Münzen der Völkerwanderung - wer kennt gute Internetadressen

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Münzen der Völkerwanderung - wer kennt gute Internetadressen

Beitragvon Cambodunumkind » Do 02.03.06 22:47

Hallo zusammen!

Ich bin auf der Suche nach Internetadressen zum Thema "Münzen der Völkerwanderungszeit", egal ob wissentschaftliche Abhandlungen oder Münzhandlungen/auktionen die solche Münzen führen.
Mein besonderes Interesse liegt hierbei auf den Ostgoten, Langobarden, Franken und Allamannen.

Für jede Hilfe wäre ich sehr dankbar!
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Beitragvon ossenbruegger » Fr 03.03.06 00:32

Mal schnell aus der Hüfte geschossen: http://tinyurl.com/pyt6j
Beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum caelorum - Honni soit qui mal y pense

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Beitragvon heripo » So 05.03.06 14:46

oh Weh und Ach ... da fängst Du ja dann am Besten schon mal bei den Münzen der römischen Kaiser - richtig; IMPERIUM ROMANUM an - ( wenn man den ersten Einfall der Kimbern und Teutonen auch schon zur Völkerwanderungszeit zählt - was die Historiker wohl für richtig hielten ) - dann sogar noch röm. Republik !

Warum Du nur die Ostgoten erwähnts... ? ... nun unter Theoderich / Ravenna wirst Du ja weiterkommen .... aber vergiss dann nicht die Westgoten - am besten, als sie in Spanien ihr eigenes, neues Königreich aufgebaut hatten ... da findest Du unter Toled und Wisgothes selbst einiges ( v.a. nachgemachte röm. solidi )

Die Burgunder und Vandalen würden es auch verdienen, erwähnt zu werden ...
die Sueben, Markomannen, Quaden und Hermanduren haben sich sicherlich - soweit nötig - lange noch des röm. Geldes bedient ( war ja immerhin bis ins 5. JH möglich ) ... und dann beginnt ja zunächst mal im Norden das Reich der
Merowinger ... da kannst Du schon nach Königen sortiert Münzen finden - ab Chlodwech.

Die Langorbardenmünzen findest Du auch am besten unter dem Namen ihrer König - z.B. angefangen bei Alboin, Mauricio, Rotari .....
und vergiß dann nicht die Normannen in Sizilien - z.B. Könige Wilhelm und Rogers ...

Bekanntlich wurden diese dann von ihren Hausmeiern abgelöst - denn Arnulfingern oder Pippiniden - aber erst Mitte des 8. JH verhaltf ihnen der Papst zu königlichen Salbungen und damit zur Entstehung des FRANKEN-Reichs ... auch da kommst Du mit den Königsnamen ab Pippin und selbstverständlich KARL d.Gr. weiter .... aber eigentlich ist das Karolingerzeitalter nicht mehr der "Völkerwanderungszeit" zuzuordnen - allenfalls noch der Zuwanderungszeit der Slawen.

Die Alamannen waren nicht als "einheitl. Staat" organisiert und kamen früh unter die Fuchtel der Merowinger und Karolinger ... hab zwar mal gelesen, daß Herzog Lantfried eigene Münzen geprägt hätte - hab aber nie näheres dazu erfahren.

So - da Du jetzt eigentlich genügend Stichwörter hast, denk' ich, Du kommst schon weiter ( googeln kannst du ja selbst ) ... und in diesem oder jenem älteren Threat kannst du auch h i e r in Forum einiges finden !
Viel Spaß und Erfolg, heripo
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Beitragvon Cambodunumkind » So 05.03.06 18:20

Erst einmal vielen Dank für die Beiträge!

Ich bin mir sehr bewusst, das die Völkerwanderung als geschichtliche Periode in ihrer zeitlichen Abgrenzung schwer genau zu definieren ist.
Mein besonderes Interesse gilt hierbei den germanischen Völkern, die in der Zeit zwischen 300 bis 800 n. Chr. für den südwestdeutschen Raum von Bedeutung waren.
Das beginnt mit den Allamannen, deren Entstehungsprozess aus Sueben und anderen Stämmen erst im dritten Jahrhundert n. Chr. als abgeschlossen betrachtet werden kann und endet mit der Machtübernahme der Karolingern.
Sicherlich sind in diesem Zusammenhang die erwähnten Langobarden und Ostgoten weniger von Bedeutung, lag ihr "Schaffensbereich" doch eher in Ost/Südosteuropa bzw. in Italien.
Numismatisch liegt mein Hauptaugenmerk dabei auf germanischen Nachprägungen römischer und byzantinischer Münzen – schöne Beispiele fortlaufender Kontinuität in einer stürmischen Zeit.
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Beitragvon heripo » Mo 06.03.06 10:57

... also ehrlich gesagt - " Beispiele fortlaufender Kontinuität einer stürmischen Zeit" ... und "germanische Völker im Südwestdt. Raum" .... und dann Dein Nick ... also das hiesse grob umrissen "das frühe Herzogtum Schwaben" zur Zeit seiner größten Ausdehnungen - vom Lech im Osten incl. Thur- und Zürichgau im Süden -
Sundgau im Südwesten bis zur späteren Kurpfalz im Nordwesen und einer gedachten Linie ca. Heidelberg - Regensburg ...

entweder, Du möchtest Dich mit dem ( finanzierbaren ) Thema " L i m e s f a l s a " befassen - das wären gefälschte Broncen ca. 3 - 5. JH - wobei man eher n i c h t davon ausgehen sollte, daß die "Germanen" so blöd waren, solche relativ billige Münzen zu fälschen - man geht davon aus, daß es kleinere röm. Offiziere - Feldherren - Beamte - waren, die "billige, schlechte Nachahmungen" - die man allenfalls unwissenden Föderatensöldnern andrehen konnte, hergestellt hatten.
Anders bei Goldprägungen ; nach dem Motto "Geld regiert die Welt" war es zweckmässig, sich an den "röm. Münzfuss" zu halten - daher ........( die in Frage kommenden habe ich aber oben schon genannt ) !
Daß auch die Alamannen ( bitte Schreibweise beachten !!! ) je solche Münzen geprägt hätten ist mir n i c h t bekannt ! !

Nachdem Dich der "südwestdeutsche Raum" interessiert .... wie soll da Dein Hauptaugenmerk " .... byzantinischer Münzen" reinpassen ???

Ergo.: ich habe den Eindruck, Du solltest ersteinmal konkretisieren welche A r t Münzen Du sammeln möchtest - aus dem, was Du bisher geschrieben hast, werde (aber vielleicht nur ich ) nicht so richtig schlau!
Gruß heripo
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Beitragvon Merowech » Fr 10.03.06 14:59

Hallo Cambodunumkind,

Hier ein Link mit einigen Münzen der Ost/Westgoten, Langobarden, Vandalen und Merowinger:

http://www.romancoins.info/GermanicKingdoms.html

und hier "Babarische" Fälschungen Römischer Münzen:

http://www.romancoins.info/Celtic3.html


Im Internet gibt es nur spärliche Info´s zur Numismatik in dieser Zeit.
Ich bin selber auf der Suche nach Seiten die sich mit merowingischen Münzen beschäftigen und habe bislang nicht viel gefunden. :(

Gruß
Merowech
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Beitragvon heripo » Fr 10.03.06 16:21

In südt. Raum dürfte es das Gebiet um den "lacus potamicus" ( zu deutsch: Bodensee ) gewesen sein, wo sich das Schalt- und Machtzentrum der Alemannen zur Merowingerzeit zentriert hatte.
Der damalige Alemannenherzog Uncelen ( auch Gonzo ) dürfte seinen Herrschaftssitz zunächst auf der Halbinsel Bodmann gehabt haben , einer alemann. Herzogspfalz ( bevor er offenbar seinen Sitz später nach Überlingen verlegte).
F. Wielandt - der Spezialist für die Numismatik des alemann. Raumes - hat wohl zwei Münzstätten festgemacht, die in das 7. JH zurückreichen, nämlich - Bodmann und Zürich. wobei offenbar Zürich jünger und von Bodmann abhängig war.
Inwieweit der spätere - in Cannstatt residierende - Herzog Gottfried ( der offenbar das sog. Cannstatter Blutgericht überlebte ) selbst oder in Auftrag
( das wären dann die Pippiniden gewesen ) des Major Domus münzte, konnte bisher nicht festgestellt werden. ( seine Ur-Ur-UrenkelinHildegard sollte einst die 3. Frau Kaiser Karl's d. Großen werden ).

Soviel zur frühen Bodensee-Numismatik. Gruß, heripo
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Beitragvon vMadai » Fr 10.03.06 16:38

Hallo Heripo!

Bodman ( bitte Schreibweise beachten !!! )
:wink:

Freundlich grüßt
Corbulo, dessen Großmutter lange dort gewohnt hat
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Beitragvon heripo » Fr 10.03.06 21:44

@ hallo corbulo - wo Du Recht hast, hast Du recht ...
- na , dann hatte Deine Großma wahrlich einen fürstlichen Wohnsitz und einen sehr geschichtsträchtigen noch dazu ! Gruß heripo
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Beitragvon payler » So 12.03.06 10:56

Hier kannst dich ein bisschen einarbeiten:

http://www.coinarchives.com/a/results.p ... rwanderung
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Beitragvon heripo » So 12.03.06 16:37

Mein Eindruck ist, daß uns Campodunum - Kind "verschlüsselt" sagen will, daß ihn vorrangig die Numismatik seiner Heimat seit der Antike interessiert. Nun - zumindest die Brakteatensammler wissen ja wo Campodunum liegt - vermutlich waren die Vindelicer seit der Zeit da Münzen geprägt wurden die dortigen Ureinwohner. Sie sind auch nicht von den Römern verdrängt worden, sondern sie
vermischten sich in den Folgejahrhunderten mit all denjenigen "Völkern" die sich dort ansiedelten. Auch von den durchziehenden Völker sind immer wieder Sippen "hängen" geblieben ( so z.B. auch Vandalen, Hermanduren, Quaden, vermutlich sogar Burgunder.)
Übrigens Campodunum - Du nennst nur die erste "alem. Landname" - die zweite folgte dann im 4. u. 5 JH und erst sie war es wohl, die bis in den " Albgowe " reichte ( Aus "Albgowe" wurde schliesslich "Allgäu"). Aus archäologischen Funden weiß man jedoch, daß auch Rätoromanen ( aus dem Rheintal ) und auch Slawen ( aus Caranthien ) sich dort niedergelassen hatten, bevor dann das Gemisch aus vorwiegend Sueven - von Norden her - und Bojern (die wiederum auch Slawen und Langobarden ((- der Name Agilolf dürfte auf die cognatische Verwandtschaft mit den Langobarden hinweisen - )) in sich aufgenommen hatte) von Osten her - diesen Raum durchdrungen haben.

Heute wissen wir, daß die Agilolfinger und Alaholfinger - wohl versippte Alemannen- und Bojer-Stämme - sich letztlich im 6. JH an die Machtspitze dieses Raumes setzen und diese bewahren konnten, bis die "Pippiniden und Arnulfinger" ( als Vorläufer der späteren Karolinger ) mit militärischer Übermacht den heimischen Adel verdrängte und z.T. erheblich enteignete, Fiskalland draus machte und fränkische Adelige und Geistliche ansiedelten.

Numismatisch ist also der Zeitraum seit dem Abrücken der Römer im schwäbischen und bayerischen Voralpenraum nicht sehr ergiebig .
Ich wüßte daher auf Anhieb k o n k r e t nicht, welche "Münzherren" oder "Prägestätten" zu diesem Thema ich Dir nennen könnte - die beiden frühesten hab ich oben schon genannt - ansonsten beginnt dann die Prägeperiode mit der Zeit der Sachsenkaiser in den Reichsmünzstätten - z.B. Regensburg ( für den angesprochenen Raum).

Wenn Dich das Thema als solches ( Begleitend zur Numismatik ) interessiert, empfehle ich Dir das Buch "Geschichte des Herzogtums Schwaben" von Alfons Zetteler!

Gruß heripo
heripo
 
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