Chandragupta hat geschrieben:... mit m.E. zweifelsfrei antiken Beschädigungen vorgestellt, die ich als eine Art "Damnatio Memoriae" deuten würde ...
Das vermag ich jetzt gar nicht zu erkennen

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Um von einer Damnatio zu reden, müsste man aus meiner Sicht schon mehr als ein Beispiel anführen können. Wenn ich bei Seleucid Coins Online nachschaue, dann finde ich bei diesem Typ kein einziges Beispiel mit einer solchen Verstümmelung:
http://numismatics.org/sco/id/sc.1.2405
Es gibt auch einen Artikel von Arthur Houghton zur seleukidischen Münzprägung in Seleukeia am Kalykadnos ("The Royal Seleucid Mint of Seleucia on the Calycadnus", in Le Rider, Jenkins, Waggoner, Westermark, "Kraay-Mørkholm Essays. Numismatic Studies in Memory of C.M. Kraay and O. Mørkholm", Louvain-La-Neuve 1989:
https://www.academia.edu/8889545/The_Ro ... Calycadnus ), in dem auch dieser Münztyp behandelt wird. Es findet sich aber kein Wort über irgendwelche absichtlichen Münzbeschädigungen.
Heißt für mich: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

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Auf griechischen Münzen sind Herrscherportraits häufig idealisiert und nicht individuell. Bei seleukidischen Münzen ist es oft so, dass man den Herrscher am Portrait gar nicht erkennt. In dem von Dir im anderen Thread verlinkten englischen Wikipedia-Artikel steht sogar, dass die Portraits von Seleukos VI absichtlich der Physiognomie seines Vaters angepasst wurden, um damit etwas mehr Legitimation zu erzeugen. Wenn man also gar nicht recht erkennt, gegen wen sich der Unmut richtet, schränkt das die Wirkung einer solchen Aktion deutlich ein.
Wenn ich mir das Muster auf der Münze anschaue, dann sieht das eher zufällig als absichtlich angebracht aus. Ich glaube da eher an einstürzende Neubauten denn an eine absichtliche Manipulation

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Gruß
Altamura