Absolute FRECHHEIT!

Interessante Auktionen zum Thema Münzen gesichtet?
Numister!
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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Di 19.10.21 19:01

Arthur Schopenhauer hat geschrieben:
Di 19.10.21 18:34
Wenn ich recht informiert bin, ist § 263 StGB nur vorsätzlich begehbar, siehe Abs. I "Absicht".

Im übrigen gilt dann "in dubio pro reo", mithin musst du nicht deine Unschuld beweisen, sondern genau diese in Abs. I geforderte Bereicherungsabsicht müsste bewiesen werden.
Logischerweise kann man nicht absichtlich irrtümlich betrügen - ein Oxymoron wäre nicht Grundlage eines Betrugversuchverdachtes.

Eine Absicht kann aber mittels Typizität durch eine Anscheinsbeweis dargelegt werden: Wenn ein erfahrener numismatischer Experte (in Gestalt eines Handelshauses) eine "numismatische Rarität" erfindet, dieses dann als "einziges bekanntes Exemplar" sowie als "Rarität" zu einem Startpreis von 3.200 Euro dem allgemeinen Verkehr zugänglich macht, obwohl der Artikel üblicherweise als preiswerte Massenware bekannt ist, dann ist von Betrugsversuch die Rede.

Wenn ein namhafter Gemäldeexperte einen Billigdruck im Wert von 20 Euro als Ölgemälde und als "absolute Rarität" sowie als "einziges bekanntes Exemplar" auf einer Auktion für 3.200 Euro anbietet, ist das ein eindeutiger Betrugsversuch.... ohne wenn und aber!

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numis-Student » Di 19.10.21 19:06

Numister! hat geschrieben:
Di 19.10.21 16:39

Ein Betrugsversuch fängt nicht erst dabei an, auf frischer Tat ertappt zu werden und in dem man seinen Betrugsversuch rückgänig macht - in dem ich bspw. eine Auktion vorzeitig beende. Dann könnte jeder bewusst verfälschte Fantasieangebote machen und versuchen zu betrügen, wenn es gelingt - hurra hurra - dann hat man Glück gehabt, wenn nicht, dann zieht man halt sein betrügerisches Angebot zurück.
Als Auktionator oder Mitarbeiter in einem Auktionshaus hast Du großes Interesse daran, dass eine Auktion sauber und problemlos abläuft. Du hast eigentlich überhaupt rein gar keine Lust, bewusst verfälschte Fantasieangebote zu erstellen und dann darauf zu hoffen, dass das keiner mitbekommt. Bei den zahlreichen Spezialsammlern, Händlerkollegen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten und auch wissenschaftlichen Numismatikern müsstest Du dann damit rechnen, dass weit über 90% der betrügerischen Angebote entdeckt und storniert werden. Was ist das dann für eine Auktion, wenn zB 93% der Katalogposten zurückgezogen werden müssten ? :?

Und mit den paar versteigerten Posten für meinetwegen 3000 oder 5000€, die dann nicht entdeckt wurden und -hurra hurra- versteigert werden, verdient das Auktionshaus so wenig, dass sich da die ganze Arbeit mehrerer Mitarbeiter für ein halbes Jahr auch nicht mit finanziert.

Und dann hast Du noch die Einbringer zu bedenken: die würden sich auch nicht freuen, wenn 93% ihrer Münzen vor der Auktion storniert werden. Und die 7%, deren Münzen -hurra hurra- betrügerisch teuer verkauft wurden, haben auch wenig davon, wenn der betrogene Käufer die Münze zurückgibt und den Einbringern das Geld wieder abgenommen wird.

Und da siehst Du: es gibt kein Interesse, betrügerisch zu mauscheln. Man hat nur ein Interesse daran, möglichst viele potentielle Käufer im gesunden Wettbewerb zu Geboten zu animieren :wink:

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Di 19.10.21 19:15

Numis-Student hat geschrieben:
Di 19.10.21 19:06
Numister! hat geschrieben:
Di 19.10.21 16:39

