Römische Münzen aus Alexandria

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Beitragvon Pscipio » Di 12.05.09 21:16

Hallo olli,

im amerikanischen Forvm gibts einen langen Thread mit Ausführungen zu sehr vielem, was es an Literatur zu alexandrinischen Münzen gibt: http://www.forumancientcoins.com/board/ ... ic=18927.0 Das Buch von berenike ist allerdings nicht dabei, dennoch finde ich die Liste wichtig.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon donolli » Di 12.05.09 21:29

hallo lars,

vielen dank für den link! das steht ja schon mal einiges zum thema drin.

grüße
olli
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Beitragvon antoninus1 » Di 12.05.09 21:35

chinamul hat geschrieben:...Erst auf den zweiten Blick entdeckte ich beim Bestimmen den "Druckfehler" auf der Rückseite. Dort heißt es nämlich statt L ENATOY nur L ENAOY. Bevor ich das Stück nun als Variante katalogisiere, möchte ich die Experten fragen, ob dieser Verschreiber möglicherweise irgendwo bereits dokumentiert ist.
Für Eure Bemühungen bedanke ich mich schon jetzt!

Gruß

chinamul


Interessant, so einen Fehler habe ich noch nicht gesehen.
Ich habe mal den Dattari, den Savio (Sammlung Schledehaus) und die Artikelserie von Wendelin Kellner in der Moneytrend durchgesehen.

Fehlanzeige!

Gerade W. Kellner hätte so ein Stück sicher erwähnt, würde er es kennen, da er auch andere Besonderheiten, wie retrograde Buchstaben, öfter erwähnt.

Scheint also eher ungewöhnlich zu sein.
Gruß,
antoninus1
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Beitragvon chinamul » Mi 13.05.09 17:19

Hallo antoninus1!

Eigentlich habe ich auch nicht damit gerechnet, daß dies Versehen bereits Eingang in die Literatur gefunden hat. Man muß nämlich schon sehr genau hinschauen, um es überhaupt zu entdecken, und dann kommt noch die Möglichkeit hinzu, daß eventuell vorhandene Exemplare mit diesem Fehler infolge schlechter Erhaltung nicht als solche erkannt worden sind. Einen besonderen Sammlerwert möchte ich dem Stück allerdings nicht zumessen.

Auf jeden Fall danke ich Dir für Deine freundlichen Bemühungen!

Gruß

chinamul
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Beitragvon chinamul » Mo 25.05.09 14:38

Immer wieder haben Vorstellungen von Münzen aus Alexandria durch andere Forumsfreunde gezeigt, daß bei aller auch für die späteren Tetradrachmen zu beobachtenden Preissteigerung dennoch das ein oder andere Schnäppchen möglich ist.
Man sollte also diese oft sehr attraktiven kleinen Kunstwerke aufmerksam im Auge behalten und bei schöner Erhaltung und einem günstigen Preis unbedingt zugreifen, wenn man das betreffende Stück noch nicht hat. Selbst unter den eher häufig angebotenen Tetradrachmen des Diocletianus und des Maximianus kann man mit etwas Geduld durchaus mal ein gut geprägtes Stück entdecken, das zudem noch schön erhalten ist. Da diese beiden Kaiser Riesenmengen prägen ließen, die auf einen nicht unbegrenzt aufnahmefähigen Sammlermarkt treffen, hat man tatsächlich manchmal den Eindruck, als ob hier das Angebot die Nachfrage übersteigt. Und das hat auch Auswirkungen auf die Preise.
Als Appetitanreger zeige ich nach vielen anderen Tetradrachmen hier noch einmal eine kleine Auswahl recht hübscher Exemplare.

Gruß

chinamul
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Beitragvon Chandragupta » Mi 27.05.09 12:45

donolli hat geschrieben:welche literatur würdet ihr mir empfehlen? ist "die münzen der römischen münzstätte alexandria" von ursula kampmann und thomas granschow anschaffenswert? ich frage deshalb, weil ich in "die münzen der römischen kaiserzeit" eigentlich schon seit langem nicht mehr reinschaue und bei den reichsmünzen eher auf ric und co bzw. internetdatenbanken zurückgreife.

Letzteres kann ich voll verstehen. Bei Reichsmünzen gibt's für mich zum "ersten Nachschlagen" nur den "neuen" Seaby (also die bisher erschienenen drei Bände); die Reichsrömer-Kampmann schlummert dafür in einer Ecke neben alten Auktionskatalogen, und das letzte Mal "wirklich benutzt" habe ich den Katalog vor ca. 2 Jahren...

