[quote="antikpeter"]viele Länder des romanischen Einflussbereiches weisen normalerweise die sogenannte französische Prägung ( 180 Grad ) auf. Bei anderen Ländern sind 180 Grad -Münzen als Fehlprägungen
oder Varianten zu betrachten.
In Deutschland kam es immer wieder vor , dass für andere Länder in Kehrprägung geprägt wurde . Manchmal wurde dann beim Übergang zur Prägung deutscher Münzen der eine
Stempel auch verkehrtherum eingesetzt und so kam es zu schönen und gesuchten Varianten.
Alle anderen von 180° abweichende Prägungen sind Fehlprägungen.[/quote]
Hallo,
der Unterschied, der hier zu den verschiedenen Stempeldrehungen (S) vorgetragen wurde, ist nicht korrekt, denn
sämtliche sich auf den Münzn darstellende und von der jeweiligen Norm abweichende Stempelstellungen zueinander sind generell als Fehlprägungen zu betrachten.
Es ist ein Irrglaube, dass dabei die 180 Grad Drehungen eine Variante darstellen sollen. Dieses würde über die Definition der "Variante" bedeuten, dass die zur S180 führende Abweichung von der 0-Stellung bewusst erzeugt worden ist. Diese sich daraus ergebende Annahme, dass das Personal "bewusst schlampig gearbeitet"

haben soll, ist in keinster Weise belegbar und auch wenig vorstellbar! Wer arbeitet schon bewusst "schlecht"?
In fast allen Fällen des Auftauchens der S180 wird die Theorie "(bewusst) falsch eingebaut" durch weitere, von der zufällig entstandenen Drehung auf den Wert 180 abweichende, Grade an Stempeldrehungen des selben Nominals mit der selben Jz und dem selben Mz sogar eindeutig wiederlegt.
Nur in den Fällen, in denen selbst nach vielen Jahren des Suchens durch die Fehlprägungs- und Variantensammler außer der S180 keine weitere von der 0-Stellung abweichende Verdrehung der beiden Stempel gegeneinander entdeckt werden konnte, könnte man einen zwar
entsprechend fehlerhaft vorgenommenen, aber eher versehentlich erfolgten, Einbau eines der beiden Stempel
vermuten - mehr aber auch nicht!!
Die Stempeldrehungen entstehen fast ausschließlich über die Lockerung von einem oder auch beiden Prägestempeln in ihrer Halterung - verursacht über die Vibrationen der Prägemaschinen. Diese bewirken auch, dass sich solche, in der Halterung gelockerten, Stempel in einer der beiden möglichen Richtungen von der 0-Stellung fortbewegen - meistens mehr oder weniger kontinuierlich in der einmal eingeschlagenen Richtung. Es ist nicht schwer vorstellbar, dass sie auf ihrem Weg u.a. auch den Verdrehungswert S180 passieren - sofern der Fehler nicht vorher bemerkt wird und es über eine Behebung desselben nicht dazu kommen kann.
Das verdeutlicht, dass diese S180-Produkte genau wie alle anderen Stempeldrehungen in der Regel zufällig entstandene Fehlprägungen sind und mit den bewusst erzeugten Varianten und Stempelkopplungen wenig gemein haben.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch zu bedenken geben, dass es m.E. jedem Sammler logisch erscheinen (klar sein) sollte, dass diese S180 auch keine Varianten oder Stempelkopplungen werden, nur weil sie evtl. "irgendwann in irgendwelcher" (EPA)Literatur mal "versehentlich" als solche ausgewiesen wurden.

(eine damalig eindeutige "Fehl" Einschätzung

zu der Definiton "Variante" innerhalb des Sammelgebiets "Varianten und Stempelkopplungen" bei den Münzen)
Beste Grüße
Märker