ECHTHEITSEINSCHÄTZUNGEN Deutsches Reich 1871-1948

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friedberg
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Re: ECHTHEITSEINSCHÄTZUNGEN Deutsches Reich 1871-1948

Beitrag von friedberg » Fr 11.06.21 01:29

Hallo Numis-Stacker,

um einmal bildlich zu zeigen was 0,15 mm sind ein paar Photos mit einer alten Bügelmessschraube.
Und trotz "2019" funktioniert der alte analoge Trümmer tadellos.
P6110001.jpg
P6110002.jpg
P6110003.jpg
Digitale Instrumente verfälschen den Blick auf die Dimensionen ein klein wenig.
Ich sage dann mal Abnutzung, Messungenauigkeiten, Fertigungstoleranzen ... .

Mit freundlichen Grüßen

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Mynter
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Re: ECHTHEITSEINSCHÄTZUNGEN Deutsches Reich 1871-1948

Beitrag von Mynter » Fr 11.06.21 18:44

Für Gewicht und Feingehalt gibt es gesetzlich festgelegteToleranzen, der Durchmesser ist ein Resultat der Stempelabnutzung. Im Schlösser wird der Durchmesser so erklärt : Jedes Nachschleifen des Prägerings führt zu einer geringfügigen Vergrösserung des Durchmesser.
Grüsse, Mynter

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coin-catcher
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Re: ECHTHEITSEINSCHÄTZUNGEN Deutsches Reich 1871-1948

Beitrag von coin-catcher » So 13.06.21 11:36

Numis-Stacker hat geschrieben:
Do 10.06.21 19:38
Hallo,

ich habe nun auch mal wieder was zum prüfen, eigentlich erscheint mir alles passend bis ich den Durchmesser gemessen habe. Ich weiß aber leider nicht wie da die Toleranzen sind. Dafür das diese bei anderen Münzen recht gut passen, finde ich sie in diesen Fällen bei über ein zehntel Millimeter zu abweichend, oder bin ich da zu pingelig? Bei meiner 1 Rupien Münze weichen diese weit weniger ab. Gemessen habe ich mit einem hochwertigen digitalen Messschieber von MITUTOYO. Gekauft habe ich die Münzen bei MA-Shops, meines Erachtens bei einem vertrauenswürdiger Händler.

Vielen Dank im Voraus für eure Einschätzungen.
Numis-Stacker

1. DOA 1/2 Rupie 1891 A - sehr schön
Soll: 5,83 g - Ø 24.40 mm
Ist: 5,76 g - Ø 24.24 - 24.25 mm

IMG_20210610_190135F.jpg


1. DOA 1/2 Rupie 1912 J - vorzüglich
Soll: 5,83 g - Ø 24.40 mm
Ist: 5,84 g - Ø 24.27 - 24.28 mm

IMG_20210610_185955F.jpg
Moin,

ich sehe an den Münzen auch auf den ersten Blick nichts Verdächtiges. Nur die Erhaltungsangaben passen hinten und vorne nicht und schließe mich da KAM am.
Die 1891er ist schön und der 1912er mit beiden Augen zu ggfs. noch ein ss-vz (eher ein ss mit Restprägeglanz, wohl verschlissener Stempel).

Allerdings wäre ich bei den geringen Durchmessern und der doch relativ hohen Abweichung auch stutzig geworden und würde es hinterfragen.
Die Toleranz beim 1891er ließe sich ggfs. mit Umlauf erklären, wobei es doch eher unlogisch erscheint, dass sich der Durchmesser im Umlauf so stark verringert (solche Stücke müssten dann schon sehr abgelutscht sein).
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass es schon kleine Abweichungen bei den Ronden gab, was hier wohl eher zutreffen könnte.

Ich persönlich würde an Hand der Fotos keine Zweifel an der Echtheit haben, jedoch würde ich mir solche Stücke nicht mehr zwingend in die Sammlung legen - höchstens für die Dublettensammlung zum Anfassen, wenn der Preis entsprechend stimmt ;-)
In den letzten Jahren hatte ich hunderte (Teil-)Rupienstücke in den Händen und dabei war der Anteil der Fälschungen verschwindend gering. Diese, offenbar beigemengten, Fälschungen waren ohne Probleme zu erkennen. Aus meiner Sicht stammten diese aus Asien... die im Weege teilw. beschriebenen Gussfälschungen waren (leider) nicht dabei.
Die Trefferquote für "bessere" bzw. zeitgenössische Fälschungen ist in den Gebieten wie Kaiserreich, Weimar, 3.Reich deutlich höher.
Aufpassen muss man mittlerweile aber überall, es sind auch Randgebiete mit Fälschungen durchzogen.
Im Zweifel hilft (nur) noch eine Materialanalyse - sind spätestens hier Abweichungen zur Norm (z.B. 905er statt 916er Silbergehalt), dann ist das Stück entweder etwas für die Rückgabe oder Fälschungsgalerie.

Gruß
cc

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