FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

loron
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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von loron » Di 03.11.15 21:49

Bitte achtet mal auf das Pi, es ist kaum vom Omega zu unterscheiden. Das gibt es auf keinem Stempel. Also allerhöchstens eine antike Barbarisierung.
----------------------------
Ich komme auch mit geringen Dosen guter Laune durch den Tag.

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Pscipio
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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von Pscipio » Di 03.11.15 23:59

Das Stück ist sicherlich nicht echt, Stil und Machart sind viel zu weit weg vom Original - man beachte den karikaturhaften Kranz und die unbeholfenen Buchstaben auf der Rückseite, vorne die fehlenden Pupillen, generell fehlende Prägemerkmale usw.

Lars
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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von Altamura2 » Do 05.11.15 19:06

Pscipio hat geschrieben:... man beachte den karikaturhaften Kranz und die unbeholfenen Buchstaben auf der Rückseite, vorne die fehlenden Pupillen, ...
Na ja, Meisterwerke antiker Stempelschneiderkunst sind die Originale auch nicht alle :? , die Kränze sehen oft nicht viel anders aus als hier und fehlende Pupillen scheinen an der Tagesordnung gewesen zu sein:
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b10323610t
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b85602791
http://www.britishmuseum.org/research/c ... more-views
http://numismatics.org/collection/1967.152.391

Ganz so einfach ist es also nicht (die Münze aber trotzdem weiterhin höchst verdächtig).

Gruß

Altamura

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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von Stater » Fr 06.11.15 08:03

Ich sehe das auch so wie Altamura. Die Tatsache ist, dass die 3 g schwere und 13 mm große Münze aus der FAC-Datenbank gleiche Stempel aufweist, nur im Miniformat. Das ist merkwürdig. Auch der Nasenbereich und die Stirnpartie möchten mir nicht ganz gefallen (ist aber Ansichtssache). Und dann kommt noch das Gewicht von -0,5 g ohne wirklich erkennen zu können, wo der Materialschwund stattfand.
Alles in allem aber keine 100% Beweise um die Münze zu verurteilen.
Großer Kritikpunkt gehört dem Händler. Sein Foto dieser Münze ist einfach grottenschlecht (wo doch in dieser Branche gute Bilder essentiell sind).

Gruß

Stater

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Der griechische Schaukasten

Beitrag von Stater » So 15.11.15 15:59

Die diesjährige Numismata in Frankfurt betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Zum Einen bin ich leider auf eine Fälschung reingefallen, zum Anderen habe ich doch noch auch echte Münzen mitgebracht. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich von den restlichen Münzen auch noch Fotos machen. Zumal ich noch bei einem der Stücke um Eure Meinung bezüglich der Echtheit bitten möchte.

Aber zuerst eine Münze, über die ich mich sehr freue. Das Motiv der Stier, diente später öft den römischen Kaisern als Vorlage für ihre Münzbilder (siehe als Beispiel meinen ausgelutschten Augustus). Leider aber hat die Münze einige Macken. Einen Stempelbruch auf dem Avers sowie Doppelschläge und Korrosion auf beiden Seiten.:(
Den Stier finde ich aber sehr schön. 8)

Lukanien, Thurium 410 – 400 v. Chr.
AR Dinomos 15,35 g

Gruß

Stater
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ThuriumDistklein.jpg
Imperator Caesar Divi filius Augustus.jpg

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Pscipio » So 15.11.15 16:17

Leider handelt es sich bei deinem Distater um eine (von der Machart wohl gepresste) moderne Fälschung: man beachte z.B. die flachen Felder, die sich zum Rand hin leicht erheben. Die Stempel sind von einem originalen Stück im BM von den gleichen Stempeln und mit identischem leichten Doppelschlag auf der Rückseite abgenommen bzw. wohl von einem Robert Ready-Electrotype davon:

http://www.forumancientcoins.com/fakes/ ... pos=-10453

Und eine spätere Gussversion davon:

http://www.forumancientcoins.com/fakes/ ... ?pos=-2524

Lars
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Stater » So 15.11.15 16:33

Das wäre natürlich ein Hammer. :(
Identisch sind sie aber nicht. Den Doppelschlag habe ich auf beiden Seiten und auch der Thunfisch ist vom Doppelschlag verunstaltet. Die Korrosion ließe sich natürlich auch künstlich nachmachen und das mit den Flächen könntest Du recht haben.
Danke für Deine Meldung.

