Römische Münzen aus Alexandria

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Beitragvon tilos » Mi 04.03.09 18:24

Ich danke Dir für die Bestätigung und die präzise Bestimmung! Da kann ich jetzt "beruhigt" das Etikett schreiben. Ich hatte das Stück nirgends im Netz finden können.
Beste Grüße
Tilos
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Beitragvon chinamul » Mi 04.03.09 20:53

Dieser Winzling aus Alexandria zeigt auf kleinstem Raum alle Details, die zu einer genauen Bestimmung erforderlich sind. Man muß sich wirklich wundern, daß ein so kleiner Gegenstand über die Jahrhunderte hin nicht für immer verlorengegangen ist.

HADRIANUS 117 - 138
Æ 9/12 mm Chalcum Alexandria 126/127 (Jahr 11)
Av.: ohne Legende - Belorbeerte und auf der linken Schulter leicht drapierte Büste rechts; davor rechts im Feld: I
Rv.: Die Pillei der Dioskuren nebeneinander; darüber je ein Stern
Im Abschnitt: L IA (= Jahr 11)
Geißen 957; Milne 1251
1,09 g

Gruß

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Beitragvon antoninus1 » Mi 04.03.09 23:13

Wirklich ein schönes Stück.
Ich mag diese kleinen Münzen sehr. In so guter Erhaltung nicht oft zu finden.
Hier sieht man vor allem auch das I auf der Vorderseite ganz klar, was wohl eine Wertangabe sein dürfte.
Gruß,
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Beitragvon chinamul » So 15.03.09 13:00

Die folgende Tetradrachme des Trebonianus Gallus ist wenig spektakulär, scheint aber weit weniger häufig zu sein, als man aufgrund der Preisangabe bei Kampmann/Ganschow (s-ss = € 50; ss - vz € 120) und der Tatsache, daß sie doch in den meisten bedeutenden Sammlungen vorhanden ist, annehmen sollte.
Mein Exemplar hat mich 2000 bei einem bekannten Händler aus Hannover immerhin 300 DM gekostet, und ich hatte damals, wie übrigens auch heute noch, nicht das Gefühl, zuviel bezahlt zu haben.

TREBONIANUS GALLUS 251 - 253
BI Tetradrachme Alexandria 252/253 (Jahr 3)
Av.: A K Γ OYIB TPЄB ΓAΛΛOC ЄYCЄB - Geharnischte, drapierte und belorbeerte Büste rechts
Rv.: Sarapis mit Kalathos und in Chiton und Himation nach links schreitend; die Rechte erhoben, in der Linken Langzepter
Links und rechts im Feld: L – Γ (= Jahr 3)
Geißen 2839; Datt. 5118; BMC 2105; Milne 3852f.; Kampmann/Ganschow 83.10
9,82 g

Gruß

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Beitragvon drakenumi1 » So 15.03.09 14:22

chinamul hat geschrieben: Die folgende Tetradrachme des Trebonianus Gallus ist wenig spektakulär, scheint aber weit weniger häufig zu sein, als man aufgrund der Tatsache, daß sie doch in den meisten bedeutenden Sammlungen vorhanden ist, annehmen sollte.
Mein Exemplar hat mich 2000 bei einem bekannten Händler aus Hannover immerhin 300 DM gekostet, und ich hatte damals, wie übrigens auch heute noch, nicht das Gefühl, zuviel bezahlt zu haben.



Bezügl. ihrer Häufigkeit:
Aber worauf begründet sich Dein Verdacht, daß sie trotz Vorhandensein in den meisten größeren Sammlungen doch WEIT weniger häufig ist, als man annehmen sollte? Kampmann- u. Bl.-Preis passen doch auch gut zusammen?

Grüße von

drakenumi1
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)
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Beitragvon chinamul » So 15.03.09 14:39

Meine Annahme stützt sich auf die Tatsache, daß ich bis auf diesen einen Fall keine weitere Münze in freier Wildbahn angetroffen habe, obwohl ich den Markt gerade hinsichtlich der Alexandriner genau beobachte.
Und sollte ich mich irren, geht davon die Welt auch nicht unter. Interessant wäre nun für mich, wer denn von den Forumsfreunden ebenfalls eine Tetradrachme des Treboninanus Gallus in seiner Sammlung hat. Aus den Antworten lassen sich dann ja eventuell gewisse Schlüsse hinsichtlich der Seltenheit ziehen.

