Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » So 10.05.15 22:57

Ich denke, dass es sich lediglich um eine Legierung mit nur sehr geringem Silberanteil handelt.
http://www.acsearch.info/search.html?id=236831
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mit freundlichem Gruß

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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon Pscipio » So 10.05.15 23:05

Sieht mir nach einem antiken Guss aus.

Lars
Nata vimpi curmi da.
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » Mo 11.05.15 06:12

Pscipio hat geschrieben:Sieht mir nach einem antiken Guss aus.

Lars

Stimmt. Wenn man genauer hinsieht, kann man tatsächlich den Eindruck eines antiken Gusses bekommen. :oops:
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon chinamul » Mo 11.05.15 12:57

Diesen schönen Follis habe ich 2000 für 85 DM in Trier gekauft. Ich nehme an, daß man heute mindestens 50 Euro dafür anlegen müßte.

diocl foll tr gen pop.jpg

DIOCLETIANUS 284 – 305
Æ Follis Treveri 303 – 305
Av.: IMP DIOCLETIANVS P AVG - Geharnischte und belorbeerte Büste rechts
Rv.: GENIO POPVLI ROMANI - Genius mit Mauerkrone und nackt bis auf Chlamys über der linken Schulter nach links stehend; in der Rechten Patera, in der Linken Füllhorn
Links und rechts im Feld: S - F
Im Abschnitt: PTR
RIC 576a
Ø 27 mm / 9,48 g ; Stempelstellung 5 h

Gruß

chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » Mo 11.05.15 14:41

Wow! Tolles Stück, Horst!
P.S. Was jedoch den aktuellen Preis für so ein Stück anbetrifft, so muss ich dich leider enttäuschen !!! :cry: Aktuell zahlst du in dieser Erhaltung nämlich zwischen 60 und 80 EUR! :wink:
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon quisquam » Mo 11.05.15 16:23

Zum Maximinus Daza von Zenon: Den Typ gibt es evtl. tatsächlich nicht nur als "Billon-Argenteus" mit ca. 25% Silber, sondern auch als "Silbersud"-Münze mit vielleicht 2-3% Silber in der Legierung. Auf ancients.info im Thread "Base silver units - RIC VI and VII" ist auf Seite 4 angeblich ein Exemplar, dessen Natur dort allerdings auch angezweifelt wird.

http://www.ancients.info/gallery/showph ... photo=4576

Grüße, Stefan

PS: Ich sehe jetzt erst den Kommentar unten. Den Typ scheint es dann wohl tatsächlich nur recht guthaltig zu geben, im Gegensatz zu den beiden anderen verwandten Münztypen für Konstantin und Licinius, VICTORIAE LAETAE PRINC PERP und IOVI CONSERVATORI AVG, auf Adler reitender Jupiter.
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon quisquam » Mo 11.05.15 21:19

Die trierer Besonderheit der Billon-Argentei wurde hier noch nicht behandelt, soweit ich weiß. Es war entweder der wenig erfolgreiche Versuch ein neues Silbernominal einzuführen oder aber es waren Festmünzen.

Hier mein Constantinus I.

Billon-Argenteus, Münzstätte Trier
ca. 312-313 n.Chr.

Vs: IMP CONSTANTI-NVS AVG, behelmte, cuirassierte Büste n. l, Speer über linker Schulter
Rs: VICTORIAE LAETAE PRINC PERP, zwei Viktorien halten Schild auf Altar, beschriftet mit VOT / PR, PTR im Abschnitt

2,09g, 18 mm, Stempelstellung 6h

Im RIC ist diese Münze nur als Follis RIC VII Trier 208A aufgeführt, tatsächlich gehört sie aber wohl zu den "base silver"-Prägungen RIC VI Trier 825 und 826 für Licinius I. und Maximinus II.

Meinen wenig schönen Licinius hatte ich hier gezeigt:
viewtopic.php?f=6&t=38513&p=319960#p319960

Grüße, Stefan
Dateianhänge
VLPP_Billon.jpg
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » Di 12.05.15 03:54

Dto. mein Constantinus I.

