Alles rund um INSEKTEN !
Moderator: Locnar
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Dieser kapitale Bursche versuchte vor 13 Jahren, mitten am Tage quer über unseren Hof in Südmecklenburg sich an mir vorbeizuschleichen, was ihm nur bedingt gelang. Als ich das Lineal neben ihm positionierte, stützte er sich auf seine Vorderbeine, um noch imposanter zu erscheinen. Sein möglicher Lebenraum bei uns ist ein alter, innen hohler Apfelbaum. Alle paar Jahre sehe ich dort ein Tier. Wenn ich regelmäßig nicht in Berlin, sondert dort wäre, dann gäbe es sicherlich auch häufiger Begegnungen wie diese.
Auf meiner wenige Kilometer entfernten Schmetterlingswiese habe ich im letzten Jahr dieses Foto von zwei Ampfer-Grünwidderchen gemacht. Es ist zuverlässig jedes Jahr dort auf den Blüten der Grasnelke zu finden. Aber diesmal hatte ich das Glück, beide Geschlechter auf einer Blüte anzutreffen. Das Männchen ist erkennbar an den kammartigen Fühlern, mit dem es weibliche Duftstoffe kilometerweit wahrnimmt und zielgerichtet dorthin findet. Wenn man unbedingt beide Geschlechter zusammen auf einer Blüte haben möchte, könnte man notfalls auch nachhelfen, indem man beide einfach zusammensetzt. Anders als die meisten Schmetterlingsarten lassen sich Widderchen mit den Händen greifen, weil sie aufgrund der Zyanidverbindungen in ihrer Körperflüssigkeit kaum natürliche Feinde besitzen und daher nicht zu Fluchtversuchen neigen. Einmal habe ich ein Grünwidderchen aus einem Spinnennetz befreit, in welches es sich verfangen hatte. Die Spinne saß desinteressiert neben dem zappelnden Schmetterling, weil sie wahrgenommen hatte, wer von beiden giftiger ist. Wenn ein Singvogel ein Widderchen herunterschlucken würde, kippt der Piepmatz infolge des Giftcocktails wohl tot aus den Latschen.
Als nächstes ein Foto aus dem Jahr 2020 von der Dolchwespe. Dieses eigentlich in der Mittelmeerregion beheimatete Insekt gab es bis vor ein paar Jahren in Mecklenburg nicht. Im Zuge der Klimaerwärmung dehnt es sein Verbreitungsgebiet immer weiter nach Norden aus. Seitdem begegne ich Dolchwespen jedes Jahr.
Zum Abschluß noch den Warzenbeißer, das Insekt des Jahres 2026, wenngleich ich dieses Foto bereits 2020 aufgenommen habe.
Auf meiner wenige Kilometer entfernten Schmetterlingswiese habe ich im letzten Jahr dieses Foto von zwei Ampfer-Grünwidderchen gemacht. Es ist zuverlässig jedes Jahr dort auf den Blüten der Grasnelke zu finden. Aber diesmal hatte ich das Glück, beide Geschlechter auf einer Blüte anzutreffen. Das Männchen ist erkennbar an den kammartigen Fühlern, mit dem es weibliche Duftstoffe kilometerweit wahrnimmt und zielgerichtet dorthin findet. Wenn man unbedingt beide Geschlechter zusammen auf einer Blüte haben möchte, könnte man notfalls auch nachhelfen, indem man beide einfach zusammensetzt. Anders als die meisten Schmetterlingsarten lassen sich Widderchen mit den Händen greifen, weil sie aufgrund der Zyanidverbindungen in ihrer Körperflüssigkeit kaum natürliche Feinde besitzen und daher nicht zu Fluchtversuchen neigen. Einmal habe ich ein Grünwidderchen aus einem Spinnennetz befreit, in welches es sich verfangen hatte. Die Spinne saß desinteressiert neben dem zappelnden Schmetterling, weil sie wahrgenommen hatte, wer von beiden giftiger ist. Wenn ein Singvogel ein Widderchen herunterschlucken würde, kippt der Piepmatz infolge des Giftcocktails wohl tot aus den Latschen.
