antike Stätten

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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 23.11.14 22:30

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 7: Sagalassos (Folge 2/6)

Von der Terasse oberhalb der unteren Agora hat man einen schönen Blick ins Tal über den tiefer gelegenden Teil von Sagalassos.

Sagalassos_uAgora_01.JPG

Der Platz im Vordergrund ist die untere Agora. Dahinter erreicht man über eine Treppe die anschließende Kolonnadenstraße, über die früher der Zugang zur Stadt von Süden her verlief. Man erkennt an der Treppe auch, dass Sagalassos eine Art verkehrsberuhigte Zone gewesen sein muss, denn mit Karren kam man hier nicht weiter. Güter mussten auf Lasttiere umgeladen und dann zu Fuß weitertransportiert werden :? .

Der oben abgeflachte Bergkegel rechts im Mittelgrund ist der sogenannte Alexanderhügel. Als Alexander der Große nämlich auf seinem Feldzug durch Kleinasien anrückte, hatten die Sagalassier nicht die Absicht, sich kampflos zu ergeben und verschanzten sich daher auf diesem Hügel. Es hat ihnen aber leider nichts genutzt.

Der am Ende der Kolonnadenstraße links auf einem kleinen Plateau liegende wüste Steinhaufen ist der Rest des Kaiserkulttempels. Hier wurde außer einer kleinen Probegrabung noch nichts unternommen, so dass es dort im wesentlichen wie direkt nach dem letzten Erdbeben aussieht.

Sagalassos_Kaiserkulttempel_01.jpg

Zur besseren Orientierung gibt es hier einen Plan von Sagalassos: http://www.tursaga.com/usrfiles/files/y ... sos_en.pdf

Vom südlichen Ende der unteren Agora sieht der Blick nach Norden den Berghang hinauf so aus:

Sagalassos_uAgora_02.JPG

Der Platz wird im Norden von einer Brunnenanlage abgeschlossen, dem sogenannten severischen Nymphäum.
Eine Ebene höher liegen die Überreste des hadrianischen Nymphäums (man sieht, Wasser hatten sie damals genug :wink: ).

Sagalassos_hadrianisches_Nymphäum_01.jpg

Diese Brunnenanlage war ursprünglich zweistöckig, man sieht heute nur noch das Becken und den unteren Rand des Aufbaus mit den Darstellungen von sechs Musen.

Sagalassos_Nymphäum_Figuren_01.jpg

Von links nach rechts sind es Urania, Melpomene, Klio, Erato, Kalliope und Euterpe.
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Zuletzt geändert von Altamura2 am Sa 29.11.14 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 23.11.14 22:33

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 7: Sagalassos (Folge 3/6)

Weiter oben liegt das Macellum, ein Markt für Güter des gehobenen Bedarfs.

Sagalassos_Macellum_01.jpg

Dazu passend die Löcher am Rande für den Wasserablauf (vulgo: Dohlendeckel :wink: ).

Sagalassos_Macellum_02.jpg

Wieder eine Ebene höher gelangt man auf die obere Agora, das Zentrum der antiken Stadt.

Sagalassos_oAgora_01c.JPG

Es ist ein großer gepflasterter Platz, an jeder Ecke mit einer Ehrensäule geschmückt, auf denen früher oben Bronzestatuen standen. Nach Norden wird der Platz von einem Nymphäum abgeschlossen, das in antoninischer Zeit erbaut wurde.
An der Südwestecke befindet sich ein Zugangstor, das mittels Anastylose wiedererrichtet wurde.

