Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon emieg1 » Di 09.03.10 22:38

Stefan, natürlich nicht...!!

Ich hatte mich nur eben etwas an der Aussage gestossen:

"Die platten Flächen auf Av. und Rv. sind nach meiner Auffassung keine Verschleißbereiche, sondern die Folge einer Prägeschwäche, die nicht vermocht hat, die Prägeformen total zu füllen."

Die platte Stelle auf dem Kleid der Victory könnte tatsächlich eine Prägeschwäche sein, obwohl einige sie auch als "Druckstelle" bezeichnen würden. Aber doch nicht das/der/die Avers...
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon Homer J. Simpson » Di 09.03.10 22:40

nummis durensis hat geschrieben:Und jetzt: Steinigt mich....


Hast Du Jehova gesagt?!? :lol:
Natürlich ist nicht ALLES an der Münze, was nicht vorzüglich oder stempelfrisch ist, Prägeschwäche, aber die Stelle an Viktorias Bein ist sicher eine, und auf Vespasians Kopf kommt sicher beides zusammen, Prägeschwäche und Verschleiß - eine ganz alleinige Prägeschwäche wäre natürlich scharfrandiger.

Viele Grüße,

Homer
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon emieg1 » Di 09.03.10 22:45

Homer J. Simpson hat geschrieben:
nummis durensis hat geschrieben:Und jetzt: Steinigt mich....


Hast Du Jehova gesagt?!? :lol:


Neinnein, bei mir sind nur gerade die Otternasen auf und es macht mich besonders krawallisch, wenn ich nix mehr zum Knabbern hab'... 8)

Homer J. Simpson hat geschrieben:und auf Vespasians Kopf kommt sicher beides zusammen, Prägeschwäche und Verschleiß


Ja, und wie dividieren wir das jetzt auseinander?

Die Prägeschwäche beginnt dort, wo der Verschleiss aufhört... oder eher umgekehrt?
Zuletzt geändert von emieg1 am Di 09.03.10 22:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon nephrurus » Di 09.03.10 22:46

quisquam hat geschrieben:Eine Prägeschwäche schließt Abnutzung durch Umlauf doch nicht aus.

Grüße, Stefan


sehe ich auch so, die Münze ist für mich durchaus mit Gebrauchsspuren / Abnutzungserscheinungen versehen.
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon drakenumi1 » Di 09.03.10 22:58

Nach nochmaliger Beäugung des Stückes mach ich einen Vergleichsvorschlag:
Die Prägeschwäche ist zweifellos vorhanden, denn, was Ihr nicht sehen könnt, das Feld vor den Beinen der Vikt. weist eine geringe, aber sichtbar vorhandene Delle auf. Die beste Voraussetzung dafür, daß sich in dem Bezirk kein Prägedruck aufbauen konnte und der kaiserliche Hinterkopf daduch nicht restlich ausgeformt werden konnte. Insofern 1:0 für Homer.
Andererseits ist die Erhaltung der übrigen Partien nicht mehr vz, sondern eben nur ein ss. Besonders gut an den dünnen Rs.-Profilen zu erkennen, bei Schrift, Standarte usw. Damit punktet nummis durensis. Ergebnis? 1:1! Einverstanden? :)

Kein Grund zur Steinigung, das heben wir uns noch auf für bessere Gelegenheiten :wink:

meint

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon emieg1 » Di 09.03.10 23:05

Hi drake... so muss es sein: Alles ein wenig mit Humor betrachten! Hier im Forum gibts keine Verlierer - nur Gewinner!

