Marc Aurel und seine Münzen

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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon drakenumi1 » Di 23.11.10 14:07

An Deinem Sesterz fällt mir zuerst die wunderbar gleichmäßige Verteilung dieser hellen und ganz offenbar seit der Antike gleichmäßig gewachsenen dünnen Patina auf!
Wenn man annimmt, daß ein untergeordnetes Ziel der Werkstofftechnologen damals auch noch darin bestand, die Münze über lange Zeit in "frischem" Aussehen zu erhalten, also nicht korrodieren zu lassen, muß man heute anerkennend sagen, daß dies durchschnittlich sehr gut gelungen ist, wie auch dieses Stück ausweist. Die Legierungsbestandteile der Bronze sind in dieser Hinsicht optimal gemischt worden.
Wenn man dieses Stück mit seinem so "logisch" über die Vs. und Rs. verteilten Patinabild vergleicht mit wohl der Mehrzahl aller heute in den einschlägigen Aukt.-Häusern zu erwerbenden und makel-bis lückenlos über die Flächen eingefärbten Pseudo-Patinae, dann könnte man es wohl mit dem hier halten: :(
Aber Bronze in der richtigen Zusammensetzung schützt sich eben mehr oder weniger selbst durch den Aufbau einer (Schutz-) Schicht vor weiterer Zersetzung. Da ist Kupfer allerdings vergleichsweise weit im Nachteil, denkt

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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon Julianus v. Pannonien » Mi 24.11.10 20:51

Einen nicht all zu häufigen As des Aurel als Caesar kann ich noch beitragen.
Mit einem prall gefüllten Revers :)


Viele Grüsse
Simon
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon antinovs » Mi 24.11.10 21:03

Julianus v. Pannonien hat geschrieben:Einen nicht all zu häufigen As des Aurel als Caesar kann ich noch beitragen.
Mit einem prall gefüllten Revers :)


Viele Grüsse
Simon


hallo Simon,

wenn ich mir das portrait ansehe, so sehe ich die gesichtszüge von antoninus pius mit der wuschelfrisur des jungen aurel.

kannst du das mit dem "prallen" revers noch etwas genauer ausführen :D :D

gruss udoi
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon chinamul » Mi 24.11.10 21:49

Und von mir kommt hier noch ein schöner Sesterz mit einer perfekten grünen Patina. Er hat zwar nur einen Durchmesser von 28 mm, dafür aber eine Dicke von 4,5 mm, die er aber auch haben mußte, um noch auf ein Gewicht von 21,01 g zu kommen. Und wieder zeigt das Porträt eine gewisse Ähnlichkeit mit dem seines Adoptivvaters Antoninus Pius.

MARCUS AURELIUS 161 – 180
Æ Sesterz Rom 156/157 als Caesar
Av.: AVRELIVS CAES ANTON AVG PII F - Kopf rechts barhaupt
Rv.: TR POT XI COS II S C - Felicitas nach links stehend; in der Rechten Caduceus, in der Linken Zepter
RIC 1336 (Antoninus Pius); C. 712
21,02 g
1999 für 240 DM gekauft.

Gruß

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aRIC 1336 (Ant. Pius).jpg
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon Pscipio » Mi 24.11.10 22:36

Tolles Stück, gefällt mir sehr gut! Auch das Porträt ist klasse.
Nata vimpi curmi da.
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon chinamul » Mi 24.11.10 23:03

Danke für die Blumen!
Und den damaligen Preis findest Du hoffentlich auch akzeptabel!?

Gruß

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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon Pscipio » Mi 24.11.10 23:44

Klar, hätte ich auch bezahlt!
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon drakenumi1 » Do 25.11.10 00:12

Pscipio hat geschrieben:Tolles Stück, gefällt mir sehr gut! Auch das Porträt ist klasse.