Constantin I. Argenteus RIC VII Trier 208A BI.jpg

Constantinus I.


Pseudo-Argenteus, geprägt in Trier 318/319 n. Chr.

Av. IMP CONSTANTI - NVS AVG / Gepanzerte Büste mit Federbuschhelm und "Trierer Pelzchen" auf der l. Schulter, hält Speer über der r. Schulter.

Rv. VICTORIAE LAETAE PRINC PERP / Zwei Victorien einander gegenüber stehend , halten Schild mit Inschrift VOT/PR in zwei Reihen untereinander über rechteckigem Altar mit trapezartiger Verzierung. Im Abschnitt PTR (1. Offizin).

Gewicht : 1,94 g. Durchmesser : 18 – 19 mm. Stempelstellung: 11 Uhr.

Ref. RIC VII Trier 208A, P; RCS 643.
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon quisquam » Di 12.05.15 06:47

Schönes Exemplar. Wobei deine Datierung und RIC-Zitat nicht stimmen, s.o.

Eine interessante Diskussion dazu gab es vor einiger Zeit auf ancients.info.
http://www.ancients.info/forums/showthread.php?t=1196

Grüße, Stefan
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » Di 12.05.15 08:52

quisquam hat geschrieben:Schönes Exemplar. Wobei deine Datierung und RIC-Zitat nicht stimmen, s.o.

Eine interessante Diskussion dazu gab es vor einiger Zeit auf ancients.info.
http://www.ancients.info/forums/showthread.php?t=1196

Grüße, Stefan

Interessante Neuigkeit. Danke für den Hinweis und den Link. Ich weiß jedoch, dass ich mir vor Jahren (beim Kauf ?) zu dieser Münze extra "RIC VII Trier 208A BI (nicht RIC VI); RSC 643" notiert hatte. Warum und wieso weiß ich aber jetzt auch nicht mehr.
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » So 17.05.15 16:08

TRIERER AUSGRABUNGEN, FUNDE UND BEFUNDE

Archäologen graben in Trier

Egal, wo in Trier die Erde aufgegraben wird, die Archäologen stoßen auf Spuren aus der Römerzeit. Auch jetzt wieder. Untersucht wird ein Gelände zwischen den Kaiser - und den Barbarathermen. Die neue Ausgrabung liegt nur einen Steinwurf entfernt von den Trierer Kaiserthermen. Im Juli haben die Archäologen angefangen dort zu graben. Noch sind sie an der Oberfläche, aber es gibt auch schon erste Funde. Zu sehen sind Kellergewölbe, die ältesten stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die Menschen damals haben Steine aus den römischen Bauten verwendet. Das können die Archäologen genau erkennen. Römischer Straßenbelag wurde für die Kellerböden genutzt, das sind große Platten von acht mal zwei Metern. Sichtbar wurden auch römische Fundamente mit Ziegeln, die im 4. Jahrhundert für die Basilika und die Kaiserthermen benutzt wurden.

Eine Ausgrabungsfläche mit einem weißen Zelt und einem Bagger, im Hintergrund Wohnhäuser.jpg

Lückenloser Einblick

Interessant ist das Gelände auch, weil es einen ziemlich lückenlosen Einblick in die römische Stadtgeschichte gibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Grundstück nicht wieder bebaut, deshalb wurden auch keine archäologischen Reste unter der Erde zerstört. Auch die Lage des Grundstücks zwischen dem antiken Forum der Römerzeit und den Kaiserthermen ist für die Archäologen spannend.

Die Ausgrabungsfläche an der Weberbach

In den nächsten Monaten werden die Experten immer tiefer graben. Bis in eine Tiefe von rund fünf Metern werden Funde erwartet. Das Team aus dem Rheinischen Landesmuseum hofft vor allem auf neue Einblicke in die Zeit der Gründungsphase von Trier. Erdverfärbungen werden dokumentiert und später am Computer ausgewertet, denn auch sie geben den Forschern Hinweise auf die historische Bebauung des Areals. Bis September nächsten Jahres haben die Archäologen noch Zeit, das Gelände zu erkunden. Dabei erwarten sie auch ganz neue Erkenntnisse über den Verlauf wichtiger römischer Straßen in Trier.

