MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Priscus » Sa 22.09.12 11:22

Salve gabriel,

da hast du aber wiedemal ein ein schönes Stück bekommen! GLückwunsch!!

anbei mal eine ein kleine Studie ;) zum Stück RIC 217

Philippus II. als Cäsar 244-247 n.Chr.

Av. MIVL PHILIPPVS CAES
drapierte Büste mit Strahlenkrone n.r.
Rv. PRINCIPI IVVENT
Philippus II. mit Soldaten n.r.
hier in drei Ausführungen:

a. Soldat mit Lanze , Philippus II. mit Lanze und Globus

b. Soldat ohne Lanze , Philippus II. mit Lanze und Globus

c. Soldat ohne Lanze, Philippus II. mit Lanze und Schwert (Gladius)

Falls jemand noch eine andere Ausführung kennt, würde ich mich über bilder oder Info freuen.

ciao Priscus
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RIC 217(NF).jpg
RIC 217(a)(NF).jpg
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Peter43 » Sa 22.09.12 16:13

RIC 69; C. 113, PAX FVNDATA CVM PERSIS, eine Münze die wir hier bereits gesehen haben. Aber dieses ungewöhnlich nachdenkliche, fast melancholisch wirkende Porträt ist bemerkenswert.

Mit freundlichem Gruß
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philippI_69.jpg
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Xanthos » Sa 22.09.12 16:15

curtislclay hat geschrieben:Das normale Stück fehlt auch in meiner Sammlung, ich glaube aber, dass ich ein sehr schönes und selbstverständlich teures bimetallisches Exemplar mit medaillonartiger Vs. besitze, mit Büste nach links in hohem Relief und IMP CAES in der Legende!


Ein Bild davon wäre klasse :)
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Invictus » Mo 24.09.12 07:52

Peter43 hat geschrieben:Aber dieses ungewöhnlich nachdenkliche, fast melancholisch wirkende Porträt ist bemerkenswert.


Kein Wunder, Philippus stand ja das Wasser zu Beginn seiner Regentschaft bis Oberkante Unterlippe :wink: Ein schmählicher (Armenia verloren) und teuer erkaufter (500.000 Denare) Frieden schien ihm - berechtigterweise - kein solides Fundament für seine neu angetretene Herrschaft zu sein. Hier ließ einem die Prägestätte Antiochia die nackte Wahrheit ins Gesicht springen. Die besten Nerven wird Arabs sowieso nicht gehabt haben: man denke nur an seine Absicht, den Kaiserpurpur später freiwillig wieder abzulegen (wie einst Vitellius).

Ein sehr schöner Antoninian
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Priscus » Di 25.09.12 21:47

salve invictus,

so tief konnte er wohl nicht im wasser gesteckt haben, schließlich hat er ja wohl an dem mord oder hinterhalt gegen gordian mitgeholfen ( oder sogar angestieftet ),
Armenia hat nicht er, sondern gordian verloren und der teure frieden mit den persern war die einzig möglichkeit seine macht zu sichern und weiter unterstützung aus rom zu bekommen. ich glaube eher die büste sieht nicht melancholisch , sonder hart aus. das musste sie wohl auch, um als kaiser zu bestehen. man bedenke nur aus welchen stand er entspringt und als erster araber auf dem kaiserstuhl musste er härte zeigen und das auch in der propaganda. von nervenschwäche sollte auch keine rede sein, schließlich ist er nach dem frieden mit den persern nicht sofort nach rom, sondern hat einen 6 monatischen marsch durch die provinzen getätigt um sich dem volk zu zeigen. seine ankunft soll im rom erst gegen august 244 n.chr. erfolgt sein. darum wohl keinehaben prägungen mit TRP. hätte er nervenschwäche, wäre er sofort noch rom oder hätte den purpur nicht angenommen oder angestrebt.
Den Kaiserpurpur niederzulegen kann auch taktisch gewärtet werden, sein gegner war trajanus decius, der wohl mehr unterstützung auf grund seinen stands beim senat hatte.
bei uns gibt es ja auch kanzler die die vertrauensfrage stellen!?. ohne die unterstützung des senats wäre eine schlacht schon verloren gewesen, mit dem ablehnen durch den senat hatte er die volle unterstützung um in die schlacht zu ziehen. decius war unterwegs und in der schhlacht bei verona ist ergefallen. In Italien!!! decius musste gestellt werden bevor die truppen vor rom standen. somit musste er in die schlacht, ob erwollte oder nicht.