Sagalassos_oAgora_02c.JPG

Man versteht darunter den Wiederaufbau eines Gebäudes unter Verwendung der alten Bausteine. Da die Ruinen von Sagalassos fernab größerer Ansiedlungen liegen, gab es nach dem Zerfall der Stadt keinen nennenswerten Steinraub, so dass der größte Teil der Steinblöcke (teilweise bis weit über 80%) noch so daliegt, wie sie nach den letzten Erdbeben zu liegen kamen. Mit viel Geduld und Akribie kann man die genaue Position jedes Blocks im alten Gebäude bestimmen und dieses dann wieder zusammensetzen. Fehlende Teile wurden in Sagalassos aus einer Art Kunststoff rekonstruiert, aber nur da, wo sie aus statischen oder optischen Gründen unbedingt notwendig waren. Diese nachgebauten Bauteile sind schneeweiß, so dass man sie auch leicht erkennen kann.

Und wie wir sehen konnten, ist das Zusammenbasteln des südöstlichen Gegenstücks des Tores oben auch schon in Vorbereitung :D .

Sagalassos_oAgora_03c.JPG
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 23.11.14 22:37

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 7: Sagalassos (Folge 4/6)

Das antoninische Nymphäum ist sicher der schönste Bau in Sagalassos.

Sagalassos_Nymphäum_03.JPG

Es wurde vor einigen Jahren wieder aufgebaut und als krönender Abschluss 2010 wieder mit Wasser aus einer der Quellen von Sagalassos versorgt.

Sagalassos_Nymphäum_02.JPG

Und das schafft schon eine ganz besondere Atmosphäre. Die Sonne spiegelt sich im Becken und man hört das Plätschern des einlaufenden Wassers über den gesamten Platz. Das wirkt alles sehr entspannend :D .

Sagalassos_Nymphäum_01.jpg

Die Statuen sind, an der schneeweißen Oberfläche zu erkennen, nur Kopien. Die Originale davon, wie auch sonst alle beweglichen Funde, befinden sich im Museum in Burdur, das etwa 25 Kilometer von Sagalassos entfernt liegt und auch einen Besuch wert gewesen wäre. Das haben wir aber in den einen Tag leider nicht auch noch reinpacken können :? .

An der Westseite der oberen Agora liegt das Bouleuterion, das jedoch in der Spätantike umgebaut und weitgehend demontiert wurde. Dabei wurde aus dem Vorplatz des Bouleuterions eine christliche Basilika (im Vordergrund) und aus dem Bouleuterion deren Vorplatz, da gab es also eine Art Funktionstausch :wink: .

Sagalassos_Bouleuterion_02.jpg

Auch in der Basilika wurden Mosaik- und Opus Sectile-Böden gefunden, auch hier leider mit einer Schutzschicht und grauem Splitt zugedeckt.

Sagalassos_Bouleuterion_01.jpg
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 23.11.14 22:40

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 7: Sagalassos (Folge 5/6)

Oberhalb der oberen Agora liegt ein Heroon, für wen genau, weiß man nicht :? .

Sagalassos_Heroon_01.jpg

Auch das Heroon wurde wiederaufgebaut, die schönen Reliefplatten sind hier aber leider wiederum nur Kopien.

Auf dem Weg vom Heroon zum Theater kommt man an der Neon-Bibliothek vorbei, benannt nach Titus Flavius Severianus Neon, Anfang des ersten Jahrhunderst eine der beherrschenden Figuren in Sagalassos (heute würde man vermutlich von einem Oligarchen reden :wink: ) und einer der großen "Wohltäter" der Stadt (ich nehme mal an, er wird selbst auch etwas davon gehabt haben). In einem Schutzbau (daher ist auch das Licht ein bisschen seltsam, hab' ich nicht ganz wegbekommen) kann man hier mal eines der in der Stadt gefundenen Mosaike sehen.

Sagalassos_Neon-Bibliothek_01.jpg
Die Beschädigung des Bildfelds in der Mitte hat übrigens nichts mit Wasserschaden oder Erdbeben zu tun, die Darstellung von Achilles und seiner Mutter Thetis ist vermutlich einem frühchristlichen Bildersturm zum Opfer gefallen :| .

Gleich unterhalb der Neon-Bibliothek liegt ein Brunnenhaus aus späthellenistischer Zeit, das etw 50-25 v.Chr. erbaut wurde. Es wurde schon 1997 rekonstruiert, und auch hier fließt wieder frisches Quellwasser :D .