Ein Betrugsversuch fängt nicht erst dabei an, auf frischer Tat ertappt zu werden und in dem man seinen Betrugsversuch rückgänig macht - in dem ich bspw. eine Auktion vorzeitig beende. Dann könnte jeder bewusst verfälschte Fantasieangebote machen und versuchen zu betrügen, wenn es gelingt - hurra hurra - dann hat man Glück gehabt, wenn nicht, dann zieht man halt sein betrügerisches Angebot zurück.
Als Auktionator oder Mitarbeiter in einem Auktionshaus hast Du großes Interesse daran, dass eine Auktion sauber und problemlos abläuft. Du hast eigentlich überhaupt rein gar keine Lust, bewusst verfälschte Fantasieangebote zu erstellen und dann darauf zu hoffen, dass das keiner mitbekommt. Bei den zahlreichen Spezialsammlern, Händlerkollegen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten und auch wissenschaftlichen Numismatikern müsstest Du dann damit rechnen, dass weit über 90% der betrügerischen Angebote entdeckt und storniert werden. Was ist das dann für eine Auktion, wenn zB 93% der Katalogposten zurückgezogen werden müssten ? :?

Und mit den paar versteigerten Posten für meinetwegen 3000 oder 5000€, die dann nicht entdeckt wurden und -hurra hurra- versteigert werden, verdient das Auktionshaus so wenig, dass sich da die ganze Arbeit mehrerer Mitarbeiter für ein halbes Jahr auch nicht mit finanziert.

Und dann hast Du noch die Einbringer zu bedenken: die würden sich auch nicht freuen, wenn 93% ihrer Münzen vor der Auktion storniert werden. Und die 7%, deren Münzen -hurra hurra- betrügerisch teuer verkauft wurden, haben auch wenig davon, wenn der betrogene Käufer die Münze zurückgibt und den Einbringern das Geld wieder abgenommen wird.

Und da siehst Du: es gibt kein Interesse, betrügerisch zu mauscheln. Man hat nur ein Interesse daran, möglichst viele potentielle Käufer im gesunden Wettbewerb zu Geboten zu animieren :wink:
Sorry aber selten so eine realitätsferne Argumentation gelesen. Machen wir es kurz:

Deiner Argumentation folgend, auf ander Branchen übertragen, gäbe es in keinem Gewerbe betrügerische Aktivitäten, weil man ja bekanntlich großes Interesse an einem "sauberen" Geschäft hat. Wie schön doch die Welt ist ;) Kein Händler wird jemals versuchen, zu betrügen, zu übervorteilen - alle sind immer und überall (überspitzt formuliert) super fair - der Münzhandel ganz besonders...

Genau mein Humor :D :D

PS: Warum argumentierst du gerne mit Extremen? Niemand behauptet, dass 100% der Angebote gefälscht sein müssen, um dann 93% davon zurückzuziehen und 7% flutschen durch... Du bewegst dich fern jeder Realität.

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numis-Student » Di 19.10.21 21:37

Du scheinst nicht einsehen zu wollen, dass EIN Fehler, EIN Irrtum in einem Auktionskatalog eben kein großer Betrug ist. Was hat man denn davon, wenn man nur ein einziges Betrugsdingens für 3000€ oder 5000€ einstellt ???

Rechne einmal zusammen, was in so einer Auktion an Geld bewegt wird. Eine einzige betrügerische Münze, oder anders gesagt: 3000€ sind vielleicht für Dich als Sammler viel... Für mich als Sammler ist es sehr viel Geld... Im Rahmen einer Auktion sind das Peanuts. Wenn Du vorher schon das Gefühl hast, dass eine 3000-€-Münze oder deren Einlieferer Probleme machen könnte, schickt man den nach Hause.

Natürlich gibt es schwarze Schafe: jeden Samstag sehe ich auf dem Flohmarkt zwei Arten dieser Schafe: die einen mit tablettweise oder haufenweise gefälschten antiken Münzen, teilweise auch mit gefälschten Ausgrabungen... Die anderen mit Großsilbermünzen, die gerne bei Regen etwas Rost ansetzen :-)
Auch gibt es Händler, die schamlos ankaufen und unter aller Würde bezahlen. Oder Fälschungen bewusst anbieten. Oder manipulierte Stücke, ohne Hinweis auf Manipulationen.
Es gibt auch Auktionshäuser, die nach Hinweisen Fälschungen trotzdem versteigern... Es gibt auch welche, die dann gerne einmal schriftliche Gebote bis zum Maximum ausreizen ;-)

Nur: hier reden wir von einem Irrtum... Hinweis, daraufhin wurde das Stück sofort zurückgezogen.