hier noch mein stück aus antiochia.

wie man sieht auch noch die seltene ausführung ohne panzerung ( wohl ein fehler des stempelschneiders)

ciao priscus

buchtip: Philippus Arabs von Christian Körner
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RIC 69v(NF).jpg
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon curtislclay » Di 25.09.12 23:14

Kannte Körner nicht den Artikel von R. Ziegler, wonach die Entscheidungsschlacht zwischen Philippus und Decius nicht bei Verona, sondern bei dem griechisch sehr ähnlich geschriebenen Beroea in Makedonien stattfand, wobei Beroeas Nachbarstadt und Rivalin Thessalonika offenbar als Operationsbasis für Decius gedient hat?

Sonst ist nämlich nicht zu erklären, warum Thessalonika unter Decius nicht nur zu Kolonie und anstatt Beroea zur Metropole Makedoniens erhoben wurde, sondern unvermittelt von einer bis vier Neokorien avancierte, zu einem Rang also, den keine andere Stadt im ganzen Imperium damals innehatte! (Siehe Sear, Greek Imperial Coins, Nr. 4162 mit Foto.) Dass die Schlacht bei Beroea stattfand, berichtet auch ausdrücklich ein spätgriechischer, byzantinischer Schriftsteller. Die lateinische Tradition hängt offensichtlich von einem Autor ab, der aus einem griechischen Text Beroea irrtümlich als Verona abgeschrieben hat!
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Invictus » Di 25.09.12 23:48

Hallo Priscus,
es ist schwierig, die reine Wahrheit aus den meist nicht objektiven Darstellungen der antiken Schreiber herauszufiltern :wink:

Armenien bereits unter Gordian verloren? Das Land war ja als Pufferstaat zwischen Römern und Parthern/Persern immer ein Spielball der beiden Großmächten gewesen. Der armenische König Trdat II. suchte nach Shapurs Machtergreifung Rückendeckung bei Rom, um seine Herrschaft zu sichern. Als dann die persische Großoffensive 240 den Osten überrollte, waren Armenien und Mesopotamien (wie schon so oft vorher) wieder einmal dem römischen Zugriff entrissen. Armenien ging nicht unter Gordian III. verloren, es wurde nur durch die persische Besetzung der direkten römischen Einflussnahme entzogen. Aber das war früher auch schon der Fall gewesen (siehe Marc Aurel/Lucius Verus oder Nero), jedoch konnten die Römer danach immer wieder ihre machtpolitischen Interessen in Armenien wahren. Allerdings trat mit dem Friedensschluß zwischen Philippus und Shapur nun zum ersten Mal eine Wende ein - Armenien war jetzt endgültig dem römischen Machtkalkül entzogen (und so wurde es im Friedensvertrag auch festgehalten) - somit hat Philippus Armenien preisgegeben und verloren, nicht Gordian.

Tributzahlungen waren nichts Neues für die Römer, siehe Domitian und die Daker. Und auch Gordian III. hat bei seinem Zug gen Osten 242 zuerst die aufrührerischen Karpen bekämpfen müssen und sich dann seinen gefahrlosen Weiterzug gegen die Perser damit gesichert, dass er ihnen Tributzahlungen versprach - die Römer haben sie aber nicht geleistet, weswegen die geprellten Karpen 245 wieder ins Römerland einfielen. Was man Philippus ankreidete war wohl die Tatsache, dass er - im Gegensatz zu Gordian - erstmals dem östlichen Nachbarn gewaltige Tribute zahlte.

Decius der Gegner von Philippus? Dass er zum Gegenkaiser erhoben wurde war 249 das Werk seiner siegreich aus der Schlacht geführten Truppen. Beim Auszug des Decius aus Rom war es gar nicht absehbar gewesen, dass er Philippus "beerben" würde; ja, er hatte Philippus im Senat sogar noch ermuntert, den Kampf gegen die inneren und äußeren Feinde aufzunehmen.

