Wie findet Ihr "Quasi-Geld"?

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 19.09.07 12:19

Wie haltet es ihr mit Jetons, die definitiv nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt waren und trotzdem als Geld verwendet wurden. Beispiele aus der Zeit um 1800 hätte ich viele, modernes Beispiel waren die italienischen Telefongettoni? Grüße, KarlAntonMartini
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B12
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Beitrag von B12 » Mi 19.09.07 12:27

= Notgeld ?

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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 19.09.07 12:55

Gut dann hätten wir eine dritte Kategorie. Es gäbe also Münzen (für den Zahlungsverkehr bestimmt und gebraucht), Nichtmünzen (nicht ernsthaft für den Zahlungsverkehr bestimmt und auch nicht gebraucht) und Notgeld (nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt aber doch gebraucht). Da müssen wir glaube ich noch dran arbeiten. Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von jannys33 » Mi 19.09.07 13:06

Token würde ich nicht als Notgeld bezeichen.

Der Sinn und Zweck von Notgeld ist ein ganz anderer als wie der eines Telefontoken. Schon weil Notgeld für den Zahlungsverkehr bestimmt war.
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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 19.09.07 13:42

Die Kategorie Münzen wäre also zu unterteilen in reguläre Münzen und irreguläre Münzen (die nicht vom Inhaber des Münzregals stammen). Die irregulären Münzen könnte man dann weiter aufspalten in solche, die zu einer dauerhaften Benutzung gedacht waren (zB Token) und andere, die aufgrund eines unvorhergesehenen Mangels an Münzgeld produziert wurden (Notgeld). Meine Mittelkategorie muß dann umbenannt werden, ich schlage Ersatzmünzen vor. Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von Dietemann » Mi 19.09.07 13:45

jannys33 hat geschrieben:Token würde ich nicht als Notgeld bezeichen.
Na dann übersetz mal den Begriff Token. Ich habe mich bisher sehr schwer damit getan. Er kommt wohl aus dem Englischen und soll doch wohl geprägte Marken bezeichnen, die nicht als reguläres Geld ausgegeben wurden, sondern von privater Seite, die aber wie reguläres Geld genommen (token) wurden, oder?

Da gibt es dann für mich keinen Unterschied zu den Kleingeldersatzmarken der deutschen Städte nach 1917 oder zu den Notgeldscheinen aller möglichen Institutionen während der deutschen Inflation oder auch zu den Judenpfennigen von 1822.

Ich hatte das alles unter Notgeld (engl. Token) subsumiert.

Gruß, Dietemann

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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 19.09.07 13:57

Token heißt eigentlich Zeichen, es kommt nicht von to take. Also Geldzeichen, das im Gegensatz zum richtigen Geld nicht den vollen Edelmetallwert hatte. Es gab staatliche Bank-Token und eben die privaten. Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von jannys33 » Mi 19.09.07 13:59

Gut, nur für mich sind Token zweckgebunden, zB. Telefontoken, Duschmarke, Kaffeetoken usw., während man Notgeld zwar meist Regional begrenzt aber doch wie Normales Geld benutzen konnte.

@KarlAntonMartini
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Münzen mit denen man nirgends bezahlen könnte, würde ich als geprägtes Metall bezeichnen. (der Begriff Medaille wäre zu schade)
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Beitrag von Schwarzschaf » Mi 19.09.07 14:00

jannys33 hat geschrieben:Also für mich ist eine Münze, ein Zahlungsmittel.
Wenn ich damit bezahlen kann ist es eine Münze, vollig egal ob aus Gold, Silber oder sonstwas für Metallen. Und auch ob PP, BU oder vom Traktor überfahren, wenn ich damit irgendwo bezahlen kann ist es eine Münze.
Mit einer "100 Euro Goldmünze" kannst Du versuchen zu bezahlen - entweder wirst Du wegen mutmaßlicher Fälschung angezeigt - oder sie holen die Leute mit der Zwangsjacke.
Weil ich nicht alles weiß, bin ich neugierig

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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 19.09.07 14:15

jannys33 hat geschrieben:Gut, nur für mich sind Token zweckgebunden, zB. Telefontoken, Duschmarke, Kaffeetoken usw., während man Notgeld zwar meist Regional begrenzt aber doch wie Normales Geld benutzen konnte.

