Münzenhändler leben gefährlich!

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon chinamul » Di 02.04.13 16:02

Viele Münzenhändler haben schon Bekanntschaft mit Strolchen gemacht und sind von ihnen um mehr oder weniger umfangreiche Teile ihrer Bestände gebracht worden. Soweit ich allerdings weiß, sind alle von ihnen zumindest mit heiler Haut davongekommen.
Mit dem jetzt gemeldeten Verbrechen am Händler Gernot Dorau in Berlin hat diese Art von Kriminalität eine neue Dimension erreicht. Gernot Dorau ist tot! Ich kannte ihn als freundlichen, kulanten Händler, bei dem ich auf Börsen im Laufe der Jahre so manche Münze gekauft habe.
Leider gibt es für uns Sammler kaum eine Möglichkeit, zur Aufklärung dieses Mordes beizutragen, solange wir nicht erfahren, welche markanteren und damit wiedererkennbaren Stücke geraubt wurden. Dennoch sollten wir Augen und Ohren offenhalten und noch sensibler als ohnehin schon auf zweifelhafte Angebote reagieren. Das sind wir den Händlern, unseren numismatischen Freunden also, auf jeden Fall schuldig.

Ich bin sehr betroffen!

Gruß

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Numis-Student » Di 02.04.13 16:26

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Mithras » Di 02.04.13 17:24

...übles Pack ...mögen sie recht schnell gefasst werden...
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon platinrubel » Di 02.04.13 18:07

nur pack und gsindel!!!
aber mit heiler haut schaut anderst aus...
graz 1989: http://www.kleinezeitung.at/steiermark/ ... ollt.story
wien 2010: http://www.heute.at/news/oesterreich/wi ... 931,340783

oder hier: USA januar 2013: räuber und ladenbesitzer nach schiesserei verletzt.
und hier (ebenfalls usa hats den täter gleich am tatort erwischt. http://muenzenwoche.de/de/Archiv/8?&id=1277&type=n

und 2011 ein raubmord in New York: http://muenzenwoche.de/de/Archiv/8?&id=753&type=n
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon antoninus1 » Di 02.04.13 21:19

Vor allem im Grazer Mordfall hoffe ich, dass sie den Mörder überführen können. Man kann sich nicht vorstellen, wie es für den Bruder ist, seit so lamgem damit leben zu müssen.
Gruß,
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Peter43 » Di 02.04.13 21:47

Zum Überfall in Florida: Das könnte es in Deutschland nicht geben. Da dürfen nämlich nur Verbrecher Waffen tragen!

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Altamura2 » Di 02.04.13 22:34

Peter43 hat geschrieben:Zum Überfall in Florida: Das könnte es in Deutschland nicht geben. Da dürfen nämlich nur Verbrecher Waffen tragen!

Genau! Deshalb werden bei uns auch viel mehr Leute überfallen und umgebracht als in den USA.



Der Tod von Herrn Dorau ist schon sehr bedrückend. Ich hab' ihn auch die letzten Jahre gelegentlich auf der Numismata gesehen, er kam mir immer wie einer von echtem Schrot und Korn vor.

Aber vielleicht hat ihn das auch das Leben gekostet. Letzte Woche war ich ein paar Tage in Paris und hab' dort bei cgb, der Compagnie Générale de Bourse, vorbeigeschaut, einem der größeren Münzhändler in Frankreich (zumindest aus meiner Sicht, ich kenn' mich da nicht so aus).
Beim Betreten des Ladens fand ich mich in einem etwa zehn Quadratmeter großen Raum wieder, auf allen Seiten verglast. Dahinter stand dann ein Angestellter an seiner Theke und bediente einen Kunden.
Das hatte den Charme einer Mischung aus Bankfiliale und Pfandleihe, da hatte ich dann keine Lust mehr auf Münzenkaufen.
Jetzt weiß ich, warum das wohl notwendig ist.

Gruß

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Peter43 » Di 02.04.13 22:39

Altamura2 hat geschrieben:
Peter43 hat geschrieben:Zum Überfall in Florida: Das könnte es in Deutschland nicht geben. Da dürfen nämlich nur Verbrecher Waffen tragen!

Genau! Deshalb werden bei uns auch viel mehr Leute überfallen und umgebracht als in den USA.


Das ist doch dumm! Was ich gesagt habe, ist nur, daß das Risiko für den Verbrecher in Deutschland niedriger ist, weil er weiß, daß er einem Unbewaffneten gegenübersteht!

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Altamura2 » Di 02.04.13 22:43

Peter43 hat geschrieben:... Was ich gesagt habe, ist nur, daß das Risiko für den Verbrecher in Deutschland niedriger ist! ...

Ich meinte da einen anderen Unterton herauszulesen.

Kann schon sein, dass das Risiko für den Verbrecher bei uns geringer ist. Dasjenige für die zu Überfallenden aber eben auch.