Quelle und Photo: swr.de/landesschau-aktuell
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » So 17.05.15 16:12

TRIERER AUSGRABUNGEN, FUNDE UND BEFUNDE

Spanischer Wein an der Porta Nigra - Universität Freiburg wertet römische Militärlager-Funde in Trier aus

Knapp zehn Jahre ist es nun her, dass auf dem Trierer Petrisberg ein römisches Militärlager entdeckt worden ist. Jetzt werden die Funde wissenschaftlich ausgewertet von Archäologen der Universität Freiburg. Trier/Freiburg Die Entdeckung eines römischen Militärlagers auf dem Petrisberg im rheinland-pfälzischen Trier im Jahr 2004 war eine kleine Sensation: Die Funde stammten aus den Jahren 30/29 vor Christus - einer Zeit mithin, in der Archäologen bislang keine Militärlager-Funde kannten. Fünf Jahre nach Ende der Grabung werden die "Schätze" nun wissenschaftlich von der Abteilung für Provinzialrömische Archäologie der Universität Freiburg ausgewertet. "Die Anlage ist von seiner Zeit her in Mitteleuropa einzigartig", sagt der Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier, Marcus Reuter. Daher seien die Funde auch so wichtig für die Archäologie.

Als das antike Römerlager 2004 in Trier entdeckt wurde, galt es als bis dato ältestes auf deutschem Boden. Doch dann stießen Archäologen im vergangenen Jahr bei Hermeskeil im Hunsrück auf eine noch ältere Anlage - aus der Zeit 53 und 51 vor Christus. Dennoch: Die Auswertung der Trierer Grabungsfunde werde europaweit mit Spannung erwartet, sagt Reuter. "Wir haben schon Anfragen etwa aus Spanien und aus Italien." In dem Trierer Militärlager sollen rund 1000 römische Soldaten in Baracken gelebt haben. "Ich bin sehr froh, dass wir das Thema nach Freiburg holen konnten", sagt Alexander Heising, Professor für Provinzialrömische Archäologie in Freiburg. Es sei sehr wichtig für die Zeit zwischen Caesar und Augustus, "von der wir wenig wissen". Die entstehende Doktorarbeit werde sicher ein Standardwerk werden.

In Trier waren Keramik, Krüge, Schalen, Münzen, Öllampen, Rüstungsgegenstände und Münzen gefunden worden. Dinge wie Öl- und Weinamphoren hätten die Legionäre aus Spanien und Italien an die Porta Nigra mitgebracht, sagt Reuter. 100 Kisten aus dem Museumsdepot wurden an die Uni Freiburg transportiert. Sie müssen gezeichnet, katalogisiert und beschrieben werden. Der Archäologe nimmt an, dass es bis zur Veröffentlichung etwa drei Jahre dauern werde.

In den Depots des Landesmuseums warteten noch mehr als 80 weitere Grabungen auf eine wissenschaftliche Bearbeitung, sagt Reuter. Das Museum zähle 65 Mitarbeiter, habe aber nur acht Wissenschaftler, die könnten das nicht leisten. Zudem kämen jedes Jahr Funde von sechs bis acht Grabungen neu ins Lager. "Es gibt kein Bundesland, wo es von der Qualität her so reiche Funde aus keltischer und römischer Zeit gibt."

Quelle: tagblatt.de
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » Mi 20.05.15 01:50

TRIERER AUSGRABUNGEN, FUNDE UND BEFUNDE

Römische “Filetlage”

TRIER. Wie war die Verbindungsachse zwischen dem Forum und den Kaiserthermen in spätrömischer Zeit städtebaulich gestaltet? Vor allem um diese Frage geht es bei den Ausgrabungen zwischen Kuhnenstraße und Graugasse in der Weberbach.