Als nächstes ein Foto aus dem Jahr 2020 von der Dolchwespe. Dieses eigentlich in der Mittelmeerregion beheimatete Insekt gab es bis vor ein paar Jahren in Mecklenburg nicht. Im Zuge der Klimaerwärmung dehnt es sein Verbreitungsgebiet immer weiter nach Norden aus. Seitdem begegne ich Dolchwespen jedes Jahr.
Zum Abschluß noch den Warzenbeißer, das Insekt des Jahres 2026, wenngleich ich dieses Foto bereits 2020 aufgenommen habe.
- tilos
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Hier noch ein Foto des Balkenschröters (Dorcus parallelipipedus) - hier ein Pärchen an einem alten Kirschbaum, rechts das Männchen:
Vom Kopfhornschröter (Sinodendron cylindricum) - hier ein Männchen - habe ich eigentlich bessere Fotos, finde diese nur gerade nicht:
Im Totholz/Mulm alter Obst- und weiterer Laubäume entwickeln sich auch diverse Rosenkäferarten, hier zwei Färbungsvarianten vom Pinselkäfer (Trichus sp., vermutlich fasciatus):
Ebenso entwickelt sich dort der Stolperkäfer (Valgus hemipterus) - hier ein Männchen:
:Alles Aufbahmen aus eigenen Gärten.
Vom Kopfhornschröter (Sinodendron cylindricum) - hier ein Männchen - habe ich eigentlich bessere Fotos, finde diese nur gerade nicht:
Im Totholz/Mulm alter Obst- und weiterer Laubäume entwickeln sich auch diverse Rosenkäferarten, hier zwei Färbungsvarianten vom Pinselkäfer (Trichus sp., vermutlich fasciatus):
Ebenso entwickelt sich dort der Stolperkäfer (Valgus hemipterus) - hier ein Männchen:
:Alles Aufbahmen aus eigenen Gärten.
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Chippi
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Stimmt, diese Rosenkäferarten habe ich auch schon um Garten gesehen.
Was ich auch immer wieder sehe, ist der Mistkäfer.
Gruß Chippi
Was ich auch immer wieder sehe, ist der Mistkäfer.
Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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Chippi
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Diesen kleinen "Kerl" konnte ich heute fotografieren, hatte ich vorher noch nicht wahrgenommen.
Nadelbaum-Marienkäfer
Marienkäfer kenne ich ja, in Rot mit schwarzen Punkten (verschiedene Arten) oder Schwarz mit roten Punkten, aber der ist mir bisher nicht aufgefallen.
Gruß Chippi
Nadelbaum-Marienkäfer
Marienkäfer kenne ich ja, in Rot mit schwarzen Punkten (verschiedene Arten) oder Schwarz mit roten Punkten, aber der ist mir bisher nicht aufgefallen.
Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Hallo Chippi!
Danke für Dein Photo. Aber meine Bestimmungs-KI hat den Käfer als Wiesenkerbel-Blattkäfer (Chrysolina oricalcia) bestimmt. Ich muß aber gestehen, daß ich beide Arten nicht selbst kenne.
Liebe Grüße
Jochen
Danke für Dein Photo. Aber meine Bestimmungs-KI hat den Käfer als Wiesenkerbel-Blattkäfer (Chrysolina oricalcia) bestimmt. Ich muß aber gestehen, daß ich beide Arten nicht selbst kenne.
Liebe Grüße
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Hallo Jochen, es ist der Nabelbaum-Marienkäfer, immerhin im Garten unter der gemeinen Fichte gefunden (da steht unser Tisch).
Gruß Chippi
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Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Ein Blick in ein Insektenforum hätte genügt, um den Fehler aufzudecken.Mit dem charakteristischen M auf dem Halsschild ist es natürlich der Nadelbaum-Marienkäfer. Eine weitere Bestätigung für meine Meinung über die KI!
