Römische Münzen aus Alexandria

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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon chinamul » Di 20.03.12 11:36

Leider sind solche Postings mit eBay-Links nicht sonderlich ergiebig, auch wenn sie natürlich sehr bequem zu erstellen sind. Bedauerlicherweise aber haben sie eine nur begrenzte Halbwertzeit, und schließlich bleibt von ihnen überhaupt nichts Brauchbares mehr übrig, was mitunter doch sehr schade ist.
Ich appelliere daher dringend an alle Forumsfreunde, sich die kleine Mühe zu machen, von ihren Neuerwerbungen dauerhaftere Postings einzustellen, deren Bilder nicht schon nach einigen Wochen verloren sind.

Gruß

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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon antisto » Di 20.03.12 16:06

Aus absolut vertrauenswürdiger Quelle ist diese hübsche Tetradrachme des Carus mit der stehenden Dikaiosyne, die die Rückseie ziert, 8,7 g, ca. 16-17 mm.
Und dennoch: Manches wie besonders die Stelle oberhalb des Auges vom Portrait erinnert mich an Gussspuren.
Wer kann mich beruhigen (oder vielleicht auch nicht)?
AS
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon chinamul » Di 20.03.12 19:19

Hallo Antisto!

Die Echtheit dieser Tetradrachme ist über jeden Zweifel erhaben! Es gibt bei ihr nichts, an dem man irgendeinen Verdacht festmachen könnte. Falls Du Details zu dem Stück haben möchtest, laß es mich bitte wissen!

Gruß

chinamul
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon antisto » Di 20.03.12 22:37

Das ist ein Wort!
Danke!
Über weitere Infos würde ich mich sehr freuen.
Gruß,
AS
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon indiacoins » Di 20.03.12 23:15

Guten Tag. Das sind doch alles Potin-Tetradrachmen- Richtig?
Und Potin ist eine Bronzelegierung (Altmessing) zum Gießen von Münzen.
Und daher die Gußspuren.
Bei manchen Münzen steht in der Beschreibung anstelle von Potin auch AE Cast Tetradrachm.
Soweit ich weiß, heißt cast nichts anderes als Guß.
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon Amenoteph » Di 20.03.12 23:20

Ich hoffe ich übergehe Horst jetzt nicht.

Carus 282-283
BI Tetradrachme Alexandria
Av.: A K M A KAPOC CEB Drapierte Panzerbüste mit Lorbeerkranz n.r.
Rv.: Dikaiosyne n.l. stehend mit Waage und Füllhorn L A (Jahr 1)
Geißen: 3161-3163, Dattari: 5565-5566

Beste Grüße
Robert
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon indiacoins » Di 20.03.12 23:34

Carus
Potin Tetradrachm of Alexandria.
Year 1 = 282/283 AD.
Obverse: A K MA KAPOC CEB, laureate, draped & cuirassed bust right
Reverse: Dikaiosyne standing left holding scales & cornucopiae, LA to left.
Reference: Geissen 3161, Dattari 5565, Sear5 12197, Emmett 3996, Milne 4660
Link zur bestimmten Münze.
http://www.wildwinds.com/coins/ric/carus/milne_4660.jpg

Und auf der nachfolgenden Seite wird für eine ähnliche Münze das Material Billon angegeben.

http://www.coinproject.com/coin_detail.php?coin=184737

Warum werden bei diesen Münzen in verschiedenen Quellen verschiedene Materialien angegeben?
Potin und Bl( Billon) ist doch nicht dasselbe.
Billon ist eine schwach silberhaltige Legierung, die durch Weißsieden nach außen hin Silberfarben erscheint und in Potin ist gar kein Silber enthalten sondern Zinn.
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon Peter43 » Mi 21.03.12 00:25

Der Grund ist der der, daß die Autoren es nicht besser wissen!

Jochen
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon indiacoins » Mi 21.03.12 00:34

Ok, und welches Material ist nun das richtige?
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon chinamul » Mi 21.03.12 00:40

Amenoteph hat geschrieben:Ich hoffe ich übergehe Horst jetzt nicht.