Abb2_Weberbachstr_1_Zuehmer.jpg

Übersichtsaufnahme von Norden mit spätmittelalterlichen Kelleranlagen (13./14. Jh.) der kriegszerstörten Vorgängerbebauung. Foto: Thomas Zühmer, Rheinisches Landesmuseum Trier.Seit dem 1. Juli führt die Landesarchäologie, Außenstelle Trier, auf dem künftigen Baugrundstück der “gbt” archäologische Ausgrabungen durch, die vom Träger der Maßnahme finanziell unterstützt werden. Die Grabungen auf dem rund 1.800 Quadratmeter großen Gelände sind auf 15 Monate Dauer angelegt (Ende: 30.09.2015).

Das Grabungsareal liegt innerhalb eines rechteckigen römischen Stadtquartiers zwischen dem Großbau der um 300 n. Chr. errichteten Kaiserthermen im Osten und dem römischen Forum, dem wirtschaftlichen und politischen Zentrum der Stadt, im Westen. Aufgrund seiner zentralen Lage hätte man das Gelände unter Immobiliengesichtspunkten wohl schon in römischer Zeit als städtische „Filetlage“ bezeichnet.

Ein ungeklärtes Forschungsproblem bildet bislang die Frage, wie die Verbindungsachse zwischen dem Forum und den Kaiserthermen in spätrömischer Zeit städtebaulich gestaltet war. Vor Errichtung der Kaiserthermen verlief eine römische Ost-West-Straße über das Gelände, flankiert von römischen Stadthäusern mit gehobener Wohnausstattung.

Im Mittelalter, spätestens ab dem 13. Jahrhundert, siedelten sich auf dem Gelände Weber, Tuchfärber und Gerbereibetriebe an, die das Wasser des dortigen Stadtbaches (er liegt unter der heutigen Straße „Weberbach“) für ihr Gewerbe abzweigten. Eine Gerberei war auf dem Gelände noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tätig. Die gesamte Bebauung entlang der Weberbachstraße erlitt durch Bombardements im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Die kriegszerstörten Häuser auf dem Gelände wurden nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut, die Trümmer beseitigt.

Durch die finanzielle Unterstützung durch die “gbt” konnten ein Grabungszeichner und drei weitere Grabungsarbeiter für diese Maßnahme befristet eingestellt werden. Die Grabungsmannschaft besteht derzeit aus sechs bis acht Personen, die kontinuierlich mit den Ausgrabungsarbeiten beschäftigt sind.

In einem ersten Schritt wurden die mit Schutt verfüllten mittelalterlichen Keller der vier kriegszerstörten Häuser entlang der Straße „Weberbach“ freigelegt. In das Mauerwerk dieser Keller waren bemerkenswert zahlreich römische Werksteine und Architekturglieder (Säulentrommeln, Straßenpflasterplatten u.a.) in zweiter Verwendung eingesetzt worden.

Völlig überraschend wurde unmittelbar vor diesen Kellern und zum Teil in deren Mauern integriert mächtiges spätrömisches Fundamentmauerwerk aus Muschelkalk und Ziegeln aufgedeckt. Durch den Fund eines Ziegelstempels mit dem Aufdruck “CAPI” kann bereits jetzt gesagt werden, dass das Baumaterial von den gleichen Großziegeleien stammt, die die kaiserlichen Großbauten des 4. Jahrhunderts (Basilika, Dom, Kaiserthermen) belieferten. Wegen der mittelalterlichen Überbauungen ist der Grundriss des großen Fundamentblocks derzeit noch unklar.

Aussagen über dessen Funktion werden erst möglich sein, wenn der Grundriss nach Abtragung des mittelalterlichen Mauerwerks klarer ablesbar ist. Funde von bis zu zwei Meter großen Kalksteinplatten in diesem Bereich (überwiegend verbaut in mittelalterlichem Mauerwerk) deuten zudem auf eine entsprechende Straßen- oder Platzpflasterung vor dem Westportal der Kaiserthermen hin.