I

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Zwerg » Di 19.10.21 21:39

Schöner Thread
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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numis-Student » Di 19.10.21 21:50

Da kann ich dann nur Schlafengehen empfehlen ;-)

Ich habe den Eindruck, dass Numister irgendwelche Vorbehalte gegen den Münzhandel generell hat, evtl. hat er auch einfach einmal schlechte Erfahrungen gemacht und überträgt dies nun auf die gesamte Branche...

Ich habe ehrlich gesagt auch das Gefühl, dass er bei seiner Meinung bleiben will. Da kann ich mir weitere Erklärungsversuche auch sparen.

Ich wollte nur diese Pauschalkritik nicht unkommentiert stehen lassen, da sie einfach nicht zutrifft.

Schöne Grüße
MR

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Di 19.10.21 22:01

Numis-Student hat geschrieben:
Di 19.10.21 21:37
Du scheinst nicht einsehen zu wollen, dass EIN Fehler, EIN Irrtum in einem Auktionskatalog eben kein großer Betrug ist. Was hat man denn davon, wenn man nur ein einziges Betrugsdingens für 3000€ oder 5000€ einstellt ???

Rechne einmal zusammen, was in so einer Auktion an Geld bewegt wird. Eine einzige betrügerische Münze, oder anders gesagt: 3000€ sind vielleicht für Dich als Sammler viel... Für mich als Sammler ist es sehr viel Geld... Im Rahmen einer Auktion sind das Peanuts. Wenn Du vorher schon das Gefühl hast, dass eine 3000-€-Münze oder deren Einlieferer Probleme machen könnte, schickt man den nach Hause.

Natürlich gibt es schwarze Schafe: jeden Samstag sehe ich auf dem Flohmarkt zwei Arten dieser Schafe: die einen mit tablettweise oder haufenweise gefälschten antiken Münzen, teilweise auch mit gefälschten Ausgrabungen... Die anderen mit Großsilbermünzen, die gerne bei Regen etwas Rost ansetzen :-)
Auch gibt es Händler, die schamlos ankaufen und unter aller Würde bezahlen. Oder Fälschungen bewusst anbieten. Oder manipulierte Stücke, ohne Hinweis auf Manipulationen.
Es gibt auch Auktionshäuser, die nach Hinweisen Fälschungen trotzdem versteigern... Es gibt auch welche, die dann gerne einmal schriftliche Gebote bis zum Maximum ausreizen ;-)

Nur: hier reden wir von einem Irrtum... Hinweis, daraufhin wurde das Stück sofort zurückgezogen.

I

Ich verstehe irgendwie nicht, warum man meine Beiträge nicht lesen und verstehen kann oder will. Sind sie zu lang? Zu kompliziert?

Niemand sprach von einem großen Betrug! Niemand! Warum sollte ein Betrugsversuch nur in einer bestimmten Größenordnung ablaufen? Meinst du, nur weil deine Flohmarkthändler "haufenweise" Müll anbieten, müssen Betrügereien immer im größeren Stil ablaufen? Kannst du dir vorstellen, dass ein Autoverkäufer auch mal mit nur EINEM Fahrzeug einen Kunden bewusst übervorteilt?

Ich hatte schon mal gefragt: Warum argumentierst du meistens im Extrembereich? Entweder müssen es "Massen" sein (weil sich ein Betrug sonst nicht lohnt etc.) oder es ist halt nur ein EINZIGER Irrtum. Gibt es bei dir nur Schwarz oder Weiß?

Offensichtlich bist du ja im numismatischen Gewerbe tätig, klar dass man dann keine Nestbeschmutzung betreibt und seine Zunft verteidigt. Aber das tust du stellenweise sehr eigenwillig. Ohne juristische bzw. argumentativ nachvollziehbare Untermauerung. Zumindest kann ich diese nicht herauslesen ;)

Fakt ist: Ein "Irrtum" ist in diesem Fall nicht plausibel. Argumentation: Nicht einzelne Aspekte der hier genannten Münze/Medaille machen den Anschein eines fehlerhaft beschrieben Stückes, hier wurde eine ganze Münze "erfunden". Das ist kein Zufall, das ist kein schlampiger Fehler - das ist der Versuch eines Betruges. Motiv: Mindestens 3.100 Euro Gewinn für eine einzigen Auktionsartikel. Nicht zu viel, dass es gleich sofort auffallen muss - nicht zu wenig, dass es sich ein wenig "lohnt".

