Hallo,
ich habe im eBay-Cafe folgenden Beitrag eingesetzt :
Hallo zusammen. Kennt sich hier wer mit schwedischem "Platten-Geld" aus ? Klaupo und investans haben mir im Münzforum bereits Links dazu angegeben - dort steht jedoch nichts über den allgemeinen Gebrauch. Die Münze, die mir vorliegt hat ein Maß von ca. 250 x 250 mm. Ist also nicht unbedingt etwas für die Geldbörse

Für welche finanziellen Transaktionen wurden solche Stücke genutzt bzw. wer hat sie verwendet - kann mir nicht vorstellen, dass die Münzen Privatleuten als Zahlungsmittel für den alltäglichen Einkauf dienten ? In dem Verweis wird erwähnt, dass die Münzen von Anfang an unbeliebt waren - selbst ein Räuber, der damals in Stockholm eine Bank ausraubte, nahm alles Geld - nur diese Platten ließ er liegen. Kein Wunder, hätte er doch eine Schwerlastkutsche

benötigt um mit den Münzen zu fliehen. Zum Ende hin, im Jahre 1776, wurden die Platten dann nur noch als Schiffsbalast verwendet und am Zielhafen als Schrott verkauft. Ein Schiff - die Nicobar - hat den Weg zum Zielhafen in den Fernen Osten nicht geschafft - es sank nahe Süd-Afrika, voll beladen mit solchen Platten. Von diesem Schiff stammt auch die Münze auf dem folgenden Bild.
[ externes Bild ]
Eine umfangreiche Antwort darauf kam von klaupo - die ich mit seiner Erlaubnis gleich anfüge :
Hallo effertz, auch wenn’s schon wieder von mir kommt, ich war seinerzeit drangeblieben, weil mich das Teil interessierte und bin dann in einem alten Auktionskat. vom Grafen Klenau fündig geworden. Da stand dann folgendes zu lesen: „Anfang des 17. Jahrhunderts deckten die schwedischen Kupfergruben in Falun zwei Drittel des europäischen Kupferbedarfs. Um Produktionsüberschüsse zu binden und den Exportmärkten zu entziehen, mit dem Zweck die Preise hoch zu halten, wurde 1625 die Ausgabe von Kupfermünzen beschlossen. Erfolgreich war diese Maßnahme nicht, denn 1633 wurde der Wert der Kupfermünzen halbiert. Auf eine Anregung von Louis de Geer wurden von 1644 an großformatige Kupferplatten zunächst im Wert von 10 Silbertalern ausgemünzt und in Umlauf gebracht. Diese 10 Talerplatten hatten ein Ausmaß von ca. 25 x 60 cm und ein Gewicht von 19,7 kg. Von den insgesamt 26.552 Münzen dieses Nominals sind heute nur noch 3 Exemplare bekannt. Später wurden auch andere Nominale ausgegeben. Ein ständiges Absinken der Kupferpreise machte eine laufende Verminderung der Nominale bei gleichbleibender Plattengröße notwendig. Ältere und schwerere Platten wurden aus dem Verkehr gezogen, besonders solche vor 1715 sind heute selten. 1717 sollten wiederum alte Platten zurückgegeben werden. Da dies nicht in ausreichendem Maßer erfolgte, wurde beschlossen, den Wert für die Stücke hrabzusetzen. Damit die Abwertung bei den im Besitz der Krone befindlichen Platten nicht zum Tragen kam, wurden diese mit einem Gegenstempel „Göta Löwe“ versehen. Nach dem Tode Carls XII. wurden durch eine neue Verordnung wieder die ursprünglichen Nominale gültig erklärt - eine einfache Methode der (inflationären) Geldschöpfung. 1776 wurden im Zuge der großen Münzreform, die den Wechsel von der mittelalterlichen Markrechnung zum Riksdaler-System brachte, die Plattenmünzen aus dem monetären System Schwedens entfernt. Die Tatsache, daß weitgehend Materialwert und Nominal gleich gehalten wurden, zeigt, daß die Plattenmünzen nicht wie oft irrtümlich angenommen wird, ausgesprochene Notmünzen sind, sondern daß es sich um eine ungewöhnliche Form von Courantgeld handelt.“ (Zitiert nach Graf Klenau OHG München, 129. Auktion - 1. März 1977, p. 42) Und wenn du magst und meinst, er paßt dort, nimm den Text mit ins Forum.

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Schöne Grüße.