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Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Do 30.04.26 20:21
von guardsman
Hallo,
am 25. März 2026 sind meine Münzen bei NGC Deutschland angekommen und befinden sich (Stand: heute 30. April 2026) immer noch da und noch nicht zum Graden in die USA versendet. Seit 35 Tagen liegen sie nun in München ohne das ich bisher eine Rechnung o.ä. bekommen habe!
Aktuell wird die Bearbeitungszeit mit 80 Tagen angegeben. Wenn das so weiter geht kann ich froh sein die Münzen zu Weihnachten dieses Jahr zurück zu bekommen?! Mich wundert da gar nichts mehr.
Und das alles nach der unverschämten Preiserhöhung zu Jahresbeginn. Weiß jemand was dort in diesem Saftlad... ich meine in München los ist???
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Sa 02.05.26 13:00
von ischbierra
Laß das graden. Freiheit für die Münzen!
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Mo 04.05.26 17:09
von guardsman
Sorry, aber die Zukunft gehört definitiv dem Graden
Allein schon im Erbfall möchte ich es meinen (münzunkundigen) Hinterblieben im Verkaufsfall nicht zumuten müssen die Münzen bei einem sog. "Münzhändler" bewerten zu lassen. Im Slab sind hochwertige Münzen (reinigungs-) sicher aufbewahrt, eindeutig bestimmt und der Erhaltungsgrad zweifelsfrei festgelegt.
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Mo 04.05.26 17:16
von Wurzel
guardsman hat geschrieben: ↑Mo 04.05.26 17:09
Sorry, aber die Zukunft gehört definitiv dem Graden
Allein schon im Erbfall möchte ich es meinen (münzunkundigen) Hinterblieben im Verkaufsfall nicht zumuten müssen die Münzen bei einem sog. "Münzhändler" bewerten zu lassen. Im Slab sind hochwertige Münzen (reinigungs-) sicher aufbewahrt, eindeutig bestimmt und der Erhaltungsgrad zweifelsfrei festgelegt. Basta!
Kann ich bei modernen oder besonders hochpreisigen extrem gut erhaltenen Münzen nachvollziehen.
Bei meinem Sammelgebiet, besonders bei den Bronzen, aber vollkommen unnötig.
Aber jeder wie er mag
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Mo 04.05.26 18:17
von Andechser
guardsman hat geschrieben: ↑Mo 04.05.26 17:09
Sorry, aber die Zukunft gehört definitiv dem Graden
Allein schon im Erbfall möchte ich es meinen (münzunkundigen) Hinterblieben im Verkaufsfall nicht zumuten müssen die Münzen bei einem sog. "Münzhändler" bewerten zu lassen. Im Slab sind hochwertige Münzen (reinigungs-) sicher aufbewahrt, eindeutig bestimmt und der Erhaltungsgrad zweifelsfrei festgelegt.
Aber wie erklärst du dann, dass man, wenn man eine Münze mehrmals zur gleichen Firma zum Grading schickt, je nach Grader unterschiedliche Ergebnisse erhält? Wobei das beste Grading bei der dritten Einsendung zurückkam. Hab den Spaß bei einem Sammlerfreund live miterlebt.
Beste Grüße
Andechser
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Mo 04.05.26 18:32
von guardsman
Andechser hat geschrieben: ↑Mo 04.05.26 18:17
Aber wie erklärst du dann, dass man, wenn man eine Münze mehrmals zur gleichen Firma zum Grading schickt, je nach Grader unterschiedliche Ergebnisse erhält? Wobei das beste Grading bei der dritten Einsendung zurückkam. Hab den Spaß bei einem Sammlerfreund live miterlebt.
Ganz einfach: Weil nicht jede Grading-Firma für jede(n) Münze (-wert) geeignet ist. Alle Grading-interessierten Kenner wissen wovon ich rede

Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Mo 04.05.26 18:36
von Andechser
guardsman hat geschrieben: ↑Mo 04.05.26 18:32
Ganz einfach: Weil nicht jede Grading-Firma für jede(n) Münze (-wert) geeignet ist. Alle Grading-interessierten Kenner wissen wovon ich rede
Dann sind aber nach deiner Logik gerade die großen US-Grading Firmen nicht für US-Münzen des 19. und 20. Jahrhunderts geeignet.
