Absolute FRECHHEIT!

Interessante Auktionen zum Thema Münzen gesichtet?
Numister!
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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numister! » Mi 20.10.21 15:10

pingu hat geschrieben:
Mi 20.10.21 14:50
Hallo,

in der Auktion sehe ich ebenfalls eher ein versehen (auch wenn ich davon ausgehen würde das dies der Schlapmigkeit eines unmotivierten Mitarbeiters entsprungen ist...).

Bei ebay z.B. gibt es da ganz andere Kaliber und es geht niemand dagegen vor. Da wird einfach mit dem Gedanken gespielt, das es viel zu aufwändig ist (Geld und Zeit) damit jemand wirkungsvoll etwas unternimmt. Ich füge mal einen Link (stellvertretend für viele andere) als Beispiel an. Viel Fachwissen, Kompetenz und "Süßholzgeraspel" - da muss man doch kaufen. Schlecht nur wenn alles was geschrieben ist, an den Haaren herbeigezogen ist.:
https://www.ebay.com/itm/324825569316?h ... SwkL9hY3Ma

meine Einschätzung zu dem Stück habe ich in einem anderen Forum kund getan (ohne zu behaupten das ich ein - Zitat:
world-renowned expert numismatist
bin). Ich kopiere es faulheitshalber mal hier her.:
-----------------------------------------------------
-Aufgepeppt mit Wikipedia Artikeln wird eine Münze verkauft:
- Herkunftsland Japan (korrekt)
- Shogun Money (gab es so was??? damit durfte wohl nur der Shogun bezahlen? - kenne ich noch nicht)
- 1500's Jahrhundert (glaube ich kaum - die Stücke wurden über mehrere Jahrhunderte gegossen)
- Zitat: "Japan under Ninko - Emperor: 7 May 1817 - 21 February 1846" (ok - 1500's Jahrhundert - passt so...)
- Silber (sieht sehr nach kupfernem Silber aus - ist wohl leicht angelaufen...)
- Zitat "Shogun with sword" (warum ist rechst neben dem Shogun ein Fisch? Links das Krummschwert ist wohl eher eine Angel? daher ein angelnder Shogun auf einer Münze? - ok - der Shogun muss wohl doch der Gott Ebisu sein...)
- Münze ? (ist wohl eher ein E-Sen und damit ein Amulett, welche zum größten Teil in Klöstern (aus Kupfer) gegossen wurden...)
- Reference: C# 7, DHJ# 5.5-12 (beides Werke (soweit ich weis) in Englisch verfasst - da muss doch einem New Yorker Fachmann und Numismatiker beim lesen auffallen das da was nicht stimmen kann - obwohl da ist wohl genau das Stück abgebildet mit der Beschreibung - allein ich glaub nicht dran...)

Aber was solls - es gibt ein Zertifikat zur Münze (Echtheit, Bestimmung, Garantie - was soll da schief gehen). Ich glaub ich kauf das Teil sofort - ääähm wenn der Preis (nur 1397 Dollar) wenigstens halbwegs reell wäre.... - also doch nicht...

Der Fachmann hat auch noch Bücher verfasst - gleich mal schauen und bei dem Fachwissen sofort kaufen - obwohl ich lass es lieber und investiere die Zeit in diesen Post....
------------------------------------------------------


Das passt wohl eher in das Schema eines Betrugsversuches. Wobei auch hier kein schlampiges Versehen zu 100% ausgeschlossen werden kann...
Für ein Versehen wurde nur viel Zeit in das Angebot investiert....

Grüße pingu

Unwissenheit, Schlampigkeit etc. ist es, wenn bei Ebay Leute Reichsgoldmünzen als "echt" anpreisen und diese (meist sogar für Fachleute) nicht ohne weiteres als Fake eingestuft werden können. Es gibt nämlich recht gute Fälschungen/Nachprägungen und wenn eine Laie (und davon tummeln sich bei Ebay sehr viele) das nicht so einfach erkennen kann, dann ist das halt einfach Unwissen. Natürlich gibt es auch hier böswillige Betrugsversuche von Leuten, die es besser wissen.

Und genauso ist es hier: Das sind keine Laien, die mal eben eine Münze/Medaille erfinden, eine Rarität und einziges bekanntes Exemplar daraus machen. Hier kann man schnell erkennen, dass es ein Massenprodukt ist im Wert von 20 Euro!

Dein Beispiel zeigt doch, wie raffiniert manche vorgehen. Und auch bei deinem Beispiel gilt: je mehr erfunden wird, je abenteuerliche das Märchen ist, was da erzählt wird und je kompetenter der Märchenerzähler ist, desto wahrscheinlicher ist die kriminelle Betrugsabsicht... So wie hier!

