Frage nach dem Sinn von Mini-Silberpfennigen des 18 Jhd.

Deutschland vor 1871

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Frage nach dem Sinn von Mini-Silberpfennigen des 18 Jhd.

Beitragvon TorWil » So 06.01.19 12:46

Hallo,

Ich habe hier ein paar Mini-"Silberpfennige" aus Nürnberg.
Die sind so klein und unhandlich, das ich mir nicht vorstellen kann das damit jemand bezahlt hat.
Auch sind diese meist in sehr guten Zustand auf dem Markt zu finden. Abgegriffene mit Umlaufspuren habe ich überhaupt noch nicht bewusst wahrgenommen.

Hat jemand eine Erklärung dafür warum diese ausgeprägt wurden?
Gab es da einen Ökonomischen Sinn?
Welche Münzstätten haben noch solche Minipfennige in Umlauf gebracht?

Hier mal ein paar Beispiele aus meiner Sammlung (Leider sind die so klein das meine Kamera da schon an Ihrer Grenzen stösst):

Die sind alle so zwischen 11-13mm im Durchmesser und haben ein Gewicht von 0,16 bi 0,24 Gramm:

1_Pfennig_KM_315.f.jpg

1_Pfennig_KM_376.f.jpg

1_Pfennig_KM_393.f.jpg

1_Pfennig_KM_397.f.jpg


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Re: Frage nach dem Sinn von Mini-Silberpfennigen des 18 Jhd.

Beitragvon züglete » So 06.01.19 14:42

Hallo, habe ein bisschen geschmökert und bin bei dem Wort "Schlagschatz" hängen geblieben. Ich kann nur für Preussen argumentieren, aber bei anderen Münzherren wird es ähnlich gewesen sein.
Schlagschatz lies sich nur über Scheidemünzprägung erzielen. Goldprägung trug sich selbst, warf aber keinen Gewinn ab, selbiges bei Silberkurant. Andererseits wurden Kupfermünzen von der Bevölkerung nur widerwillig angenommen. Die Ausprägung von Kupfermünzen war zudem teuer.
In Preussen wurden von 1742 -1786 13,2 Millionen Stück Silberpfennige ausgemünzt, wobei sich der Schlagschatz insgesamt zwischen 100000 und 200000 Talern jährlich belief. Die kleinsten Nominale wurden
ab 1770 im 24 Talerfuß geprägt, d,h, es gab nur noch einen Silberhauch pro Münze, zum anderen war die Prägung sehr produktiv und die Münzen nicht schludrig sondern mit besonderer Sorgfalt hergestellt. Von einemschönen Äußeren hing ganz wesentlich ihre Akzeptanz in Polen ab und es gab sogar Prämien für die Stempelschneider.
Brandenburg Ansbach und B.-Bayreuth taten selbiges in geringerem Umfang.
Gruß züglete
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Re: Frage nach dem Sinn von Mini-Silberpfennigen des 18 Jhd.

Beitragvon züglete » So 06.01.19 17:48

KLeiner inhaltlicher Fehler: jährlicher Schlagschatz ist für alle Ausmünzungen aufgeführt, nicht ausschlieslich für Kleinstnominale
züglete
 
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Re: Frage nach dem Sinn von Mini-Silberpfennigen des 18 Jhd.

Beitragvon TorWil » Mo 07.01.19 19:31

Hallo züglete,

Danke für Deinen Beitrag.
Die preussischen 'Silberpfennige' sind nicht ganz so filigran wie die späten Nürnberger Stücke.

Hier mal ein preussischer 'Silberpfennig', der ist aber mit 14.8mm und 0.60 Gramm recht handlich.

1_Pfennig_KM_350.f.jpg

1_Pfennig_KM_350.r.jpg


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Re: Frage nach dem Sinn von Mini-Silberpfennigen des 18 Jhd.

Beitragvon TorWil » Mo 07.01.19 19:59

Und hier noch ein Pfennig aus Brandenburg-Bayreuth, der von der Größe her eher zu den räumlich nahen Nürnbergern passt:

12.4mm, 0.28 Gramm und somit auch nur schwer zu handhaben, leider nicht in so guter Qualität.

1_Pfennig_KM_180.f.jpg
1_Pfennig_KM_180.r.jpg



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