Es ist doch nicht so, daß der Alexandrinerthread meine ganz persönliche und exklusive Spielwiese wäre!
Hier haben alle Forumsfreunde dieselben Rechte, sich einzubringen. Ich fühle mich lediglich dafür verantwortlich, daß der Thread nicht sang- und klanglos einschläft, und deshalb schubse ich ihn immer mal wieder leicht an.

Gruß

Horst
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon quisquam » Mi 21.03.12 08:08

Nach meinem Verständnis ist dies so: Billon ist eine Silberlegierung mit weniger als 50% Silberanteil. Da der Silbergehalt bei diesen späten Prägungen aber derart niedrig und eigentlich nicht mehr nennenswert ist und die Bezeichnung Billon daher eher irreführend ist wird in Ermangelung eines besseren Ausdrucks das Metall auch gerne und nicht wirklich korrekt als Potin bezeichnet.

Das Thema Weißsieden ist wieder ein anderes Thema, es wird und wurde eher bei Silber angewendet, das besserhaltig als Billon ist (Nero-Denare, Bundesdeutsche Silbergedenkmünzen).

Und Gussspuren kann ich auch nicht erkennen. Gerade diese späten Tetradrachmen haben einen derart zerklüfteten Rand, dass ich einen Guss der Münzen oder auch nur der Schrötlinge ausschließe.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon antisto » Mi 21.03.12 10:03

Danke an alle Nachteulen und Frühaufsteher für eure hilfreichen Beiträge.
Der Hintergrund meiner Anfrage war (und ist), dass ich eine Münze mein eigen nenne, die ich vor 1 1/2 Jahren hier ins Forum gestellt habe und die eindeutig als Guss identifiziert wurde; lediglich, dass die Meinungen auseinandergingen, ob antik oder modern. Jedenfalls weist die Oberflächenstruktur beider Münzen eine gewisse "optische Verwandtschaft" auf.
Vgl. viewtopic.php?f=6&t=37626
AS
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon indiacoins » Mi 21.03.12 11:00

Hallo. Danke Quisquam. Ich habe eine Alexandria-Tetradrachme nämlich gerade auf einer Verkaufsplattform angeboten und nun vorsichtshalber das Potin durch Bl, bzw Billon ersetzt, bevor es später noch Ärger wegen Falschbeschreibung gibt. ;-)
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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon chinamul » Mi 21.03.12 12:51

Ich möchte bei meiner vor längerer Zeit hier im Forum getroffenen Feststellung bleiben, daß die späten alexandrinischen Tetradrachmen als Billon- und nicht als Potinmünzen bezeichnet werden sollten.
Seinerzeit argumentierte ich, daß das Potin zuletzt bei den Münzen der Kelten, und zwar bei den gegossenen, eine Rolle gespielt hatte und u. a. wohl Zusätze von Zinn und Blei enthielt. Da ist doch die Annahme einer Entwicklung bei den Tetradrachmen von einer wenn auch eher nicht sehr gehaltvollen Kupfer-Silberlegierung durch eine schleichende Reduzierung des Silbergehalts zu einer fast reinen Kupfermünze nur folgerichtig. Immerhin lag die Verwendung von Potin bei der keltischen Münzherstellung zur Zeit der späten Tetradrachmen schon etwa fast drei Jahrhunderte zurück.
Das Verhältnis von Kupfer- und immer geringer werdenden Silberanteilen, bis zu dem man noch von Billon sprechen darf, ist meines Wissens nirgendwo festgelegt.

Gruß

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Re: Römische Münzen aus Alexandria

Beitragvon indiacoins » Mi 21.03.12 13:20

Wie sieht es dann aus mit den Nero Tetradrachmen? Manche werden als Silber und manche widerum als Billon angeboten. Sollte man da das Gewicht als Anhalt nehmen: z.B Ein Gewicht bis sagen wir mal um die 10g-12g herum als Billon und darüber ruhig als Silber? Ich hatte schon Stücke , die waren 14,2g 14,1g usw., wo ich mir sicher bin( auch schon von der Oberfläche und dem Gefühl in der Hand her), daß sie einen höheren Silberanteil hatten.
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