Beste Grüße
Andechser
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Mi 06.05.26 19:55
von guardsman
Zurück zum Thema: Hat keiner aktuell gerade Gradings bei NGC in München am laufen?
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Do 18.06.26 11:27
von Weimaricus
Hallo zusammen,
bin neu hier im Forum und möchte allen Sammlern zunächst ein freundliches Hallo sagen.
Ich habe in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass sich der Service von NGC spürbar verschlechtert hat.
Seit der letzten Preiserhöhung gibt es nach meiner Wahrnehmung sehr lange Wartezeiten, bis Sendungen, die bereits in München angekommen sind, überhaupt im System erfasst werden. Anschließend vergehen oft weitere Wochen oder sogar Monate, bis die Einlieferungen in den USA eingebucht werden.
Auch zwischen den einzelnen Statusschritten scheint es zu erheblichen Verzögerungen zu kommen. Teilweise verbleiben Einreichungen über viele Wochen ohne erkennbaren Bearbeitungsfortschritt in München.
Hinzu kommt, dass E-Mail-Anfragen häufig erst nach langer Zeit oder oftmals gar nicht beantwortet werden.
Täuscht mein Eindruck, oder hat sich der Service von NGC in den letzten fünf bis sechs Monaten tatsächlich deutlich verschlechtert?
Mich würden – ähnlich wie den Beitragsverfasser Guardsman – eure aktuellen Erfahrungen interessieren, insbesondere bei Einreichungen über München im Vergleich zu Direkteinreichungen in die USA. Über Letzteres denke ich inzwischen ernsthaft nach, bevor ich möglicherweise sogar einen Wechsel zu PCGS in Betracht ziehe.
Viele Grüße
Weimaricus
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Do 18.06.26 17:08
von KarlAntonMartini
guardsman hat geschrieben: ↑Mo 04.05.26 17:09
Sorry, aber die Zukunft gehört definitiv dem Graden
Allein schon im Erbfall möchte ich es meinen (münzunkundigen) Hinterblieben im Verkaufsfall nicht zumuten müssen die Münzen bei einem sog. "Münzhändler" bewerten zu lassen. Im Slab sind hochwertige Münzen (reinigungs-) sicher aufbewahrt, eindeutig bestimmt und der Erhaltungsgrad zweifelsfrei festgelegt.
Und Du glaubst daran, daß Händler den entsprechenden Preis bezahlen, der sich aus der gegradeten Erhaltung nach der Formel Grade * Katalogwert (ja welcher Katalog) plus Aufwand für das Grading ergibt. Für unkundige Erben wäre der Hinweis auf ein solides Auktionshaus m.E. sinnvoller.
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Fr 19.06.26 11:47
von Weimaricus
Wenn ich auch etwas dazu sagen darf:
Da hast Du natürlich recht, dass nicht jeder Händler automatisch den theoretischen „Grade × Katalogwert“-Preis bezahlt. So einfach funktioniert der Sammlermarkt nicht.
Für mich liegt der Hauptvorteil des Gradings aber an anderer Stelle: Die Münze ist dauerhaft bestimmt, vor unsachgemäßer Behandlung geschützt und ihr Erhaltungszustand wird von einer unabhängigen Stelle dokumentiert – wobei man über das Wort „unabhängig“ sicherlich ebenfalls diskutieren kann. Gerade für Erben, die sich mit Münzen überhaupt nicht auskennen, ist das aus meiner Sicht eine enorme Hilfe.
Ein seriöses Auktionshaus ist selbstverständlich ebenfalls eine gute Lösung. Allerdings habe ich in den letzten Jahren auch oft erlebt, dass Sammler ungegradete Münzen als „vorzüglich“ oder „Stempelglanz“ gekauft haben, die sich später als gereinigt, bearbeitet oder deutlich schwächer herausgestellt haben. Auch Auktionshäuser und Händler sind schließlich nicht unfehlbar, und wie in jeder Branche gibt es leider vereinzelt auch schwarze Schafe.
Bei hochwertigen Stücken schafft ein anerkanntes Grading daher zumindest ein gewisses Maß an Transparenz und Vergleichbarkeit. Es ersetzt nicht die eigene Fachkenntnis, kann aber helfen, Fehlbewertungen und Missverständnisse zu reduzieren.
Ob man graden lässt oder nicht, hängt letztlich vom Sammelgebiet, dem Wert der Münze und den persönlichen Zielen ab. Bei besseren Kaiserreich-, Weimarer- oder Goldmünzen halte ich es persönlich für sinnvoll, bei Massenware dagegen eher nicht.
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Fr 19.06.26 13:51
von Atalaya
Man sammelt dann aber keine Münzen mehr,.sondern überteuerte Plasteprodukte einer amerikanischen Firma, in denen zufällig Münzen stecken. Wer sowas mag...
Hier im Forum gehen da die Meinungen eben auseinander.
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Fr 19.06.26 23:01
von Weimaricus
Da hast Du völlig recht – hier gehen die Meinungen tatsächlich auseinander, und das ist auch gut so.
Ich persönlich sammle weiterhin die Münze und nicht den Kunststoff. Der Slab ist für mich lediglich eine Art Schutzverpackung mit zusätzlicher Dokumentation. Die Münze selbst bleibt ja dieselbe, egal ob sie im Album, in einer Kapsel oder in einem Slab steckt.
Wer Freude daran hat, seine Münzen selbst zu beurteilen und lose zu sammeln, soll das unbedingt tun. Ich denke, dass gerade bei hochwertigen Stücken die zusätzliche Absicherung durch Grading durchaus Vorteile haben kann – sei es beim Kauf, Verkauf oder später einmal für die Erben.
Ein weiterer Punkt ist für mich die Transparenz beim Kauf. Leider werden Münzen nicht immer optimal fotografiert, und manche Erhaltungsangaben fallen in der Beschreibung durchaus großzügiger aus als bei einer späteren Begutachtung. Wer schon einmal eine als „Stempelglanz“ angebotene Münze erhalten hat, die in Wirklichkeit eher vorzüglich war oder Bearbeitungsspuren aufwies, weiß vermutlich, was ich meine. Ein anerkanntes Grading kann solche Diskussionen zumindest reduzieren.
Und dass die Meinungen so unterschiedlich sind, ist vielleicht gar nicht schlecht. Wenn plötzlich alle Sammler ihre Münzen graden lassen würden, müssten wir bei NGC und PCGS vermutlich nicht mehr Monate, sondern Jahre auf die Rücksendung warten.
Letztlich gibt es in unserem Hobby viele Wege zum Ziel. Der eine sammelt lose, der andere in Kapseln, der nächste im Slab. Entscheidend ist doch, dass man Freude an den Münzen hat.
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Sa 20.06.26 08:48
von Atalaya
Faszinierend, wie sorgfältig in diesem Thread die talking points der Grading Firmen in ein angesehenes deutsches Forum eingearbeitet werden. Ist sowas eigentlich als virales Marketing zu werten oder als KI-Beeinflussung oder beides?
Tatsächlich macht es einen großen Unterschied, ob man Münzen sammelt oder Plastiksärge, das sollte doch jedem unmittelbar einsichtig sein. Die Gradingfirmen entfremden den Besitzer von seiner Münze, in dem sie sie in ein Produkt verwandeln, das den Anspruch hat, dauerhaft zu sein. Für.mich ist diese Praxis unglaublich amerikanisch und in hohem Maße lächerlich.
Amerikanisch, weil sie für viel Geld ein Sicherheitsversprechen verkauft, nach dem eigentlich niemand jemals gefragt hat. Wenn man eine toll erhaltene moderne Münze dauerhaft schützen möchte, reicht eine einfache Kapsel für ein paar Cent. Bei vormodernen Münzen wird es dann völlig absurd. Ein Objekt, das Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende überdauert hat, benötigt keine auf Dauer angelegte Umhüllung.