Das ist wohl die kürzeste aller möglichen Beurteilungen, der ich mich nach flüchtiger Betrachtung gerne anschließe. -

Eine Vorstellung einer Münze hier im Forum schließt doch das Recht (oder fast schon die Pflicht?) ein, eigene Vorbehalte geltend zu machen? Danke!
Nach eingehender Betrachtung:
Diese makellos gleichmäßige grüne Patina (?) ohne alle Hell/Dunkel-Schattierung weckt unwillkürlich Gedanken an einschlägig angewendete Methoden einer möglichen Patina-Imitation, besonders, wenn Spuren von Narben einer Korrosion sichtbar werden, wie sie an wenigen Stellen in den Feldern, aber auch am Rande für den Betrachter vorzuliegen scheinen. Ein Löchlein im Feld, vom Licht wie ein kleiner Mondkrater beleuchtet, sagt mir, daß hier einst eine nun entfernte Korrosionsstelle vorlag. Bereiche am Rand machen den Eindruck, daß sich unter dem Grün noch Korrosionsreste verbergen, die nun durch Farbe überdeckt sind.
Meist gibt der Rand schnell Auskunft über die Entwicklungsgeschichte der Münze, aber der ist uns ja verborgen, den kann nur der Eigentümer betrachten oder bekratzen.

Weiter brauche ich nicht ins Detail zu gehen, es ist ja auch nur ein minimaler Verdacht. Aber vor einer Aussage über die Angemessenheit eines Preises sollte über solche Fragen Klarheit bestehen.

Ich wollte hier nicht stänkern, besonders nicht als heute nur noch Silbersammler (das war früher mal anders), aber im Sinne einer vorurteilslosen Manöverkritik, zu der dies Forum sich doch verpflichtet fühlen sollte, sollte diese doch hier gewünscht sein, denkt

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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon areich » Do 25.11.10 10:59

Ich würde in das Bild nicht zu viel reininterpretieren, man kann ja sehen, daß es unheimlich stark komprimiert ist.
Bild
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon beachcomber » Do 25.11.10 11:22

drake, ich glaube da liegst du falsch! was man so auf dem bild erkennen kann sieht doch sehr nach original-patina aus.
gruesse
frank
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon drakenumi1 » Fr 28.01.11 23:30

quisquam hat geschrieben: Speziell auf Silber sind gute Aurelius-Portraits recht schwer zu finden. Da wird man auf Bronzen deutlich einfacher fündig.



Diese Stellungnahme von Stefan hat mich, so weit sie auch zurückliegen mag, jetzt erst zu Widerspruch angeregt, denn ich glaube, daß Bronzen zwar wegen ihrer Farbigkeit, die sie aufweisen können, ansehenswerter sein mögen, aber detaillierter sind sie gewiß auch nicht geschnitten. Ich will das aber hier nicht vordergründig durch viele Beispiele belegen, sondern einfach nur dem unverdient ins Stottern geratenen thread etwas neues Leben einblasen.
Beispiele für ansehenswerte Münzen aus der Prägezeit unter Antoninus Pius als Cäsar sahen wir zwar oben schon, hier aber mal ein Beispiel aus den letzten Jahren 159/160 vor Antritt seiner Zeit als Imperator:

Denar Marcus Aurelius RIC A483; C. 762
Vs. AVRELIVS CAES AVG PII F. Bloßer Kopf r.
Rs. TR POT XIIII COS II. Minerva r. gehend


Grüße von
drake
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Denar Marcus Aurelius C. 762 Av. AVRELIVS CAES AVG PII F..jpg
Denar Marcus Aurelius C. 762 Rv. TR POT XIIII COS II. Minerva re. gehend..jpg
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon beachcomber » So 30.01.11 18:44

ein bisschen früher als dein denar wurde mein schönster sesterz geprägt. dementsprechend zeigt das porträt noch einen etwas jüngeren marc aurel, der aber schon deutlich die kindlichen züge der ersten prägungen unter antoninus pius abgelegt hat.
zwar wurde er vor langer zeit schon an anderer stelle gezeigt, aber hier gehört er ja auch hin, und wer liest als neuankömmling schon all' die alten threads? :wink:
grüse
frank
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon antinovs » So 30.01.11 18:54

@frank: eine münze der extraklasse!
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon beachcomber » So 30.01.11 18:58

antinovs hat geschrieben:@frank: eine münze der extraklasse!

simmt! :) wie ich schon schrieb, es ist (mit abstand) mein schönster sesterz, und in der hand noch beeindruckender!
grüsse
frank
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Re: Marc Aurel und seine Münzen

Beitragvon aquensis » So 30.01.11 19:06

Ein phantastischer Sesterz, Frank! Auf dem Revers sieht man deutlich die tiefen und klaren Eintiefungen den die Buchstaben Patrizen im Prägestempel hinterlassen haben! So klar habe ich die noch nie gesehen! Glückwunsch!

Grüsse Franz
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