Münzwaagen & Münzgewichte

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

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Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Mo 07.02.22 20:04

Hallo,

ich nehme an, viele unter uns Sammlern haben das ein oder andere Münzgewicht oder vielleicht auch eine schöne Münzwaage in der Sammlung.

Vielleicht bekommen wir hier eine schöne digitale Ausstellung von Waagen und Gewichten zusammen...

Ich würde mich freuen, zahlreiche Objekte von Euch zu sehen.

Schöne Grüße
MR
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Mo 07.02.22 20:20

Ich kann dann auch mit drei italienischen Münzgewichten aus der Zeit um 1800 beginnen :-)

Doppia spagna
Dopia Genova
Luigi di Francia
Dateianhänge
P1170344.jpg
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Zwerg » Mo 07.02.22 21:01

Bergische Münzwaagen sind auch heute noch häufig anzutreffen.
Ich stelle jetzt einfach einmal ein recht einfaches und häufiges Exemplar ohne große Beschreibung ein.
Näheres irgendwann später.
Wichtig beim Waagensammlen ist, daß alle Gewichte (auch die Untergewichte) original sein sollten.
Ergänzen ist ganz schwierig, da richtig "auf Maß" gearbeitet wurde.

Grüße
Klaus
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Di 08.02.22 18:22

Eine sehr ansprechende Waage !

Von meiner Seite wieder nur ein einzelnes Gewicht, auch zeitlich deutlich später.

Ein Passiergewicht für die österreichischen und ungarischen 10-Kronen/Korona-Stücke.
Dateianhänge
Passiergewicht_10_Kronen.jpg
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von olricus » Mi 09.02.22 15:40

Auch ich möchte mal 3 alte Münzgewichte vorstellen, leider etwas korrodiert,
da es Fundstücke sind, Kantenlänge jeweils ca. 15 mm, Gewichte von links
beginnend: 2,95 g, 3,00 g, 1,56 g, durch die Korrosion sicher etwas Materialverlust.
Vielleicht kann mir ein Experte bei der Bestimmung helfen :D
Dateianhänge
5282.JPG

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von olricus » Mi 09.02.22 16:20

Hier noch ein Münzgewicht zu 1 Maxdor, bayrische Goldmünze aus dem 18. Jahrhundert,
Gewicht 6,24 g, Kantenlänge ca. 13 mm, Dicke ca. 4 mm, auch ein etwas korrodiertes
Fundexemplar.
Dateianhänge
5283.JPG

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Zwerg » Mi 09.02.22 21:33

olricus hat geschrieben:
Mi 09.02.22 15:40
Vielleicht kann mir ein Experte bei der Bestimmung helfen :D
1 und 2 sind 1/2 Pistole (auch Escudo, Dublone etc.) oder 1 Pistolet
3 = 1/4 Laurel (XX Shillings = 1 Pound), in Kölner Waagen als "Umbkicker" bezeichnet.
In England drehte sich das Kopfbild der Münzen bei einem Thronwechsel. Unter Jakob kam es mit der Einführung des Laurel 1619 zu einer Änderung der Blickrichtung, ohne daß ein Herrscherwechsel stattgefunden hat. Traditionell wurde die Bezeichnung auf den Waagen auch später beibehalten.

Grüße
Klaus
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von olricus » Mi 09.02.22 21:56

Hallo Zwerg,
recht vielen Dank für Deine schnelle Antwort und die umfassende Bestimmung meiner
Stücke. Es ist schon erstaunlich, wie diese Gewichte nach Sachsen gekommen sind
und dann noch bei Gartenarbeiten usw. gefunden wurden, als langjähriger Vorsitzender
eines Sammlervereins wurden sie mir immer mal zugetragen.
Ich hab noch 2 Stücke, die ich in den nächsten Tagen einstellen werde, vielleicht
kannst Du auch da helfen.

Viele Grüße aus Torgau nach Wuppertal von olricus

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Sa 12.02.22 20:59

Heute ist mir wieder ein tolles und spannendes Stück ins die Sammlung gekommen, und zwar (wieder einmal) ein einzelnes Münzgewicht zu

100 Dukaten

von 1867 aus Wien.

