Die nächste Münze ist eine der Highlights meiner Sammlung:
Moesia inferior, Markianopolis, Macrinus & Diadumenian, 217-218
AE 27 (Pentassarion), 13.58g, 26.91mm, 45°
geprägt unter dem Statthalter P. Furius Pontianus
Av.: AV K OPPEL CEVH MAKREINOC
darunter in 3 Zeilen KM OPPEL AN / TWNINOC DI / ADOVMEN
die sich gegenüberstehenden Köpfe des Diadumenian, barhäuptig, n.r., und des
Macrinus, belorbeert, n.l.
Rv.: VP PONTIAN - OV MARKIAN / OPOLITWN
Weibliche Figur, in langem gegürteten Doppelchiton, Haare in Chignon, auf einem
Felsen n.l. lehnend, hält in der vorgestreckten Rechten Blumenstrauß(?) und ruht mit
dem li. Arm auf einem Quellbrunnen(?); re. auf dem Boden ein Kaninchen n.r.
im li. Feld E
Ref.: a) AMNG I/1, 755 (nur 1 ex. in Bukarest, aber Kaninchen nicht bemerkt!)
b) Varbanov (engl.) 1265 (Figur hier als Elpis bezeichnet!)
c) Hristova/Jekov (2011) No.6.24.5.3 corr. (schreibt DIA - DOVMEN)
bezeichnet diie Figur Demeter oder Moesia(?)
Selten, SS/fast VZ, das bisher schönste bekannte Ex.!
Die weibliche Figur könnte die Bergnymphe Rhodope sein (Seguin, Paris 1665). Aber die Lösung wurde eingeleitet durch das Kaninchen re, unten. Damit ähnelt die dargestellte Figur sehr stark der Provinz Hispania auf Münzen des Hadrian, auf denen Hispania genauso n.l. lehnt, einen Zweig hält, wobei re. unten ein Kaninchen als Symbol Spaniens sitzt. Es handelt sich also wahrscheinlich um die Darstellung einer Provinz, wobei hier natürlich Moesia gemeint ist.
Für Interessenten gibt es eine vertiefende Diskussion im Thread 'Unknown beauty from Marcianopolis' im Bord 'Classical Numismatics' im amerikanischen Forum:
http://www.forumancientcoins.com/board/ ... #msg377742Mit freundlichem Gruß
Homo sum, nil humani a me alienum puto.