Römische Münzen aus Alexandria

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Beitragvon emieg1 » Di 27.01.09 17:28

Ein kleiner Reinigungerfolg... :)

Die rote Schicht liess sich verhältnismässig gut mit Spatel(chen) unter dem Mikroskop entfernen. Glücklicherweise waren darunter keine Krater zu finden, so dass ich anschliessend noch ein kleines Säurebad nachgeschoben habe. Zum Schluß dann noch die leichte Bereibung mit der Neusilberbürste (0,04 mm).

Jetzt hoffe ich, dass er im Laufe der Jahre etwas nachdunkelt.
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Beitragvon beachcomber » Di 27.01.09 18:03

glückwunsch, hat sich doch gelohnt!
grüsse
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Beitragvon chinamul » Di 27.01.09 18:11

Hast Du gut hinbekommen, aber von selbst nachdunkeln wird er wohl leider nicht.

Gruß

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Beitragvon emieg1 » Di 27.01.09 18:38

Danke schön, also die Anschaffung eines Stereo-Mikroskops hat sich doch gelohnt - das macht echt Spass!

Nachdunkeln deswegen nicht, weil er aus Billon besteht? Oft sieht man ja diese alexandrinischen Stücke in glänzend ohne jegliche Patina.
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Beitragvon beachcomber » Di 27.01.09 18:42

von selbst nachdunkeln wird er wohl leider nicht.

wird er schon - alles eine frage der zeit (und der umgebung)! :)
grüsse
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Beitragvon emieg1 » Di 27.01.09 23:22

Da ich sowieso vorhabe, die Münzen in einer Vitrine zu präsentieren, hoffe ich auf die Einwirkung des Tageslichts - von der Geduld ganz zu schweigen :wink:

Tja, und datieren lässt er sich wohl ganz schwerlich... laut alexandrinischer Zeitrechnung käme das Jahr 3 oder 13 in Frage??! Das, was ich erkennen kann, ist leider nur ein Γ
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Beitragvon chinamul » Mi 28.01.09 11:18

Das Stück ist ganz eindeutig zu bestimmen:

NERO 54 - 68
BI Tetradrachme Alexandria 66/67 (Jahr 13)
Av.: NERΩ KΛAY KAIΣ ΣEB ΓEP AY - Büste links mit Strahlenkrone und Aegis
Links im Feld: L IΓ (= Jahr 13)
Rv.: ΘEOΣ ΣEBAΣTOΣ - Kopf des vergöttlichten Augustus rechts mit Strahlenkrone
Geißen 177; Datt. 184; Milne 251-255

Gruß

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Beitragvon emieg1 » Mi 28.01.09 12:06

Ich sag' herzlichen Dank; das LI habe ich wohl irgendwie "ignoriert"...
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Beitragvon chinamul » Mi 28.01.09 20:46

Warum kann ich für diesen neu erworbenen Obol des Marcus Aurelius nirgendwo eine Referenz finden? Ist er so exorbitant selten, oder bin ich bloß mit Blindheit geschlagen?
Bitte helft!

Gruß

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Beitragvon nephrurus » Mi 28.01.09 20:51

chinamul hat geschrieben:Warum kann ich für diesen neu erworbenen Obol des Marcus Aurelius nirgendwo eine Referenz finden? Ist er so exorbitant selten, oder bin ich bloß mit Blindheit geschlagen?
Bitte helft!

Gruß

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da war wohl jemand bei Slavey erfolgreich? Glückwunsch!
Mir steht ja nur der Förschner zur Verfügung - dort habe ich die Münze auch nicht gefunden.
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Beitragvon curtislclay » Mi 28.01.09 21:48

Emmett 1917/14 (R5), Jahr 14, nach Mionnets Supplement.

Dattari hatte zwei Stücke mit diesem Typ, auf 3215 las er [L]KD, auf 9062 (Taf. 169) ist das Datum unklar.
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Beitragvon chinamul » Do 29.01.09 11:17

Bingo! Es scheint sich also meine beim Bieten auf eBay gehegte Hoffnung zu erfüllen, daß es sich hier um eine ausgesprochene Rarität handelt, womit sich wieder einmal bestätigt, daß auch bei dieser vielfach verteufelten Auktionsplattform gute Angebote zu finden sind.
Intessanterweise gibt es einen Obol mit der gleichen Rückseite und aus demselben Jahr auch von Antoninus Pius (Geißen 1581), und möglicherweise ist es auch kein Zufall, daß sich die Bildnisse des Kaisers und seines Nachfolgers zumindest im Profil so sehr ähneln, daß man auf den ersten Blick das Porträt auf meiner Münze für das des Antoninus Pius halten könnte. Damit könnte diese Münze auch eine gewisse politisch-dynastische Funktion gehabt haben.
Dieser Obol hat mich brutto € 55 gekostet, was mir für eine Münze dieser Seltenheit überaus günstig zu sein scheint.
Und wieder einmal schulde ich Dir, lieber Curtis, großen Dank für Deine kompetente und für mich so erfreuliche Auskunft.

