Stark korrodierte Münzen

Reinigungstips, Aufbewahrung, Handschuhe, Pinzetten, Olivenöl, Literatur, Software usw.
Antworten
Tirggel
Beiträge: 6
Registriert: Do 03.01.19 23:52

Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Tirggel » Fr 04.01.19 00:14

Hallo zusammen,

ist bei diesen Münzen wohl noch irgendwas zu retten? An wen könnte ich mich ggf. wenden?
Dateianhänge
20190101_152722.jpg

Benutzeravatar
kijach
Beiträge: 1511
Registriert: So 02.01.11 12:11
Wohnort: Siegburg

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von kijach » Fr 04.01.19 07:00

Tirggel hat geschrieben:
ist bei diesen Münzen wohl noch irgendwas zu retten?
Nein

da ist die Oberfläche schon so zerstört da wird man nix mehr drunter finden
Sammlung der Kaiser-/Damen-Galerie (bis 300 n.Chr.) 104/120
Neuester Kopf: Britannicus & Marciana

Benutzeravatar
QVINTVS
Beiträge: 1411
Registriert: Di 20.04.04 20:56
Wohnort: AVGVSTA = Augsburg

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von QVINTVS » Fr 04.01.19 17:59

Bestenfalls bei der ganz linken Münze könnte noch was rauskommen, wenn das was sich abhebt verbackener Schmutz ist. Bei den beiden anderen würde ich etwas warmes Wasser und feines Natron nehmen und vorsichtig zwischen den Fingern reiben. Manchmal kommt dann noch was raus.

Meine Faustregel: Schlecht erhaltene Münzen werden durch eine Reinigung nicht besser. Schlecht bleibt schlecht! Davon ausgenommen sind wirklich verbackene Münzen, die in einer Schicht Schmutz eingebettet sind.
Viele Grüße

QVINTVS


PS: Sammle Münzen des Augsburger Währungskreises - was abzugeben?

Tirggel
Beiträge: 6
Registriert: Do 03.01.19 23:52

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Tirggel » Fr 04.01.19 21:00

Danke schon mal.

Wenn sich ein Experte die Münzen mal direkt ansehen würde, könnte dieser dann aufgrund der Struktur und des Materials der Münze die Epoche bestimmen aus der sie stammen, also zumindest abschätzen ob Neuzeit oder älter?

Benutzeravatar
QVINTVS
Beiträge: 1411
Registriert: Di 20.04.04 20:56
Wohnort: AVGVSTA = Augsburg

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von QVINTVS » Sa 05.01.19 12:12

Das machst Du hier im Forum schon. So viel gebündeltes Fachwissen wie hier wirst Du nicht leicht finden.

Alle drei Münzen sind meines Erachtens nach 1500 entstanden. Mehr ist bestenfalls nach einer Reinigung möglich - dann sind auch noch Reste der Prägung (vielleicht) sichtbar.
Viele Grüße

QVINTVS


PS: Sammle Münzen des Augsburger Währungskreises - was abzugeben?

Benutzeravatar
Arminius
Beiträge: 938
Registriert: Di 30.05.06 14:55
Wohnort: zu Hause
Kontaktdaten:

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Arminius » Sa 05.01.19 12:21

Bei derart korrodierten Stücken kann vorsichtiges Anschleifen oder Bürsten eventuell eine Bestimmung ermöglichen.
Dabei sollte man von weich (Nylonbürste und Wasserstrahl) zu hart (Drahtbürste, feines Schmirgelpapier) vorgehen und zwischendurch der Erfolg kontrollieren und gegebenenfalls rechtzeitig abbrechen.

Vorheriges Einölen (Waffenöl) kann zur Stabilisierung noch vorhandener Patina- oder Metalloberflächen und zur Abtrennung von Schmutz beitragen.

Gruß
Besucher und Nutzer willkommen

Ich habe nicht vor mir durch diese moderne "Ich bin ein Münzsammler und darf kriminalisiert werden" - Paranoia die Freude am Sammeln verleiden zu lassen.

Tirggel
Beiträge: 6
Registriert: Do 03.01.19 23:52

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Tirggel » So 06.01.19 13:30

@Quintus: genau deshalb habe ich mich an dieses Forum gewendet :wink: Ich dachte nur ein Foto ist das eine, direkt anschauen noch mal was anderes.

Danke für die Informationen. Ich werde eure Ratschläge befolgen, falls was zu erkennen ist sage ich Bescheid. Grüße.

eichensturm
Beiträge: 42
Registriert: So 13.05.07 13:43

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von eichensturm » Mi 09.01.19 17:49

Die kleine Münze links wurde ich mit Skalpellspitze oder Nadel vorsichtig bearbeiten. Einfach im sichtbaren Spalt zwischen Dreck und Münze ansetzen und den Dreck Stück für Stück abhebeln - eine Lupe kann helfen. Wenn sich kein weiterer Luftspalt bildet, mal einige Minuten warten. Die rechts liegende Münze scheint ebenfalls eine dicke Dreckschicht aufzuweisen, welche aber anders beschaffen ist und deutlich fester sein könnte. Bei den beiden äußeren würde ich übrigends nicht einmal Spätrömer ausschließen. Sicherlich werden sie keine vorzügliche Erhaltung zeigen, doch eine bestimmbare Prägung ist möglich.

Benutzeravatar
QVINTVS
Beiträge: 1411
Registriert: Di 20.04.04 20:56
Wohnort: AVGVSTA = Augsburg

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von QVINTVS » Mi 09.01.19 18:05

Für Spätrömer sind sie mir zu dünn.Das was vermutlich zu sehen ist-bei der re. Münze- ist nicht römisch.
Viele Grüße

QVINTVS


PS: Sammle Münzen des Augsburger Währungskreises - was abzugeben?

Tirggel
Beiträge: 6
Registriert: Do 03.01.19 23:52

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Tirggel » Fr 14.06.19 20:38

Hier die gereinigten Münzen. Die in der Mitte ist ja noch gut zu erkennen. Was für Münzen könnten die anderen beiden sein?
Dateianhänge
Münzen 3.jpg
Münzen 2.jpg

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 11414
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 1 Mal

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Numis-Student » Fr 14.06.19 21:28


Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 11414
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 1 Mal

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Numis-Student » Fr 14.06.19 21:32

Rechts ist auch ein altdeutscher 1 Pfennig, irgendwann um 1800, ich kann leider die Jahreszahl nicht erkennen und das Monogramm kann ich auswendig nicht zuordnen.

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 11414
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 1 Mal

Re: Stark korrodierte Münzen

Beitrag von Numis-Student » Fr 14.06.19 21:38

Links ein VI Heller/Pfennig/Kreuzer, ich fürchte, genaueres lässt sich da kaum sagen.

Schöne Grüße,
MR

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste