Brandenburg

Alles was von Europäern so geprägt wurde

Moderator: Salier

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Beitragvon jot-ka » Fr 09.08.13 23:22

Hallo,
ich möchte hier einmal drei Hohlpfennige aus Brandenburg vorstellen.
Die passen nicht in die Rubrik "Schönheiten des Mittelalters".
Nr. 1: Zeit Friedrich II., 1440-1470,
städtische Prägung aus Berlin, 1440-1462
B 15c, H 31, 0,30 gr
gekauft auf dem Trödelmarkt an der Straße des 17. Juni in Berlin, 1994,
von einem Münzhändler, der in Berlin auch ein Ladengeschäft hatte.
Nr. 2: Friedrich II., Mzst. Havelberg, 1464-1468 geprägt.
oben zwischen den Strahlen das Dreiblatt des Mm. Michael Hemelporte.
gekauft von M. Olding, 1994
Nr. 3: Friedrich II., Mzst. Rathenow, 1466-1470 geprägt.
Unten gotische Minuskel "r" für Rathenow
Künker 33/256, 1996
Wenn Interesse an diesem Thema besteht und andere Mitglieder auch ihre "Schätze" zeigen,
kann ich weitere Stücke vorstellen, da sind auch noch diverse Groschen von 1459-1535.
Vielleicht wird ja ein neues interessantes Thema daraus
Ein schönes Wochenende, jot-ka

Ergänzung:
Der Münzhändler, von dem der 1. Hohlpfennig stammt, war Herr Gernot Dorau.
Auf einem Bild im Faden "Berliner Münzhändler +" habe ich ihn wiedererkannt.
Ein weiterer Hohlpfennig von ihm kommt später.
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Hohlpfennige.jpg
Zuletzt geändert von jot-ka am Mi 09.09.15 19:23, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon ischbierra » Sa 10.08.13 00:07

Hallo jot-ka,
da hast Du ja schon mal drei schöne Hohlpfennige vorgestellt. Ich könnte zwei anbieten, darunter den wohl häufigsten:
1. Friedrich II. 1440-1470, Hohlpfennig, Stendal, 1/2 Adler li., 4 Steine re., Bahrf.19a
2. Joachim I. 1499-1535, Hohlpfennig, Frankfurt, Helm- und Hahnenwappen an Schleife, darunter F, Bahrf. 78c (oder d)
Gruß ischbierra
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1440-1470 Friedrich II.Hohlpf. Stendal, Bahrf 19a.JPG
1499-1535 Joachim I. Hohlpfennig,Bahrf 78d.JPG
Zuletzt geändert von ischbierra am Sa 10.08.13 22:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon jot-ka » Sa 10.08.13 21:49

Hallo ischbierra,
der Stendaler stammt aus der Zeit 1415-1488, genauer kann man das leider nicht sagen.
Dannenberg hat nach Auswertung mehrerer Funde zwei Artikel geschrieben
mit deren Hilfe man die Stücke von 1369-1385 und 1385-1415 erkennen kann.
Der Frankfurter Pfennig wurde um 1510 geprägt.

Ich hier zeige hier noch mal vier weitere Stücke von mir, diesmal aus der Zeit Friedrich I., 1414-1440,
dem ersten Kurfürsten aus dem Hause Hohenzollern in Brandenburg.

Nr. 1: Münzstätte Brandenburg, Bahrfeldt Bd. II Nr. 6, Tewes Nr. 5a, 0,32 gr.
Oben auf dem Rand der Zollernschild.

Nr. 2: Prägung der Stadt Salzwedel, Bahrfeldt Bd. II Nr. 2a, 0,28 gr.

Nr. 3: Prägung der Stadt Salzwedel, Bahrfeldt Bd. II Nr. 2a (???), 0,26 gr.

Nr. 4: Prägung der Stadt Gardelegen, Bahrfeldt Bd. II Nr. 2c, 0,22 gr.
Oben auf dem Rand drei Gerten des Stadtwappens.

Im Jahre 1427, als Friedrich I. in der Altmark Truppen konzentrierte um die Hussiten aus der Mark zu vertreiben,
wurde für den Unterhalt der Truppen in Stendal und Tangermünde Kriegsgeld geprägt.
Im gleichen Jahr erhielt die Stadt Gardelegen das Recht, eigene Pfennige zu Schlagen (Bahrfeldt).
Lothar Tewes: "Drei Gerten verweisen auf den Gardelegener Pfennig von 1427"
in BEITRÄGE ZUR BRANDENBURGISCH/PREUSSISCHEN NUMISMATIK 1997
Numismatisches Heft Nr. 4, S. 68
Nr. 3 u. 4 stammen aus derselben alten Tüte, die einmal 3 St. enthielt (Für das 3. St. reichte mein Etat nicht mehr).
Da ich zwei davon gekauft hatte, schickte mir der Münzhändler Holger Siee freundlicherweise die Tüte mit.
Zwei der ursprünglichen 3 Münzen hatten die Gardelegener Gerten.
Bei der hier vorgestellten Nr. 3 habe ich den Eindruck, daß die Gerten einmal
plattgedrückt wurden und dieser Pfennig zu einem Salzwedeler "aufgewertet" wurde.
Das Foto gibt das leider nicht her, aber auf dem Rand sind oben Retuschierspuren zu erkennen.
Ähnliche Manipulationen habe ich schon bei den Tangermünder Pfennigen aus der Zeit der Kriegsprägung 1427 gesehen.
Falls Interesse besteht, zeige ich noch mehr Hohlpfennige, habe aber nur von einem Teil der Stücke brauchbare Fotos.
SG, jot-ka
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon moneta argentea » So 11.08.13 12:15

Hallo,
ich möchte hier meinen Frankfurter Hohlpfennig zeigen. Helm mit sechs Federbusch nach links und hinten eine Schleife mit drei Federn.

