Römische Münzen aus Alexandria

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Beitragvon Peter43 » Fr 07.11.08 22:24

Hi!

Könnt ihr auch sehen, daß Vaballathus 2 Kränze (bzw. Diademe) auf dem Kopf hat? Interessant, oder?

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon chinamul » Sa 08.11.08 12:05

Es dürfte sich bei dieser doppelten Herrscherzier um den römischen Lorbeerkranz kombiniert mit einer vermutlich palmyrenischen Taenia handeln.
Vielleicht ist das auf meinem Exemplar noch deutlicher zu erkennen.

Gruß

chinamul
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Beitragvon didius » Sa 08.11.08 12:20

Sehr schönes Stück chinamul
das Band ist bei deiner sehr schön zu erkennen.
Ich hab auch schon eine Variante gesehen, bei der das Band von hinten unten nach vorne über den Lorbeerkranz verläuft.

Gruß
didius
Zuletzt geändert von didius am Sa 08.11.08 16:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Peter43 » Sa 08.11.08 13:32

Tolles Stück! So deutlich ist das auf den imperialen Münzen des Aurelian nie zu sehen.

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Beitragvon chinamul » Mi 12.11.08 16:18

Im Gegensatz zu den Reichsrömern zeigen die Alexandriner den Kriegsgott Mars/Ares eher selten. Hier eine der ganz wenigen Münzen dieses Typs aus meiner Sammlung.

HADRIANUS 117 - 138
Æ Drachme Alexandria 134/135 (Jahr 19)
Av.: AYT KAIC TPAIAN AΔPIANOC CЄB - Belorbeerte, geharnischte und drapierte Büste rechts
Rv.: Ares frontal stehend; Kopf nach rechts; in der Rechten auf den Boden gestellter Speer, im linken Arm Parazonium in Scheide mit Schultergurt
Rundum: L ЄNN – Є – AK Δ (= Jahr 19)
Geißen - ; Milne - ; BMC 698
21,95 g

Gruß

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Beitragvon beachcomber » Mi 12.11.08 17:20

diese darstellung mit dem parazonium erscheint mir doch eher virtus zu sein, oder irre ich da?
grüsse
frank
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Beitragvon curtislclay » Mi 12.11.08 17:52

Weil das Wort weiblich ist, muss Virtus durch eine weibliche Personifikation dargestellt werden, zumeist dadurch gekennzeichnet, dass sie ihre rechte Brust entblösst.

Egal, wie man ihn benennt, ist der Typ auf alexandrinischen Münzen selten, wie chinamul sagt!
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Beitragvon Peter43 » Fr 14.11.08 14:49

Ich möchte meine neue Münze aus Alexandria vorstellen. Sie ist zwar nicht einem so schönen Zustand, aber es ist meine erste Hemidrachme, und die sollen nicht so häufig sein:

Ägypten, Alexandria, Hadrian, 117-138
AE - Hemidrachme, 29mm, 14.27g
geprägt 128/129 (Jahr 12)
Av.: AVT KAI - TRAI ADRIA CEB
Büste, drapiert und cürassiert, belorbeert, n.r.
Rv.: Euthenia in langem Gewand und mit Kalathos(?), auf Kline(?) n.l.
liegend, hält in der erhobenen Rechten Getreideähren und Mohn und
ruht mit dem li Ellenbogen auf Sphinx, die n.r. liegt
darunter L [D]WDEK (Jahr 12)
Ref.: Milne 1217; Dattari 1709; Geissen 989
fast SS

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon chinamul » So 16.11.08 20:08

Hallo Peter43!

Deine Hemidrachme ist für eine Großbronze aus Alexandria meiner bescheidenen Meinung nach durchaus im sammelwürdigen Rahmen. Mit Deiner Vermutung, daß Hemidrachmen nicht besonders häufig sind, magst Du richtig liegen. Jedenfalls sind sie in meiner Sammlung ganz deutlich unterrepräsentiert.
Als kleine Gegenleistung für Dein Posting zeige ich hier eine wahrscheinlich noch seltenere, leider aber ebenfalls nicht sehr aufregend erhaltene Hemidrachme des Hadrianus für Sabina.

SABINA (Hadriani 100; gest. 137)
Æ Hemidrachme Alexandria 131/132 (Jahr 16)
Av.: CABINA CЄBACTH - Drapierte Büste der Sabina rechts mit hochgestecktem Haar
Rv.: Nike nach links schreitend mit Kranz in der erhobenen Rechten und Palmzweig in der Linken
Links im Feld: Iς (= Jahr 16)
Geißen 1267; Milne 1342
13,44 g

Gruß

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Beitragvon kc » Mo 17.11.08 02:10

Ich finde eure Drachmen wirklich schön!

Hier mal eine AE-Drachme,
unter Vespasian ausgegeben

25mm
Alexandria
Kopf von Serapis

Scheint nicht so häufig zu sein!

Grüße kc
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Beitragvon antoninus1 » Mo 17.11.08 08:43

Bei 25 mm Durchmesser ist es eher ein Diobol.
Was wiegt denn das Stück?
Gruß,
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Beitragvon chinamul » Mo 17.11.08 11:42

Das ist mit Sicherheit ein Diobol und dürfte so etwa 7 bis 9 g wiegen.

Av.: AYTOK KAIΣ ΣEBA OYEΣΠAΣIANOY
Rv.: L Δ (= Jahr 4 = 71/72)
Geißen 294; BMC 254; Dattari 399; Milne 418f.;

Gruß

chinamul
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Beitragvon kc » Mo 17.11.08 12:56

Das Stück wiegt ca 8,1g.

Dann ist es wohl dieser Typ:

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 319&Lot=58

Grüße kc
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Beitragvon chinamul » Mo 24.11.08 12:47

Schon die Reichsmünzen des Macrianus sind nicht sehr häufig, aber die Alexandriner dürfen wohl sogar als selten eingestuft werden. Jedenfalls ist diese Einschätzung das Ergebnis einer langjährigen Beobachtung des Marktes. Die Recherche bei CoinArchives zeigt, daß dieser Typ bei Auktionen Preise zwischen 200 und 350 Euro erzielt. Für das hier vorgestellte Exemplar habe ich 1999 DM 270 (ca. € 140) bezahlt. Daß das Stück auf dem Revers dezentriert ist, macht es für mich besonders reizvoll.

MACRIANUS 260 - 261
BI Tetradrachme Alexandria 260/261 (Jahr 1)
Av.: A K T Φ IOYN MAKPIANOC Є CЄB - Belorbeerte und geharnischte Büste rechts
Rv.: Adler mit halbgeöffneten Schwingen und Kranz im Schnabel nach links stehend
Links im Feld: L A (= Jahr 1)
Geißen/Weiser 3011; BMC 2301; Datt. 5380; Milne 4056; SNG Cop. 830; GIC 5732; Slg. Frankf. 1124f.
12,87 g

Gruß

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Beitragvon McBrumm » Mo 01.12.08 17:14

Ich habe die Münze bereits hier einmal eingestellt.
Nun, da sie heute ihr Bestimmungsziel erreich hat, will ich sie euch nicht vorenthalten.

Tetradrachme des Aurelianus, Jahr 6, mit frontalstehender Nike.
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