Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Europa (ohne Euros) und Afrika - ab etwa 1500.
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Mynter
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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von Mynter » Mi 09.03.16 21:37

Numis-Student hat geschrieben:
Mynter hat geschrieben: Die Reichsbank hoffte, dass diese Münzen in den Umlauf gelangen würden , um so die Fünfkronenscheine zu ersetzen. Somit war der Jubiläumsfünfer bereits der zweite Versuch, das Papiergeld zurückzudrängen ,nachdem Schweden zwischen 1881 und 1920 zu diesem Zwecke schon einmal Fünfkronenstücke aus Gold verausgabt hatte, hierfür war extra die Skandinavische Münzkonvention erweitert worden, die dieses Nominal nicht vorsah.
Eigentlich ein erstaunliches Phänomen, dass der Staat versucht, "minderwertiges" Papiergeld wieder durch Silber- oder gar Goldmünzen zu ersetzen. Da fallen mir keine Parallelen ein.

Und noch erstaunlicher, dass die Schweden die Gelegenheit nicht glücklich genutzt haben :D

Schöne Grüße,
MR
Man war eben mit den bequemen und leichten Banknoten zufrieden. Der Goldfünfer war mit nur 16 mm Durchmesser klein und unhandlich, das silberne Fünfkronenstück mit seinen 36 mm zu gross und zu schwer für den Geschmack der Öffentlichkeit. Das ist doch eigentlich auch ein ganz interessantes numismatisches Thema; wie gross darf eine Münze sein, damit ihre Handhabung als unkompliziert empfunden wird. Andere grosse Münzen, die wenig beliebt waren, sind die englischen Crowns und in Teilen der USA die Silberdollar. Die Prägung des Slberdollars wurde ja politisch forciert, hier ging es um die Interessen der Minenindustrie im mittleren Westen, allerdings sollten die Münzen nur der Deckung der Silvercertificates dienen, an einen Ersatz für die Banknoten war nicht gedacht.

Die Schaffung des goldenen Fünfkronenstücks schien in erster Linie das Steckenpferd eines einflussreichen Reichstagsmitgliedes gewesen zu sein.Sein Name lautet Carl Magnus Björnstjerna, der für die Konservativen im Parlament sass. Björnstjernas war ein überzeugter Verfechter des Goldstandards, zudem wollte er den damals in Schweden zahlreichen Privatbanken, die überwiegend Noten zu 5 und 10 Kronen emittierten, das Wasser abgraben. Eine ziemliche Leistung, so eine Lobbywirksamkeit zu entfalten, dass extra eine zwischenstaatliche Konvention ergänzt wird . Die Stockholmer Münze war übrigens gegen das goldene Fünfkronenstück und verwiess hier auf die misslichen Erfahrungen , die Deutschland 1877/78 mit dem goldenen Fünfmarkstück gemacht hatte. Von Björnstjerna ist der Ausspruch überliefert : " die Menschen müssen endlich begreifen, dass Papier kein Geld ist ".Dem hielten die Kritiker des goldenen Fünfers engegen, dass ein durchgefrorener Bauer auf dem Wochenmarkt lieber eine leicht zu fassende Banknote annehmen würde, als eine winzige Münze, die ihm nur aus den steifen Fingern fiele, sowie, dass der Fünfer überflüssig sei, wo doch schon das Zehnkronenstück niemand wolle. Doch Bjönstjern setzte sich durch. Die Auflagen des Fünfkronenstückes blieben allerdings bescheiden,ca 500.000 Stück wurden geprägt, davon 112.000 Stück erst 1920, als Geld aus Gold bereits im Begriff war,zum Anachronismus zu werden.
Grüsse, Mynter

villa66
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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von villa66 » Do 24.03.16 04:59

Mynter hat geschrieben:Schweden,5 Kronen 1935

...und sein 1954 bis 55 und dann durch ein Missverständnis noch einmel 1971 gepägter Billonnachfolger....
Can you please say a little more about the 1954-71 coins, especially the 1971 issue--what sort of misunderstanding? And did it relate to the 1972-73 attempt at restarting the 5-kronor denomination as a coin?

Thanks for the bit about the 5-kronor finally becoming a widely-used coin because of the rise of vending machine use. The mintages increase dramatically early in the '80s just as you suggest they would.