Gruß

Stater

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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Pscipio » So 15.11.15 16:42

Es ist möglich, dass ein anderes, stempelgleiches Original als Vorbild diente, ich möchte es jedoch bezweifeln. Beachte auf deinem Exemplar auch die Linie oberhalb vom Stempelbruch vor dem Helmbusch - da erkennt man noch den Schrötlingsrand des Vorbildes, welches bei der Abnahme der modernen Stempel eine Spur hinterlassen hat. Unterhalb des Fisches ist ausserdem noch eine Spur des auf dem Original tief eingeprägten Stempelrand zu erkennen. Teile des Stempels dürften leicht verändert bzw. ergänzt worden sei, z.B. am Schwanz des Stieres.

Die Korrosion ist sicherlich künstlich nachgemacht.

Lars
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Re: Der griechische Schaukasten

Beitrag von Stater » So 15.11.15 16:54

Danke Pscipio für die Einschätzung. Der Moderator könnte es vielleicht zu den Fälschungen verschieben. :? Also dieses Jahr ist für mich münztechnisch wohl nicht wirklich gut gelaufen.

Gruß

Stater

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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von Zwerg » So 15.11.15 21:15

Es wurden wohl dieses Jahr in Frankfurt ausgesprochen viele Fälschungen griechischer Münzen angeboten.
Ganz normale Prägungen in durchschnittlicher Qualität, denen der "normale" Sammler dies nicht auf den ersten Blick ansieht.

Das Problem auf Börsen ist natürlich das fehlende Rückgaberecht.

Grüße
Zwerg
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Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Gasthäuser (Demokrit)

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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von Pscipio » So 15.11.15 21:22

In Auktionen ist es momentan auch ziemlich übel, insbesondere Süditalien und Sizilien. Einige Fälschungen sind schon in so vielen Auktionen durch dass sie sich jetzt gegenseitig die Echtheit "bezeugen" - aus verdächtigem Aussehen wird normales.
Nata vimpi curmi da.

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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von Stater » Mo 16.11.15 08:10

Danke Zwerg, danke Pscipio,

so richtig tröstlich ist es für mich leider nicht, denn wie schon Zwerg schrieb, ohne Belege keine Rückgabe.
Wenn man so Eure Sätze liest, kommt es schon Einem fast vor wie beim Reliquienhandel im Mittelalter. :wink:
Die Wahrheit ist aber auch die, dass ich Teilschuld selber trage. Zu schnell und zu leichtgläubig gebe ich mein schwerverdientes Geld aus. Auf der anderen Seite ist es auf einer Börse, wo man relativ zügig und auch spontan entscheiden soll, ohne die elektronischen Hilfen aus den Datenbanken im Netz, nicht einfach Entscheidung zu treffen. Ich werde für die Zukunft den Gang zu Börsen meiden.

Gruß

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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von antisto » Mo 16.11.15 11:46

Ich kann deinen Frust gut verstehen, wollte aber persönlich ungern die Atmosphäre von Münzbörsen meiden. M.E. gibt es auch Alternativen dazu, z.B., auf Börsen grundsätzlich nur preiswertere Münzen zu kaufen. Diese sind selten gefälscht, und wenn doch, ist der Verlust eher verschmerzbar.
AS
P.S. Und ich bleibe dabei: Bei dieser dunklen Glanzpatina gehen bei mir immer die Alarmglocken hoch. (Sorry, diese Diskussion hatten wir ja schon mal.)
Zuletzt geändert von antisto am Di 17.11.15 21:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von antisto » Mo 16.11.15 11:48

Die folgende Münze ist nicht von einer Münzbörse:
Ich möchte eine hübsche Lysimachos-Drachme zur Diskussion stellen, Gewicht: 4,3 g. Bei Acsearch fand ich zwei (wie mir scheint) stempelgleiche Vorderseiten, vgl. http://www.acsearch.info/search.html?id=813365 und http://www.acsearch.info/search.html?id=1908148
Der Verkäufer, von dem ich diese Münze habe, ist über alle Zweifel erhaben. Allein: Die Oberflächenstruktur löst bei mir (leise) Bedenken aus. Sie erinnert mich an Nachprägungen griechischer Silbermünzen von Sandoz.
Wie ist eure Einschätzung? Zusatzfrage: Stimmt die Zuordnung nach Ephesus?
AS
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Re: FÄLSCHUNGEN - diskutieren und zeigen

Beitrag von ga77 » Mi 18.11.15 13:34

falscher thread
Zuletzt geändert von ga77 am Mi 18.11.15 16:10, insgesamt 1-mal geändert.

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