Gruß

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Zuletzt geändert von chinamul am Mi 25.02.09 10:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon kc » Do 29.01.09 11:28

Glückwunsch chinamul.
Mich würde interessieren,was es denn mit der Reversdarstellung auf sich hat.
Suche Asse, Dupondii und Sesterzen der Flavier.
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Beitragvon chinamul » Do 29.01.09 13:16

Dieser Reverstyp ist nicht so ungewöhnlich, wie man aufgrund der Seltenheit meines neuen Obols annehmen könnte.
Ich weiß nicht, ob es von irgendwelcher Bedeutung ist, aber nicht nur beide Oboloi des M. Aurel und des Ant. Pius sind mit Jahr 11 (L IA) datiert, sondern auch ein vergleichbares Exemplar des Hadrianus (s. Abb. 1). Und das zweite Beispiel ist mit Jahr 21 (L KA) datiert, wurde also genau zehn Jahre später geprägt.

HADRIANUS 117 - 138
Æ Obol Alexandria 126/127 (Jahr 11)
Av.: AYT KAI TPAI AΔPIA CЄB - Belorbeerte, auf der linken Schulter leicht drapierte Büste rechts
Rv.: Zwischen zwei Fackeln ein Kalathos, aus dem drei Ähren und zwei Mohnkapseln herausragen
Im Abschnitt: L IA (= Jahr 11)
Geißen 968
4,92 g

HADRIANUS 117 - 138
Æ Obol Alexandria 136/137 (Jahr 21)
Av.: AYT KAIC TPA AΔPIANOC CЄB - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: Von zwei Fackeln flankierter Kalathos, aus dem drei Kornähren und zwei Mohnkapseln herausragen
Im Abschnitt: L K A (=Jahr 21)
Geißen 1225; Milne 1559
6,62 g

Kalathos und Fackeln verweisen wohl auf Ceres, die Göttin des Ackerbaues.

Gruß

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Beitragvon chinamul » Sa 07.02.09 16:36

Die leichtere der folgenden beiden Drachmen des Trajanus (Bild ganz unten) erreichte mich gestern aus Polen (€ 15 brutto), die andere kaufte ich 1999 bei Gilles Blançon.
Während die abgegriffene Münze (16,24 g) eindeutig bestimmbar ist, gibt mir das andere Stück doch gewisse Rätsel auf. Abgesehen von dem nicht erkennbaren Datum im Abschnitt ist es insbesondere das nicht identifizierbare Gebilde am linken Rand der Rückseite, das mir Probleme macht. Wie die Vergrößerung hoffentlich zeigt, weist es so etwas wie eine Fiederung auf, könnte also ein Palmzweig sein, obwohl ich dergleichen auf Drachmen der Adoptivkaiser noch nie gesehen habe.
Trotz des fehlenden Datums möchte ich die Münze aufgrund des Porträts wie die andere dem Jahr 1, also 98, zuordnen. Es scheint, daß dieser spezielle Porträttyp, der eine gewisse Ähnlichkeit mit seinem Vorgänger und Adptivvater Nerva aufweist, nur im Jahr 1 geprägt wurde. Denkbar ist, daß infolge der Kürze der Zeitspanne zwischen der Adoption Trajans Ende Oktober 97 und dem Prägedatum der Münzen die Stempelschneider in Alexandria zunächst nur ein ungenaues Bild vom tatsächlichen Aussehen Trajans hatten.

TRAJANUS 98 – 117
Æ Drachme Alexandria 98 (Jahr 1)
Av.: AYT KAIΣ NEP – TPAIAN CEB ΓEPM - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: Nilus nach links lagernd; mit der Rechten Füllhorn haltend, in der Linken Schilfhalm; im Füllhorn ein Genius, der in der Rechten Zepter (?) hält und die Linke nach Nilus ausstreckt; unten nach rechts kriechendes Krokodil
Oben im Feld: Iς
Im Abschnitt: L A (= Jahr 1)
Geißen 440; Datt. 971; BMC 466; Milne 545f.
26,75 g und 16,24 g

Gruß

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trajan drachme j. 1 a.jpg
trajan drachme j. 1 b.jpg
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