (oder so ähnlich), das künftig noch mehr Touristen anziehen und die Region zusätzlich bereichern soll (vermutlich im doppelten Sinne :wink: ).
Die Einrichtung hätte eigentlich schon dieses Jahr fetig sein sollen, aber da die leitende Baufirma letztes Jahr wohl eine Zeitlang nicht bezahlt wurde, haben die ihre Arbeit ein Weilchen eingestellt, so dass es jetzt halt etwas länger dauert. Und solange bleibt alles einfach zu und niemand kann rein. Da haben wir ziemlich blöd geschaut 8O .
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 23:40

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 6: Andriake und Sura (Folge 2/2)

Von Andriake aus gesehen oberhalb der nächsten Bucht Richtung Westen liegt Sura. Dies war vor allem ein Apolloheiligtum mit angeschlossenen Betriebsgebäuden, also keine richtige Stadt, sondern eher eine kleinere Ansiedlung. Man findet dort keinerlei touristische Infrastruktur, nicht einmal ein Hinweisschild auf den Ort, obwohl der direkt neben der Straße liegt. Wir haben unser Auto also in der Einfahrt zu einer kleinen Olivenplantage abgestellt und sind durch diese zu den wenigen Überbleibseln marschiert.

Am eindrucksvollsten sind die zwei Gräber am Fuße der kleinen Akropolis (die hier aber nur ein sehr mäßig aufragender flacher Hügel ist).

Sura_Felsengrab_01.jpg

Daneben befindet sich in Stein gemeißelt eine Liste der dort im Laufe der Jahre tätigen Apollopriester.

Sura_Inschriften_01.jpg

Bekannt war Sura nämlich für sein Orakel, das unten in der Bucht stattfand. Am Ort des Geschehens steht heute noch der Rest des kleinen Apollotempels, die Bucht selbst ist wiederum völlig versumpft.

Sura_Orakel_01.jpg

Orakelt wurde mit Hilfe einer um eine in der Bucht unterseeisch aufwirbelnde Quelle. Der Ratsuchende musste auf ein paar Spießchen montiertes Fischfutter mitbringen, das er dann an der Quelle ins Wasser zu werfen hatte. Aus der Art und Weise, welche Fische (angeblich sogar auch Wale 8O , mag ich aber kaum glauben) wie heranschwammen, wie das Futter fraßen und wie wieder verschwanden, konnte die ortsansässige Priesterschaft dann wohl einwandfrei die Zukunft vorhersagen :D . Das kann man alles hier schön nachlesen: https://www.academia.edu/8309336/K%C3%B ... 06_515-522

Auf dem Gelände befinden sich noch einige der landesüblichen Sarkophage und eine weithin sichtbare Statuenbasis.

Sura_Sarkophag_01.jpg


Sura_Statuenbasis_01.jpg

In Sura haben wir keinen Menschen angetroffen, obwohl es der Ort eigentlich verdient hätte. Wenn dann mal Andriake unten die Massen anzieht, hat man hier oben aber vermutlich weiterhin schön seine Ruhe :D .

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon ga77 » So 09.11.14 23:50

Schöne Bilder, *auchhinwill* :D

Vale
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 09.11.14 23:59

ga77 hat geschrieben:Schöne Bilder, *auchhinwill* :D ...

Das gilt für Deine aber gleichermaßen :wink: .

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon Peter43 » Mo 10.11.14 00:11

Schöne Bilder. Wecken Fernweh.
Jochen
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Rom 2014 / Tag 3 (06.10.): Innenstadt

Beitragvon ga77 » Mo 10.11.14 12:24

Nach den Caracallathermen begaben wir uns mit der Metro in die Innenstadt. Von der Metrostation gehts nur um die Ecke, und schon standen wir bei der Spanischen Treppe. Zwar ziemlich überfüllt, aber doch recht schön
DSC01659.JPG

Durch die engen Strässchen der Innenstadt, wo sich Restaurants und Souvenirshops abwechseln, liefen wir in Richtung Piazza Navona
DSC01661.JPG

Schliesslich standen wir vor dem Trevibrunnen, der leider gar nicht schön anzusehen war, da er komplett in ein Baugerüst eingegkleidet war. Trotzdem standen die Leute schlange, um über eine kleine Brücke darüber zu laufen - natürlich stets in Begleitung der "Selfie-Stöcke"
DSC01662.JPG

Ein paar Strassen weiter standen wir vor der Marc-Aurel-Säule, gleich neben dem Palazzo Chigi, dem Sitz des Ministerpräsidenten
DSC01667.JPG

Schlussendlich kamen wir zur Piazza della Minerva, die gleich hinter dem Pantheon liegt (links im Bild). Hier steht ein kleiner Marmorelefant von Bernini, geschmückt mit einem - was sonst? - Obelisken.
DSC01671.JPG


Mehr Bilder gibts hier:https://drive.google.com/folderview?id=0BxjI9qd0Kx-TZmlJVGVaZnFsdnM&usp=sharing