Gruß

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Beitragvon nephrurus » So 15.03.09 14:48

chinamul hat geschrieben: Interessant wäre nun für mich, wer denn von den Forumsfreunden ebenfalls eine Tetradrachme des Treboninanus Gallus in seiner Sammlung hat. Aus den Antworten lassen sich dann ja eventuell gewisse Schlüsse hinsichtlich der Seltenheit ziehen.

Gruß

chinamul


nicht zwangsläufig - die Sammler von Alexandrinern dürften hier eher in der Minderheit sein.
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Beitragvon antoninus1 » So 15.03.09 15:01

Ich kann die Festellung von chinamul bestätigen.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich die letzte Tetradrachme von Trebonianus Gallus gesehen habe.
Ich sammle seit ca. 15 Jahren Alexandriner und hätte sicher schon eine, wenn ich eine schöne gesehen hätte.
Hab´ aber keine :roll:
Gruß,
antoninus1
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Beitragvon chinamul » So 15.03.09 15:09

Ich hatte geschrieben: "Aus den Antworten lassen sich dann ja eventuell gewisse Schlüsse hinsichtlich der Seltenheit ziehen."
Diese doppelte Einschränkung besagt ja schon, daß hier keine Zwangsläufigkeit vorliegen muß. Es wäre aber wohl doch bezeichnend, wenn unter den vorhandenen Münzen zwar viele Adlerrückseiten von Diocletianus, Maximianus, Claudius, Gallienus u. s. w. wären, aber kein Trebonianus Gallus mit einem Sarapis. Das würde bedeuten, daß die Stücke entweder nicht auf dem Markt waren, oder, wenn sie denn tatsächlich angeboten wurden, für den Gelegenheitssammler preislich unattraktiv waren.

Gruß

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Beitragvon Chandragupta » Mo 16.03.09 10:56

antoninus1 hat geschrieben:Ich kann mich nicht erinnern, wann ich die letzte Tetradrachme von Trebonianus Gallus gesehen habe.
Ich sammle seit ca. 15 Jahren Alexandriner und hätte sicher schon eine, wenn ich eine schöne gesehen hätte.
Hab´ aber keine :roll:

Wärste mal auf der WMF Berlin bei Herrn F. von der Fa. A. aus Bonn vorbeigegangen. ;) Da lag einer, der war sooooo wunderschön, daß ich ihn fast genommen hätte, obwohl ich schon 1977 mal einen gekauft habe (eine der wenigen Münzen, die sich noch in meiner Sammlung befinden, da ich dafür sogar noch die Auktionsrechnung vom "Staatlichen Kunsthandel der DDR" habe, inkl. Foto, und der Kauf schon mehr als 30 Jahre zurückliegt; damaliger Gesamt-Preis übrigens 242,- Ostmark - das konnte ich mir als Student mit 180,- M Stipendium monatlich nur leisten, weil ich gerade ein Geldgeschenk zum Geburtstag bekommen hatte...).

Aber den bei der Fa. A. haben auch andere gesehen - und schon am Freitag Nachmittag war er weg. Kam 150,- € - fvz, genaugenommen ein Schnäppchen! Aber ich habe in der aktuellen Situation eh aufgehört, aktiv zu sammeln, da grämt mich das nicht mehr, was "verpaßt" zu haben.

Und ja: die Alexandriner von Trebonianus Gallus sind recht selten! Noch seltener ist natürlich Volusian. Die Preise in der Kampmann sind z.T. wirklich ein Witz, sie geben nicht die wirkliche Seltenheit wieder (das Thema hatten wir schon mal - guck mal etwas weiter oben, Stichwort Quintillus-Alexandriner ;) ) - das ändert aber nix daran, daß der Katalog ansonsten ganz große Klasse ist, gerade wegen seiner ausgesprochenen Vollständgikeit und Detailtiefe. Preise sind sowieso Geschmackssache. Und was jetzt auf den letzten Auktionen (Gorny, Künker) abgelaufen ist, verweist auch die bisher dort gefühlsmäßig "eher zu teuer" angesetzten Bewertungen schon in die Gute Alte Zeit[tm], als "alles noch billich" war... 8O
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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Beitragvon chinamul » Mo 16.03.09 12:02

Hallo Chandra!

Es freut mich, daß Du meine Einschätzung bezüglich der relativen Seltenheit der Tetradrachmen des Trebonianus Gallus teilst. Auch Deine Feststellung zu Volusianus dürfte unbedingt zutreffen. Dennoch ist mir 2003 bei einer öffentlichen Versteigerung in Hamburg der folgende Fang geglückt für € 104, und das bereits inkl. Aufgeld und Steuer! Das kann aber nun beileibe kein Maßstab sein für die sonst fälligen Preise und die allgemeine Verfügbarkeit dieser Münzen im Handel. Es war eben ein reiner Glücksfall!

