Flavier - besonders schöne und seltene Exemplare

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Beitragvon drakenumi1 » So 26.04.09 16:55

Auch wenn Domitian in diesem thread gegenüber seinem Vater und Bruder ein erhebliches Übergewicht erhalten sollte, zeige ich Euch hier mal den Denar C. 390 mit der Ziege im Lorbeerkranz auf dem Rv: Über die Deutung dieses Motivs habe ich mir bisher keine tiefergehenden Gedanken gemacht, bis frühere Erörterungen bes. von Peter und chinamul einen Weg wiesen, den ich mir zu eigen machte: Handelt es sich hier auch um die Ziege Amaltheia, die der ältesten Legenda nach den Zeus bzw. Jupiter in ihrem Kindesalter "ihr Euter verstattete", die gleiche Amalthea, auf der Valerianus II. als Kind geritten ist? Kann man davon ausgehen, daß hier Domitian als PRINCEPS IVVENTVTIS in der Rolle eines jungen Gottes (Jupiter) dargestellt wurde, dem man diese besondere Ehre (durch den Lorbeerkranz) antat?
Oder hat die Ziege noch eine weitere Bedeutung?

Es grüßt

drakenumi1
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Denar Domitianus C. 390 Av. CAESAR DIVI F DOMITIANVS COS VII..jpg
Denar Domitianus C. 390 Rv. PRINCEPS IVVENTVTIS. Ziege li. im Lorbeerkranz..jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
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Beitragvon mias » Mi 29.04.09 05:24

Hallo zusammen,

Ich kann die, von Drakenumi voran gestellte Frage nicht beantworten. Deswegen moege man mir vorzeihen, dass ich an dieser Stelle zwei meiner Bronzen, die zu dem Thread passen, vorstellen moechte. Immerhin ist der Beitrag Drakenumis schon ein paar Tage her und ich bringe somit diesen Thread und damit auch Drakenumis Frage wieder nach vorne. Auf diese kann nun eventuell ein anderes Forumsmitglied eingehen.

Gruss,

Mias

P.S.: Der Vespasian Dupondius wurde vielleicht schon mal - allerdings mit anderem Foto - bereits schon mal im "Schaukasten" vorgestellt.
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Vespasian.JPG
Vespasian, Commagene, 74 AD, Æ Dupondius
CAESAR VESPASIAN AVG beloorbeerter Kopf nach links
PON MAX TR POT PP COS V CENS gefluegelter Caduceus zwischen zwei Fuellhoernern
RIC 798b, Cohen 377
Titus.JPG
Titus, Rom, 72 AD, Æ As
T CAES VESPAS IMP P TR P COS II beloorbeerter Kopf nach rechts
AEQVITAS AVGVST, S-C Aequitas steht mit Wage und Stab nach links
RIC 414, ungelisted in Cohen
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Beitragvon nephrurus » Mi 29.04.09 09:26

wunderschöne Stücke - herzlichen Glückwunsch dazu!
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Beitragvon drakenumi1 » Mi 29.04.09 10:43

nephrurus hat geschrieben:wunderschöne Stücke - herzlichen Glückwunsch dazu!


@ mias:

Diesem Urteil schließe ich mich gerne und ohne Einschränkung an. Und Dank für den Impuls bezügl. der umlorbeerten Ziege (ich hatte ja die Hoffnung, daß auf meine Frage unser Chef-Mythologe darauf munter lossprudelt, aber sicher gibt es viel Interessanteres zu bearbeiten :wink: Sorry, P.)
Ich bewundere übrigens Deine Konsequenz, mit der Du offensichtlich stets nur beste Qualitäten in Deine Sammlung eingliederst. Ich neige zwar ebenso zu dieser Tendenz, wenn ich auch meist wegen mangelnder Flüssigkeit letztlich Kompromisse eingehen muß, aber die Ansprüche an eine hohe Ästhetik werden durch solche Stücke doch am ehesten erfüllt. Und wegen der Wertbeständigkeit über alle inflationären oder deflationären Zeiten hinweg sollte man sich nach meinen Erfahrungen auch weiterhin wohl keine Sorgen machen müssen.
Freude machen mir Deine Münzbilder wegen der besonderen Art der Darstellung, die Du wohl selbst entwickelt hast, sie sehen sehr attraktiv und gediegen aus, wobei Du diesmal durch zu dunkle Wiedergabe guten Eindruck verschenkt hast :wink: . Ein Rat von mir darüber hinaus: Mit der Lampe nicht zu dicht an das Objekt heran; dann wird der Unterschied der Beleuchtung zwischen den lampennahen und lampenfernen Partien der Münze nicht so groß, die Beleuchtung eben gleichmäßiger.

