ODESSOS Thrakien
Verfasst: So 29.12.24 20:53
AE, 6,12g, 19,17mm
MR
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Wobei die dort angegebenen drei Referenzen (SNG BM Black Sea 294; SNG Cop. 669; SNG Stancomb 254) nur "var.-Referenzen" sind, da bei diesen Münzen kein Monogramm unter dem Großen Gott zu sehen istNumis-Student hat geschrieben: ↑So 16.11.25 20:55vergleichbar mit dieser Münze: https://www.coinarchives.com/a/openlink ... 24a624c5ec
https://www.roamintheempire.com/index.p ... 5/odessus/Ancient Odessus (also called Odessos, Odesopolis, and Odyssos), the precursor to the bustling Black Sea port city of Varna in present-day Bulgaria, was originally founded by Greek colonists from Miletus in the first half of the 6th century BCE. Prior to the arrival of the Greeks, the area was inhabited by Thracian populations dating back to perhaps as early as the 13th century BCE, and may have included a settlement on the site of the eventual Greek colony. The location of Odessus at the head of a narrow gulf (officially now Lakes Beloslav and Varna) where the River Panysus (modern Provadiyska) enters the Pontos Axeinos (Black Sea), provided a particularly rich spot for a trade hub.
Odessus was one of five Greek cities that made up a league of affiliated cities on the Black Sea called the Pontus Pentapolis. In 339 BCE, Philip II attempted to take the city by siege, but a peace agreement was signed before the siege could be resolved. Just a few years later in 335 BCE, Odessus would fall to Alexander the Great, and following Alexander the Great’s death, would pass into the control of Lysimachus. The city was among the Black Sea territories that revolted against Lysimachus in 313 BCE, but was unsuccessful. The Celtic invasions of the area in the increased pressure on the surrounding Thracian groups, seeming to have the effect of increasing the multicultural makeup of Odessus, amplified by the increasing prosperity of the city under Lysimachus’ rule.
Um korrekt zu sein: Es ist Darzalas, der Große Gott von Odessos, griech. Theos Megas. Dazu habe ich mir einmal die Mühe gemacht, einen Artikel zu schreiben: viewtopic.php?f=6&t=11926&p=118601&hili ... as#p118601
Wenn man sich ein bisschen mit antiken Münzen beschäftigt, dann begegnet einem Odessos schon irgendwann
Doch, hatten sie
Wenn man sich mehr als ein Exemplar anschaut, dann findet man welche, auf denen deutlich eine Amphore zu erkennen ist
Auch sehr interessant. Die Identifizierung mit dem thrakischen Gott Darzalas scheint aber erst in römischer Zeit sich zu verbreiten, wie man auch an den unzähligen Münztypen sieht.
Das sollte man aber nie ungeprüft tun
Es scheint insgesamt auch nur etwa ein Dutzend davon zu geben
Ein bisschen aktueller ist Simome Killen, "Parasema als Identitätsmarker griechischer Poleis in Thrakien", in U. Peter und V. F. Stolba (Hrsg.), "Thrace – Local Coinage and Regional Identity", Berlin 2021, S. 77–113: https://www.academia.edu/60718997/Paras ... w=81492377Lampsakos hat geschrieben: ↑Do 20.11.25 15:09... --> Organization of Religious Life in Odessos
https://journals.openedition.org/kernos/1161 ...
Das ist ein recht guter Aufsatz. Die Leitthese hat die Autorin in ihrer Dissertation ausgeführt:Altamura2 hat geschrieben: ↑Do 20.11.25 16:43Ein bisschen aktueller ist Simome Killen, "Parasema als Identitätsmarker griechischer Poleis in Thrakien", in U. Peter und V. F. Stolba (Hrsg.), "Thrace – Local Coinage and Regional Identity", Berlin 2021, S. 77–113: https://www.academia.edu/60718997/Paras ... w=81492377
Ab Seite 99 geht es um Odessos, auf Seite 103 auch um die umgedrehte Amphora.