Ein großer Fund von dieser Münzen wurde am 18. Februar 1989 im Dorf Row bei Mysliborz (Soldin) endeckt und beschrieben.
Mich würde ein Hohlpfennig (mit Beizeichen "K") aus der Münzstätte Königsberg / Neumark interessieren, falls Sie diese Variante besitzen, dann möchte ich Sie bitten sie zu zeigen.
Gruß,
moneta argentea

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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon ischbierra » So 11.08.13 13:14

Hallo moneta argentea,
kannst Du Dein Stück bitte direkt im Forum hochladen; dann geht es nicht verloren und es ist vergleichsweise virensicher. Um Bilder hier zeigen zu können, mußt Du unten auf ANTWORTEN gehen; alles weitere findest Du hier: viewtopic.php?f=14&t=35675
Gruß ischbierra
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon jot-ka » So 11.08.13 13:25

@moneta argentea,
meinen Königsberger habe ich im Forum schon gezeigt:
viewtopic.php?f=7&t=46532&p=384697#p384697
Von dem Fund weiß ich leider nichts, gibt es da Literatur? Mysliborz ist übrigens Bärwalde.
SG, jot-ka
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon moneta argentea » So 11.08.13 13:30

Hallo ischbierra,
es hat leider nicht geklappt, weil die Datei immer noch zu groß ist. Die maximal erlaubte Dateigröße ist 85 KiB, aber dann das Bild der Münze wird sehr winzig sein.
Gruß,
moneta argentea
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon moneta argentea » So 11.08.13 13:37

@jot-ka - ich danke Dir für den Link. Irgendwie habe ich diese Bilder im Forum übersehen.
Ich habe schon mal diese Exemplar bei L. Tewes, " Brandenburgisches Kriegsgeld 1470 / 72. Numismatisches Nachrichten Blatt - Nov. 2009" gesehen.
Über diesen Fund gibt es Literatur, aber leider nur in polnischer Sprache. Es handelt sich um die Stadt Soldin (Mysliborz).

Grüß,
ma
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon jot-ka » So 11.08.13 13:46

@moneta argentea,
danke für die Verbesserung.
Den Artikel von L. Tewes kenne ich.
Kannst Du bitte den Originaltitel der Fundbearbeitung nennen ?
Vielen Dank !
SG, jot-ka
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon moneta argentea » So 11.08.13 13:54

Es handelt sich um "Skarb Monet z XV i XVI Wieku z Rowu Kolo Mysliborza von T. Szczurek - Muzeum w Gorzowie Wlkp. 1994. Da gibt es eine kurze Zusammenfassung in deutsche Sprache : Der Münzfund aus dem 15 und dem 16 Jahrhundert von Row bei Mysliborz.
Ich besitze davon zwei Exemplare, wenn Dich interessiert, dann kann ich Dir ein schenken.

Geuß,
ma
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon cepasaccus » So 11.08.13 19:18

Ein paar schoene Brandenburger sollten sich bei mir schon noch finden lassen.
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon ischbierra » So 11.08.13 19:25

Hallo jot-ka,
mach mal einen Vorschlag; Du hast ja den Faden begonnen
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon Comthur » So 11.08.13 20:33

@Büffel
na dann mal her mit einem schönen Brandenburger Denar ! (und die passende Beschreibung nach Dannenberg)
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon Comthur » Mo 12.08.13 15:59

@Büffel
Vergiß die passende Beschreibung nach Dannenberg ... auch ich habe diese Ausarbeitungen noch nicht in gedruckter Form vorliegen. :wink: Muß ich mir aber gelegentlich noch beschaffen.

Ich habe nur 2 brandenburger Denare, a) Bahrfeldt 557, um 1370(?) , 0,82g - nach Dannenberg ca. 1315-1318 und b) Bahrfeldt 612 (Kyritz?) um 1320(?) , 0,59g.
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img958.jpg
a) Av
img959.jpg
a) Rv
img960.jpg
b) Av
img961.jpg
b) Rv
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Re: brandenburgische Hohlpfennige

Beitragvon Büffel » Mo 12.08.13 20:29

@Comthur
das hätte mit der Beschreibung meinerseits auch nicht funktioniert, ich habe keinerlei Literatur darüber, nur was ich im Netz finde.
Deshalb korrigiert mich gleich wenn ich Blödsinn schreibe, ihr seid da die Profis.

Deine beiden Stücke sollten Ludwig I. und Ludwig II. sein aus dem Wittelsbacher Hause.

Hier einer von mir aus askanischem Haus, wie in einem anderen Thread schon erwähnt handelt es sich um Bodenfunde.

Otto IV., Otto V. 1267-1308
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Otto IV., Otto V. und andere Markgrafen beider Linien 1267-1308.jpg
Otto IV., Otto V. und andere Markgrafen beider Linien 1267-1308a.jpg
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