VOLUSIANUS 251 - 253
BI Tetradrachme Alexandria 252/253 (Jahr 3 des Trebonianus Gallus)
Av.: A K Γ AΦ ΓAΛ B BOΛOYCIANOC ЄYC - Geharnischte, drapierte und belorbeerte Büste rechts
Rv.: Tyche nach links stehend; in der Rechten Steuerruder, in der Linken Füllhorn
Links und rechts im Feld: L - Γ (= Jahr 3)
Geißen 2847; BMC 2112; Milne 3851; SNG Cop. 749; Kampmann/Ganschow 84.11
9,59 g

Gruß

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Beitragvon antoninus1 » Mo 16.03.09 12:22

@chandra: leider war ich nicht auf der WMF, Berlin ist mir zu weit. Mein Hauptsuchgebiet ist die Numismata, aber da war das Angebot an Alexandrinern sehr mager (und teils vollkommen überteuert).

@chinamul: habe ich nicht auch geschrieben, dass ich Deine Einschätzung teile?

Einen Volusian (Homonoia mit Doppelfüllhorn) konnte ich übrigens vor einigen Jahren auch einmal ergattern.
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Beitragvon Chandragupta » Mo 16.03.09 13:04

@chinamnul: Jetzt weiß ich also, gegen wen ich damals in HH gesteigert hatte. ;)

Kannst froh sein, daß der mich seinerzeit "nur" wegen des sehr individuellen Porträts mit dem ausgeprägt deutlich sichtbaren Bart interessiert hatte; mein Exemplar war aber "ansonsten" merklich besser erhalten, deshalb bin ich bei 80 Euronen raus. Der besagte Volusian war sogar mein schönster Alexandriner aus dem 3. Jh., den ich jemals hatte! Also wenn "prägefrisch" mal als Beschreibung angebracht war, dann bei dem Teil... - leider hatte das Stück aber so ein total stilisiertes Porträt (ebenfalls noch zu DDR-Zeiten von einem alten Sammler erworben, der die Münze zusammen mit vielen anderen Raritäten Mitte der 40er Jahre aus dem Krieg aus Ägypten mitgebracht hatte - damals gab's wirklich noch traumhafte Alexandriner in Massen...).

Ansonsten finde ich die derzeitigen Preise bei Alexandrinern in der Tat schon weit jenseits von gut und böse. Ich meine jetzt die "übliche Massenware" im "schematisierten Stil" wie Aurelian, Probus, Maximian/Diokletian ...

Wirklich relativ selten (und wegen der Typenvielfalt zugleich interessant und vor allem auch oft von besonders feinem Stil) ist alles von Maximinus Thrax bis einschließlich Valerian I und den Prinzen Valerian II/Saloninus. Da sieht man wirklich kaum noch was auf dem Markt, stimmt. Und wenn, dann zumeist nur "Schrotties".

NB: Wer denkt, daß der ansonsten bei Provinzmünzen so überaus häufige Gordian III bei den Alexandrinern "gewöhnlich" sei (wie es die Preisansätze bei Kampmann/Ganschow leider nahelegen), der irrt. Vor allem wirklich scharf geprägte Alexandriner sieht man von ihm kaum. Es war mir in den 30 Jahren meines sammlerischen Lebens jedenfalls interessanterweise nie gelungen, einen in wirklich(!) (f)vz zu bekommen. Dafür hatte ich mal ein dito Stück von Gordi I 8) und sogar von Quietus. Wie gesagt - jeweils in fvz, wirklich attraktive Stücke waren das!
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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Beitragvon chinamul » Mo 16.03.09 13:38

antoninus1 hat geschrieben:@chinamul: habe ich nicht auch geschrieben, dass ich Deine Einschätzung teile?
Einen Volusian (Homonoia mit Doppelfüllhorn) konnte ich übrigens vor einigen Jahren auch einmal ergattern.

Dieses Posting habe ich auch mit Genugtuung registriert. Auf Chandras Beitrag habe ich deshalb mit einem eigenen Posting geantwortet, weil er den Volusian ins Spiel brachte, von dem Du und ich ja glücklicherweise jeder ein Exemplar besitzen. Würdest Du uns vielleicht auch noch verraten, was Dein Stück gekostet hat?

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Beitragvon antoninus1 » Mo 16.03.09 14:59

Gerne :)
Ich hab´s kurz vor der Euroumstellung für umgerechnet 98 € incl. Porto bei Schimmer in Nürnberg ersteigert.
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