Danke für Eure Antworten! Da sind sehr gute Hinweise enthalten.
Ich konzentrier mich jetzt mal auf das von Euch empfohlene BEBA.
Weiß jemand von Euch aus welchem Kunststoff das BEBA-System ist und was ist mit dem Filz? Ist das echter Filz? Notfall könnte ich mir die Quadrate ja selbst aus echtem Filz zurecht schneiden.
Schöne Grüße
Isargold
Bitte erkläre mal den Begriff "echter Filz". Habe mich mit dem Thema Filz letztens etwas intensiver auseinandergesetzt, bin aber hinterher verwirrter als vorher gewesen. Was verstehst du unter echten Filz_ Filz beschreibt anscheinend mehr die Herstellungsmethode (nicht gewebte Textilie) und kann aus vielen Materiallien hergestellt werden: Wolle, Baumwolle, Polyester/Polyamid, Acryl/Acrylnitril, PVC, Recyceltes PETE, Rayon-Viskose (Holzzellstoff), und das alles auch gern mal gemischt. Würde mich freuen wenn mir jemand eine Idee hätte, welche der genannten Filzrohstoffe für Silbermünzen am unbedenklichsten sind.
Ich benutze die Leuchtturm Quadrum Kapseln für meine Mittelalter Silbermünzen. Möchte mir dafür aber gerne Filz selbst zuschneiden, da die Einlagen von Leuchtturm zu dick für meinen Zweck sind. Bin daher selbst auf der Suche nach dem unbedenklichsten schwarzen Filz.
Beba/Safe "Filze" einhalten nach Mitteilung von Safe 30% Wolleanteile und sind daher m.E. für Silbermünzen ungeeignet.
Ist denn jemand hier, der seine Silbermünzen bereits seit Jahren/Jahrzenten auf den Originalfilzen in den Beba-Kästen lagert ?
Hat derjenige dabei negative Veränderungen an den Münzen festgestellt ?
Ich habe einen Teil in Beba-Kästen umgezogen und überlege aktuell noch, ob ich die direkt auf die Filze lege.
ich habe seit mindestens 20 Jahren die Bebakästen mit Filzen in Verwendung.
Silbermünzen in PP würde ich gekapselt lassen, stgl nur dann, wenn Dich Patina auf Silbermünzen stört. Ich habe so Dinge wie 10-DM-Gedenkmünzen offen auf den Filzen liegen. Da bemerkte ich keine negativen Veränderungen, aber die Silbermünzen patinieren selbstverständlich im Laufe der Jahre (und zwar hauptsächlich auf der oberen, frei belüfteten Seite - nicht dort, wo direkter Kontakt mit dem Filz besteht). Für eine gleichmäßige Patina also entweder alle paar Jahre alle Münzen wenden, oder bei jedem Betrachten zumindest diejenigen, die man in die Hand nimmt
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Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
... und so bin vor 2 Jahren bereits ich auf Leuchttum-Münzboxen im Leuchttum-Münzkabinett (Holzkasten, verschließbar) umgestiegen. Das Münzkabinett von Leuchtturm ist innen zusätzlich an den Seitenwänden mit Filz ausgekleidet. Ich benutze keine Münzkapseln...
Wenn' s interessiert. Die Regenbogenpatina auf den Münzen hatte sich irgendwann ziemlich schnell in Grünspan umgewandelt... der absolute Albtraum für historische Silbermünzen. Die Sammlung liegt jetzt in einem (leider sehr teuren) Peter Nichols Mahagoni-Kabinett und dort gibt es seit dem keinerlei Veränderung an den Münzen.
Ergo: Keine Empfehlung für das Leuchturm-Münzkabinett, den Horror aller Münzsammler!