Beste Grüße von

drakenumi1
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
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Beitragvon beachcomber » Mi 29.04.09 10:50

wirklich, wie gewohnt, tolle stücke!
diese laterale beleuchtung vertragen wirklich nur münzen mit glatter oberfläche, rauhere würden wie mondlandschaften erscheinen.
beim vespasian wäre eine beleuchtung von links allerdings besser gewesen :wink:
grüsse
frank
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Beitragvon Xanthos » Mi 29.04.09 11:52

beachcomber hat geschrieben:diese laterale beleuchtung vertragen wirklich nur münzen mit glatter oberfläche, rauhere würden wie mondlandschaften erscheinen.


Das stimmt nicht ganz. Bei den Bilder von Mias trifft das Licht die Münzen direkt von oben (die Münzen sind aufgestellt), sodass wirklich nur erhöhte Partien beleuchtet werden. Korrosionslöcher, -narben, etc. (alles, was tiefer als die Oberfläche liegt) hingegen wären nur schlecht zu sehen.

@mias
Zwei wirklich traumhafte Stücke, da könnte man fast neidisch werden :)
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Beitragvon beachcomber » Mi 29.04.09 12:21

na ja, wenn es direkt von oben käme, wäre es ja auch wieder lateral :wink:
aber es kommt wohl schon auch etwas frontal, erhöht in das münzbild, und ist wohl nicht in jedem fall empfehlenswert!
grüsse
frank
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Beitragvon drakenumi1 » Mi 29.04.09 12:29

??? Ihr habt doch offensichtlich von dem hier in Rede stehenden Sachverhalt die gleiche Auffassung: Unabhängig davon, ob die Münze nun steht oder liegt: Wenn das Licht unter sehr spitzem (flachem) Winkel auf deren Oberflächen fällt, verstärkt das möglicherweise ganz extrem die Licht-/Schattenwirkung in den Korrosionslöchern o.ä. Und schnell fällt das Urteil: "Sieht auf der Hand viel besser aus". Deshalb grundsätzlich: Ohne dabei zu schwindeln, narbige oder sonstwie feinstrukurell oberfächengeschädigte Münzen möglichst nur in diffusem Licht aufnehmen! Und nicht per Scanner, denn der liefert bestimmungsgemäß nur solches schräg einfallendes "Spitzlicht" mit seiner unangenehmen, die Schatten verstärkenden Wirkung.
Und übrigens: Will man zu Angebotszwecken (z.B. ebay) Bilder einstellen, sollte man sehr genau überlegen, wie groß das Bild für den Betrachter erscheinen soll. Eine übermäßige Vergrößerung hat zwar was in Bezug auf Ehrlichkeit. Aber psychologisch wirkt es eher negativ, wenn Einzelheiten, die man mit dem normalen Auge an der Münze nicht sieht, in der Vergrößerung eher erschreckend wirken. Also: In der Mitte liegt die Wahrheit, nicht zu klein, aber auch nicht zu groß. Etwa so groß, wie in Katalogen üblich. Aber scharf MÜSSEN sie sein! Hier im Forum können aber - und diese Praxis bevorzuge ich - starke Vergrößerungen zum Studium der Details von Vorteil sein, man denke nur an die Fälschungserkennung.

Grüße von

drakenumi1
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Beitragvon mias » Mi 29.04.09 12:40

Hallo Nephrurus, Drakenumi, Hallo Frank, Hallo Xanthos,

Die Fotos wurden von einem Bekannten aufgenommen. Weil schon so oft von verschiedenen Forumsmitgliedern angefragt, werde ich mal nach einer Beschreibung anfragen, wie die Bilder genau aufgenommen wurden. Dann kann ich hierzu mal einen eigenen Thread eroeffnen.

Man erkennt bei dieser Fototechnik bei den Bronzen wirklich sehr schoen, wo die Patina Fehlstellen hat und vor allem an welchen Stellen Verkrustungen weggeglaettet wurden. Wirklich besser als mit dem Auge!