Sagalassos_Brunnenhaus_01.jpg

Sagalassos_Brunnenhaus_02.jpg
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 23.11.14 22:47

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - Teil 7: Sagalassos (Folge 6/6)

An einem der höchsten Punkte der Stadt befindet sich das Theater. Mit dem Bau wurde etwa im Jahr 120 begonnen, vermutlich stand an dieser Stelle bereits ein Vorgängerbau, das Theater wurde aber nie fertiggestellt.

Sagalassos_Theater_01.JPG

Wie geophysikalische Untersuchungen inzwischen gezeigt haben, war das Gelände rund um das Theater bis dicht an das Gebäude heran bebaut. Da gibt es also für künftige Archäologengenerationen noch jede Menge zu tun :D .

Innen sieht man deutlich die Spuren der Erdbeben, besonders am äußerst prekär wirkenden Bühnenhaus.

Sagalassos_Theater_02.JPG

Sagalassos_Theater_03.JPG

Oben vom Theater aus bietet sich ein sehr schöner Blick über die obere Agora und ihre Umgebung (wobei in Sagalassos eigentlich alle Ausblicke sehr schön sind :wink: ).

Sagalassos_Gesamtsicht_03.jpg

Und dann war unser Tag in Sagalassos auch schon vorüber und wir abgefüllt mit Eindrücken bis oben hin. Wir haben natürlich wieder nicht alles gesehen, was es wert gewesen wäre (die besten Sachen aber schon :D ), und im Nachhinein stelle ich immer fest, dass mir vor Ort aus lauter Begeisterung für das große Ganze viele Details gar nicht auffallen. Aber so ist das eben :wink: .

Erwähnen will ich auch noch die hohe Professionalität, mit der die Ausgrabungen in Sagalassos betrieben werden.
Geleitet wird das von Marc Waelkens von der Katholischen Universität Löwen in Belgien. Er hat in den 80er Jahern mit Ausgrabungen in Sagalassos begonnen und dieses Unterfangen zu einer umfassenden Wissenschaftsmaschine ausgebaut.

Wenn man da ein bisschen googelt (was ich ja gerne zu tun pflege :wink: ), dann stößt man auf Arbeiten, die fast alle Bereiche der Natur- und sonstigen Wissenschaften einbeziehen. Da findet man beispielsweise Nachforschungen zu den Bezugsquellen des verbauten Marmors (siehe oben), DNA-Analysen von Fischabfällen zur Herkunftsbestimmung und Ableitung von Handelswegen sowie Untersuchungen von ausgegrabenen spätantiken Uhugewöllen, um Rückschlüsse auf die damalige Kleintierwelt zu ziehen 8O .

Es wurde auch einiges getan, um die Gemeinde Ağlasun am Erfolg der Ausgrabungen teilhaben zu lassen. Geografiestudenten haben einen digitalen Stadtplan des Orts erstellt (und mussten da rumlaufen und die Bewohner fragen, wie die Straßen denn eigentlich heißen, das stand nämlich nirgendwo :wink: ), auch ein paar Vorschläge für Spaziergänge und Wandertouren in der Umgebung gibt es (alle von Mitgliedern des Ausgrabungsteams entwickelt).

Nicht zu vergessen die hervorragende Internetpräsenz, genaugenommen sind es sogar zwei:
http://www.sagalassos.be/
http://www.tursaga.com/en

Man kann sich da auch einen sehr schön gemachten Führer durch die Stadt herunterladen: http://www.tursaga.com/usrfiles/files/y ... ion_en.pdf
(den es eigentlich vor Ort auf Papier geben sollte, war aber leider schon vergriffen :? ; zum Glück hatten wir vorgesorgt und das Teil ausgedruckt dabei :D ).