Aber bzgl. Alexandriner: Nimm die Kampmann! Dieser Katalog ist wirklich zu empfehlen!! Sehr vollständig, gut bebildert ... einziger Wermutstropfen: Vergiß fast alle Preisangaben oder auch nur Preisrelationen. Gucke dazu lieber bei Coinarchives nach vergleichbaren Stücken. Das Problem bei Kampmann/Ganschow ist einfach: Die differenzieren nicht nach wirklich seltenen Typvarianten, sondern nur recht pauschal nach Kaiser und Nominal. Und selbst das zumeist nur ungenau.

Wenn ich z.B. unter Quintillus gucke: nur 50% teurer als Claudius II?! He, das ist ganz offensichtlich als Relation aus dem "alten" Seaby für Reichs-AE-Antoniniane übernommen worden (20,- Pfund/30,- Pfund) und dann eben auf die Alexandriner angewendet. Und mal ganz davon ab, daß bei Reichsrömern ein Quintillus inzwischen auch schon deutlich mehr als doppelt so teuer wie ein Claudius II ist (eher Faktor 3 bis 4 bei gleicher Erhaltung...): Alexandriner Quintillusse sind schweineselten! Bevor mir letztens per Zufall einer in einer "Grabbelkiste" zugeflogen war (siehe hier im Thread weiter oben 8) ), hatte ich nur einmal einen gesehen (Ende der 90er Jahre), der dann auch gleich ca. 600,- DM kam. Aber ich dachte mir, ehe ich gar keinen mehr bekomme, bestelle ich den bei dem Münzhändler aus Kehl/Rh. ;) lieber mal gleich telefonisch aus dessen druckfrisch soeben per Post eingetroffener Lagerliste. Da war er schon weg und mir wurde gesagt, daß es ...zig(!) Interessenten für genau das Stück gegeben hätte... (Okay, das war ein Traumexemplar mit wirklich komplett lesbarer Legende und ganz scharfer Prägung; aber in derselben Lagerliste war ein Claudius-II-Alexandriner in gleicher Top-Erhaltung für 50,- DM drin - und 1 Größenordnung Preisunterschied zwischen beiden kommt realiter WIRKLICH hin!)
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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Beitragvon quisquam » Mo 08.06.09 21:22

Hier mein neuester Sammlungszuwachs mit recht unägyptisch, fast reichsrömisch aussehendem Portrait. Sicher nicht selten, aber ganz nett erhalten.

Tetradrachmon, Hadrian, Jahr 21 = 136/37 n. Chr.
Vs: AVT KAIC TRAI AΔRIANOC CEB, belorbeerter Kopf n. r.
Rs: Demeter mit Getreideähren und Langfackel steht. n. l., in Feldern L / K - A
13,37 g, 24,1-25,4 mm, Stempelstellung 11-12h

Als Zitate habe ich mir aus dem Internet zusammengesucht:
Milne 1518; Köln 1209 (var?); Dattari 1335; Förschner 530; Curtis 381-383; Emmett 832

Geissen/Köln 1209 wird mal mit "var" und mal ohne zitiert. Gibt es eventuell unterschiedliche Büstenvarianten, vielleicht eine leicht drapierte linke Schulter oder eine Aegis, oder wie lässt sich das "var" erklären?

Grüße, Stefan
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Zuletzt geändert von quisquam am Mo 08.06.09 21:24, insgesamt 1-mal geändert.
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Beitragvon Submuntorium » Mo 08.06.09 21:24

Tolles Stück!
Ich kenne mich mit Alexandrinern kaum aus und überlege mir den Gietl-Katalog zuzulegen. Ist der seinen Preis (für mich recht happig)wert?
viele grüße,
Submuntorium
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Beitragvon chinamul » Mo 08.06.09 21:53

Das ist eine sehr hübsche Tetradrachme. Was nun die "var.-Zusätze" anbetrifft, so beziehen sie sich bis auf das Dattari-Zitat nicht auf ein anders gestaltetes Bildnis, sondern auf einen unscheinbaren Punkt mitten unter dem Halsabschnitt, der ohnehin auf vielen Münzen (so auch auf meinem Exemplar!) kaum, wenn überhaupt zu erkennen ist. Ich würde daher im Falle Deines Stückes ruhig Köln 1209 (ohne "var.") zitieren.
Weitere Zitate: SNG Cop. 409f., BMC 579 var. (ohne Punkt); Dattari 1335 var. (Av.-Beschreibg. u. -Legende); Mionnet 1301; Milne 1518; Curtis 380ff.; Kampmann/Ganschow 32.720
Grundsätzlich frage ich mich angesichts der Vielzahl der zu beobachtenden Abweichungen bei den Alexandrinern oft, ob es sich dabei jeweils um echte Varianten handelt. Ich fürchte, daß dieses "Variantenhubern" bisweilen in eine bloße Erbsenzählerei ausartet, die den Sammler nicht unbedingt interessieren muß.