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Re: antike Stätten

Beitragvon bajor69 » Mi 12.11.14 19:01

Hallo Gabriel,
da wären wir uns ja fast auf die Zehen getreten. Ich habe auch wieder einmal Rom besuchen müssen und konnte mir einen kleinen Strreifzug nicht verkneifen.
Servus Wolle
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Re: antike Stätten

Beitragvon ga77 » Mi 12.11.14 19:14

:D Viele Wege führen nach Rom :D

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 23.11.14 22:25

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 7: Sagalassos (Folge 1/6)

Der Höhepunkt unserer diesjährigen Reise war zweifelsfrei Sagalassos in Pisidien. Ich hatte schon vor einigen Jahren einen Bericht darüber gesehen, der mich sehr beeindruckt hatte. Da Sagalassos aber etwa zwei Stunden Fahrzeit nördlich von Antalya liegt, sind wir vor drei Jahren, als wir in Pamphylien waren, noch davor zurückgeschreckt.

Diesmal haben wir die Anfahrt auf uns genommen, und schon diese war (vielleicht abgesehen von der notwendigen Durchquerung von Antalya) nicht die erwartete öde Durststrecke, sondern abwechsungsreich und interessant. Über die noch nicht vor allzu langer Zeit gebaute und an manchen Stellen recht brachial in die Gegend gesprengte Straße (vierspurig, fast wie bei uns auf der Autobahn :D ) ging es in mehreren Etappen über weite Hochtäler ins Taurusgebirge hinauf. Wir kamen an riesigen Steinbrüchen und großflächigen Ziegeleien vorbei, an denen man gut den immensen Baustoffbedarf der stetig wachsenden Millionenstadt Antalya ablesen kann. Zwischendrin haben wir aber auch ein paar Ziegenhirten ihre Herden auf dem Moped über die Felder treiben sehen, was dann ein eher etwas kurioses Bild der Errungenschaften der Moderne abgab :wink: .

Sagalassos ist keine der ganz alten Städte (obwohl Besiedlungsspuren bis in die Prähistorie zurückreichen), es hat sich erst in hellenistischer Zeit ein wenig entwickelt, wurde unter römischer Herrschaft dann aber schnell zu einem wichtigen und blühenden regionalen Zentrum. Aus der römischen Kaiserzeit stammen daher auch die meisten der heute sichtbaren Überreste der Stadt. Eine Pestepidemie im sechsten Jahrhundert und ein schweres Erdbeben Anfang des siebten (es gab aber auch davor immer wieder welche) haben Sagalassos dann langsam den Garaus gemacht. Die Bewohner zogen in der Folge ins Tal hinunter in den heutigen Ort Ağlasun, in dessen Namen sich derjenige der antiken Stadt immer noch wiederfindet.

Sagalassos liegt in etwa 1450 bis 1600 Metern Höhe. Wo der Schwarzwald oben aufhört (das tut er auf dem Feldberg mit 1493 Metern Höhe) fängt Sagalassos also unten an :D . Die Lage hat natürlich militärstrategische Gründe, zusätzlich gibt es auf dem Stadtgebiet auch einige Quellen, so dass eine ganzjährige Wasserversorgung sichergestellt war. In den Tälern rund um die Stadt wurde erfolgreich Landwirtschaft betrieben.

Sagalassos_Gesamtsicht_01.jpg

Rechts im Bild an den Hang geduckt sieht man auch das neu erbaute Besucherzentrum, in dem ein Laden und eine Cafeteria eingerichtet werden. Der Formulierung kann man entnehmen, dass die da immer noch am Einrichten waren :? . Das war schade, denn am Ende der Besichtigung hätten wir da schon gerne auf der Panoramaterasse noch eine Tasse Kaffee mit Blick ins Tal getrunken. Aber man kann eben nicht alles haben (wenigstens waren die Toiletten schon in Betrieb :D ).

Vom Besuchereingang her gelangt man zuerst an die großen Bäder.

Sagalassos_Bäder_01.jpg

Sagalassos_Bäder_02.jpg

Wie man auf dem ersten Bild sieht, sind die Pfeiler zum Schutz teilweise verhüllt, und vor allem ist der Boden mit einer Schicht aus Splitt abgedeckt, um die darunter liegenden Fußbodenbeläge aus Opus Sectile zu schützen. Das ist eine Art Intarsienarbeit aus verschiedenfarbigen Steinplatten, wie das aussieht, kann man hier sehen: http://www.tursaga.com/usrfiles/files/i ... nkli11.jpg

Ein bisschen was aus der Zeit der Freilegung scheint aber übriggeblieben zu sein und verwittert da langsam vor sich hin :wink: .

Sagalassos_Bäder_03.jpg

Wenn man wissen will, welche Steinsorten denn verwendet wurden und wo die herkamen, dann kann man das hier nachlesen: https://www.academia.edu/7429638/ASMOSIA_Proceedings_IX

Von den Bädern aus gesehen bergab geht es dann zur unteren Agora. Auf dem Weg dorthin sieht man an einer Stelle Spuren der antiken Wasserversorgung.

Sagalassos_uAgora_03.JPG
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