Nicht zuletzt hat in diesem Jahr etwas oberhalb von Ağlasun in Richtung des Ausgrabungsgeländes ein von außen recht angenehm wirkendes Hotel den Betrieb aufgenommen.
Und das eröffnet natürlich vielversprechende Möglichkeiten für die Zukunft :D .

Gruß

Altamura
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 30.11.14 21:03

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - letzter Teil (8): Termessos (Folge 1/5)

Für den letzten Tag mit Auto hatten wir noch Rhodiapolis und Termessos auf dem Zettel. Termessos erschien uns interessanter, so dass wir dann dahin aufgebrochen sind. Und den Weg durch halb Antalya kannten wir ja auch schon :D .
(Wir hatten uns auch gefragt, ob es nach Sagalassos überhaupt noch Sinn macht, irgendwas anderes anzuschauen, oder ob da nicht jede andere Ruine ziemlich alt aussehen müsste :? . Derart defätistisches Gedankengut hat sich dann aber beim ausgiebigen Frühstück schnell verflüchtigt :wink: .)

Termessos liegt auf etwa 1000 Metern Höhe inmitten eines Nationalparks, der für seinen Reichtum an Pflanzen und Tieren bekannt ist (Bergziegen, Adler, Wildkatzen, auch Wölfe).
Die Stadt liegt etwas eingeklemmt zwischen hohen Felsgipfeln, was ihr den Beinamen "Adlernest" eingebracht hat. Aufgrund dieser Lage konnte auch Alexander der Große den Ort nicht einnehmen, er musste leicht frustriert weiterziehen.
Im römischen Reich konnte sich Termessos eine weitgehende Autonomie erhalten, da es vor allem Rom gegen Mithradates VI unterstützt hatte. Im fünften Jahrhundert wurde die Stadt dann allmählich von ihren Einwohnern verlassen.

Mit dem Auto kommt man nur bis an den Rand von Termessos. Neben dem Parkplatz liegt der Artemis-Hadrian-Tempel.

Termessos_Artemis-Hadrian-Tempel_01.jpg

Zum Zentrum der Stadt muss man noch eine knappe halbe Stunde den recht steilen Königsweg nach oben marschieren (der heißt also nur so :wink: ), vorbei an Teilen der recht stabil wirkenden Stadtmauer.

Termessos_Stadtmauer_01.jpg

Auf den Hängen rund um die Stadt befinden sich mehrere Nekropolen, vereinzelte Sarkophage in prominenter Höhenlage sieht man schon beim Aufstieg oben auf den Hängen.

Termessos_Höhensarkophag_01.jpg

Eine grobe Mauer oben in der Felswand gehört zum ausgedehnten System von Zisternen und Leitungen, mit dem die quellenarme Stadt mit Wasser versorgt wurde.

Termessos_Zisterne_01.jpg

Am Eingang der Stadt oben angekommen, bietet sich ein schöner Blick über das Tal.

Termessos_Talblick_01.jpg
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 30.11.14 21:11

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - letzter Teil (8): Termessos (Folge 2/5)

Zum Tal hin ist Termessos durch die obere Stadtmauer nochmals abgesichert.

Termessos_Stadtmauer_02.jpg

Wenn man hier einmal hochmarschiert ist, versteht man auch, warum Alexander der Große nicht zum Zug kam. Am Eingang zur Stadt hat nur eine begrenze Menge an Soldaten Platz, "breit aufstellen" kann man sich da nicht :wink: .

Das erste größere Gebäude, auf das man stößt, ist das Gymnasion, von dem noch Teile der Fassade erhalten sind.

Termessos_Gymnasion_01.jpg

Termessos_Gymnasion_03.jpg

Hinter dem Gymnasion befindet sich der magere Rest eines römischen Bads.

Termessos_Thermentor_01.jpg

Zu einem großen Teil ist Termessos stark verfallen und vor allem durch die landesüblichen Erdbeben zerstört worden. Die Stadt wurde schon im 19. Jahrhunder wiederentdeckt und beschrieben. Der vielleicht ausführlichste Bericht aus dieser Zeit stammt von der Expedition des in k.u.k-Diensten stehenden Grafen Karl Lanckoroński und behandelt in zwei Bänden "Städte Pamphyliens und Pisidiens", erschienen 1890 und 1892. Dort finden sich auch viele Zeichnungen (fotografiert hatten die noch nicht, das war damals HighTech :D , worauf sich wohl nocht nicht jeder einlassen wollte oder konnte) sowohl der Ruinen als auch von Rekonstruktionsversuchen. Das Gymnasion sieht da beispielsweise so aus: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... 451ab8e3d9

Gleich oberhalb der oberen Stadtmauer befand sich eine Kolonnadenstraße, die mit Gedenksteinen und Statuensockeln reich geschmückt war (bei Licht betrachtet vermutlich eher ziemlich zugestellt :wink: ).

Termessos_Kolonnadenstraße_01.jpg
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 30.11.14 21:17

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - letzter Teil (8): Termessos (Folge 3/5)

Man sieht hier auch, dass es in Termessos noch keine größeren Ausgrabungen gegeben hat (vermutlich nicht mal kleinere). Aufgrund der Lage müsste man hier alles notwendige Gerät nach oben tragen oder mit dem Hubschrauber hochfliegen. Dass man, wie in Sagalassos, ganze Gebäude wieder aufbaut, ist hier so schnell nicht vorstellbar, denn mit den dafür notwendigen tonnenschweren Kranwagen kommt man hier nicht hoch (zumindest nicht im Rahmen dessen, was der Archäologie üblicherweise an Budget zur Verfügung steht :? ).

Termessos_Kolonnadenstraße_02.jpg

Eine der ganz wenigen Statuenbasen, die wohl noch an ihrem ursprünglichen Platz stehen, ist diese hier:

Termessos_Kolonnadenstraße_03.jpg

Es handelt sich um eine Ehrung für die kaiserlichen Priester Apollonius Simonidou und Antiochis. Man findet diesen Text auch wieder in der famosen Online-Datenbank für derartige Inschriften:
http://epigraphy.packhum.org/inscriptio ... 6end%3D717
Was der Text aber nun genau bedeutet, hab' ich leider nicht herausbekommen :| .

Oberhalb des südlichen Endes der Kolonnadenstraße stehen die Reste eines korinthischen Tempels.

Termessos_korinthischer_Tempel_01.jpg

Eine sehr schöne Lage am Fuße des Bergs Solymos besitzt das Theater von Termessos.

Termessos_Theater_01.jpg

Es wurde bereits in hellenistischer Zeit erbaut und bot etwa 4200 Zuschauern Platz.

Termessos_Theater_02.jpg
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 30.11.14 21:26

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - letzter Teil (8): Termessos (Folge 4/5)

Beeindruckend ist das Odeion (oder auch Bouleuterion, es hat vermutlich beiden Zwecken gedient).

Termessos_Odeon_01.jpg

Von den Sitzreihen innen sieht man nur noch allerlei ansteigendes Geröll.

Termessos_Odeon_02.jpg

Der untere Eingang des Odeions ist mit herabgestürzten Steinbrocken fast zugeschütten (man kommt aber durch, wenn man den Kopf schön einzieht :wink: ).

Termessos_Odeon_03.jpg

Ein sehr eigenartiger Bau ist das Heroon, das teilweise aus dem Fels gehauen, teilweise aufgemauert wurde. Der Heros ist ein gewisser Thoas, Sohn des Kendeas und Enkel des Obrimotes. Wer das war, weiß man aber nicht (siehe hier: https://www.yumpu.com/en/document/view/ ... -minor-hal ; eigentlich hatte ich das von hier: https://halshs.archives-ouvertes.fr/doc ... horner.pdf , scheint aber gerade nicht zu gehen :? ).

