Nikephoros?

Münzen des alten Byzanz

Moderator: Wurzel

vMadai
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Nikephoros?

Beitrag von vMadai » Sa 18.06.05 21:11

Liebe Byzantiner!
Ich besitze eine kleine Messingmünze (13mm), deren Wertzeichen ein Epsilon ist (Pentanummion heißt die glaub ich?). Sie ist sehr unregelmäßig geschnitten. Auf der anderen Seite hat sie ein Monogramm. Der Hauptbuchstabe ist ein N, außerdem sehe ich I (stehend - und/oder Eta liegend), K, Phi, Omega und entweder ein A oder ein Rho auf einem liegenden Sigma (und in der Mitte des A bzw Rho vielleicht gar ein Omikron?). Gibt es eine andere Möglichkeit, als diese Buchstaben auf Nikephoros zu deuten?
Und welcher? In welchem Zeitraum wurde überhaupt diese Art Monogramm genutzt? Ich kenne sie von Kampmann her nur bei den letzten Spätrömern.

Gerne würde ich auch selbst einmal einen Katalog besichtigen (z.B. Sear) und möchte das in der Landesbibliothek Stuttgart versuchen. Kann mir jemand den korrekten bibliographischen Nachweis geben?

Herzlich dankbar für Eure Hilfe grüßt
Corbulo

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Sa 18.06.05 22:23

Etwas in diese Richtung?

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 81&Lot=624

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

Gast

Beitrag von Gast » So 19.06.05 17:29

Lieber Corbulo,

so wie Du das Münzlein beschreibst, ist es ein (IN DER TAT) Pentanummion, also ein Achtel-Follis des JUSTIN II (565-578). Sear 363 o.ä.

Derartige Monogrammmünzen (neue Deutsche Rechtschreibung :mad: ) gab es bis PHOKAS, wobei die des JUSTIN am häufigsten sind. Allerdings ist die Normalerhaltung eher schlecht als recht. Freu Dich, wenn Du ein schönes Stück Dein Eigen nennst.

Der "Penta" ist übrigens der direkte monetäre Nachfolger des römischen CENTENIONALIS (so wie in der Literatur allgemein bezeichnet wird):

Ein Penta wog auf 5 Minimi (oder Nummi) - und war aus reinem Kupfer!

Lieben Gruß - petzlaff

vMadai
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Beitrag von vMadai » So 19.06.05 21:12

Danke, genau dieselbe Münze wie auf dem Lanz-Auktions-Bild (außer dass statt dem N neben dem E ein ausgefülltes Dreieck mit der Spitze nach oben steht - welche Münzstätte ist das wohl?)!
Aber was bedeuten denn nun die Monogramm-Buchstaben??

Schon ein bißchen schlauer aber noch nicht restlos befriedigt grüßt euch herzlich
Corbulo

Gast

Beitrag von Gast » Mo 20.06.05 08:49

Hi,

Das Epsilon (als Wertangabe) steht für 5, also 5 Nummi. Alpha wäre 1, Beta 2 usw.

I steht für 10, K für 20 und M für 40 Nummi (das ist der Follis).

Das Dreieck, das Du meinst ist die Angabe der Werkstatt, in der die Münze geprägt wurde. Nach demselben Prinzip: A wäre die erste Werkstatt, B die zweite, Gamma die dritte, Delta (Genau Dein Dreieck) die vierte Werkstatt derjenigen Münzstätte, aus der das Teil kommt - in Deinem Fall Konstantinopel.

Also:

Pentanummion (5 Nummi), Konstaninopel, Werkstatt 4

Die Monogramm-Buchstaben sind etwas verwirrend: Da steht (irgendwie abgekürzt) JUSTIN & SOPHIA 8) - aber frag mich nicht wie :P

ODER REDEN WIR JETZT ANEINANDER VORBEI ???? - Kannst Du vielleicht einen Scan einstellen ?????

Gruß - petzi

Gast

Beitrag von Gast » Mo 20.06.05 12:03

Eine ausführliche Auflistung der griechisch Zahlzeichen findest Du im zweiten Beitrag unter

http://www.numismatikforum.de/ftopic5130.html

Liebe Grüße - petzlaff

... und vielen Dank an Anastasius, der jenen Beitrag beigesteuert hat :D

nochmals - petzi

vMadai
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Beitrag von vMadai » Mo 20.06.05 21:12

Hallo Petzlaff,
vielen Dank!
Die griechischen Zahlzeichen kenn ich, ich hatte nur neben dem E einen Buchstaben erwartet, der die Münzstätte angibt, nicht schon die Offizin.
(analog zu dem LANZ-Beispiel aus Nikomedia, wo an dieser Stelle ein N steht).

Dass diese Buchstaben IUSTIN(os) & SOPHIA heißen, könnte durchaus hinhauen - alle wären da (wenn mehrfach vorkommende einmal im Monogramm genügen), sogar einer zuviel, nämlich ein K (oder was könnte das sonst noch sein?)
Nochmals Danke für Deine Mühe!

Gast

Beitrag von Gast » Di 21.06.05 09:00

Lieber corbulo,

Bei den Pentas aus Konstantinopel hat man aus Platzgründen einfach auf die Kennzeichnung der Münzstätte verzichtet, anders als z.B. bei den Prägungen von Nikomedia (N) oder Kyzikus (K) oder Thessaloiki (Theta).

Ein ähnliches Phänomen (das der fortgelassenen Münzstätte) findet sich übrigens auch bei Halbfolles - das "K" steht genauso für Konstantinopel wie für das Nominal - und bei frühen Dekanummi des Anastasius. Jene tragen die Legende CON CORD(I), wobei CON ebenso für Konstantinopel steht.

Zum Monogramm: das vermeintliche K vermag ich auch nicht zu erklären. Möglicherweise ist es ein "mutiertes" E (für Justinus ET Sophia); bin mir aber nicht sicher.

Gruß - petzi

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