Seit 1792 hieß die auf den zu Portsmouth gehörenden Commons sich seit etwa 100 Jahren gebildete Hafensiedlung Portsea, sie ist bis heute ein Ortsteil von Portsmouth (Hampshire). Aus Portsea kommen zwei Typen "echter" Token, dh. solcher, die wirklich zur Zahlung bestimmt waren und deren namentlich genannte Herausgeber wirklich für die Einlösung hafteten. Ein Typ ist der hier vorgestellte, leider ist die für Token dieser Periode für die exakte Bestimmung unerläßliche Rand hier im Forum kaum abzubilden.
Der Herausgeber dieses Typs war ein auf der Randschrift regelmäßig als GEORGE EDWARD SARGEANTS PORTSEA benannter Kaufmann, dessen Familie aus Staffordshire stammte. Die Vorderseite des Tokens zeigt das Wappen der Familie Sargeant, die (Helm)zier ist eine Hand, die einen Wurfspeer hält, dieser hat in Richtung des Buchstabens A eine Spitze und auf der anderen Seite eine Art Ausgleichsgewicht. Die Umschrift PORTSEA HALFPENNY TOKEN 1794 ist bei allen Varianten gleich. Es gibt mehrere Stempelvarianten, deren Hauptunterschiede in der Position des Wappens zur Schrift bestehen, leicht sichtbar an der Lage der Speerspitze.
Die Rückseite zeigt eine im Wasser schwimmende Fregatte ein Kriegschiff mit ca. 600 tons Gewicht, meist 28 Kanonen und ca. 200 Mann Besatzung. Darunter zwei gekreuzte Lorbeerzweige. Nach der Beschriftung sind drei Hauptvarianten zu unterscheiden, die älteste Variante ist ohne Inschrift, dann gibt es die Inschrift HALFPENNY und als dritte Variante die Inschrift PAYABLE. Die Untervarianten unterscheiden sich in der Position des Schiffes zur Inschrift, in Feinheiten der Takelage und an der Hecklaterne.
Hinsichtlich der Randschrift gibt es eine Variante mit der falschen Inschrift PAYABLE AT THE STORE OF ++++ und Stücke, die versehentlich unbeschriftet blieben.
Bei Dalton and Hamer laufen diese Stücke unter den Nummern Hampshire 68, 68a, 69, 69a, 70, 71, 72, 73, 75, 75a, 76.
Die zahlreichen Varianten zeigen, daß es ein häufiger Token ist. Die Prägemenge ist leider nicht bekannt.
Unter Nr. 74 und 74a führt D&H einen Token auf, der auf den ersten Blick genauso aussieht, auf den zweiten aber eine andere Fabrik aufweist und die Randschrift PAYABLE AT S, SALMONS I COURTNEY & E FROST PORTSEA X trägt.
Die Herausgeber waren die genannten Herren, alles Gastwirte. Offenbar hatten die sich gedacht, daß der nun schon eingeführte Token auch in ihrem Geschäft nützlich wäre und etwas Münzgewinn sich dabei versprochen. Sargeant hat sich den Klau seines Designs wohl nicht gefallen lassen, denn 1796 ließen die Gastwirte einen anders gestalteten Token prägen. (D&H 79 ff. St.George/Linienschiff, evtl. HMS Anson (1781)) Den Pub von Edward Frost, das "Ship Anson" gibts noch:
http://flickr.com/photos/takeitout/1259 ... 297197807/
Von diesem Token ist die Prägemenge bekannt: 1 ton, das sind ca. 100.000 Stück. Für einen Token eine große Stückzahl, das Stück ist aber schon deutlich seltener als der SARGEANT-Typ. Und beide Typen sind echt umgelaufen, dh, sie sind in schlechter Erhaltung (s, ge) häufig, aber ein wirkliches vz ist sehr selten.
Mehr vertiefen geht ohne weitere Forschung leider nicht.

Grüße, KarlAntonMartini