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Du weißt nicht, welchen Wert das Geld hat und wozu es dient? Brot soll man dafür kaufen und Gemüse und einen Schoppen Wein. Horaz (65 - 8 v. Chr.), eigentlich Quintus Horatius Flaccus, römischer Satiriker und Dichter
Da oben die Frage kam: "was ist Filz".:
Filz wurde aus historischer Sicht aus der Unterwolle (Fell) von Bibern hergestellt. So sind alle Filzhüte des 17. und 18. Jahrhundert aus diesen Fellen gemacht worden. Beliebt war der Biberfilz auch lange Zeit bei Filzstiefeln. Dieser Filz ist besonders resistent und abweisend gegenüber Wasser. Mit der "Überjagung" und dadurch fast Ausrottung von Bibern zuerst in Europa und später in Amerika wurde dazu über gegangen Filz auch aus anderen Fasern herzustellen. Zunächst aus "minderwertigen" Fellen anderer Tierarten, später aus Kunstfasern. Diese Filze reichten aber absolut nicht an das Original aus Biberfell heran (Funfakt und für alle Primitivgeldsammler interessant: Biberfelle mit Stempelungen oder Plomben der Hudson-Bay-Company waren noch bis zu Beginn des 20. Jahrhundert in Nordamerika ein akzeptiertes Zahlungsmittel).
Heute gibt es (soweit ich weis) nigends mehr Filze aus Biberfell, sondern eher nur noch aus Kunstfasern. Die Beba Filze werden mit höchster Wahrscheinlichkeit aus Kunstfasern sein. Allerdings ist dies nur durch eine Anfrage an BEBA genau heraus zu bekommen.
Als Hausversuch könnte man ein kleines Stück Filz anzünden, richt es nach verbranntem Fell (Haare - Horn) dann ist es noch aus Tierfasern (welche auch immer...), - riecht es nach verbrennedem Kunststoff ist das auch eine Aussage... .
Grüße pingu
Dateianhänge
Bild ist bei Dieter geklaut :-))
Zuletzt geändert von pingu am Di 12.05.26 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Als Hausversuch könnte man ein kleines Stück Filz anzünden, richt es nach verbranntem Fell (Haare - Horn) dann ist es noch aus Tierfasern (welche auch immer...), - riecht es nach verbrennedem Kunststoff ist das auch eine Aussage... .
Fressen Motten Kunstfasern ?
Auch das wäre ansonsten ein Hinweis
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
Da ich weder an meine Münzen noch die Filze Ketchup schmiere, müssten es demnach Naturfasern sein
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
Ich habe mal Google bemüht: Adulte Motten fressen nicht, es sind die Larven. Diese fressen bei Kleidermotten keratinhaltige Textilien.. also keine Kunstfasern
Ja, da habe ich mich unpräzise ausgedrückt.
Gelegentlich findet sich eine Mottenlarve in einem Fach einer Bebalade und frisst sich durch so einen Filz
MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)
Ich habe gerade mal im Netz gesucht und bin erstaunt.
Filz scheint gesichert seit +-4500 Jahren in Gebrauch zu sein (älteste Funde aus Beyçesultan (Westanatolien) aus der Frühbronzezeit II (ca. 2600 v. Chr.)). Assyrische Texte(ca. 4000 Jahre alt) beschreiben schon die Herstellung von Filz. Die gebräuchlichste Form ist wohl Filz aus Schafwolle.
Bei mir hatte sich der Biber und die Filzhüte (Zylinder) und Filzstiefel eingebrannt, durch die Benutzung der Biberfelle als Zahlungsmittel in Nordamerika und die damit verbundene "fast" Ausrottung der Art.
Es ist also sehr wahrscheinlich, das es sich bei den BEBA Filzen um Schafwolle handelt. Nach dem was ich gelesen habe, sind die verwendeten Tierhaare je nach Anwendung des Filzes sehr verschieden, auch schwankt die Verwendung von Kunsfasern in Filzen sehr stark.
Es ist also nicht verwunderlich, das Motten die BEBA-Einlagen lieben.
Grüße pingu
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