Gruß

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon beachcomber » Di 02.04.13 22:50

aber du willst doch nit deiner aussage klarmachen, dass du auch für die bewaffnug von münzhändlern bist! und da liegst du eben daneben!
das risiko für verbrecher ist in deutschland höher, weil die aufklärungsrate bei gewaltverbrechen hier viel höher ist als in usa! :wink:
grüsse
frank
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Zwerg » Di 02.04.13 22:51

Beim Betreten des Ladens fand ich mich in einem etwa zehn Quadratmeter großen Raum wieder, auf allen Seiten verglast. Dahinter stand dann ein Angestellter an seiner Theke und bediente einen Kunden


Ich bin meinem ersten Besuch eines Händlers in der Rue Vivienne noch nicht einmal in den Laden hineingekommen sondern wurde an einem Schalter zur Strasse hin bedient.

Die Raubüberfälle in Frankreich der letzten Jahre sind wohl hier im Forum nicht bekannt, ich kann die französischen Händler sehr gut verstehen.

Grüße
Zwerg
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon chinamul » Di 02.04.13 23:38

Die Diskussion nimmt allmählich eine sehr ungute Wendung.
Wir, die wir Gernot Dorau kannten und als Menschen schätzten, trauern um ihn, ich selbst aber vor allem auch darüber, daß die guten alten Tage, in denen man nach telefonischer Anmeldung zum Händler seines Vertrauens kam und dort schon mit einer Tasse Kaffee und ein paar Keksen begrüßt wurde. Und es versetzte mir schon einen gehörigen Schock, als ich in der Zeitung lesen mußte, daß mein Händler in seinen Geschäftsräumen überfallen worden war und man den Täter entweder auf der Flucht erschossen hatte oder er sich selbst getötet hatte. Fortan wurde dann jeder Kunde vor der Ladentür mit einer Kamera gescannt, bevor man ihm öffnete. Der Händler hatte mein volles Verständnis für diese Vorsichtsmaßnahme, aber das Einkaufen bei ihm war fortan nicht mehr das, was es über Jahre hinweg gewesen war. Es blieb immer ein unbestimmtes, mulmiges Gefühl.
Auf jeden Fall ist es keine Lösung, wenn man nach Dirty-Harry-Manier eine .45er Automatik unter der Ladentheke bereithält und sie im Notfall auch benutzt, und auch die beschriebenen, immerhin rein defensiven Glaskastenmethoden sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluß.
Es bleiben uns - d. h. den Händlern und uns Sammlern - eigentlich nur noch das Internet und die Münzbörsen, um uns dort in einem einigermaßen sicheren Umfeld vertrauensvoll zu begegnen und auszutauschen.
Was für eine grauenhafte Welt!

Gruß

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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon watchwolf » Mi 03.04.13 10:14

Mit Schrecken muss ich hier lesen, dass Herr Gernot Dorau Opfer einer Gewalttat geworden ist! Ich wollte erst die nächsten Tage mal wieder bei ihm hinein schauen, da er auch bei den Römern meist zu jeder Münze einen geschichtlichen Hintergrund kannte - einfach aus der Kalten heraus!
Herzliches Beileid an die Angehörigen.

Leider wird in diesem Fall auch die Tatsache mit dazu beigetragen haben, dass das Münzgeschäft nicht gerade in einer des besten Lagen Berlin liegt. Ich selbst bin in Moabit schon Opfer eines Raubüberfalls mit schwerer Körperverletzung geworden.
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon klunch » Mi 03.04.13 10:53

Mein Beileid an die Angehörigen!

Glücklicherweise wird hierzulande fast jedes Gewaltverbrechen aufgeklärt, so daß man den oder die Raubmörder wohl bald ermitteln wird. Und Mord mit dem Motiv der Habgier wird auch entsprechend bestraft.

Die Diskussion über die Bewaffnung will ich nicht anfeuern. Ich gebe jedoch zu bedenken, daß es statistisch erwiesen ist, wenn in einer Auseinandersetzung einer oder beide Streithähne Waffen tragen, die Überlebenschancen BEIDER drastisch sinken. Das muß man sich mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen: Sobald Waffen im Spiel sind, sieht es für ALLE Beteiligten schlechter aus.

Wenn die Präsenz von Waffen die Sicherheit erhöhte, dann wäre ein globales Wettrüsten das beste für den Frieden. Das scheint es aber ganz offensichtlich nicht zu sein.

Dies führt für mich persönlich zur dieser Ansicht: Waffen innerhalb der Zivilbevölkerung erhöhen die Rate an Erschossenen und Schwerverletzten. Und genau diese Rate an Opfern gewaltsamer Auseinandersetzungen gilt es zu verringern bzw. zu vermeiden. Das Gewaltmonopol des Staates hat sein Gutes.

Ich hoffe, daß nicht alle Händler demnächst im Glaskasten sitzen. Passiver Schutz im Glaskasten ist jedoch wirkungsvoller als aktiver Schutz mit der durchgeladenen Flinte unter dem Ladentisch.

Gruß klunch
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Re: Münzenhändler leben gefährlich!

Beitragvon Mithras » Mi 03.04.13 11:41

Ob er seine Bestände wohl digital dokumentiert hat?
Man kann den ermittelnden Behörden nur anraten, sollte es der Fall sein, dass sich gestohlene Stücke mit Bild zuordnen lassen, die Bilder so schnell wie möglich öffentlich zu machen, damit aufmerksame Münzsammler diese Stücke identifizieren können, falls sie auf dem Markt auftauchen. Vielleicht kommt man so schnell an die Täter?!

LG
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