Hier noch eine Tetradrachme, die nach ein paar Monaten den Weg in meine Sammlung gefunden hat:
Attika – Athen
ca. 255-240 v. Chr. (Heterogener Stil).
AR Tetradrachme 24 mm, 17,11 g, 3 h.
Vs. Kopf der Athena mit verziertem attischen Helm nach rechts mit Pflanzentrieb im Quadridigité-ähnlichem Stil.
Rs. AΘE. Eule steht nach rechts, Kopf nach vorn, links oben kleiner Olivenzweig und Halbmond, alles im Quadratum Incusum.
Ref. Kroll (2013), Chronology, S. 44, Abb. 1.1; Flament, S. 134-136, Gruppe E; Svoronos, Athens, Tafel 26 (anderer Subtyp).
Hintergrund: J. H. Kroll ging ursprünglich davon aus, dass Athen nach der Ankunft von Antigonos Gonatas erst wieder im 2. Jahrhundert v. Chr. offizielle Münzen prägte. Christophe Flament glaubt, dass diese heterogenen Typen in Athen geprägt wurden, und hat innerhalb dieses Stils sechs Gruppen identifiziert. 2013 revidierte Kroll seine Ansicht und schloss, dass dieser vorliegende Münztyp doch in der Mitte des 3. Jahrhunderts in geringer Stückzahl geprägt wurde, um in Athen stationierte Soldaten zu besolden. Diese Münze gehört demnach zu einer der seltensten Münztypen, der Athen zugeschrieben wird.
Athener Münzen
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Re: Athener Münzen
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Re: Athener Münzen
Zumindest hier steht das andersBraunschweiger hat geschrieben: ↑Fr 24.04.26 13:44... Christophe Flament glaubt, dass diese heterogenen Typen in Athen geprägt wurden ...
Sowohl im Teil von Kroll als auch in der Gegenrede unten von Flament lese ich da eher heraus, dass Flament diesen heterogenen Typ für eine zeitgenössische Imitation hält
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Re: Athener Münzen
Witzig, auf diese Quelle beziehe ich mich auch. Allerdings geht Flament in seiner Gegenrede gar nicht auf die Tetradrachmen und den Prägeort ein. (?)Altamura2 hat geschrieben: ↑Fr 24.04.26 17:44Zumindest hier steht das anders: https://www.academia.edu/6161194/On_the ... N_104_2013_
Sowohl im Teil von Kroll als auch in der Gegenrede unten von Flament lese ich da eher heraus, dass Flament diesen heterogenen Typ für eine zeitgenössische Imitation hält.
Richtig ist, dass es es eher Indizien dafür gibt, dass es athenische Münzen sind und keine hundertprozentige Garantie. Aber richtig Abstreiten tut das Flament, auch in seinem Buch "Le monnayage...", nicht. Daher gehe ich erst einmal von einer potentiell athenischen Herkunft aus.
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Re: Athener Münzen
Genau deshalb hab' ich die ja hergenommenBraunschweiger hat geschrieben: ↑Fr 24.04.26 18:13... Witzig, auf diese Quelle beziehe ich mich auch. ...
Kroll schreibt schon auf Seite 36 unten und 37 oben zu den heterogenen Tetradrachmen "F. firmly maintains that they are imitations".
Doch, tut er. In den letzten zwei Sätzen seiner Gegenrede sagt er über die heterogenen Tetradrachmen "Le furent-elles dans l’atelier qui travaillait alors pour Athènes? Nous en sommes moins convaincu que J.K., d’autant que les différents trésors qui nous les font connaître ont tous été découverts hors de l’Attique.".Braunschweiger hat geschrieben: ↑Fr 24.04.26 18:13... Allerdings geht Flament in seiner Gegenrede gar nicht auf die Tetradrachmen und den Prägeort ein. (?) ...
Auf Deutsch etwa "Wurden sie in der Prägestätte hergestellt, die damals für Athen arbeitete? Wir sind da weniger überzeugt als J.K., insbesondere da die verschiedenen Hortfunde, die uns Aufschluss darüber geben, alle außerhalb Attikas entdeckt wurden.". Das klingt für mich recht eindeutig
Kann man machen, muss man aber nichtBraunschweiger hat geschrieben: ↑Fr 24.04.26 18:13... Daher gehe ich erst einmal von einer potentiell athenischen Herkunft aus. ...
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Re: Athener Münzen
Letztendlich beruht ein nicht unbedeutender Teil der Numismatik auf Annahmen. Vermutlich ist dieses spezielle Problem niemals zu klären, weil es einfach zu wenig Hortfunde gibt.
Ich kann damit leben.
P.S.: Ich habe aber meine eigene Dokumentation noch einmal entsprechend relativiert.
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