Geldbeutel und ihr Inhalt im Mittelalter: Bunt gemischt?

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

Moderator: Locnar

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bingoHH
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Re: Geldbeutel und ihr Inhalt im Mittelalter: Bunt gemischt?

Beitrag von bingoHH » Mo 01.03.10 17:30

Naja, der Begriff "geschlossenes Währungsgebiet" scheint mir in der Definition wie verwendet, nicht besonders sinnvoll:

Bei Münzen, die keine reinen Scheidemünzen sind, bräuchte man entweder ein großes Land, e.g. Frankreich, oder eine Insel, e.g. England, um der Definition zu genügen. In Deutschland wäre dann ja wohl erst 1908, nach Abschaffung der Taler ein geschlossenes Währungsgebiet geschaffen.

Ich bin mir nicht sicher, was Herr Klüßendorf geschrieben hat (dessen Arbeiten ich sehr schätze), aber im Prinzip scheint mir der Begriff für die Zeit vor den Nationalstaaten nicht wirklich relevant zu sein.

Oder?

Ryu83
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Re: Geldbeutel und ihr Inhalt im Mittelalter: Bunt gemischt?

Beitrag von Ryu83 » Sa 26.06.10 05:55

Wow... interessanter Thread!
Aber nun muss ich auch noch ein paar Notizen dazu geben...

Zu der dritten Klasse:
Ich fand es bemerkenswert wie einige Münzen in diesem Bereich ihren *Wert* wiederzugeben versuchten.
Einige waren offensichtlich billig und praktisch nur noch das Wert was drauf steht, was schon unserem FIAT Geld recht nahe kommt, andere versuchten krankhaft den Silbergehalt auf den Fuß zu optimieren und gleichzeitig die Münze auf eine brauchbare Größe zu bringen.
So habe ich einen Mecklenburger Schilling von aus dem 18. Jh der kaum dicker als Papier ist, aber dennoch nur einen Bruchteil an Silber enthält und schon wegen der Größe sicher nicht praktisch war, andererseits gibt es öst. Kreuzer aus Kupfer die gute 3mm dick sind bei keinen 2cm Durchmesser, so als würde man versuchen den Wert der Münze im Kupferpreis widerspiegeln wollen...
Die Zeit wo man anfing das Geld von seinem Metallwert zu trennen finde ich ziemlich interessant!

Davor war es ja auch nicht unüblich einfach mal die kleinen Münzen zu halbieren, je nach bedarf...
Ich würde die Bauern auch nicht gleich als Dumm bezeichnen... Sie werden sicher genau gewusst haben was Ihr Geld wert ist und auch das ein 1/6 Kreuzer aus Habsburg vielleicht mehr wert ist als ihr eigener...
Ich würde Geld in dem Punkt nicht so sehr als unser heutiges Ideal von ideellem Wert einer Münze, der auf vertrauen basiert kennzeichnen, sondern wirklich als Tauschhandel: *ich gebe dir 1kg Weizen für 2g Feinsilber* Ob das am ende 10Kreuzer aus Sachsen, oder 5 Groschen aus Preussen waren ist in dem Moment wohl nicht so wichtig gewesen...
Bei den reinen Scheidemünzen aus Kupfer würde ich dann sagen, das wie heute auch nach bedarf und angebot ging... Wenn es großen bedarf ging und die leute dem Staat trauten, waren das sichere Werte, wenn grade Krieg war und man mit den Scheidemünzen die nichts *Wert* waren versuchte die Leute zu betrügen merkten die das auch schnell und wichen auf andere Münzen aus...

Ich hab da eine interessante Anekdote aus Brasilien...
In Rio de Janeiro ist das Münzgeld eine Zeit lang mehr *Wert* gewesen als der aufgedruckte Wert, sprich man bekam für 100Reales scheine, nur 80 Reales Münzen, oder weniger!
Weil das Bussystem zu 100% mit Münzen funktionierte und jeder Busfahrende mit Münzen zahlen musste, aber die Regierung aus Geldmangel und Inflationsgründen kaum noch Münzen prägte und so ein großer *bedarf* bestand, den man nicht erfüllen konnte und so stieg der Wert! ;)

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BIGCOIN
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Registriert: Sa 05.06.10 00:37

Re: Geldbeutel und ihr Inhalt im Mittelalter: Bunt gemischt?

Beitrag von BIGCOIN » Sa 26.06.10 20:12

Hallo. Wie war das mit den verschiedenen Münzen und dem bezahlen so zwischen 11-13 Jahrhundert so in Barbarossa`s Zeiten und davor, war es da schon genau so wie im 15-17 Jahrhundert, oder gab es da Unterschiede ??

PS: Bin nicht ganz so bewandert mit den einzelnen Epochen. :D
Der geduldige Vogel ersteigert die Münze.

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