Gewicht Grain/Korn

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

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mjbn1977
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Gewicht Grain/Korn

Beitrag von mjbn1977 » Mi 27.01.21 17:40

In dem Buch "Die bayerischen Münzen des Hauses Wittelsbach" von Baierlein von 1868 gibt der Autor die Muenzgewichte mit Grain an. Ich weiss das ein Grain normalerweise etwa einem 1/15 Gramm entspricht (ca. 65mg), aber auch das es geografische und zeitliche Unterschiede gab. Weiss jemand wieviel das Grain/Korn im Bayern in 1868 entsprochen hat bzw. was der Autor wohl in 1868 zu Grunde gelegt hat?

Andechser
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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von Andechser » Mi 27.01.21 18:44

An deiner Stelle würde ich mich eher auf seinen späteren Katalog verlassen (Die Medaillen und Münzen des Gesammthauses Wittelsbach), der ist deutlich zuverlässiger und wird noch immer als Zitierwerk genutzt.
Digital gibt es die beiden Bände hier:
http://dlib.gnm.de/item/4Lw189_4-1.1/html
http://dlib.gnm.de/item/4Lw189_4-1.2/html

Zu den Gewichten gab es die im Königreich Bayern gültigen Standardgewichte und die nur für das Münzwesen verwendeten Münzgewichte. Was Beierlein 1868 verwendet hat, könnte man am Beispiel einer Münze mit bekanntem Gewicht leicht nachrechnen. Hier zwei Links dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Alte_Ma%C ... )#Gewichte
https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(Gew ... sche_Mark)

Beste Grüße
Andechser

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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von mjbn1977 » Mi 27.01.21 20:16

Andechser hat geschrieben:
Mi 27.01.21 18:44
An deiner Stelle würde ich mich eher auf seinen späteren Katalog verlassen (Die Medaillen und Münzen des Gesammthauses Wittelsbach), der ist deutlich zuverlässiger und wird noch immer als Zitierwerk genutzt.
Digital gibt es die beiden Bände hier:
http://dlib.gnm.de/item/4Lw189_4-1.1/html
http://dlib.gnm.de/item/4Lw189_4-1.2/html

Beste Grüße
Andechser
Danke. Ich hab beide. Aber das aeltere Werk hat Angaben zu Silbergehalt (in Lot) und Gewicht (in Grain). Das neuere Werk hat diese Angaben nicht.
Zuletzt geändert von mjbn1977 am Mi 27.01.21 21:29, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von mjbn1977 » Mi 27.01.21 20:21

In dem aeltern Buch schreibt Baierlein, dass die Funde der Regensburger HO Pfennige im Durchschnitt 17gra haben.....ist das nicht zu viel?

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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von Andechser » Do 28.01.21 05:51

Also wenn man Korngran für Silber in die Gleichung einsetzt, dann kommt ein relativ realistischer Wert dabei heraus.

Beste Grüße
Andechser

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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von KarlAntonMartini » Do 28.01.21 10:11

Ich zitiere mal aus dem Krünitz:

"Gran, (das) L. Granum, Fr. Grain, eine Art eines kleinen Gewichtes, welches besonders in den Apotheken üblich ist, und den 20ten Theil eines Skrupels, oder den 60ten Theil eines Quentleins, oder den 480ten Theil einer Unze, (ungefähr die Schwere eines trocknen Pfefferkornes) beträgt; aus dem Lat. Granum, weil man die Schwere eines Gerstenkornes zur ersten Bestimmung dieses Gewichtes annahm.

Es muß das Gran von einem mittelmäßig dicken, gut ausgewachsenen, und nicht allzu trocknen Gerstenkorne verstanden werden. Da aber dieses in seiner Dicke und Schwere sehr von einander abweicht, so wählt man lieber solche Körner, welche einem wahren und am wenigsten abwechselnden Gran am Gewichte gleich sind, dergleichen man in dem Hanfsamen, welcher frisch und völlig ist, finden wird. Denn ein Hanfkorn wiegt just ein halbes Gran, so daß man ihrer 2 zu einem richtigen Gran, deren 20 auf einen Skrupel gehen, haben muß; und also 40 Hanfkörner eigentlich so viel, als das Gewicht wägen, welches den dritten Theil eines Quentleins beträgt.

Das Gran, als ein Gold= und Silbergewicht, hält 3 Grän; 6 Gran machen 1 Loth, und 96 eine Mark. Siehe Grän, und Granotino. ..."

Zum online-Krünitz: http://www.kruenitz1.uni-trier.de/site/a_to_z.htm . Herunterscrollen bis online..., da finde ich keine eigene URL. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von mjbn1977 » Do 28.01.21 14:41

Andechser hat geschrieben:
Do 28.01.21 05:51
Also wenn man Korngran für Silber in die Gleichung einsetzt, dann kommt ein relativ realistischer Wert dabei heraus.

Beste Grüße
Andechser
In dem Fall handelt es sich dann um 50.8 mg und nicht um die oben beschriebenen ca. 65 mg.

Ich habe es mal an drei Muenzen, welche ich besitze, ueberprueft. Die Erste ist Witt.145/Beierlein 52-54 und das passt genau. Die Zweite ist Beierlein 39, wobei meine Muenze etwas schwerer ist. Bei der Dritten, dem HO Pfennig Emmerig246/Beierlein 33/34, passt es auch recht genau (meine Muenze ist etwa 0.05 Gramm leichter).

Damit wuerde ich mal sagen, dass sich meine Frage beantwortet hat. Es handelt sich um das Korngran fuer Silber. Vielen Dank!

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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von mjbn1977 » Do 28.01.21 17:00

Jetzt hab ich noch was in der Einleitung zu Beierleins Buch gefunden (wer lesen kann ist klar im Vorteil). Da schreibt er, dass "das Gewicht in Dukaten-Grän (60 Grän = 1 Dukate)" angegeben ist. Das wirft aber neue Fragen auf: Was ist ein Dukaten-Grän?

Die Einleitung hat auch eine weitere Frage aufgeworfen. Er spricht davon, dass er die gaengigen Seltenheitsangaben R. RR. und RRR. Was hat es mit diesen auf sich? R selten, RR sehr selten, RRR sehr sehr selten?
Zuletzt geändert von mjbn1977 am Do 28.01.21 19:07, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Gewicht Grain/Korn

Beitrag von Zwerg » Do 28.01.21 17:12

Der Dukat wog 3,5 g rau. Geteilt durch 60 macht dann 0,058 g fürs Grän - passt!
Mit den SEltenheitserklärungen bist Du auf dem richtigen Weg

Grüße
Klaus
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