But maybe one more question....why the sudden downturn in production in 1986? Because a staff changeover, or maybe a glut of coins owing to overproduction or an economic downturn?

:) v.

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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von Mynter » Sa 26.03.16 21:34

villa66 hat geschrieben:
Mynter hat geschrieben:Schweden,5 Kronen 1935

...und sein 1954 bis 55 und dann durch ein Missverständnis noch einmel 1971 gepägter Billonnachfolger....
Can you please say a little more about the 1954-71 coins, especially the 1971 issue--what sort of misunderstanding? And did it relate to the 1972-73 attempt at restarting the 5-kronor denomination as a coin?

Thanks for the bit about the 5-kronor finally becoming a widely-used coin because of the rise of vending machine use. The mintages increase dramatically early in the '80s just as you suggest they would.

But maybe one more question....why the sudden downturn in production in 1986? Because a staff changeover, or maybe a glut of coins owing to overproduction or an economic downturn?

:) v.
It is said that the silver 5 kronor of 1971 was struck due to en error on the ordersheet for that year. The cupronickelfiver was allready a fact, but the Mint obeyed without asking and delivered a silvercoin nobody realy had asked for.

Regarding the drop in the minting figures after 1986, I do not know. Perhaps I can manage to track up some information.
Grüsse, Mynter

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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von villa66 » So 27.03.16 08:01

Very good...thanks.

I'd thought maybe it was like the long layoff in SBA dollar production in the U.S. (no new issues after 1981 until 1999, just before the new Sacagawea dollars debuted in 2000.) But no.

Thanks again.

;) v.

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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von Mynter » So 10.04.16 21:50

villa66 hat geschrieben:

One more question about the edges of a Norwegian commem, the 1970 25-kroner. Krause says the edge is a "repeated pattern of circles and rectangles." Any idea whether this is a strictly ornamental thing, or could they possibly be dots and dashes spelling out a message as was the case with the Canadian 5-cent pieces of WWII?

;) v.
Here a picture of the rim.The coins where distributed in rolls of 20 at 500 kroner , which was a quiet large amount then.
IMG_8492.JPG
Grüsse, Mynter

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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von Mynter » Mo 28.12.20 20:34

Vor ein paar Wochen bin ich auf eine echte Rarität gestossen. 1983 hatten die Inflation und die fortschreitende Automatisierung die Abschaffung des Zehnkronenscheines und seinen Ersatz durch eine Münze gefordert. Es war die Zeit der " Dickmünzen " aus goldenfarbenen Werkstoffen, ein Feld, auf dem sich unter anderen VdM profilieren konnte ( 10 DM Kursmünze Beethoven ).
Als das neue Zehnkronenstück am 15. März 1984 ausgegeben wurde verurteilte die Tagespresse die neue Münze einhellig als hässlich, unpraktisch und klumpig. Die numismatische Fachwelt hingegen lobte die technisch anspruchsvolle Ausführung, die sich besonders auf der Wertseite durch ein Relief bestehend aus mehreren Ebenen auszeichnete ( NNB ).
11 Jahre lang verbeulte das " Nugget " die Portemonnais und Hosentaschen der Norweger, bevor es 1995 durch die derzeit kursierende Münze mit dem Portrait König Haralds abgelöst wurde. Auch am Ende seines Lebens verursachte Olavs Zehner Probleme. Da die Gestaltung der Münze ganz auf König Olavs Physiognomie zugeschnitten war, gelang es den Medailleuren in Kongsberg 1991 nicht, das Bildnis des neuen Königs in die bestehende Gestaltung einzupassen. Entweder sah Haralds Kopf aus wie von Schrumpfkopfindianern präpariert, dann stimmte aber aber das Gewicht, oder das Portrait war ästhetisch gelungen, dann aber wurde die Münze zu schwer. Olavs Zehnkronenstück wurde deshalb 1992- 94 mit eingefrorener Jahreszahl weitergeprägt und ist so auch Bestandteil der in diesen Jahren verausgabten Jahressätze.