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von KaBa » Fr 22.10.21 10:22

Außerdem geben oft die Einlieferer vor, was das für eine Münze sei.
Wenn der Einlieferer im Großen und Ganzen einen seriösen Eindruck macht, werden oft die Bestimmungen einzelner Münzen übernommen. Gerade wenn es sich um Exoten handelt. Und vielleicht war das auch der Grund für die verzögerte Löschung des Lots. Vielleicht wurde erst mit dem Einlieferer Kontakt aufgenommen. Wir wissen nichts über die Hintergründe und ich empfinde es als positiv, dass das Auktionshaus reagierte.
Ich suche alle Arten von Briefmarken-Kapselgeld.

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numis-Student » Fr 22.10.21 21:02

Numister! hat geschrieben:
Mi 20.10.21 10:19

Was hast du denn immer mit deiner Quantifizierung? Spielt doch keine Rolle, ob ein oder fünf oder fünfzig Betrügereien in einer Auktion erscheinen. Ich gehe nicht davon aus, dass vorher Betrugsquoten bei den Händlern erstellt werden. Betrugsversuch bleibt dennoch Betrugsversuch.

Du hast in einem deiner Beiträge davon schwadroniert, es sei "eben kein großer Betrug". Weder hat jemand was von Betrug (sondern Betrugsversuch), noch etwas von groß erzählt. Lies doch einfach bitte aufmerksam das, was ich schreibe - dann passieren dir auch solche Missverständnisse nicht...

Denn es geht mit diesen munter weiter: Der besagte Gewinn von 3.100 Euro würde entstehen, wenn die nunmehr zurückgenommene Auktion tatsächlich stattgefunden hätte. Denn die für 3.200 Euro Startpreis angebotene Münze/Medaille kostet im Handel um die 20 Euro. Der "Gewinn" kommt dann dem Einlieferer und dem Handelshaus zugute (die Aufteilungsformeln sind dir ja bekannt). Nirgends steht, dass der Händler diesen Gewinn komplett einstreicht.Daher: Bitte aufmerksam lesen und verstehen, was ich schreibe ;)

Überbewertungen sind im Münzhandel einfach generell üblich.
Eigentlich wollte ich Dir mit den Zahlen ermöglichen, diese 3200€ (bzw. den prozentualen Bruttogewinn) richtig einzuordnen. Bei einer klassischen Saalauktion, die sich vom Umsatz her irgendwo zwischen einer halben und mehreren Millionen bewegt, sind die +/- 1000€ Gewinn (brutto) dieser "Betrugsversuchsmünze" Kleinkram.

Deine 3100€ Gewinn würden also großteils (richtig erkannt) an den Einlieferer fließen. Welche Motivation hat also das Auktionshaus dann daran, sich deshalb auf juristische Auseinandersetzungen einzulassen ? Ich wiederhole: wegen ein paar Hundert bis knapp 1000€ brutto ?

Überbewertungen mögen in Teilen des Münzhandels vorkommen... In Auktionen weniger, denn der Sinn einer Auktion ist es, die Münzen zu versteigern, denn NUR dann fließen die Auktionsgebühren ;-)
Ein überbewertetes Stück bleibt in der Auktion liegen...

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Numis-Student » Fr 22.10.21 21:06

Aber nach reiflicher Überlegung bin ich doch darauf gekommen, mich einfach dem Leitwolf anzuschließen:
Leitwolf hat geschrieben:
Mi 20.10.21 11:39
Man muss nicht 5-mal seine Meinung wiederholen: Wenn jemand der Auffassung ist, dass ein Betrugsversuch stattgefunden habe, soll er dies zur Anzeige bringen. Die strafrechtlich relevante Bewertung treffen am Ende Staatsanwaltschaft und/oder Gericht - nicht wir hier im Forum. Damit sollte zu diesem Thema alles geschrieben sein…
Also suche Dir einen Anwalt, der Spass an solchen Verfahren hat, weise dem Auktionshaus eben die Absicht nach und informiere uns dann bitte über das ergangene Urteil :lol:

Schöne Grüße
MR

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Re: Absolute FRECHHEIT!

Beitrag von Amentia » Fr 29.10.21 12:45

Ich denke nicht, dass dieses Auktionshaus oder andere es nötig haben wissentlich Fälschungen anzubieten!
Das bisschen Geld, was die zusätzlich verdienen indem sie Fälschungen (unwissentlich) verkaufen steht in keinem Verhältnis zum Ärger mit unzufriedenen Kunden und dem Reputationssschaden, welcher sich langfristig sehr negativ auf das Geschäft auswirken dürfte.
Ein schlechter Ruf kann Käufer abschrecken und niedrigere Versteigerungsserlöse zur Folge haben und wenn die Versteigerungsserlöse niedrig sind dann dann springen irgendwann auch Einlieferer ab.

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