Liebe Grüße
Jochen
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Gestern war ich auf dem Gelände des früheren Bombenabwurfplatzes Wittstocker Heide unterwegs, dem so genannten „Bombodrom“. Der südliche Rand wurde mittlerweile von Munitionsresten beräumt, ist ins Eigentum der Sielmann-Stiftung übergegangen und darf betreten werden, während für den großen Rest gilt:
Die Wittstocker Heide ist eine ärmliche Landschaft, die im Mittelalter als Pufferzone zwischen Mecklenburg und Brandenburg diente. Zahlreiche Dörfer, die hier im 13. Jahrhundert gegründet wurden, vermochten sich im 14./15. Jahrhundert wirtschaftlich nicht zu behaupten und fielen wüst. Im 20. Jahrhundert verfiel man auf die Idee einer militärischen Nutzung des Gebiets. Der regelmäßige Beschuss des Geländes sorgte immer wieder für Brände, wodurch eine Heidelandschaft mit nur lockerem Baumbewuchs entstand. Dieses Landschaftsbild mit einer speziellen Pflanzen- und Tierwelt versucht die Sielmann-Stiftung mit gezielten Eingriffen zu erhalten.
Trauermantel und Schwefelvögelchen (Männchen).
Von dem großen Gelände habe ich die wenig erschlossene Westhälfte durchwandert. In drei Stunden bin ich keiner Menschenseele begegnet, dafür aber hunderten Schmetterlingen. Die Heide kennzeichnet Artenarmut. Nur wenig Getier kommt mit den extremen Lebensbedingungen zu Rande. Es finden sich ein paar Exemplare von Allerweltsarten wie dem Braunen Waldvogel (Maniola hyperanta), Kleinen Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Schwefelvögelchen (Lycaena tityrus), Icarus-Bläuling (Plebeius icarus), Tagpfauenauge (Nymphalis io) oder Trauermantel (Nymphalis antiopa).
Ober- und Unterseite des Icarus-Bläulings (Männchen).
Hauptsächlich kommt in der Heide jedoch eine Schmetterlingsart vor: der Argus-Bläuling (Plebeius argus), eine in Deutschland stark gefährdete Art, die nur in solch ärmlichen Landschaften auftritt und man andernorts vergeblich sucht. Um diese Jahreszeit beginnt die überall in der Wittstocker Heide wachsende Besenheide zu blühen. Hunderte Argus-Bläulinge tummeln sich auf den Blüten der Pflanze, die zugleich den Raupen als Nahrung dient.
Argus-Bläulinge an der Besenheide (Oberseite Männchen, Oberseite Weibchen, Unterseite Weibchen).
Die Wittstocker Heide ist eine ärmliche Landschaft, die im Mittelalter als Pufferzone zwischen Mecklenburg und Brandenburg diente. Zahlreiche Dörfer, die hier im 13. Jahrhundert gegründet wurden, vermochten sich im 14./15. Jahrhundert wirtschaftlich nicht zu behaupten und fielen wüst. Im 20. Jahrhundert verfiel man auf die Idee einer militärischen Nutzung des Gebiets. Der regelmäßige Beschuss des Geländes sorgte immer wieder für Brände, wodurch eine Heidelandschaft mit nur lockerem Baumbewuchs entstand. Dieses Landschaftsbild mit einer speziellen Pflanzen- und Tierwelt versucht die Sielmann-Stiftung mit gezielten Eingriffen zu erhalten.
Trauermantel und Schwefelvögelchen (Männchen).
Von dem großen Gelände habe ich die wenig erschlossene Westhälfte durchwandert. In drei Stunden bin ich keiner Menschenseele begegnet, dafür aber hunderten Schmetterlingen. Die Heide kennzeichnet Artenarmut. Nur wenig Getier kommt mit den extremen Lebensbedingungen zu Rande. Es finden sich ein paar Exemplare von Allerweltsarten wie dem Braunen Waldvogel (Maniola hyperanta), Kleinen Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), Schwefelvögelchen (Lycaena tityrus), Icarus-Bläuling (Plebeius icarus), Tagpfauenauge (Nymphalis io) oder Trauermantel (Nymphalis antiopa).
Ober- und Unterseite des Icarus-Bläulings (Männchen).