@KarlAntonMartini
Nichtmünzen (nicht ernsthaft für den Zahlungsverkehr bestimmt und auch nicht gebraucht)
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Münzen mit denen man nirgends bezahlen könnte, würde ich als geprägtes Metall bezeichnen. (der Begriff Medaille wäre zu schade)
Deshalb heißt es ja Nichtmünzen, dazu gehört alles, was andere Pseudomünzen nennen, was nur gegen Aufpreis zu haben ist. Medaillen auch, man muß also unterteilen in Nichtmünzen ohne Gebrauchsfunktion und solche mit Gebrauchsfunktion (Spielmarken, Eintrittsmarken etc.) Bei den Nichtmünzen ohne Gebrauchsfunktion kann man einteilen in solche mit künstlerischem Anspruch (Medaillen) und den anderen. (Langsam muß ich mir eine Skizze machen) Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von jannys33 » Mi 19.09.07 15:03

Bloss dann gibt es ja noch Nichtmünzen mit Bezahlfunktion, auch wenn es keiner machen würde und viele sich damit schwer tun. Mit einem dt. 10er auch in PP kann ich einkaufen gehen. Mit dem 100er übrigens auch, ich kenn mind. 2 Geschäfte wo das problemlos geht.

Oder der RV 2er aus Slowenien, ohne Aufschlag bei der Bank zu haben gewesen, im Umlauf praktisch nicht vorhanden und nur zum 10-15 fachen Nominalwert zuerhalten.

Solche Unterteilung ist sehr schwierig und meist vom eigenen Standpunkt abhängig.
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Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 19.09.07 17:02

Da bräuchten wir bei den Nichtmünzen eine eigene Unterkategorie: Uneigentliche Nichtmünzen, das sind die Dinger mit denen nur Betrunkene und Wahnsinnige bezahlen, weil der Ausgabepreis über dem Nominalwert liegt. - Jetzt sollten wir mal unsere Lepidopterologen zu Hilfe bitten, die haben doch Ahnung, wie man schöne Nomenklaturen macht. Grüße, KarlAntonMartini
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Beitrag von jannys33 » Mi 19.09.07 18:11

Naja den 10er gibts ja für 10€ bei der Bank, da brauch man nichts trinken um damit zu bezahlen :wink:

Ob es hier Schmetterlingssammler gibt :?:
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Beitrag von petzlaff » Mi 19.09.07 20:34

Eine 100EUR Goldmünze ist eine sogenannte Bullion-Coin, also ein in diesem Fall als Münzwert ausgeprägter Goldbarren (zahlreiche Staaten prägen Bullions aus Gold, Silber und Palladium.

Der effektive Münzwert (als Zahlungsmittel) ist gleich Null, weil keiner, der so ein Teil besitzt, es jemals an der Tanke zum Kauf für Kaugummi am Schalter oder Präservative am Automaten (die würden das Stück wohl auch abweisen, da nicht magnetisch) ausgeben würde.

Um bilanztechnisch gegenüber der Bundesbank und übergelagerten internationalen Behörden revisionsfähig zu sein, muss bei einer derartigen "Sonderprägung" vordergründig der definitiv nicht vorhandene Umlaufmünzen-Charakter gewahrt bleiben. Schließlich sind alle der staatlich ausgegebenen Münzen mit gültiger Wertbezeichnung im Muster der gesetzlich angekündigten Designs über Jahrzehnte hinaus in die offizielle Staatsbilanz forecasted und fakturiert.

Ein schönes Beispiel für die indirekte Steuerschöpfung zum Schaden der Sammler, die solche Barren einfach nur schön finden oder halt eben nach Katalognummern komplett sein wollen.

LG
petzlaff
Liebe Grüsse

petzlaff

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Beitrag von jannys33 » Mi 19.09.07 20:53

petzlaff hat geschrieben:...............
Der effektive Münzwert (als Zahlungsmittel) ist gleich Null, weil keiner, der so ein Teil besitzt, es jemals an der Tanke zum Kauf für Kaugummi am Schalter oder Präservative am Automaten (die würden das Stück wohl auch abweisen, da nicht magnetisch) ausgeben würde.

........
Da hast du praktisch Recht, aber theoretisch würde ich Ware im Gegenwert von 100€ bzw. beim 200er für 200€ erhalten.

Ich würde jedenfalls keinen Kunden damit wegschicken :wink:
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