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Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Mo 10.11.25 11:01
von Amentia
Mir sind diese aneinandergereihten Kreise bei einigen griechischen Silbermünzen aus verschiedenen Prägestätten aufgefallen.

Die sind zweifelsfrei in den Stempeln, da man die bei allen stempelgleichen Stücken ab einen bestimmten Stempelzustand finden kann.

Bei Price 3228, scheint es welche aus früheren Stempelzuständen geben ohne die Kreise, die späteren haben wohl alle die Kreise

Bei Price 206 habe ich nur welche mit den Kreisen gefunden, kann aber theoretisch welche aus früherern Stempelzustäden ohne geben

Bei Seleukos I Nikator Stater habe ich nur eine Münze von den Stempeln gefunden

Price 3228 mit

https://www.acsearch.info/search.html?id=13088354

https://www.acsearch.info/search.html?id=3645216

https://www.acsearch.info/search.html?id=457068

https://www.acsearch.info/search.html?id=3645217

https://www.acsearch.info/search.html?id=4884028

Ohne Kreise

https://www.acsearch.info/search.html?id=3673176

https://www.acsearch.info/search.html?id=6310039

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Mo 10.11.25 11:12
von Amentia

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Mo 10.11.25 11:35
von Amentia

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Mo 10.11.25 11:42
von Tiziana

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Mo 10.11.25 12:58
von Tiziana
Möglich dass es sich um Zentrier / Hilfslinien handelt?

Könnte hier was hifreiches stehen? (Habe die nicht vor Augen)

Kinns, The Technology of Ancient Coin Dies, NC 1983, besonders S. 70–75 Edit: Leider konnte ich hier nichts über diese Kreisspuren finden PDF https://discovery.ucl.ac.uk/id/eprint/1 ... 4_vol1.pdf

Le Rider, Le Monnayage d’Alexandre le Grand et de Philippe Arrhidée, 1977

Hoover, HGC 9 – Seleucid Coins, Hinweise bei Seleukos I–II

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Di 11.11.25 08:32
von Amentia
Es gibt Hilfslinien bei einigen römischen Münzen bzw. die waren in den Stempeln, diese Hilfslinien sollten dem Stempel schneider helfen, bei der Einteiltung der Designelemente, mir fällt hier nur der Kreis ein auf dem die Buchstaben plaziert werden, die sind dann alle ordentlich plaziert und er weiß, wenn er den Kreis hat, dass der Kreis die Grenze ist und die anderen Designelemente innerhalb des Kreises sein sollten.

Diese Hilfslinien werde aber in der Regel aus den Stempeln rauspoliert oder verschwinden mit der Benutzung der Stempel aus den Stempeln.

Hier ein Beispiel für eine Hilfslinie, Avers der Kreis

https://www.acsearch.info/search.html?id=3448587

Bei die verbundenen Kreise hingegen scheinen keine Hilfsfunktion zu haben (dafür ist die Position und Form nicht passend) und sind womöglich auch nicht von Anfang an in den Stempeln. Vielleicht eine komische Art von Stempelfehlern?

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Di 11.11.25 09:01
von Numis-Student
Bei den Aversen könnte es zumindest teilweise die Spur von Leerschlägen/ Lichtenrader Prägungen/ clashed dies sein (Teile vom Thron, der Lanze etc.)

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Di 11.11.25 12:50
von Tiziana
Rein visuell ist der Verlauf der Kreise eher kreislaufend (so wie beim Perlenkreis) nicht eine Gerade wie beim Thron. Um es klarer und definitiv zu beweisen müsste ich mehrere Vergleiche/Overlaps machen und es mit (in meinem Fall) Affinity visualisieren.

Edit: In diesem Beispiel würde deine Begründung zwar passen
.
https://www.acsearch.info/search.html?id=13088354

Edit:
Und in diesem Fall dann eher nicht m.M.n
https://www.acsearch.info/search.html?id=6896301

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Di 11.11.25 17:44
von tilos
Vielleicht wurden dort Gusslunker oder andere Defekte im Stempelrohling zugehämmert?

Ist nur so eine spontane Idee ...

Gruß
Tilos

Re: Komische aneinandergereihte Kreise in antiken Stempeln

Verfasst: Di 11.11.25 20:32
von Altamura2
Da diese "Kreisketten" auf Münztypen aus räumlich weit voneinander entfernten Prägestätten stammen (Makedonien, Myriandros und Babylon) und jeweils auf nur einem Stempel auftreten (zumindest haben wir nicht mehr), glaube ich auch nicht an einen systematischen, geplanten Eingriff, sondern an einen wie auch immer gearteten "Prägeunfall" :| .

Leerprägungen ("clashed dies") sind es aber wohl auch nicht, da passen Avers und Revers teilweise nicht dazu, bei der Münze aus Babylon müsste das auch extrem dezentriert passiert sein :? .

Keine Ahnung, was die damals getrieben haben, wir werden es vielleicht nie mit Gewissheit herausbekommen :D .

Gruß

Altamura