Eines würde mich noch interessieren: Kann es sein, dass die Münze ein klein wenig "pro-Revers" gewölbt ist? Dies würde vielleicht erklären, warum Av. ungleich mehr als Rev. "abgenützt ist...
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon drakenumi1 » Di 09.03.10 23:27

Nein, n.d.,
ist sie wirklich nicht. Was aber eine ungleiche Abnützung von Av. und Rv. betrifft, so ziehe ich das noch in Zweifel. Überschlägig gilt doch bei einer Münze, daß beide Seiten gleich stark abenutzt sein müßten. Überschlägig! Denn es sollte das Prinzip aktio = reaktio gelten: Der Reibedruck (beim Verschleißen) auf einer Seite tritt auf der anderen Seite als Gegendruck auf. Man muß nur die Flächen, die dem Druck unterworfen sind (also die obersten Partien der Prägung) auf jeder Seite summieren und diese dann miteinander vergleichen. So kann man schon zu etwa gleichgroßen Flächen gelangen: Auf der Vs. der Kopf alleine und auf der Rs. alle erhabenen Stellen zusammen, denn sie sind ja gleichmäßig erhaben gegenüber dem Feld, denkt

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon emieg1 » Di 09.03.10 23:46

Ok, natürlich glaube ich dir, dass deine Münze keine Wölbung aufweist!

Aber mit der Erklärung dieses "Gegendrucks" komme ich (noch) nicht so ganz klar! Natürlich ist eine Münze im "regulären" Verkehr dem Verschleiss unterworfen. Aber warum sollte dabei eine Seite "stärker" sein bzw. so stark sein, um einen Gegendruck zu erzeugen. IMHO neutralisiert sich der Druck im regulären Umlauf, und wenn dabei eine Münzee vollkommen "eben'" und nicht durch vorbelastete Stellen erhaben oder vertieft ist, dürfte sich die natürliche Abnutzung auf beide Seiten ähnlich auswirken.
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon drakenumi1 » Mi 10.03.10 00:22

Schwierig zu erklären, aber doch ganz lapidar: Beispiel: Hänge eine Münze im Löchlein an einem Faden auf und drücke auf eine Seite. Sie weicht dem Druck aus. Du mußt auf der anderen Seite mit dem gleichgroßen Gegendruck dagegenhalten, dann ist sie wieder im Stillstand. Der Druck auf beide Seiten bewirkt einen gleich großen Verschleiß, wenn er noch reibend appliziert wird. Je nach dem, wie groß die Fläche ist, auf die gedrückt wird, so ist auch der Abrieb unterschiedlich: Große Fläche - kleiner Abrieb, kleine Fläche - großer Abrieb. So kann es jederzeit geschehen, daß eine großflächige Vorderseite mit großem Kopf kaum verschlissen ist, die filigrane Rückseite mit wenigen dünnen Profillinien dagegen sehr. Aber wie schon gesagt, das ist ein nur sehr einseitiger Vergleich, zu viele andere Faktoren wirken noch mit.
Jetzt geht's in die Heia!
Grüße von

drake
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon nephrurus » So 21.03.10 15:38

zur Abwechslung mal wieder eine Bronze:

As, geprägt 72-73 n. Chr. in Rom.
Vs.: IMP CAES VESPASIAN AVG P P COS IIII
Rs.: VICTORIA NAVALIS / S - C
RIC² 407
Romanatic: 3221
10,83gr.
Dateianhänge
vesp.as.victoria.navalis.jpg
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon beachcomber » So 21.03.10 16:13

hübsches stück, und mit dieser legende selten obendrein! :)
grüsse
frank
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon nephrurus » So 21.03.10 16:25

ja, vor allem hat sich zuhause rausgestellt, dass ich diesen Typ schon habe - aber dieses Exemplar ist besser erhalten.
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon Homer J. Simpson » So 21.03.10 23:49

So schöne Münzen hat man nie zuviel.

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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon nephrurus » Do 13.05.10 13:13

um den thread vor dem Untergang zu retten, möchte ich hier ein sehr frühes Stück des Vespasian mit (fast) untypischem Porträt vorstellen.
Der Münztyp ist keineswegs selten- mich hat hier besonders das Porträt gereizt:

Denar, geprägt 70 n. Chr. in Rom.
Vs.: IMP CAESAR VESPASIANVS AVG
Rs.: COS ITER TR POT
RIC² 29
Romanatic 2711
Dateianhänge
vesp.den.portr.cositer.jpg
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Re: Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

Beitragvon kc » Do 13.05.10 13:39

Traumhaft schön!
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