Gruß (und Glückwunsch zu diesem Stück!!!)

chinamul
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Beitragvon emieg1 » Mo 08.06.09 21:54

Uppsala, ich glaube, ich habe die Alexandriner bisher tatsächlich weit unterschätzt... ein faszinierender Hadrian!
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Beitragvon chinamul » Mo 08.06.09 22:07

Und dabei habe ich in diesem Thread doch wirklich die Werbetrommel für dieses Sammelgebiet eifrigst gerührt. Wen es erst einmal so richtig gepackt hat, den läßt es auch so schnell nicht wieder los!
Immerhin habe ich inzwischen einige neue Jünger um mich scharen können, und ich hoffe, daß es noch viel mehr werden!!

Gruß

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Beitragvon quisquam » Mo 08.06.09 22:36

Hallo chinamul,
vielen Dank für die Aufklärung und das Nachschlagen in der Literatur!

@nummis durensis: Ich finde die Portraits im eigensinnigen provinzialen Stil, wie diesen Vespasian (zusammen mit dem Hadrian erworben) noch faszinierender:

Tetradrachmon, Vespasian, Jahr 2 = 69/70 n. Chr.
Vs: AYTOK KAIΣ ΣEBA OYEΣPAΣIANOY, belorbeerter Kopf n. r., im Feld LB
Rs: PΩ - MH, Roma mit Speer und Schild steht n. l.
12,60g, 23,4-25,6 mm, Stempelstellung 11h
Dattari 241; Köln 278; Milne 393

Mich wundert, dass im Kampmann-Ganschow die Münzen Vespasians deutlich niedriger bewertet sind als die des Hadrian (im alten Kankelfitz, der auch Alexandriner listet ist dies, wie ich es eigentlich auch erwarte, genau umgekehrt).

@Submuntorium: Ob Dir der Kampmann-Ganschow das Geld wert sein wird ist schwer zu sagen. Es ist ein wirklich guter Katalog (siehe auch den Beitrag von Chandra oben). Ich habe jetzt insgesamt 5 Alexandriner und finde, dass sich die Anschaffung nicht wirklich lohnt, wenn man nur das eine oder andere Stück sammeln will. Ich bin mir jedenfalls noch unschlüssig, ob ich das Geld nicht auch besser hätte investieren können - nur für die Einführung ist mir der Preis auf jeden Fall zu hoch. Andererseits macht es aber auch Spaß, den gut bebilderten Katalogteil durchzuschmökern... Am besten Du blätterst ihn vor dem Kauf mal selber durch, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.

Auf der Seite vom Gietl-Verlag gibt es zumindest schon mal eine kleine Leseprobe:
http://www.gietl-verlag.de/blaetterkata ... /index.php
http://www.gietl-verlag.de/blaetterkata ... /index.php

Grüße, Stefan
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Beitragvon emieg1 » Mo 08.06.09 22:50

Tja, leider kann man nicht alles so intensiv sammeln, wie man es möchte... jedenfalls ich nicht, aber ich werde die Alexandriner "nebenbei" im Auge behalten. Auch mein Billigstückchen des Diocletianus hatte mich schon halb überzeugt :-)
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Beitragvon Chandragupta » Di 09.06.09 09:17

Submuntorium hat geschrieben:Ich kenne mich mit Alexandrinern kaum aus und überlege mir den Gietl-Katalog zuzulegen. Ist der seinen Preis (für mich recht happig)wert?

Lies einfach mal ein paar Postings weiter oben. :) "Kampmann/Ganschow" ist doch "Der Gietl"-Katalog. ;)

Ja, trotz aller Kritik: Er ist jeden der knapp 40,- Euros wert. Glaub's mir. Und sei's "nur" als wunderschönes(!) "Bilderbuch"...
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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Beitragvon chinamul » Di 09.06.09 11:29

Er ist auf jeden Fall mehr als ein "wunderschönes Bilderbuch"! Er übertrifft als Orientierungshilfe den durchaus auch verdienstvollen Förschner um Längen, weil er eben kein bloßer Sammlungskatalog ist. Und die Ordnung nach Jahrgängen erleichtert das Auffinden von Münzen, wenn man als Neuling die Rückseitendarstellung nicht sofort deuten kann.
In meinen Augen ist im Augenblick, was das Preis-Leistungsverhältnis anbetrifft, der Kampmann/Ganschow für Einsteiger in das Alexandrinersammeln das beste Angebot auf dem Markt.

Gruß

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