Im rückwärtigen Teil des Baugrundstücks werden gegenwärtig die übereinanderliegenden Straßenschichten der römischen Ost-West-Straße der Vorthermenzeit untersucht. Seit dem Bau dieser Straße in den ersten Jahrzehnten nach Christi Geburt ist der Straßendamm in den nächsten knapp 300 Jahren durch Auftragung neuer Kieslagen kontinuierlich „in die Höhe gewachsen“ (vergleichbar den Straßen der Neuzeit).

Durch die tiefen und großflächigen Grabungen wird es möglich sein, bis in die frühesten römischen Schichten aus den Jahrzehnten um Christi Geburt, also der Gründungsphase des römischen Triers, vorzudringen. Grabungen dieser Art auf ungestörten Flächen konnten bislang erst selten durchgeführt werden. Sie versprechen neue Aufschlüsse zur urbanistischen Entwicklung Triers nach seiner Gründung (um 17 v. Chr.) und zum Ausbau nach der Erhebung Triers zur Kaiserresidenz am Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr.

Die Grabungsfunde werden mit Abschluss der Grabungsarbeiten von der Fläche geborgen und zur weiteren Bearbeitung in die Magazine und Werkstätten des Rheinischen Landesmuseums überführt.

Quelle und Photos: 16 VOR - Nachrichten aus Trier
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon justus » Do 21.05.15 10:34

TRIERER AUSGRABUNGEN, FUNDE UND BEFUNDE

Der Vorläufer des Landesmuseums - Die Gesellschaft für nützliche Forschungen Trier e. V.

Ehe das Landesmuseum in Trier erbaut war und Fachleute Ausgrabungen vornahmen, hatten sich die Altertumsfreunde von Trier. in der noch heute bestehenden Gesellschaft für nützliche Forschungen zusammengeschlossen. Ihnen ist es zu danken, daß schon vor 150 Jahren begonnen wurde, die römischen Altertümer zu sammeln. Ein eifriges Mitglied war der frühere Pastor Schmitt von Sankt Paulin. Von ihm sagen die Fachleute des Museums, daß die Ansichten dieses vorzüglichen Kenners der römischen Altertümer heute noch Geltung haben. Schmitt fand viele römische flache und hohle Dachziegel und Scherben von römischen Geschirren auf der Höhe neben dem Stationsweg zum Kreuzchen, von dem Wasserbehälter der Trierer Wasserleitung ab bis hinter die Kapelle. Daraus schloß er, daß hier eine fortlaufende Reihe römischer Häuser gestanden habe. Als der Wasserbehälter angelegt wurde, stieß man auf römische Mauerzüge; dabei wurden Topfscherben und Münzen gefunden. Im Jahre 1938, als die Baracken auf dem Petrisberge aufgesetzt wurden, legte man eine Anzahl Gruben frei. Sie wurden durch das Landesmuseum untersucht. Viele Tonscherben, die man zu Töpfen zusammensetzen konnte, und eine Münze wurden darin gefunden. Scherben und Münzen weisen mit aller Deutlichkeit in die Zeit um 40 v. Chr. An der Stelle, wo die Gruben beim Barackenbau zum Vorschein kamen, stand um diese Zeit ein römisches Lager. Es gehörte zu einer Abteilung der Soldaten, die Caesar im eroberten Gallien verteilte, als er das Heer verließ und nach Rom reiste. Der Fund ist deshalb so bedeutungsvoll, weil wir nun wissen, daß lange vor der Gründung der Stadt Trier römische Soldaten auf der Höhe im Osten des Talea ein Lager aufgeschlagen hatten.

Link -----> http://www.gfnf-trier.de/

Quelle: http://www.roscheiderhof.de/kulturdb/cl ... hp?id=5349
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Re: Die römische Münzstätte Trier - SACRA MONETA TREVERIS

Beitragvon mike h » Do 21.05.15 19:36

Hallo Justus,

immer wieder interessant, deine Berichte zu verfolgen!

Vielen Dank,

Martin
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1.) Ziel erreicht!
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