Wie es der Zufall so will, gibt es in der neuesten Ausgabe des American Journal of Numismatics einen Artikel von David F. Fanning, "The Early Years of Numismatic Photography, 1849–1869", AJN 37, 2025, S. 213-302, der sich auch damit befasst: https://www.jstor.org/stable/27428147 (man benötigt hier einen Zugang zu JSTOR).Altamura2 hat geschrieben: ↑Di 18.11.25 16:22...Gab esLucius Aelius hat geschrieben: ↑Di 18.11.25 14:24... wenn's in den damaligen Katalogen naturgemäß noch gar keine photographischen Abbildungen gab? ...: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t5370850g/f45.item
...
Fanning ist der Eigentümer von Kolbe & Fanning Numismatic Booksellers (https://www.numislit.com/), die sich auf numismatische Literatur spezialisiert haben und dazu auch regelmäßig Auktionen veranstalten. Der sollte sich also auskennen
Mehr oder weniger dasselbe Thema wie in dem Artikel handelt Fanning aber auch in einem Vortrag "Early Numismatic Photography" von 2022 und in "Early Numismatic Photography, 1849-1869" von 2024 ab, da kann jetzt jeder reinschauen
https://archive.org/details/nnpsv25DavidFanning , https://archive.org/details/stlacsg20240815fanning
Zu Beginn gibt Fanning in seinem Artikel einen kurzen Abriss sowohl über die Geschichte von numismatischen Illustrationen und deren verschiedenen Techniken als auch über die Entwicklung der frühen Fotografie im Allgemeinen. Dann werden viele Beispiele der ersten Verwendungen von Fotografie für die Darstellung von Münzen genannt und die verschiedenen technischen Ansätze dazu beschrieben (wenn es um US-amerikanische Publikationen geht, wird Fanning allerdings recht detailliert, da hab' ich manches eher überlesen
Da sich das alles vor mehr als 150 Jahren abgespielt hat, kann man auch die meisten der erwähnten Beispiele irgendwo im Netz aufstöbern und sich anschauen.
Der erste numismatische Auktionskatalog mit fotografischen Abbildungen war laut Fanning dann das "Verzeichniss einer Brandenburg-Preussischen Münzsammlung, welche am 27. April und an den folgenden Tagen zu Berlin öffentlich versteigert werden soll" des Münzhändlers Carl Fieweger von 1868, das man hier sehen kann: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t54200255x , die zwei fotografischen Tafeln sind diese:
. (https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t5 ... x/f97.item , https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bd6t5 ... x/f99.item)
Seltsamerweise werden im Vorwort des Katalogs zwar die Mengen an "vortrefflich in Holz geschnittener Abbildungen" gelobt, die Fotografien aber mit keinem Wort erwähnt
Bei den frühen Fotografien in Veröffentlichungen wurden nämlich zunächst Abzüge hergestellt (Albuminabzug wird da meist genannt) und diese dann als ganze Seiten eingebunden oder auf Buchseiten aufgeklebt. Manchmal wurden sogar die Münzen einzeln ausgeschnitten und manuell in die Bücher eingeklebt
Es wurden sowohl die Münzen selbst, als auch Gipsabgüsse davon fotografiert, das hat beides jeweils Vor- und Nachteile (ich hatte immer gedacht, dass damals vor allem Abgüsse abgelichtet wurden
Im Grunde gab es auch schon einen (von Fanning zitierten) Artikel von Matthias Barth ""... das treuste Bild des Originals" - zum Vorkommen photographischer Illustrationen in frühen numismatischen Auktionskatalogen und Zeitschriften", JNG 62, 2012, S. 379-477, der dieses Thema bereits behandelte, aber leider nicht online verfügbar ist. Was da drinsteht, kann ich also nicht sagen
Und wenn man weiter sucht, dann findet man noch eine ganze Menge weitere Literatur, die sich der Geschichte numismatischer Veröffentlichungen widmet, da könnte man sich noch lange damit beschäftigen
Gruß
Altamura