https://www.amazon.de/Parasema-griechis ... 3954902346Parasema: Offizielle Symbole griechischer Poleis und Bundesstaaten (Archäologische Forschungen, Band 36) Gebundene Ausgabe – 15. August 2017
von Simone Killen (Autor)
Parasema – griechische Staatssymbole – begegneten den Menschen tagtäglich in griechischen Poleis: Die meist kleinformatigen Symbole waren auf Objekten des alltäglichen Lebens angebracht, wie auf Marktgewichten, Münzen oder Losplaketten, aber auch auf städtischen Siegeln oder auf Urkundenstelen. Diesen Gattungen ist gemein, dass sie offiziellen Charakter besaßen, da sie von staatlichen Funktionsträgern hergestellt bzw. verwendet wurden. Das Phänomen dieser Parasema ist bislang nur unzureichend erforscht: Es fehlt ein Überblick über das archäologische Material sowie seine Auswertung unter Berücksichtigung der literarischen und epigraphischen Quellen. Diese Forschungslücke schließt die vorliegende Studie, indem sie Parasema auf Grundlage einer vollständigen Materialsammlung aller Gattungen untersucht.
Dabei wird gezeigt, dass es sich bei Parasema um ein originär griechisches Phänomen handelt, das in insgesamt 14 verschiedenen Denkmälergattungen für den Zeitraum vom 6. bis zum 1. Jh. v. Chr. nachgewiesen werden kann. Nicht nur diese lange und vielfältige Verwendung, sondern auch die weite geographische Verbreitung – Parasema sind in 96 Poleis und 8 Bundesstaaten in Griechenland, Kleinasien und an der Schwarzmeerküste belegt – zeugen von der allgemeinen Verständlichkeit der Symbole und von ihrer Bedeutung für die Bürgergemeinschaften. In der ikonographischen Untersuchung werden vor allem die Parasema der Poleis Athen, Priene und Magnesia am Maeander in Fallstudien in den Mittelpunkt gerückt. Neben den staatsrechtlichen Funktionen – Garantie, Kontrolle, Herkunftsangabe – waren Parasema aufgrund ihrer stets positiv besetzten Motive bestens dafür geeignet, die Gemeinwesen in optimaler, knapper Form zu repräsentieren.
Die Studie umfasst zudem einen umfangreichen geographisch gegliederten Katalog, mehrere Appendices sowie 36 Tafeln.
Tja, damit wären wir doch wieder zurück bei einer Art von Flußgott, oder eben einem Gewässergott. Und Flüsse und Gewässer sind nun mal lokal. Am plausibelsten scheint mir daher die Annahme, daß die milesischen Siedler eben doch einen lokalen, thrakischen Kult aufgefunden und aufgegriffen haben, und dann so weit hellenisiert, daß er über 200 Jahre später Apollon als Stadtgott ablösen konnte. Genaueres könnte man wohl nur erfahren, wenn doch noch frühe Zeugnisse zur Bedeutung dieser Amphora auftauchen, denn daran hängt offenbar das Besondere des "Großen Gottes der Odessiten".Zuletzt sei noch auf die ungewöhnliche umgedrehte Amphora im Hintergrund
des Großen Gottes verwiesen, aus der sich eine Flüssigkeit ergießt. Sie wird zum
einen mit einer Spende an Theos Megas verbunden, der die Flüssigkeit mit der Patera
auffängt,141 zum anderen aber auch mit dem Wasserreichtum und der daraus resul-
tierenden Fruchtbarkeit der Böden des odessischen Umlandes gedeutet.142 Welche
inhaltliche Bedeutung ihr auch immer zugemessen wurde, sie stellt – abgesehen vom
Stadtnamen in Monogrammform – das häufigste Münzstättenzeichen Odessos’ auf
den Alexandertetradrachmen dar, die zwischen ca. 280 und 200 v. Chr. in Odessos
geprägt wurden.143