zufällig geriet ich an eine sehr schön erhaltene Bronzemedaille des Weltsprachenerfinders Johann Martin Schleyer. 1831 geboren als Sohn eines Hauptlehrers im badischen Lauda, entwickelte er zwischen 1875 und 1879 die Weltsprache "Volapük".
Ab 1852 studierte Schleyer an der Universität Freiburg, wo er bis 1855 Katholische Theologie, Philologie, Philosophie, Geschichte und ein Semester lang auch Medizin hörte. 1856 erhielt er die Priesterweihe. Bis 1875 besetzte er verschiedene Priesterstellen in Baden.
Während des Kulturkampfes wurde er wegen einer kritischen Predigtäußerung 1875 in Festungshaft genommen und für vier Monate nach Rastatt verbracht. Er ging mit zahlreichen Brandreden gegen die „Geißeln“ seiner Zeit an, nämlich Kommunisten( sehr sympathisch
Ab 1875 widmete er sich fast ausschließlich dem Studium von Fremdsprachen: Außer Altgriechisch und Lateinisch lernte er noch Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch, Rumänisch, Holländisch, Dänisch, Norwegisch, Rätoromanisch, Ungarisch, Kroatisch, Tschechisch, Slowenisch, Serbisch, Neugriechisch, Türkisch, Persisch, Arabisch, Hebräisch, Japanisch, Chinesisch, Sanskrit, Prakrit und andere Sprachen.
1885 wurde Schleyer aus gesundheitlichen Gründen pensioniert und zog 1889 in das Haus in der Schottenstraße um. Er war während seines ganzen Berufslebens ein einfacher Dorfpfarrer geblieben. 1894 wurde er von Papst Leo XIII. zum päpstlichen Hausprälaten ernannt.
Er starb 1912 in Konstanz.
Schleyer als Linguist
Johann Martin Schleyer beschäftigte sich – eigenen Angaben zufolge – intensiv mit 80 Sprachen und Dialekten und wurde vom Freiburger Erzbischof dem Papst als deutscher Mezzofanti vorgestellt. Schleyer sprach nach eigenem Bekunden 50 Fremdsprachen. Sicher ist, dass er Denksprüche in 22 Sprachen verfasste und Grammatiken und Wörterbücher in 25 Sprachen herausgab. Seine Sprachstudien erstreckten sich auf 88 Sprachen und Dialekte.
Ich hatte bislang keinerlei Ahnung das ein J.M. Schleyer überhaupt existierte noch das er eine Weltsprache kreierte. Faszinierend, würden Außerirdische vielleicht sagen...
Johann Martin Schleyer war der Urgroßonkel des späteren deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der 1977 von der RAF entführt und getötet wurde.
Vs.: Brustbild fast von vorne, Umschrift: Joh: Mart: Schleyer, Erfinder der Weltsprache
Rs.: Olivenzweig, darunter "Mekob-la läbik kemenis valik!", Konstanz 89,4,15, Handschriftlich "Schleyer"
Material: Bronze, Gewicht 49,27 Gramm, Durchmesser 50 mm, sehr schön-vorzüglich, selten
Der Satz "Mekob-la läbik kemenis valik!" stammt aus der Plansprache Volapük und bedeutet übersetzt: "Ich würde alle Nächsten glücklich machen!".
Der Satz drückt das idealistische Ziel Schleyers aus, durch seine Sprache die Menschheit zu vereinen und glücklich zu machen.
Quelle: Auch Wikiblödia, domradio.de
Beste Grüße
Udo