Hauptsächlich kommt in der Heide jedoch eine Schmetterlingsart vor: der Argus-Bläuling (Plebeius argus), eine in Deutschland stark gefährdete Art, die nur in solch ärmlichen Landschaften auftritt und man andernorts vergeblich sucht. Um diese Jahreszeit beginnt die überall in der Wittstocker Heide wachsende Besenheide zu blühen. Hunderte Argus-Bläulinge tummeln sich auf den Blüten der Pflanze, die zugleich den Raupen als Nahrung dient.
Argus-Bläulinge an der Besenheide (Oberseite Männchen, Oberseite Weibchen, Unterseite Weibchen).
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Die Bläulinge sind wunderschön. Wenn sie nur nicht so schwierig zu bestimmen wären!
Liebe Grüße
Jochen
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Re: Alles rund um INSEKTEN !
Ja, Bläulinge sind zwar klein, aber wunderschön und verfügen durch ihre mehr oder weniger ausgeprägte Symbiose mit Ameisen über einen hoch interessanten Lebenswandel. Armeen von Ameisen schützen Zuckersaft absondernde Bläulingsraupen vor vielen Feinden, doch hat dieser evolutionäre Vorteil die Kehrseite, dass sich viele Bläulingsarten ohne passende Ameisenart nicht entwickeln können. Bläulinge sind nicht nur vom Vorkommen ihrer Futterpflanze abhängig, sondern ebenso von einer speziellen Ameisenart. Das macht sie sehr verletzlich für Umweltveränderungen. Aufgrund ihrer komplizierten Biologie findet man Bläulinge übrigens nicht in Schmetterlingshäusern, denn es müssten zugleich verschiedenste Ameisenarten zur Entwicklung der Bläulinge gezüchtet werden.
Auf der jährlich von mir aufgesuchten Schmetterlingswiese ist mir noch das braune Weibchen des Icarus-Bläulings vor die Linse gekommen (das blaue Männchen mit Unterseite siehe meinen vorigen Beitrag).
Weiterhin konnte ich auf der Schmetterlingswiese mit einem Männchen des Agestis-Bläulings (Plebeius agestis) einen Fototermin vereinbaren. Es ist nicht blau, sondern ähnlich braun wie die Weibchen des Icarus-Bläulings und des Argus-Bläulings, jedoch etwas kleiner. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist bei Bläulingen immer die Musterung der Flügel-Unterseiten, deshalb ist diese ebenfalls zu fotografieren, sofern das Tierchen - wie hier - mitspielt.
Zu dem im vorigen Beitrag in der Wittstocker Heide vorgefundenen Männchen des Schwefelvögelchens ist aus dem eigenen Garten noch das zugehörige Weibchen hinzugekommen.
Ergänzend noch Bildmaterial vom Männchen des Kleinen Feuerfalters (Lycaena phlaeas), das sich ebenfalls auf der Schmetterlingswiese aufhielt.
Auf der jährlich von mir aufgesuchten Schmetterlingswiese ist mir noch das braune Weibchen des Icarus-Bläulings vor die Linse gekommen (das blaue Männchen mit Unterseite siehe meinen vorigen Beitrag).
Weiterhin konnte ich auf der Schmetterlingswiese mit einem Männchen des Agestis-Bläulings (Plebeius agestis) einen Fototermin vereinbaren. Es ist nicht blau, sondern ähnlich braun wie die Weibchen des Icarus-Bläulings und des Argus-Bläulings, jedoch etwas kleiner. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist bei Bläulingen immer die Musterung der Flügel-Unterseiten, deshalb ist diese ebenfalls zu fotografieren, sofern das Tierchen - wie hier - mitspielt.
Zu dem im vorigen Beitrag in der Wittstocker Heide vorgefundenen Männchen des Schwefelvögelchens ist aus dem eigenen Garten noch das zugehörige Weibchen hinzugekommen.
Ergänzend noch Bildmaterial vom Männchen des Kleinen Feuerfalters (Lycaena phlaeas), das sich ebenfalls auf der Schmetterlingswiese aufhielt.
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