Da der einflussreiche und mächtige Timesithius vermutlich aus der gleichen Reichsecke wie Philippus stammte, dürfte dieser als neuer Kaiser wohl eine klientelstarke Rückendeckung gehabt haben (denn Philippus gilt als Protegee des Timesithius). Nichtsdestotrotz war eine schnelle Rückkehr nach Rom (und die kann frühestens Ende April angetreten worden sein, denn vorher musste Philippus noch das geschlagene Heer aus Feindesland herausführen und die Friedensverhandlungen von Syria aus führen!) zur Sicherung der Herrschaft nötig. Das zeigt auch der Fall Commodus: dessen rasche Rückkehr 180 war - von vielen abfällig als Wunsch nach angenehmer Lebensführung in der Hauptstadt abgetan - in Wahrheit eine zwingende Notwendigkeit, um seinen Thron zu erhalten (wie die Lucilla-Verschwörung 181 zeigt).

Ohne die Unterstützung des Senats wäre ein Schlacht schon verloren? Glaube ich nicht, siehe Gordian II. 238 in Africa. Was zählte war der Rückhalt in der Armee. Sowohl die Senatoren wie auch die Prätorianer als Kaisermacher waren Mitte des 3. Jh. doch nur noch ein machtpolitischer Schatten ihrer selbst.
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Priscus » Do 27.09.12 19:49

salve curtis,

natürlich hat er auch die arbeit von ziegler in seiner disertation mit eingearbeitet.
allerdings schreibt er das die theorie wohl eher auf eine arbeit von Dusanic (1976) zurückgeht.

rest per PN.

ciao priscus
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon curtislclay » Do 27.09.12 20:18

Ja, bitte!

curtis@hjbltd.com

Per PN kann ich dir angeblich nicht antworten, weil du den Empfang solcer Nachrichten abgelehnt hättest.

Priscus hat geschrieben:hallo curtis,

wenn du möchtest kann ich dir den auszug mal per scann zusenden. er wiederlegt in seiner ausführung diese annahme.

würde mich freuen zu hören was du dazu meinst.

ciao priscus
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Priscus » Do 27.09.12 20:30

ok,

wird am wochenende!!
und das mit den PN kläre ich !

ciao
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon curtislclay » Fr 28.09.12 03:19

Danke, schon bekommen.

Körner gibt Zieglers Argumente kurz und korrekt wieder, sieht aber überhaupt nicht ein, dass die einmaligen Ehren Thessalonikas unter Decius ein schlagender Beweis für die Lokalisierung der Entscheidungsschlacht bei Beroea in Makedonien sind.

Wie bereits oben gesagt, diese Ehrungen können meiner Meinung nach nur durch die Annahme erklärt werden, dass Thessalonika im Krieg gegen Philipp Decius aufgenommen und ihm entscheidende Hilfe geleistet hat.

Körner nennt die Ehrungen kurz in einer Anmerkung, erklärt aber nicht, wie beispiellos sie waren, und versucht nicht, einen anderen Grund dafür vorzuschlagen.
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Invictus » Fr 28.09.12 06:48

@Priscus

ich finde es schade, wenn PN mit themenbezogenen Inhalt verschickt werden statt hier ins Forum zu stellen.
Es gibt sicherlich Leute, die das auch interessiert hätte.
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon ga77 » Fr 28.09.12 22:23

ENDLICH durfte ich heute dieses lang ersehnte, ziemlich seltene Stück auspacken. Zwar geglättet, aber damit kann ich leben:

Philip I (244 – 249 AD)
AE Dupondius, Rome, 248
IMP M IVL PHILIPPVS AVG;
Radiate, draped and cuirassed bust right
SAECVLVM NOVVM, SC in exergue;
Hexastyle temple with statue of Roma in centre of columns
8,94 gr, 24 mm
RIC IVc, 163c corr.; C. 204

Valete
Gabriel
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248_Philip_I_Dupondius_RIC_163corr_1.JPG
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon Priscus » Fr 28.09.12 22:42

salve gabriel,

hammer das stück!!!! darf man nach dem preis fragen??

da hast du echtes glück gehabt!!!

aber ich war auch nicht untätig und hoffe das ich nächste woche auch post aus der schweiz bekomme!!!

priscus
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Re: MÜNZEN der Familie PHILIPPUS Arabs 244-249 n.Chr.

Beitragvon ga77 » Fr 28.09.12 22:46

Hab dir ne PN geschickt^^

Vale
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