Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

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Altamura2
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Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Beitrag von Altamura2 » Fr 13.03.26 18:41

Auf der Numismata hab' ich am letzten Wochenende aus einer Wühlkiste eine kleine Silbermünze gefischt, von der ich aber keine Ahnung hatte, woher sie denn stammt. Sie erschien mir irgendwie interessant, war aber weitgehend mit einem schwarzen Zeug bedeckt, das ich für das übliche Hornsilber hielt, ein Bild von diesem Zustand hab' ich aber leider nicht gemacht :? .
Bei der Behandlung in Essigessenz und mit der Alufolien-Salzwasser-Methode ging das schwarze Zeug aber nur recht langsam runter, was mich schon etwas gewundert hatte.

Die Münze wiegt 0,67 g und hat einen Durchmesser von 8 mm, sie scheint aus Tabai in Karien zu stammen, zeigt auf dem Avers einen (verschleierten?) Kopf nach rechts und auf dem Revers eine nach rechts stoßende Buckelrindprotome. In HNO wird dieser Typ hier beschrieben: http://hno.huma-num.fr/browse?idType=1155 .
Ein paar wenige weitere Exemplare sieht man hier:
https://www.britishmuseum.org/collectio ... 980-1124-3
https://www.acsearch.info/search.html?id=14452603
https://www.acsearch.info/search.html?id=8901115
Insgesamt scheint dieser Typ eher selten zu sein.

Was jetzt nach der Reinigung aber auffällt, sind diese seltsamen Pusteln auf der Oberfläche :| .
.
Tabai_01_klein.jpg
.
Zunächst dachte ich eine Fälschung :? , aber wer sollte eine derart seltene und eher unbekannte Münze fälschen?

Oder könnte das daher kommen, dass die Münze mal einen Brand durchgemacht hat? Wie sehen denn Brandspuren an antiken Münzen generell aus, weiß da jemand was? Da hab' ich so gar keine Vorstellung davon :? .

Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass sich diese Pusteln erst während meiner Reinigung gebildet haben (was natürlich blöd wäre :? ). Wie sieht es denn damit aus?

Im Moment bin ich da also ziemlich ratlos, kann diese Pusteln vielleicht jemand von Euch erklären?

Gruß

Altamura
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Amentia (Sa 14.03.26 20:06)

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Lackland
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Re: Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Beitrag von Lackland » Fr 13.03.26 20:51

Sehr interessante Münze!

Ich vermute, dass das Stück einst im Feuer gelegen ist. Dass die Pusteln durch die Reinigung entstanden, möchte ich ausschließen.

Viele Grüße

Lackland
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Amentia
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Re: Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Beitrag von Amentia » Sa 14.03.26 09:33

Die Blasen können angeblich von der Legierung kommen, wenn die Metall nicht gut durchgemsicht sind oder von einem Brand oder bei Subaeraten, kann sich das Metall aufwölben, wenn das unedle Metall darunter aufgefressen wird, bei denen sieht man dann aber in der Regel irgendwo den unedlen Kern.

Es sind gerade sehr viele echte Münzen mit solchen Oberflächenproblemen auf dem Markt, welche keinen Bezug zueinander haben.

Heritag schrieb zur Miliarense

" raised areas of metal on both sides, likely from an improperly prepared alloy."

https://www.acsearch.info/search.html?id=5175014

Trajan ist SPQR Collection BV Auktion 6 Los 1000

Der andere Trajan ist Demos Auktion 43 Los 962

Mithradates Noble Numismatics Pty Ltd Auction 136 los 2595

Domitian ist ex Lanz und jetzt meine
Dateianhänge
SPQR Collection BV Auktion 6 Los 1000.jpg
s-l500.jpg
s-l50.jpg
Noble Numismatics Pty Ltd Auction 136 los 2595.jpg
Demos Auktion 43 Los 962.jpg
5175014 raised areas of metal on both sides, likely from an improperly prepared alloy.jpg
9306_4809187_a_c.jpg

Altamura2
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Re: Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Beitrag von Altamura2 » Sa 14.03.26 19:01

Besten Dank für Eure Einschätzungen, ein Brand scheint mir da auch am plausibelsten, dann kann ich die jetzt beruhigt dokumentieren :D .

Noch etwas Kurioses am Rande: Als ich nach Literatur über die Münzen aus Tabai gesucht habe, bin ich auf diesen Bericht von Ceren Ünal über die Münzfunde aus den Ausgrabungen dort zwischen 2003 und 2010 gestoßen: https://www.academia.edu/2301270/COIN_F ... 8466188965
Da kamen doch tatsächlich auch zwei Rechenpfennige aus Nürnberg aus dem 19. Jahrhundert zu Tage, so wie dieser: https://de.numista.com/39811 8O . Wie die da wohl hingekommen sind :D ? (Auch bei anderen Ausgrabungen in der Türkei hat man solche Rechenpfennige gefunden, es ist also nichtmal ein Einzelfall.)

Gruß

Altamura

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Re: Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Beitrag von Vaelkranz » Di 24.03.26 14:10

Sieht aus wie Korrosionsblasen nach der Reinigung, insbesondere nach einer chemischen oder Salzbehandlung.

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tilos
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Re: Silbermünze aus Tabai mit unklarem Schicksal

Beitrag von tilos » Mi 25.03.26 23:14

Vaelkranz hat geschrieben:
Di 24.03.26 14:10
Sieht aus wie Korrosionsblasen nach der Reinigung, insbesondere nach einer chemischen oder Salzbehandlung.
Wie kommst Du darauf, könntest Du das bitte mal genauer erläutern. Günstiger Weise mit Fotos oder Lit.-Zit. belegen.
Danke + Grüße
Tilos

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