Beschnittene Tetradrachmen

Griechische Münzen des Altertums

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kraken1962
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Re: Beschnittene Tetradrachmen

Beitrag von kraken1962 » Fr 25.06.21 08:33

Amentia ! Herzlichen Dank !

kraken1962
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Re: Beschnittene Tetradrachmen

Beitrag von kraken1962 » So 27.06.21 14:57

Amentia hat geschrieben:
Do 24.06.21 20:47
Ich denke nicht, dass Verhältnis Zinn zu Blei ein Problem ist.
Ich denke es wurde eine Röntgenfluoreszenz (XRF) gemacht, die ist aber fehleranfällig für zuverlässige Ergebnisse werden eigentlich immer Proben vom Inneren der Münze genommen und die analysiert. Die Legierung ist nicht in allen Bereichen immer zu 100% gleich und kann sich minimal unterscheiden.
Bei Röntgenfluoreszenz wird ja die Oberfläche der Münze untersucht, diese kann und ist in der Regel auch bei so alten Bronze und Silbermünzen durch Umwelteinflüsse bzw. chemische Reaktionen verändert worden und entspricht somit nicht mehr dem Zustand den die Münze direkt nach dem Prägen hatte. Und Oxidation, Hornsilber, oder andere Anhaftungen oder Oberflächenveränderungen sollten wohl auch das Ergebnis beeinflussen können.
Sie schreiben mir im russischen Forum: Laut den Daten aus der Veröffentlichung „Das letzte Gold des Bosporus“ (2020, 42 Seiten) ist Zinn in der Zusammensetzung einer antiken Silbermünzenlegierung einer der wichtigen Indikatoren für Kleinasien Silber. Seine Präsenz reicht von 0,38 bis 3,52 %; im Durchschnitt - 1,5 %.

Die Legierung Ihrer Münze spricht also eher für die Echtheit als umgekehrt. Zinn erwies sich als der ikonischste Marker.

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Amentia
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Re: Beschnittene Tetradrachmen

Beitrag von Amentia » So 27.06.21 17:05

Sie können eine echte antike Tetradrachme Messambria, welche häufig und sehr schlecht erhalten ist einschmelzen und daraus einen Rohling gießen, dann stimmt die Legierung bzw Metallzusammensetzung mit denen echter Stücke überein. Das macht aber nur Sinn bei richtig wertvollen Münzen und nicht bei so günstigen Münzen (160 Euro) . Die Metallzusammensetzung ihrer Münze sieht unverdächtig aus.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die falsch ist, dafür ist die zu überzeugend.

Es gibt wohl nur ein Stück von diesen Stempeln (die anderen liegen wohl noch irgendwo unter der Erde oder in Privat- und Museumssammlungen und warten darauf publiziert zu werden.

Die Münze hat 160 Euro gekostet

Dafür müsste jemand damit die Metallzusammenstzung passt eine echte antike Tetradrachme eingeschmolzen haben sagen wir mal die hätte immer noch einen Wert von vielleicht 30-50 Euro gehabt (müsste dann aber Metallschrott sein total korrodiert und abgenutzt).

Und ein paar Stempel geschnitten, ein paar Stempel in der Größe von einem so guten Stempelschneider kosten einige hundert Euro und dann nur eine Fälschung damit zu prägen wäre dämlich und ein Verlustgeschäft.

Ich gehe davon aus dass der Fälscher nicht gleich dem Verkäufer ist und Zwischenhändler involviert sind, welche alle auch Geld verdienen wollen.

Die Münze wäre ein großes Verlustgeschäft für einen so talentierten und fähigen Fälscher, welcher problemlos auch teurere Münzen fälschen könnte. Dass so ein guter Fälscher zu blöd ist das passende Gewicht einzuhalten kann ich mir auch nicht vorstellen, Fälscher wollen ja gerade vermeiden, dass sich ihre Fälschungen von echten Stücken unterschieden und somit als Fälschungen erkannt werden können.

Mir gefällt die Münze und falls sie Ihenen irgendwann nicht mehr gefällt können Sie mir eine PM schrieben, ich würde natürlich mehr als ihren Kaufpreis bezahlen.

kraken1962
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Re: Beschnittene Tetradrachmen

Beitrag von kraken1962 » So 27.06.21 20:01

Vielen Dank für die ausführliche Analyse und die Anregung. Die russischen Gesetze sind jedoch so streng, dass es nicht immer möglich ist, eine Genehmigung für den Export einer Münze ins Ausland zu erhalten. Und ich bin noch kein Schmuggler geworden :D :D :D

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