Termessos_Heroon_01.jpg

Und dann gab es zwischen all den Ruinen noch dieses interessante Schild, das irgendwie nicht so ganz offiziell aussehen wollte 8O :

Termessos_Schild_01.jpg

Als ich da wohl etwas verloren rumstand und auf meinen Lageplan starrte, kam von der Talseite her ein drahtiger Enddreißiger mit Rucksack den Berg hochgestochen. Er fragte mich in gebrochenem Englisch, was ich denn suche und erklärte mir, dass in fünf Minuten dieses und in zehn jenes zu erreichen sei (angesichts seines Marschierstils war mir aber klar, dass ich mindestens doppelt so lange benötigen würde :wink: ). Und dann erklärte er mir, dass er der Waldbrandwächter sei und jetzt auf seinen Wachturm gehe, und wenn ich Lust hätte, dann solle ich doch auf eine Tasse Tee bei ihm vorbeikommen und den Panoramablick auf Antalya genießen. Als uns dann wenig später sein Kollege begegnete, den er abgelöst hatte, hat der uns gleich per Handschlag begrüßt und die Einladung wiederholt. Wir haben es dann leider nicht mehr bis hoch zum Turm geschafft (sowas muss ja aus funktionalen Gründen wirklich gaaanz oben stehen :? ), aber das nächste Mal wird das fest eingeplant :D .
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Re: antike Stätten

Beitragvon Altamura2 » So 30.11.14 21:32

Kleiner Bericht aus Ostlykien (und ein bisschen Pisidien) - letzter Teil (8): Termessos (Folge 5/5)

Auf den Hängen südlich der Stadt befindet sich die größte Nekropole von Termessos, die mit einer Unzahl an Sarkophagen geradezu übersät ist. Sie stehen inzwischen unter Gebüsch und kleinen Bäumen, und da mittlerweile außer uns fast niemand mehr dort war, herrschte eine sehr ruhige und beschauliche Atmosphäre.

Termessos_Südnekropole_01.jpg

Aufgrund der Erdbebenschäden sieht alles sehr zusammengewürfelt aus, als ob eine Art Riese hier seine Spielsteine verstreut hätte.

Termessos_Südnekropole_02.jpg

Termessos_Südnekropole_03.jpg

Einige wenige Sarkophage stehen aber noch an ihrem ursprünglichen Standort, der hier mit schöner Aussicht über die Landschaft.

Termessos_Südnekropole_04.jpg



Tja, und dann sind wir in unser Hotel zurückgefahren und haben den Wagen abgegeben :? . Am Tag darauf haben wir an Pool und Strand unsere Eindrücke noch etwas sortiert sowie am Buffet nochmal gut aufgeladen, und dann ging es wieder nach Hause.

Und um es kurz zu fassen: War sehr schön, fahren wir gerne mal wieder hin :D .

Kachelbild_01.JPG

Gruß

Altamura
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Rom 2014 / Tag 3 (06.10.): Pantheon

Beitragvon ga77 » Mi 10.12.14 15:16

Endlich habe ich mal wieder Zeit um Fotos zu bearbeiten.

Nun begaben wir uns endlich in das Pantheon. Schon von aussen ist der Bau sehr imposant anzusehen, nicht zuletzt aufgrund der aussergewöhnlichen runden Form.
DSC01672.JPG

Das Pantheon wurde zuerst von Agrippa zu Ehren des Augustus aufgebaut. Davon zeugt noch eine Inschrift über dem Eingang.
DSC01676.JPG

Wir strömten also in der Masse der Touristen ins Innere der 43 Meter hohen Kuppel. Das Loch ist übrigens nicht mit Glas oder sonst wie verschlossen - wenn es regnet, dann regnet es rein.
DSC01678.JPG

DSC01680.JPG

Im Jahre 609 wurde das Pantheon, nachdem es mehrmals abgebrannt und wiederaufgebaut worden war, in eine Kirche umgewandelt. Im Laufe der zeit liessen sich hier auch einige Prominente begraben - unter anderem Raffael.
DSC01684.JPG