Ergo: Teile des Münzhandels sind - Objekt betrachtet - immer deutlicher auf dem Weg zu einer gewissen "Schmuddelbranchen" mit dubiosen Preisentwicklungen, Preisblasen und Angebotsstrukturen. Leider muss man sagen...

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Di 19.10.21 22:09

Numis-Student hat geschrieben:
Di 19.10.21 21:50
Da kann ich dann nur Schlafengehen empfehlen ;-)

Ich habe den Eindruck, dass Numister irgendwelche Vorbehalte gegen den Münzhandel generell hat, evtl. hat er auch einfach einmal schlechte Erfahrungen gemacht und überträgt dies nun auf die gesamte Branche...

Ich habe ehrlich gesagt auch das Gefühl, dass er bei seiner Meinung bleiben will. Da kann ich mir weitere Erklärungsversuche auch sparen.

Ich wollte nur diese Pauschalkritik nicht unkommentiert stehen lassen, da sie einfach nicht zutrifft.

Schöne Grüße
MR
Oh ja, ich habe natürlich schon diverse persönliche Erfahrungen sammeln dürfen im deutschen Münzhandel. Es wäre sonst auch unfair und unangemessen, und es wären am Ende nur Behauptungen ohne Fundament, wenn ich nicht selbst gewisse Praktiken in den letzten Jahren immer verstärkter habe in Erscheinung treten sehen.

Das fängt bei extremer Besserwisserei und Verleugnung an, dass selbst zeitgenössische Fachliteratur nicht als Quelle zählt. Das eigene Fachwissen ist bei vielen einfach wie ein religiöses Dogma - unverrückbar "wahr". Das geht weiter bei Betrügereien in den Bereichen Erhaltung/Bewertung, wo wuchernde spekulative Preisfantasien ausgelebt werden und so weiter und so fort. Und schließlich werden - wie in diesem Fall - von bekannten Händlern ganze Münzen "erfunden"...

Mittlerweile hat man das Gefühl, Teilen der Münzhandelsbranche ist jegliche Moral abhandengekommen. Man muss mehr denke Augen und Ohren offenhalten, weil hier Teile eine Branche immer massiver versucht, einen Markt zu übervorteilen... schade...

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numis-Student » Di 19.10.21 22:42

Also, ein Stück darf es nicht sein, viele aber auch nicht. Wie viele "Betrugsmünzen" hast Du denn in der angesprochenen Auktion noch gefunden ?

Wenn die mit einer 3200-€-Münze 3100€ Gewinn machen, machen wir wohl etwas falsch ;-) Bei uns bleiben da ganze 15% vom Einbringer und ca. 20% vom Käufer hängen, allerdings brutto.

Und gegen sachliche Kritik habe ich gar nichts einzuwenden. Nur, (große) Teile als Schmuddelbranche darzustellen, geht ein bisschen an der Realität vorbei.

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Mi 20.10.21 10:19

Numis-Student hat geschrieben:
Di 19.10.21 22:42
Also, ein Stück darf es nicht sein, viele aber auch nicht. Wie viele "Betrugsmünzen" hast Du denn in der angesprochenen Auktion noch gefunden ?

Wenn die mit einer 3200-€-Münze 3100€ Gewinn machen, machen wir wohl etwas falsch ;-) Bei uns bleiben da ganze 15% vom Einbringer und ca. 20% vom Käufer hängen, allerdings brutto.

Und gegen sachliche Kritik habe ich gar nichts einzuwenden. Nur, (große) Teile als Schmuddelbranche darzustellen, geht ein bisschen an der Realität vorbei.
Was hast du denn immer mit deiner Quantifizierung? Spielt doch keine Rolle, ob ein oder fünf oder fünfzig Betrügereien in einer Auktion erscheinen. Ich gehe nicht davon aus, dass vorher Betrugsquoten bei den Händlern erstellt werden. Betrugsversuch bleibt dennoch Betrugsversuch.

Du hast in einem deiner Beiträge davon schwadroniert, es sei "eben kein großer Betrug". Weder hat jemand was von Betrug (sondern Betrugsversuch), noch etwas von groß erzählt. Lies doch einfach bitte aufmerksam das, was ich schreibe - dann passieren dir auch solche Missverständnisse nicht...

