Tanzendes Männlein

Moderator: Numis-Student

Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon antisto » Di 23.10.12 23:36

Erst mal danke für die umfassenden Infos. Besonders die zeitliche Zuordnung finde ich überzeugend und interessant. Mein "Männlein" dürfte demnach der Variante 1 "laufend" und demnach rechtsrheinisch zuzuordnen sein. Noch weiter gefragt (und sicherlich auch im Interesse diverser Leser): gibt es statistische Angaben zu den Fundorten und der Anzahl der Funde?
Viele Grüße,
AS
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon Hermundure » Sa 27.10.12 00:38

Hallo Antisto,

Antworten dazu findest unter:

Kontinuität und Diskontinuität : Germania inferior am Beginn und am Ende der römischen Herrschaft ; Beiträge des deutsch-niederländischen Kolloquiums in der Katholieke Universiteit Nijmegen, (27. bis 30.6.2001)herausgegeben von Thomas Grünewald und Sandra Seibel. Berlin - Verlag De Gruyter, 2003 / 435 Seiten

PS: Übrigens habe ich bei Peter Berghaus in "Studien aus Alteuropa II" 1965 einen Typ "Hocker" gefunden (Taf. 26,6), welcher aus Geseke stammte. Dieser ordnet ebenfalls diesen Münztyp den Wangionen zu. Naja, die Publikation ist halt auch schon ein paar Jahre alt. Interessant ist nur, dass sich damit bestätigt, dass der Kontakt zum angestammten Gebiet nicht abriss.

Grüße Michael
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon Hermundure » Sa 27.10.12 00:48

Hallo Antisto,

ich vergaß den FMRD (Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland) zu erwähnen. Müsstest dir mal die Exemplare für NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz mal ausleihen. Teile NRW's sind neu überarbeitet, RP auch. Solltest du an einen Kauf interessiert sein, so wende dich an den Verlag Philipp von Zabern in Mainz (mal googlen). Die sind aber nicht so billig. Dort sind neben den Römern auch die Kelten angegeben. Für Holland bräuchtest du den FMRN.

Link: http://www.zabern.de/sixcms/list.php?te ... %20%28K%29

Gruß Michael
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon antisto » Sa 27.10.12 13:17

Noch mal danke für die weiteren Infos, Michael.
Ja, die FMRD-Bücher sollte man wohl besser ausleihen, zusammen kosten sie ja fast ein Vermögen (bzw. ein kleines tanzendes Männlein :wink: ). Ich werde mal schauen, wie und worüber ich daran komme.
AS
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon Numis-Student » Sa 27.10.12 13:39

Falls du FMRÖ (Wien) brauchst: kann ich dir Weihnachten mitbringen ;)

Schöne Grüße in die ferne Heimat,
MR
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon antisto » Mo 29.10.12 17:19

Danke für das nette Angebot.
Großes Interesse habe ich verständlicherweise an weiteren Infos zu Keltenprägungen aus meiner Heimat. Da wird mir die Wiener Ausgabe vermutlich nicht so viel bringen. Doch wenn du an weitere D-Ausgaben kommen kannst - gerne!
Gruß,
AS
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon Numis-Student » Mo 29.10.12 17:38

Hallo,
die anderen haben wir zwar am Institut, aber ausleihen über die Ferien ist sehr schlecht, und für das Fluggepäck sind die Reihen auch zu schwer ;)

Schöne Grüße in die ferne Heimat,
MR
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon antisto » Di 30.10.12 13:05

"Die "knieende" und "hockende" Variante sind schon linksrheinische Prägungen, da sie dort ihren Verbreitungsschwerpunkt haben. Können also demzufolge erst nach 30 v. Chr. geprägt worden sein."

Noch mal nachgefragt: Ich habe im Internet Informationen zur Ausgrabungsstätte bei Heiger/Burbach gefunden.
http://www.haiger-allendorf.de/die-land ... ndorf.html
Dort ist auch ein "Männlein" abgebildet, das an der Kalteiche gefunden wurde: Ein sog. "Hockendes Männlein". Ist demnach diese Variante doch auch rechtsrheinisch? Oder gab es einen regen monitären Austausch zwischen den Kelten westlich und östlich des Rheins im ersten vorchristlichen Jahrhundert?
AS
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon Hermundure » Do 01.11.12 09:00

Hallo Antisto,

in meinem letzten Beitrag schrieb ich bereits, dass die Beziehungen in das "alte" Gebiet nicht abrissen. Wir müssen davon ausgehen, dass nicht alle Bevölkerungsteile aus dem abgestammten Gebiet abgewandert sind. Es bleibt immer ein Teil zurück. Bei mir in Mitteldeutschland kann man das sehr gut sogar ablesen. Auf dem Gräberfeld von Schkopau finden sich neben Urnen der autochthonen "keltisierten" Bevölkerungsgruppe (Saalelaténegruppe) auch Urnen (Situlen) der Wahlitzer Gruppe (benannt nach dem Gräberfeld in Wahlitz).

Gruß Michael
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Re: Tanzendes Männlein

Beitragvon antisto » Do 01.11.12 14:38

Danke noch einmal für den Hinweis.
Hier ein guter Link, für alle, die sich wie ich erst langsam in dieses interessante Gebiet keltischer Geschichte und Münzprägung hineinarbeiten:
http://www.geschichtsforum.de/f32/das-g ... ndex1.html
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