60 Kipper Groschen Pirna 1622
- Tsukuyomi
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60 Kipper Groschen Pirna 1622
Hallo zusammen,
ich bestimme gerade einige Kipper Groschen. Darunter ist ein 60 Groschen Stück aus Pirna. Hier tue ich mir mit der Bestimmung recht schwer. Laut Rahnführer/Krug habe ich es auf die Variante 446 oder 449 eingegrenzt. Was mir aber mehr Kopfzerbrechen macht ist das Gewicht von knapp 18g. Normal haben so Stücke ja um die 22-24g. Ein paar Exemplare habe ich den Onlinearchiven mit 19-20g gefunden. Die restlichen Parameter wie Durchmesser (43,5mm), Aussehen, Beschaffenheit des Randes, gleichen Stücken aus meiner Sammlung.
Frage nun, kennt sich jemand mit den Kipper Münzen aus Pirna vielleicht besser aus und kann mir hier einen Tipp geben und hat oder kennt vielleicht auch Stücke die im Gewicht nach unten abweichen?
Anbei 2 Bilder des Stückes.
ich bestimme gerade einige Kipper Groschen. Darunter ist ein 60 Groschen Stück aus Pirna. Hier tue ich mir mit der Bestimmung recht schwer. Laut Rahnführer/Krug habe ich es auf die Variante 446 oder 449 eingegrenzt. Was mir aber mehr Kopfzerbrechen macht ist das Gewicht von knapp 18g. Normal haben so Stücke ja um die 22-24g. Ein paar Exemplare habe ich den Onlinearchiven mit 19-20g gefunden. Die restlichen Parameter wie Durchmesser (43,5mm), Aussehen, Beschaffenheit des Randes, gleichen Stücken aus meiner Sammlung.
Frage nun, kennt sich jemand mit den Kipper Münzen aus Pirna vielleicht besser aus und kann mir hier einen Tipp geben und hat oder kennt vielleicht auch Stücke die im Gewicht nach unten abweichen?
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Re: 60 Kipper Groschen Pirna 1622
wie gesagt, es war die Kipperzeit.
Hier habe ich einen 30-Gröscher aus Pirna von 1622 mit 9,89 Gramm.
Man sollte also davon ausgehen, daß ein 20-Gröscher 1/3 weniger wiegt. Doch dieser von 1621 aus Dresden wiegt 11,19 Gramm.
Vielleicht wurden die Münzen 1621 noch schwerer als 1622 geprägt, möglich ist das.
Sich hier auf die Genauigkeit der Münzstätten festlegen zu wollen, ist wohl der falsch Ansatz.
Ein 10-Gröscher von 1622 aus Dresden wiegt z.B. 5,92 Gramm.
Hier vorliegender 1/24 Taler (Groschen) von 1622 aus Annaberg wiegt 0.65 Gramm und ein 1/24 Taler von 1622 aus Zwickau wiegt 0,78 Gramm.
Schönes Hobby!
- Tsukuyomi
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Re: 60 Kipper Groschen Pirna 1622
Ja das war ne wilde Zeit
. Die normalen Taler schwanken ja teils schon wild. In der Literatur steht ja auch, das man zum Teil gar nicht wusste, was da so genau "zusammengewurstet" wurde.
Mein nächster Schritt wird zumindest sein, das ich das gute Stück mal analysieren werde. Ich hoffe mal das da zumindest ein gewisser Anteil Silber drin sein wird, sonst wäre es schon Mist
. Ich kann dann das Resultat mal hier posten.
Mein nächster Schritt wird zumindest sein, das ich das gute Stück mal analysieren werde. Ich hoffe mal das da zumindest ein gewisser Anteil Silber drin sein wird, sonst wäre es schon Mist
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Re: 60 Kipper Groschen Pirna 1622
Jo, werde da seinweidner hat geschrieben: ↑Mi 08.04.26 19:49Wir können ja mal morgen beim Vortrag im Münzkabinett Dresden drüber schwatzen?
Gruß
Mario
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Re: 60 Kipper Groschen Pirna 1622
Ich habe das Stück nun fix untersuchen können und würde es als echt einstufen. An einem kleinen Randausbruch konnte ich die Analyse für das Grundmaterial bestimmern. Hier konnte ich 76,5% Silber und 6,22% Kupfer nachweisen. Der Rest verteilt sich auf Sauerstoff + Aluminium (siehe Bild).
Die graue Stelle im Bereich neben dem gelben Kreis im Bild ist mehr Kupferhaltig. Silber + Kupfer mischen sich teils nicht vollsändig und homogen. Das sieht man auch toll an römischen Silber-Denaren deren Schrötling ja gegossen wurde (ich habe mal ein gebrochenes Exemplar untersucht). Da ist es sehr ausgeprägt und Silber und Kupfer liegen in Phasen nebeneinader, zumindest bei den späteren und nicht so silberhaltigen Stücken.
Die Oberfläche konnte ich auch gut nachweisen. Mit gut 93,8% Silber und 1,75% Kupfer sieht man hier gut das der Schrötling vor dem prägen Silbergesudet wurde.
Das sollte nur ein schneller Test sein. In den Entmischungen gibt es auch noch Spuren von Kalzium, sowie Einschlüsse von Silizium. Für mehr hat die Zeit nicht gereicht.
Kleiner weiterer Einwurf noch. Eine Silbersudung konnte man auch auf dem oben angesprochenen Denar nachweisen... sogar die Dicke war ersichtlich.
Die graue Stelle im Bereich neben dem gelben Kreis im Bild ist mehr Kupferhaltig. Silber + Kupfer mischen sich teils nicht vollsändig und homogen. Das sieht man auch toll an römischen Silber-Denaren deren Schrötling ja gegossen wurde (ich habe mal ein gebrochenes Exemplar untersucht). Da ist es sehr ausgeprägt und Silber und Kupfer liegen in Phasen nebeneinader, zumindest bei den späteren und nicht so silberhaltigen Stücken.
Die Oberfläche konnte ich auch gut nachweisen. Mit gut 93,8% Silber und 1,75% Kupfer sieht man hier gut das der Schrötling vor dem prägen Silbergesudet wurde.
Das sollte nur ein schneller Test sein. In den Entmischungen gibt es auch noch Spuren von Kalzium, sowie Einschlüsse von Silizium. Für mehr hat die Zeit nicht gereicht.
Kleiner weiterer Einwurf noch. Eine Silbersudung konnte man auch auf dem oben angesprochenen Denar nachweisen... sogar die Dicke war ersichtlich.
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Re: 60 Kipper Groschen Pirna 1622
Fixer Nachwurf, ehe doch Nachfragen kommen, hier noch die Entmischnungen + Verteilungen für die ganz Interessierten
.
Cu haltige Entmischnung
Übersicht Verteilung der Elemente
Cu haltige Entmischnung
Übersicht Verteilung der Elemente
Zuletzt geändert von Tsukuyomi am Do 23.04.26 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 60 Kipper Groschen Pirna 1622
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