Sehenswerte Münzen des Trajan

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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon mike h » Di 19.02.13 23:12

Möglicherweise weil eine moderne, glatte Münze eine proportional geringere Oberfläche für die Reaktion mit Umwelteinflüssen hat

Möglicherweise, weil modernes Silber einen höheren Reinheitsgrad hat ( Falls man nicht die jetzigen Euro-Gedenkmünzen meint)

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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon Numis-Student » Mi 20.02.13 16:43

Moderne Silberumlaufmünzen (BRD Silberfünfer) sind vom Silbergehalt schlechter... Auch die Gedenkmünzen haben maximal 925, ähnlich wie die Denare zu Traianszeiten meines Wissens ;)
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon mike h » Mi 20.02.13 18:39

Hallo Numisstudent,

mit Reinheitsgrad meine ich nicht nur den Silbergehalt, sondern auch die Zusammensetzung.
In modernem Silber wird meines Wissens überwiegend Kupfer zugeschlagen.

Ob das bei antikem Silber ebenso ist, ist mir unbekannt. Aber wenn ich mir so vor Augen führe, welche Metalle zu Bronzen zusammengemischt wurden, ist auch beim Silber nichts auszuschließen.

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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon drakenumi1 » Mi 20.02.13 23:58

klunch hat geschrieben:@MR: es scheint mir, daß moderne und sehr glatte Silberoberflächen DEUTLICH schneller nachdunkeln als antike Denare. Warum das so ist, habe ich mich bislang noch nicht gefragt. Interessant wäre es schon, dem mal auf den Grund zu gehen.



Gerade bei antiken Silbermünzen ist es wohl am schwierigsten, eine Vorhersage über ihr Korrosionsverhalten bzw. über die Geschwindigkeit des Wachsens einer Tönung zu treffen. Zu viele uns unbekannte Faktoren beeinflussen sie:
- atmosphärische, wie Luftfeuchte und ihr Gehalt an Schwefel und weiteren Elementen,
- Zusammensetzung der Legierung (und eine solche lag wohl auch schon in den frühen Zeiten der Silberausmünzung vor), wobei hochreines Silber bekanntermaßen sehr schnell "anläuft", sich jedoch durch diese z.B. Silbersulfidschicht dann vor einer tiefergehenden Korrosion selbst schützt. So verhalten sich z.B. Silberlegierungen aus der Zeit der Gordiane und Philippi vielfach äußerst resistent gegen Anlaufen und bleiben über Jahrzehnte bei Raumklima blank, obwohl ihr SIlbergehalt recht gering ist.
- die Oberflächenstruktur, ob spiegelnd blank oder auch schon gering und mit unbewaffnetem Auge kaum wahrnehmbarer Feinstkorrosion,
- die besonderen und jeweiligen Verarbeitungsparameter (Temp. des Schrötlings im Prägemoment, Schlagkraft und Geschwindigkeit) und daraus resultierend die entstandene Kristallstruktur.

Sicher gibt es noch weitere, das Anlaufen von "Silber" in seiner umfassenden Bedeutung beeinflussende Faktoren. Hier nur so viel, wie mir gerade einfiel.

An dieser Stelle noch ein äußerst wichtiger Hinweis für alle diejenigen, die solches Anlaufen, auch auf ganz natürlichem Wege, beschleunigen möchten:
Vergessen Sie nicht das gründliche Entfetten (sauberes Azeton empfohlen), bevor sie eine solche Münze in Erwartung der gewünschten Schwärzung für Jahre ablegen. Und danach: möglichst strenges Berührungsverbot. Das gilt auch umgekehrt bei anzuwendenden Beizverfahren (z.B. Salz / Silberfolie!). Ich spreche aus eigener leidvoller Erfahrung!

Grüße von

drake
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon Numis-Student » Do 21.02.13 00:38

Hallo,
ich habe eine Münze (ich meine, einen Gordi III), den ich silberhell gekauft hatte... Bereits nach wenigen Wochen bildete sich eine leichte gelblich-rötliche Patina ;)

Ich bin einfach mal gespannt, was sich jetzt mit Traian tut... Mich würde auch eine blanke Münze nicht weiter stören, aber etwas gedunkelt wäre mir lieber :)

Künstlich nachhelfen werde ich aber nicht...