Gruss,

Mias

P.S.: Ich wollte eigentlich nicht zu weit vom Thema abweichen. Vielleicht kann ja jemand die, weiter oben abgebildete umloorbeerte Ziege entraetseln.
Zuletzt geändert von mias am Mi 29.04.09 12:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon nephrurus » Mi 29.04.09 12:41

Ich habe mir erlaubt, das Bild ein wenig zu verändern- mir war es deutlich zu dunkel- so kann ich die Schönheit der Münze erst richtig genießen.
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Vespasian rv.JPG
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Beitragvon chinamul » Mi 29.04.09 12:56

Dann will ich mal meine Julia Titi in die Manege schicken. Wie so oft bei schwer zu fotografierenden Münzen gilt auch hier "better in hand".
Bei meinen Angaben zu Julia folge ich im wesentlichen der Kaisertabelle von Kienast, die meist recht zuverlässig ist. Kienast zufolge wurde Julia um 61 geboren. Zwar ist Titus ihr Vater, aber bezüglich ihrer Mutter liest man verschiedene Namen. Viele ihrer Lebensdaten, ja sogar ihr Todesjahr scheinen fraglich und sind dementsprechend mit Fragezeichen versehen. Es sieht aber so aus, als sei sie nur etwa dreißig Jahre alt geworden. Julia soll, obwohl verheiratet mit Titus Flavius Sabinus, einem Neffen Vespasians, eine lange und leidenschaftliche Affäre mit ihrem Onkel Domitian gehabt haben. Immerhin blieb das Ganze damit eine rein flavische Familienangelegenheit.

JULIA TITI
Æ Dupondius Rom 80/81 unter Titus
Av.: IVLIA IMP T AVG F AVGVSTA - Drapierte Büste rechts
Rv.: VESTA (im Abschnitt) S C - Vesta nach links sitzend; auf der ausgestreckten Rechten Palladium, in der Linken Zepter
RIC II neu 398 (Titus)
11,35 g

Gruß

chinamul
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RIC II neu 398 (Titus).jpg
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
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Beitragvon Xanthos » Mi 29.04.09 13:08

beachcomber hat geschrieben:na ja, wenn es direkt von oben käme, wäre es ja auch wieder lateral :wink:
aber es kommt wohl schon auch etwas frontal, erhöht in das münzbild, und ist wohl nicht in jedem fall empfehlenswert!
grüsse
frank


Klar ist es dann wieder lateral ;) Worauf ich hinaus wollte: den Unterschied zwischen einer Kraterlandschaft und einer "löcher-verhüllenden" Dunklheit machen bereits ein paar Grad des Beleuchtungswinkels aus. Bei den Bildern von Mias ist der Winkel so gering, dass die Beleuchtung hauptsächlich den oberen Rand und die erhöhten Konturen trifft. Korrosionslöcher, etc. verschwinden dagegen.

Anbei ein etwas extremes Beispiel, das Du kennst :)
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Beitragvon beachcomber » Mi 29.04.09 13:17

schönes beispiel! :)
jetzt schau' die mal die beleuchteten partien, dieses domitian mit der kraterlandschaft an, und im vergleich dazu den titus von mias: ziemlich der gleiche winkel :wink:
wobei ich die natürlichste darstellung, immer noch für diese halte: beleuchtung schräg von 1uhr, in einem stumpfen winkel, also (fast) von oben.
grüsse
frank
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Beitragvon Xanthos » Mi 29.04.09 14:15

Wobei bei Deinem Foto die Münze nicht genau unter der Kamera liegt und so aufliegt, dass die Felder das Licht an der Kamera vorbei reflektieren. Hier noch ein Foto (mit gleicher Beleuchtung wie bei Deinem) bei dem die Münze ganz genau unter der Kamera liegt. So werden die Details noch deutlicher. Vielleicht zu deutlich?! ;)
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Beitragvon beachcomber » Mi 29.04.09 14:31

Vielleicht zu deutlich?!

ganz genau! denn so 'ehrlich' dieses bild erscheint - in der hand sieht es einfach nicht so aus. das menschliche auge ist eben doch was anderes als das objektiv einer digi-cam. (zum glück :) )
grüsse
frank
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