Wenn man sich ältere Slabs anschaut, zieht auch das Erben-Argument nicht mehr. Tut mir leid, aber die Dinger werden mit der Zeit unansehnlich, wie alle Plastesachen. Zudem kann niemand garantieren, dass die Datenbanken, in denen die Gradingfirmen ihre bezahlten Werbeaussagen, vulgo Gradings, speichern, in ein paar Jahrzehnten noch online sein werden. Dann ist der ganze beworbene Mehrwert mit einem Mal dahin und die Erben haben nur noch störende Barrieren zwischen sich und den Münzen.
Von objektiver Bewertung kann ja auch keine Rede sein, wie Andechser weiter oben schon eingewendet hatte oder wenn Fälschungen als echt geslabt wurden, wie wir hier auch schon öfter gesehen haben.
Vor ein paar Jahren verbreitete NGC auf Reddit ein Werbevideo, in dem u.a. einer ihrer Obergurus andachtsvoll eine athenische Münze befingerte, worüber dann ein salbungsvoller Werbetext gesprochen wurde, warum das Slaben eine tolle Sache ist. Als ich einen ihrer Angestellten, der in den entsprechenden Subreddits aktiv war, darauf aufmerksam machte, wie albern das aussieht, wenn die Profichecker die Münzen begrabschen, aber ihren Kunden, das selbe Vorrecht nehmen, verschwand das Video ganz schnell, ich wurde übelst beschimpft und in der Folge meinen Postings in anderen Threads nachgespürt und mit höhnischen Kommentaren versehen.
Leute, die die objektiven Nachteile von Slabs als Vorteile verteidigen, kommen mir wie Apple-Jünger vor, die es auch toll finden,.wenn ihnen selbstverständliche Sachen weggenommen werden (Kopfhöreranschluß zB) und absolut bereit sind, Premiumpreise für Verschlimmbesserungen zu zahlen
Re: Grading - Was ist mit NGC Deutschland los? Trotz saftiger Preiserhöhung offenbar mieser Service?
Verfasst: Sa 20.06.26 10:43
von Weimaricus
Ich glaube, wir müssen uns in dieser Frage nicht einig werden, und das ist völlig in Ordnung.
Ich habe weder etwas mit NGC oder PCGS zu tun, noch habe ich ein Interesse daran, deren Geschäftsmodell zu verteidigen. Ich sehe Grading auch nicht als Ersatz für Fachwissen und schon gar nicht als unfehlbar. Fehler, Fehlbewertungen und sogar geslabte Fälschungen hat es gegeben und wird es vermutlich auch weiterhin geben. Moderne Münzen und Bullion-Ausgaben würde ich persönlich gar nicht graden lassen, das ist aber letztlich Geschmackssache.
Trotzdem habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass Grading in bestimmten Bereichen einen praktischen Nutzen haben kann. Gerade bei hochwertigen Münzen oder beim Kauf über das Internet, wo man die Stücke nicht selbst in die Hand nehmen kann, hilft eine zusätzliche unabhängige Einschätzung zumindest als Orientierung.
Natürlich kann man argumentieren, dass eine Kapsel zum Schutz völlig ausreicht. Für mich geht es aber weniger um den Schutz als um die Dokumentation und Vergleichbarkeit. Wer seine Münzen lieber lose sammelt, hat dafür genauso gute Gründe.
Letztlich entscheidet der Markt. Wenn niemand einen Nutzen in Grading sehen würde, gäbe es weder die Nachfrage noch die teilweise monatelangen Wartezeiten bei den Gradingfirmen. Umgekehrt zwingt aber auch niemand jemanden, seine Münzen graden zu lassen.
Deshalb sehe ich das recht entspannt: Der eine sammelt Münzen im Slab, der andere ohne. Solange beide Freude an ihrem Hobby haben, ist alles in Ordnung.
Bei diesem Beitrag ging es ursprunglich eigentlich um die lange Watrezeit nicht ob graden sinnvoll ist oder nicht. Daher wäre es mir persönlich sogar lieber wenn weniger gegradet werden würde.