gallienus-special

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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » Sa 11.02.17 19:47

Ich habe dies auch heimlich gehofft. Ein ausgelutschter Stempel, der ursprünglich das "I" prägte, wegen späteren Verschleißes insoweit aber seinen Dienst eingestellt hat, wäre als Begründung halb so schön und dürfte auch ein anders aussehendes Ergebnis haben. Gekauft habe ich die Münze nur wegen dieses Sonderfalles. Was mich nur wundert, ist, dass Göbl 174 Exemplare von 641a mit dem Beizeichen "XI" kannte. Hochgerechnet hat die Serie Stücke im oberen Tausenderbereich gekannt. An sich müssten doch bei einer Lebensdauer eines Stempels von sagen wir 3000 Exemplaren mehr Stücke mit dem fehlerhaften "X" unterwegs sein. Da aber weitere Stücke offensichtlich nicht bekannt sind, nehme ich an, dass einige wenige Stücke der Endkontrolle des Münzmeisters entkommen sind, bevor er den Stempel mit dem Schreibfehler aus dem Verkehr zog.
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Re: gallienus-special

Beitragvon Numis-Student » So 12.02.17 08:34

Hallo,

rechne ruhig mit 10.000 Stücken pro Stempel. Daneben gibt es für römische Münzen (AE und Silber) etwa die Faustformel, dass etwa 1-3 % der ursprünglichen Auflage überlebt haben. Damit sollte es "rechnerisch" gut 100 Antoniniane mit diesem Fehler (da von diesem Stempel) geben. Dass diese Stücke aber nicht wahrgenommen werden können, liegt daran, dass eben gerade bei diesen Antoninianen die häufigen Kaiser nicht alle einzeln im Bild publiziert werden (viele Bauern auf römischem Reichsboden, ebenso Sondengeher, horten solche Münzen in Gurkengläsern... Die werden in Massen bei ebay als "Ungereinigte" verkauft, viele Sammler zeigen ihre Stücke ja auch nicht hier im Forum... etc). Es wird ausserhalb unseres Sichthorizonts durchaus mehr davon geben.

MR
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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » So 12.02.17 09:53

Das hat was für sich. Nur: Seit Konzipierung des RIC vor rd. 100 Jahren und der Herausgabe des Göbl sind solche Münzen nicht öffentlich geworden, obwohl gerade auf römischem Boden heutzutage nackte Armut weit verbreitet ist/war und sicherlich die Gurkengläserbesitzer mit ihrem Sammelgut ein wenig cash zu machen versucht sind/waren.
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Re: gallienus-special

Beitragvon Numis-Student » So 12.02.17 14:12

Hallo Richard,

das liegt aber auch daran, WIE die Münzen zu Geld gemacht werden: Ebayfotos werden nirgendwo systematisch archiviert, die Fotos anderer Handelsplattformen und von einzelnen Händlerseiten ebenfalls nicht - und sicher 75 % solcher Münzen werden nicht mal fotografiert, sondern landen in den 5- oder 10-€-Wühlkisten der Händler oder werden als Häufchen entweder zum Aussuchen oder meist als Lot von fliegenden Händlern auf größeren Börsen verkauft.

Und viele Neusammler erfreuen sich daran, dass sie halt einen oder ein paar günstige Antoniniane des Gallienus haben - da interessiert ein Göblzitat nicht, sprich: die bemerken solche Besonderheiten nicht. (By the way: Auch ich habe nicht alle meine Gallieni nach Göbl, ja nicht mal nach RIC bestimmt :oops: :roll: ).

Schöne Grüße,
MR
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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » So 12.02.17 16:39

Natürlich ist es verwegen als sicher anzunehmen, dass meine Münze ein Unikat ist. Aber bis zum Beweis des Gegenteiles besteht Anlass, dies zu vermuten. Sollten weitere Stücke noch in der Erde oder bereits in privaten Schatullen oder in Grabbelkisten von Händlern vergraben sein, so ändert das nichts an dieser Vermutung. Vergraben und unentdeckt ist die Münze dann so oder so. :mrgreen: :evil:
Zum Göbl/MIR:
Obwohl Dr. Göbl ca. 50.000 Münzen des Gallienus und seines familiären Umfeldes (oder deren Fotos) bei der Erstellung seines Werkes zur Verfügung hatte, sind seine Angaben über deren Häufigkeit keine absoluten Häufigkeitswerte, sondern nur das Ergebnis der Zählung dieser ihm bekannten Exemplare. Auch beachcomber weist z. B. wiederholt darauf hin, dass die Zahlen über in Asien geprägten Münzen wegen neuer Funde überholt sind. D.h., hätte Göbl bis heute an seinem Werk arbeiten können, hätte ihm noch mehr auswertbares Material zur Verfügung gestanden. Vielleicht auch eine Vielzahl von Münzen mit dem von mir entdeckten Fehler. Vielleicht aber auch nicht. Alles reine Spekulation. Und der RIC mit seinen wenig aussagekräftigen Angaben zur Häufigkeit ist für das 3. JH eh total überholt. Und einen MER/RIC für die Zeit des Gallienus gibt es leider noch nicht, soweit ich weiß.
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Re: gallienus-special