Zurück nun zu meinem Neuzugang. Die Einführung der neuen Münze wurde von einer Sonderanfertigung für " hohe Tiere " begleitet. Hierfür wurde eine kleine Auflage auf auf Hochglanz polierten Ronden mit mehreren Hüben geprägt. Die Normalausführung wurde stets auf matten Ronden einfach geprägt. Das Münzbild erhält dadurch eine andere Tiefenwirkung, der Glanz ähnelt dem der modernen Sovereigns. Die Auflage dieser Sonderausführung ist unbekannt, 200 bis allerhöchstens 500 Stück wird geschätzt. Ausgegeben wurden sie in einem eigens dafür angefertigten Etui. Wieviel Exemplare erhalten sind, ist unbekannt, vermutlich nur sehr wenige, denn man muss bedenken, dass der allergrösste Teil der Beamten, die damals so einen Zehner bekamen, sich nicht für Münzen interessiert haben dürften. 10 Kronen waren 1984 fast schon Kleingeld, allerdings bekam man noch eine Schachtel Zigaretten , eine Micky Maus oder eine Tafel Schokolade dafür, und so nehme ich an, dass die allermeissten Zehnkronenstücke im Umlauf verschwunden sind.
Dieses Exemplar stammt aus dem Nachlass eines Beamten von Norges Bank. Im Handel habe ich diese Stücke seit ich Münzen im Internet verfolge vorher noch nie gesehen, in der Literatur sind sie auch nicht erwähnt.
P1100703 – Kopi.JPG
P1100704 – Kopi.JPG
P1100707 – Kopi.JPG
P1100706 – Kopi.JPG
Grüsse, Mynter

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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von Mynter » Fr 30.04.21 14:44

2 Kronen 1953 aus Anlass des Besuch des Königspaares auf Grønland. Im Umfeld der Vorbereitungen für diesen Staatsbesuch, wurde ein Fond zur Tuberkulosebekämpfung unter der Urbevölkerung gegründet.
Da 1953 zudem die Änderung des offiziellen politischen Status Grønlands im Gespräch war ( weg von der Bezeichnung Kolonie hin zu einer Gemeinschaft von arktischen und dänischen Dänen ), bekam diese Münze auch einen politischen Charakter.
Die Entkolonialisierung Grønlands bildet übrigens auch den Hintergrund von Peter Høegs Roman " Fräulein Smillas Gespür für Schnee " vom Anfang der 90er Jahre.
Der Verkaufspreis dieser Münze lag bei 5 Kronen ( 2,40 Silberwert, 18 Øre Prägekosten ), von jedem Stück flossen also 2, 42 Kr an den Tuberkulosefond. damit ist der Grønland- Zweier auch ein Beispiel dafür, dass eine Differenz zwischen Nennwert und Verkaufswert nicht erst eine Angelegenheit der modernen Ausgabepolitik ist.
2 Kr Grønland Av blank (1).JPG
2 Kr Grønland Re blank.JPG
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Re: Skandinavien nach der SMU (nach 1923 / 1945)

Beitrag von Mynter » Fr 30.04.21 14:48

Seit acht Jahren habe ich die im oberen Beitrag gezeiget Münze in meiner Sammlung. Nun hat sie einen " Nachbarn " auf dem Tableau bekommen: 2 Kronen , 1953, geprägt auf einem mattierten Schrötling.
Von dieser Ausführung hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Auf danskmoent.dk wird sie nicht erwähnt, im Sieg auch nicht. Laut Verkäufer soll es sich um ein " Präsentationsexemplar " handeln, das glaube ich allerdings nicht. Es ist zwar üblich, für die Mitglieder von Folketing und Regierung, sowie für das Königspaar gesonderte Ausführungen aller Sondermünzen zu prägen, hierbei handelt es sich jedoch um Prägungen ohne Wertangabe, die Ausführungen für den Hof erfolgen zudem in Gold.
Möglicherweise kam diese Prägung schlicht und ergreifend dadurch zustande, dass die Kopenhagener Münze halt mal etwas anderes ausprobieren wollte. Ähnliches ist auch aus anderen Ländern bekannt. Frankreich prägte einen Teil seiner Kursmünzen gegen Ende der 1890er Jahre mattiert, auch aus dem Deutschen Reich zwischen 1871 und 1915 sind solche ( extrem seltenen ) Ausführungen bekannt ( und nur teilweise katalogisiert ).
Ich werde bei Gelegenheit noch mal die einschlägigen Adressen in Dänemark anschreiben, vielleicht erfahre noch ja noch mehr zu dieser Prägung.
2 Kr 1953 Av matt – Kopi.JPG
2 Kr 1953 Re matt – Kopi.JPG
P1100744.JPG
P1100745.JPG
Grüsse, Mynter

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