MR
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon drakenumi1 » Sa 23.02.13 16:16

Numis-Student hat geschrieben:
Ich bin einfach mal gespannt, was sich jetzt mit Traian tut... Mich würde auch eine blanke Münze nicht weiter stören, aber etwas gedunkelt wäre mir lieber :)


Also, wenn der Prozeß halbwegs erwartungsgemäß verläuft, und der Denar am Anfang allseits gleichmäßig blank gewesen ist und fettfrei, sollte er nach der ungewissen Zeit ebenso allseits gleichmäßig grau angelaufen sein: Ein Aussehen, daß mich ebenso wenig zufriedenstellt, wie ein blendender metallischer Glanz. Ich denke, daß eine unterschiedliche Tönung - in den "Schatten" der Prägekontur, also anden der Berührung weitgehend entzogenen Stellen, dunkelgrau bis dunkelbräunlich, und an den Profilspitzen (Legenden, oberste Stellen des Portraits usw.) metallisch blank. Solch Aussehen entspricht m.E. am ehesten dem Alter der Münze und seiner zweckentsprechenden Benutzung als Zahlungsmittel.
(Als noch jugendlicher Sammler habe ich blanke Münzen einfach ein paar Wochen in die Hosentasche gesteckt oder ins Taschentuch gewickelt und eingesteckt, das hat beste Ergebnisse gebracht, auf ganz "natürlichem Wege", - muß wohl am speziellen Klima gelegen haben :lol: ).
Ich wollte hier ein Beispiel scannen, ist aber sehr schwierig, diese Nuancen richtig ins Bild zu setzen. Aber etwa so, wie folgt:

von drake
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Denar Traianus C. 274 Av. IMP CAES NERVA TRAIANO OPTIMO AVG .jpg
Denar Traianus C. 274 Rv. P M TR P COS VI PP SPQR. Virtus r. steh..jpg
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon klausklage » Mo 04.03.13 12:41

Denar, 114-117
Av: IMP CAES NER TRAIANO OPTIMO AVG GER DAC
Laur. r., dr. l. s., balteus.
Rev: P M TR P COS VI P P S P Q R
Felicitas standing l., holding caduceus and cornucopiae.

3,06 g, 19 mm
RIC 343 var., Woytek 519 (nur 1 bekanntes Exemplar 8) )

Olaf
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Trajan RIC 343 var. 2.jpg
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon Marcus Aurelius » Mo 04.03.13 13:40

Interessantes Portrait, gratuliere zu diesem schönen Stück.

Grüsse

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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon aquensis » Mo 04.03.13 14:01

Glückwunsch zu dem tollen Stück !

Franz
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon Invictus » Mo 04.03.13 14:04

Ein phantastisches Portrait!
Gratuliere zu deiner schönen Neuerwerbung!

Gruß
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon curtislclay » Di 05.03.13 05:59

Anscheinend MIR 319t+, nicht 1 sondern 5 Exemplare bekannt, sehr viel schöner als das auf Taf. 105 abgebildete Exemplar!
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon klausklage » Di 05.03.13 11:13

Sorry, Curtis, aber da ist keine Aegis. Vergleiche die Bilder, bei dem im Woytek abgebildeten Exemplar sieht die Drapierung genau so aus.

Olaf
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon aquensis » Di 05.03.13 11:48

Ich bin mir nicht sicher welche Büste hier vorliegt, weil ich das Stück nicht in der Hand habe. Wenn ich jedoch meinen (schlechter erhaltenen) Denar 519t+ ansehe, so hat er auch an der rechten Schulter diese würfelförmige Struktur, die auch auf der Abb. Tafel 105 gut zu erkennen ist, wie dein Denar Olaf. Danach liegt Curtis mit seiner Meinung wohl richtig.

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woytek_519t+_av.jpg
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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon klausklage » Di 05.03.13 12:02

Auf Deinem Stück erkenne ich auch klar eine Aegis, zum Vergleich mal eine Detailaufnahme von einem meiner Denare. Die krausen Schlangenhaare sind gut zu erkennen, mit etwas Phantasie sogar das Gesicht mit der Nase. Bei meinem Denar fehlt das, dort ist nur ein Faltenwurf seines Umhangs zu sehen. Vergleiche mein Exemplar mit der Abbildung im Woytek.

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Re: Sehenswerte Münzen des Trajan

Beitragvon beachcomber » Di 05.03.13 19:13

auch 'ne hübsche aegis hat der folgende, und mit 5 bekannten exemplaren gar nicht häufige dupondius, den ich geschenkt bekommen habe (danke alfred :) )
er war so in erde verbacken, dass die rückseite nicht bestimmbar, und das av nur erahnbar war und deshalb bei den reinigungsprofis als nicht zu reinigen galt. nachdem er so ein paar jahre in irgendeiner ablage auf mich gewartet hatte, konnte ich ihn zu meinem grossen vergnügen jetzt zum leben erwecken. :)
grüsse
frank
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