Beitragvon beachcomber » Mi 15.02.17 01:06

normalerweise passen hybride exemplare nicht unbedingt in mein beuteschema, aber wenn man sie für 10 euro mitnehmen kann.... :wink:
Göbl kannte für dieses häufige rv der salonina viele exemplare ohne offizin-angabe, und ebenso für Q rechts im feld, und dementsprechend auch hybride mit gallienus av.
allerdings Q links im feld (wie bei meinem exemplar) nur 2 exemplare und deshalb auch keine hybride davon! :)
grüsse
frank
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Re: gallienus-special

Beitragvon Alm-Öhi » Mi 15.02.17 08:59

boah
It is better to know some of the questions than all of the answers.
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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » Mi 15.02.17 19:13

Mich wundert immer wieder, wie du an solch gut erhaltene, seltene Stücke kommst, und das zu einem unwesentlichen Preis.
Herzlichen Glückwunsch.
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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » Do 16.02.17 10:58

Ich tippe auf Göbl 354a - 2 Exemplare -, um mein Sammlerego zu streicheln:
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Re: gallienus-special

Beitragvon gallienvs » Do 16.02.17 17:40

Da bin ich mir nicht so sicher. Tippe eher auf 587a.
Deine Victoria eilt nämlich nicht sondern steht. :wink:
LG Eric
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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » Do 16.02.17 17:48

Schade, ganz ganz, ganz langsam eilen gilt also nicht. Mein Ego ist schon wieder zertrümmert. :(
Göbl 587a sieht aber mehr als plausibel aus.
do ut des.
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Re: gallienus-special

Beitragvon beachcomber » Fr 17.02.17 18:15

die prägungen des gallienus aus köln sind in der regel ziemlich häufig. die meisten rvs sind mit den verschiedensten legenden und büsten vertreten. aber es gibt ein grosse ausnahme: das rv mit der legende GERMAN MAX TER, das nur mit einem einzigen exemplar und nur mit einer av-legende/büste bekannt ist! (so selten, dass Zschucke in seinem kleinen band über die münzstätte köln das stück nicht erwähnt, weil es ihm wohl nicht bekannt war).
umso schöner , dass mir neulich ein stempelgleiches exemplar bei ebay über den weg gelaufen ist. :mrgreen:
grüsse
frank
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Re: gallienus-special

Beitragvon richard55-47 » Di 28.02.17 19:38

Bei diesen Schätzen, die Frank da ständig zeigt, wagt man ja kaum, seine eigenen abgelutschten Münzen zu zeigen.
Bei diesem Antoninian des Gallienus
GALLIENUS AUG/LAETITIA AUG
bin ich mir nicht klar, ob sich links neben der Göttin noch ein Münzzeichen S befindet oder nicht. Ich neige dazu, von einer Stempelschwäche oder einem beginnenden Stempelbruch auszugehen. Die Achse des S ist doch ziemlich schräg zur Göttin, höchst ungewöhnlich. Also Göbl 479q1 (23 Ex).
Wie ist eure Meinung?
Die Fotos bitte ich zu entschuldigen. Die Münze ist wahrscheinlich scharf gereinigt worden, die Oberfläche ist rauh und die Fotos sind bei schlechtem Tageslicht gemacht worden.
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IMGP0791.jpg
IMGP0793-3.jpg
IMGP0793-2.jpg
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Re: gallienus-special

Beitragvon beachcomber » Di 28.02.17 22:46

ja, für mich auch 479q1, das ist kein gewolltes S!
grüsse
frank
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Re: gallienus-special

Beitragvon gallienvs » Di 28.02.17 22:51

Sorry, ich sehe da kein "S".
Das Exemplar ist 498q1 :wink:
lg Eric
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