Auf der Unterseite noch punziert mit FS (was ich momentan leider nicht auflösen kann, an meinen Eiselmayer komme ich erst wieder am Dienstag).

Bilder kann ich momentan aus den bekannten technischen Problemen nicht liefern, und diese großen Gewichte scheinen so selten zu sein, dass ich nicht einmal ein Vergleichsexemplar verlinken kann.

Schöne Grüße
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von olricus » So 13.02.22 21:10

Hallo, ich will mal noch 2 Bodenfunde von Münzgewichten (oder ist es vielleicht nur Schrott)
vorstellen, würde mich über Bestimmungen freuen:
1. Gewicht, wahrscheinlich verprägt, Gewicht 6,03 Gramm, Kantenlänge ca. 1,4 cm
2. Gewicht ? beidseitig wappenähnliche Prägung, stark korrodiert, 2,32 Gramm, 1,35 cm
Gruß olricus
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5283.JPG
5285.JPG
5284.JPG

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von LordLindsey » Mo 21.02.22 19:33

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Oh, ein tolles Thema, da hab ich auch einiges in meiner Sammlung.

Da fang ich dich mal mit der Dukatenwaage von Adolf Deinert an, um 1740 aus Nürnberg. Diese Waage stammt noch aus der Zeit, in der der Dukat noch die herrschende Goldmünze war, nachdem der Goldgulden verschwand und bevor der brasilianische Goldrausch und der einsetzende Absolutismus die verschiedenen Xxx d’or hervorbrachten.

Dabei lag ein Dukatengewicht (kein Dublonenaufgewicht!), - das wurde sicherlich nachträglich hinzugefügt, oder?

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Mo 21.02.22 20:35

Die Waage ist ja als Spezialität so konstruiert, dass eben kein Münzgewicht benötigt wird (Siehe auch das Etikett im Deckel), daher ist das beiliegende Gewicht sicher später dazugekommen.

Ein schönes Exemplar und ein schönes Foto samt passender Münze !

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Zwerg » Mo 21.02.22 20:40

LordLindsey hat geschrieben:
Mo 21.02.22 19:33
das wurde sicherlich nachträglich hinzugefügt, oder?
Korrekt. Diese Dukatenwaagen benötigten kein Gewicht, man konnte allerdings auch Dublonen wiegen "wenn" man ein zusätzliches Gewicht
auf die Waagschale legte.
Anbei Foto und ausführliche Beschreibung solch einer interessanten Waage aus einer Peus-Auktion
image02457.jpg
https://www.numisbids.com/n.php?p=lot&sid=1936&lot=2457

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von LordLindsey » Mo 21.02.22 23:41

Ja, die Dukatenwaagen mit dem Dublonenaufgewicht sind nochmal ein besonderes Schmankerl. Bei der Peuswaage fehlt aber leider, wie so häufig, das Aufgewicht.

Als naechstes die zweite Spezialität der Nuernberger Gelbgiesser, das Dukaten Bechergewicht (das ich gerade vor 3 Wochen erstanden habe :)). Hier ein seltenes Exemplar zu 64 Dukaten (32 Dukaten ist häufiger) von Johann Konrad Schön mit seinem Zeichen, dem Meerross. Dazu das Nürnberger Wappen und der Eichmeisternummer 1788. Innen liegend leider nur die 4 Becher zu 16, 8, 2 und 1 Dukaten, die anderen fehlen leider. D.h. das Set wiegt zusammen 59 Dukaten…
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Sa 10.09.22 17:23

Mir ist heute wieder eine Münzwaage zugelaufen, und zwar eine Wiener Münzwaage von 1787 im originalen Etui, aber leider wieder einmal ohne zugehörige Gewichte.

Jetzt liegen als Übergangslösung runde Papier Zettelchen mit passender Beschriftung im Etui, ich hoffe, die passenden Gewichte ergänzen sich mit der Zeit.

Schöne Grüße
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