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Re: antike Stätten

Beitragvon justus » Mi 10.12.14 17:27

Ja da kann ich mich auch noch gut daran erinnern. Gegenüber war ein kleines Caferestaurant, in dem ich sage und schreibe 8 oder 9 EUR für einen Espresso bezahlt habe. Da hört der Spass dann doch auf. Die spinnen die Römer ! :lol:
mit freundlichem Gruß

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Re: antike Stätten

Beitragvon emieg1 » Do 11.12.14 22:34

justus hat geschrieben:Ja da kann ich mich auch noch gut daran erinnern. Gegenüber war ein kleines Caferestaurant, in dem ich sage und schreibe 8 oder 9 EUR für einen Espresso bezahlt habe. Da hört der Spass dann doch auf. Die spinnen die Römer ! :lol:


Was erzählst du da? Ich hab' oft genug da gesessen, da es einer meiner Lieblingsplätze ist. Auch wenn der Mäckes dort gottlob vertrieben wurde, kostet der Cafe nicht viel mehr als sonstwo in Roma - sogar im Sitzen nie mehr als drei Euronen. Besser aber einmal abbiegen um die Ecke in's Tazza D'Oro...

Die Römer spinnen zwar, aber der Cafe ist immer noch überall heilig (und bezahlbar).
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Rom 2014 / Tag 3 (06.10.): Piazza Navona

Beitragvon ga77 » So 21.12.14 11:37

Nun war es soweit, wir befanden uns auf der Piazza Navona, wo der berühmte Vierströmebrunnen von Bernini steht, der Donau, Ganges, Nil, Rio de la Plata darstellt. Hier sieht man Alles: vom Strassenkünstler bis zum Clochard! Umrandet ist der Platz von zahlreichen Cafés. Zwar eher in der oberen Preisklasse, dafür hat man aber auch eine freundliche Bedienung - denn oft fehlt diese komplett in italienischen Restaurants (Ich kam mir da oft wie im Supermarkt an der Kasse vor). Also gönnten wir uns trotz höherer Preise ein kühles Bier in der brennenden Hitze. Mehr gibts dazu eigentlich gar nicht zu schreiben. Die schöne Atmosphäre kann man ja auf den Bildern erahnen...

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Rom 2014 / Tag 3 (06.10.): Spaziergang zurück zur Scala

Beitragvon ga77 » Di 13.01.15 20:40

Die verbleibende Zeit des Tages wollten wir noch einigermassen sinnvoll nutzen. So entschieden wir uns, zu Fuss zurück zur Scala di Spagna zu laufen. Wir liefen ans nahegelegene Tiberufer und hielten uns nordwärts. Hier steht - gleich neben der Engelsburg - der Palazzo di Giustizia. Nicht gerade mein Architekturgeschmack, aber doch recht imposant.
DSC01698.JPG

Kurz darauf kamen wir zum Augustusmausoleum, das leider einen etwas verwahlosten und unbeachteten Eindruck machte. Umgeben von Baustellengittern im Schatten von S. Ambrogio a Carlo al Corso. Gleich daneben befindet sich der Ara Pacis in dem dazu gehörenden Museum. Leider war dies an dem Tag geschlossen, so dass wir nur durch die Fenster einen Blick darauf erhaschten.
DSC01702.JPG

Obwohl wir schon müde, hungrig und vollgestopft mit historischen Informationen und Eindrücken waren, wollten wir doch noch einen Abstecher zur Piazza del Popolo machen. Und was wohl hier aufgestellt ist? Richtig! Ein Obelisk (was auch sonst?)
DSC01705.JPG

Von aus kommt man innert fünf Minuten auf den Pincio, wo die Villa Borghese (für die wir leider keine Zeit einplanen konnten) und zahlreiche andere Villen stehen. Entlang dem Pincio liefen wir zurück zur Spanischen Treppe. Der Hügel ist komplett im Grünen - eine richtige Oase, von wo aus man einen schönen Ausblick auf Rom hat.
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