Denn es geht mit diesen munter weiter: Der besagte Gewinn von 3.100 Euro würde entstehen, wenn die nunmehr zurückgenommene Auktion tatsächlich stattgefunden hätte. Denn die für 3.200 Euro Startpreis angebotene Münze/Medaille kostet im Handel um die 20 Euro. Der "Gewinn" kommt dann dem Einlieferer und dem Handelshaus zugute (die Aufteilungsformeln sind dir ja bekannt). Nirgends steht, dass der Händler diesen Gewinn komplett einstreicht.Daher: Bitte aufmerksam lesen und verstehen, was ich schreibe ;)

Überbewertungen sind im Münzhandel einfach generell üblich. Oft aus banaler Habgier, nicht selten aus Dummheit und eben manchmal auch bewusst mit betrügerischer krimineller Energie. Überbewertungen sind eine immer wieder gern genutzte Übervorteilungsmasche auch bpsw. in der Immobilienbranche (die ja auch nicht den besten Ruf hat). Dort wird auch sehr gerne der Wert einer Immobilie erstmal richtig weit oben angesetzt quasi völlig überteuert angeboten. Kommt dem Verkäufer und dem Makler ja zugute. Analog findet das auch in anderen Branchen statt, die teilweise einen gewissen "Schmuddelgeruch" haben (Automobile etc.).

Hier in diesem Fall wurde allerdings nicht nur "überbewertet" hier wurde quasi (wie Mehrfach betont) frei erfunden. Quasi ein Märchen erzählt...

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Mi 20.10.21 10:27

Noch etwas Ergänzendes: Wir mir bekannt wurde, hat man die betreffende Auktion NICHT so schnell vom Netz genommen, wie hier immer behauptet wird.

Bereits vor 10 Tagen wurde der Auktionator auf diese Ausschreibung aufmerksam gemacht. Danach ist tagelang nichts passiert. Dann hat sich wohl ein Mitarbeiter des Händlers doch noch bequemt den Fehler sagen wir mal "halbherzig" eingestanden. danach wurde die Auktion aber immer noch nicht gelöscht. Erst als sich Mitglieder dieses Forums an den Anbieter wandten, hat dieser die Auktion beendet.

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 20.10.21 10:34

Numister! hat geschrieben:
Mi 20.10.21 10:19


Hier in diesem Fall wurde allerdings nicht nur "überbewertet" hier wurde quasi (wie Mehrfach betont) frei erfunden. Quasi ein Märchen erzählt...
Objektiv ist ein Fehler passiert. Was der Bearbeiter (der ja nicht unbedingt vom Auktionserlös profitiert, sondern in großen Häusern ein angestellter Numismatiker ist, in kleineren öfter mal ein Student der Alten Geschichte oä. oder ein münzsammelnder Rentner) sich dabei gedacht hat oder ob er gar vom Arbeitgeber angewiesen wurde, wissen wir nicht. Oder hast Du noch präzisere Informationen dazu? Grüße, KarlAntonMartini
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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Mi 20.10.21 10:55

KarlAntonMartini hat geschrieben:
Mi 20.10.21 10:34
Numister! hat geschrieben:
Mi 20.10.21 10:19


Hier in diesem Fall wurde allerdings nicht nur "überbewertet" hier wurde quasi (wie Mehrfach betont) frei erfunden. Quasi ein Märchen erzählt...
Objektiv ist ein Fehler passiert. Was der Bearbeiter (der ja nicht unbedingt vom Auktionserlös profitiert, sondern in großen Häusern ein angestellter Numismatiker ist, in kleineren öfter mal ein Student der Alten Geschichte oä. oder ein münzsammelnder Rentner) sich dabei gedacht hat oder ob er gar vom Arbeitgeber angewiesen wurde, wissen wir nicht. Oder hast Du noch präzisere Informationen dazu? Grüße, KarlAntonMartini
Was denkt sich wohl eine Person (oder die dahinter stehenden Leute), die eine Münze mal eben frei erfindet? Was denkt sich jemand, der aus einer häufig auftretende Medaille im Wert von 20 Euro plötzlich einen 3.200 Euro teuren "einseitigen Probeabschlag einer 10 Mark Silbermünze" macht? Was denkt sich jemand, der aus all dem eine echte "Rarität" macht und das alles sogar als "einziges bekanntes Exemplar" der Öffentlichkeit verkaufen will?

Oh ja ich vergaß: Er denkt sich einfach gar nichts dabei, sowas kann ja mal ganz zufällig passieren, ist ja nur ein Fehler...

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Leitwolf » Mi 20.10.21 11:39

Man muss nicht 5-mal seine Meinung wiederholen: Wenn jemand der Auffassung ist, dass ein Betrugsversuch stattgefunden habe, soll er dies zur Anzeige bringen. Die strafrechtlich relevante Bewertung treffen am Ende Staatsanwaltschaft und/oder Gericht - nicht wir hier im Forum. Damit sollte zu diesem Thema alles geschrieben sein…

Im Übrigen: Kunden stimmen mit den Füßen ab. Um unzufrieden zu sein/einen Händler zu meiden, braucht es keines strafrechtlichen Verhaltens.
Suche Münzen aus Fulda. Kontaktaufnahme bitte über "Private Nachrichten".

ebay-Alternative nutzen: https://www.muenzauktion.info

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von pingu » Mi 20.10.21 14:50

Hallo,

in der Auktion sehe ich ebenfalls eher ein versehen (auch wenn ich davon ausgehen würde das dies der Schlapmigkeit eines unmotivierten Mitarbeiters entsprungen ist...).

Bei ebay z.B. gibt es da ganz andere Kaliber und es geht niemand dagegen vor. Da wird einfach mit dem Gedanken gespielt, das es viel zu aufwändig ist (Geld und Zeit) damit jemand wirkungsvoll etwas unternimmt. Ich füge mal einen Link (stellvertretend für viele andere) als Beispiel an. Viel Fachwissen, Kompetenz und "Süßholzgeraspel" - da muss man doch kaufen. Schlecht nur wenn alles was geschrieben ist, an den Haaren herbeigezogen ist.:
https://www.ebay.com/itm/324825569316?h ... SwkL9hY3Ma

meine Einschätzung zu dem Stück habe ich in einem anderen Forum kund getan (ohne zu behaupten das ich ein - Zitat:
world-renowned expert numismatist
bin). Ich kopiere es faulheitshalber mal hier her.:
-----------------------------------------------------
-Aufgepeppt mit Wikipedia Artikeln wird eine Münze verkauft:
- Herkunftsland Japan (korrekt)
- Shogun Money (gab es so was??? damit durfte wohl nur der Shogun bezahlen? - kenne ich noch nicht)
- 1500's Jahrhundert (glaube ich kaum - die Stücke wurden über mehrere Jahrhunderte gegossen)
- Zitat: "Japan under Ninko - Emperor: 7 May 1817 - 21 February 1846" (ok - 1500's Jahrhundert - passt so...)
- Silber (sieht sehr nach kupfernem Silber aus - ist wohl leicht angelaufen...)
- Zitat "Shogun with sword" (warum ist rechst neben dem Shogun ein Fisch? Links das Krummschwert ist wohl eher eine Angel? daher ein angelnder Shogun auf einer Münze? - ok - der Shogun muss wohl doch der Gott Ebisu sein...)
- Münze ? (ist wohl eher ein E-Sen und damit ein Amulett, welche zum größten Teil in Klöstern (aus Kupfer) gegossen wurden...)
- Reference: C# 7, DHJ# 5.5-12 (beides Werke (soweit ich weis) in Englisch verfasst - da muss doch einem New Yorker Fachmann und Numismatiker beim lesen auffallen das da was nicht stimmen kann - obwohl da ist wohl genau das Stück abgebildet mit der Beschreibung - allein ich glaub nicht dran...)

Aber was solls - es gibt ein Zertifikat zur Münze (Echtheit, Bestimmung, Garantie - was soll da schief gehen). Ich glaub ich kauf das Teil sofort - ääähm wenn der Preis (nur 1397 Dollar) wenigstens halbwegs reell wäre.... - also doch nicht...

Der Fachmann hat auch noch Bücher verfasst - gleich mal schauen und bei dem Fachwissen sofort kaufen - obwohl ich lass es lieber und investiere die Zeit in diesen Post....
------------------------------------------------------


Das passt wohl eher in das Schema eines Betrugsversuches. Wobei auch hier kein schlampiges Versehen zu 100% ausgeschlossen werden kann...
Für ein Versehen wurde nur viel Zeit in das Angebot investiert....

Grüße pingu
Wer sein Geld mit Konsum verschwendet, wird die wahren Freuden eines Numismatikers nie kennenlernen....

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