Imperial Collection

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Der Tommy
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Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 12:39

Guten Tag zusammen,

habe mich neu angemeldet bei euch und freue mich auf interessanten Austausch.

Mir ist aufgefallen, dass hier im Forum (das ich ab und zu mal lese) nichts über die großartige Auktion von Künker "Imperial Collection" (Teil 1) geschrieben wird. Diese Versteigerung war mein Meinung nach ein echter Highlight der letzten Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte und ich finde hier leider keine einzige Nachricht dazu also wollte ich mal das Thema anschieben.

Gerade die Sammler von Altdeutschland haben ja bei der Versteigerung der königlich-preussischen Sammlung besonders tolle Stücke ersteigern können. Ich würde gerne mit euch zu einzelnen Medaillen/Münzen der Auktion ins Gespräch kommen und mich gerne mit andern Käufern und begeisterten Ersteigerern austauschen. Vielen lieben dank schon mal für eure Antwort

Tommy

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Tsukuyomi
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Tsukuyomi » Fr 26.06.26 13:07

Hallo,

und Willkommen im Forum. Dein Anliegen finde ich persönlich schwierig. Ich glaube auch eher, das bei solch Top Auktionen nicht unbedingt der kleine Sammler hier im Forum angesprochen wird und da groß Stücke ersteigert. Die meisten Stücke gehen doch eher an Investoren (viel Ausland) oder villeicht noch Händler. Das liegt auch viel daran das die Preise in den letzten Jahren, eben wegen der Investoren, echt steil nach oben gegangen sind. Teils gehen Stücke für (Mond)Preise weg, die dann auch nicht mehr recht nachvollziehbar sind.
Zusätzlich kommt hinzu, es macht wenig Spaß sich über Münzen zu unterhalten die man nicht besitzt und die ja schon zu 100% irgenwo beschrieben und dokumentiert sind.

Du kannst ja mal als Grundlage zur Diskussion den Anfang machen. Was hat dich denn interessiert, waren Stücke dabei die für dich unheimlich interessant waren?
Schauen wir mal, dann steigen wir mit unserer Expertise mit ein. 8)

Viele Grüße
Tsukuyomi
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coin-catcher
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Re: Imperial Collection

Beitrag von coin-catcher » Fr 26.06.26 13:49

Moin Tommy,

herzlich willkommen im Forum.
Der Tommy hat geschrieben:
Fr 26.06.26 12:39
Ich würde gerne mit euch zu einzelnen Medaillen/Münzen der Auktion ins Gespräch kommen
Dann mach´doch mal mit deinen ersteigerten Stücken den Anfang! :)

Aus meiner Sicht war die Auktion nur bedingt ein Highlight, da gab es deutlich interessante Stücke in anderen "Sammlungen" in jüngerer Vergangenheit. Interessant waren definitiv einzelne Stücke und evt. noch die Provenienz, das war´s aber auch schon.
Es war in Sachen Numismatik "nur" ein Verkauf von Dubletten zwecks Ausgleichsregelung. Ich habe irgendetwas von um 3000 Objekten im Hinterkopf, die Parzinger mal angeführt hatte.

Die Zuschläge, waren wie zu erwarten, weit über dem, was man sonst für einzelne Stücke in den entsprechenden Erhaltungen zahlt.
Ich hatte daher eher aus Spaß und ohne Zuschlagserwartungen bei dem ein oder anderen Stück etwas höher als üblich mitgeboten. Ich kam dennoch nicht wirklich einmal auch nur in die Nähe des Zuschlagspreises.
Ich habe beispielsweise für ein Stück als sehr hohen Markt-/ Vergleichspreis 10k€ angesetzt und mir "max. xx k€ bieten" mit Fragezeichen aufgeschrieben (der Zuschlag lag jedoch beim vielfachen des sonst gezahlten Marktpreises).
...Das war eher wieder eine Auktion für Superreiche, Investoren, und nichts für den Otto-Normal-Sammler.

Gruß
cc

Der Tommy
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 13:49

Hallo Tsukuyomi,

deine rasche Antwort hat mich sehr gefreut und danke für die Willkommensgrüße.

Ich weiß natürlich nicht genau, welche "Art" von Sammlern sich hier austauschen bzw. was du genau mit dem "kleinen Sammler" meinst. Spannend finde ich deine Ausführungen allemal. Gerade das Thema Investoren ist sicher in der letzten Zeit aktuell geworden, mag an der allgemeinen Krisenstimmung/Inflation liegen, dass viele private und institutionelle Anleger in Sachwerte investieren. Geht mir ja ähnlich hinzu kommt bei mir natürlich noch die Begeisterung für das Thema Münzen und Medaillen. Auch das Händler mitmischen ist sicher normal aber auch die verkaufen dann die Stücke wieder an Sammler und wohl weniger an reine Investoren.

Zu den Preis: Ja bei dieser Auktion waren die Bietergefechte bzw. die erzielten Preise (erwartbar) deutlich über den herkömmlichen Preisen. Das liegt natürlich an der Provenienz, dem Erhaltungszustand und an der Seltenheit. Die erzielten Preise lagen daher teils um das 5-, 10- oder 15-fache üblicher Preise für diese Stücke. Das ist aber bei anderen Analageobjekten teils ähnlich - Herkunft, Erhaltung, Hintergrundgeschichte und Seltenheit treiben die Preise in die Höhe.

Ich habe 43 Objekte bei der Auktion beobachtet und am Ende ein sehr schönes Stück erwerben können. Toll finde ich dabei (also bei meinem Stück insbesondere) die vollständig bis ins Detail nachvollziehbare Entstehungsgeschichte des Stückes (wer hat sie entworfen, gefertigt, war involviert bis über die dynastische Provenienz (Privatsammlung König Friedrich Wilhelm IV.) und schließlich die schicksalhafte Geschichte des Stückes inklusive Kriegsbeute nach 1945. Das über eine Stück zu wissen, ist halt einfach außergewöhnlich.

Vielleicht gibt es hier den einen oder anderen, der ebenfalls mitgeboten und vielleicht auch ersteigert hat. Würde mich echt freuen, mit euch weiterzuplaudern.

Viele Grüße

Tommy

Der Tommy
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 14:27

Guten Tag coin-catcher,

auch dir schonmal danke für deine Antwort. Noch halte ich mein Stück nicht in den Händen, habe es ja erst am Dienstag zugeschlagen bekommen. Ich bin da fast ein wenig abergläubig, erst wenn das gute Stück hübsch ausgeleuchtet im Münzschrank liegt, würde ich es genau vorstellen. Apropos, mich würde auch eure Art der Präsentation/Verwahrung interessieren. Ich persönlich möchte mich an bestimmten Stück fast täglich erfreuen können und habe sie deshalb hinter Glas zum Angucken aufbewahrt. Wie präsentiert ihr eure Sammlung bzw. bestimmte Stücke daraus?

Zurück zu meinem Stück und warum ich es erworben habe: Mir ist natürlich bewusst, dass ich das vielfache des üblichen Marktpreises dafür aufzuwenden habe, aber mir war diese einmalige Gelegenheit es wert. Mein Stück (wie viele andere der Imperial Collection auch), waren nie in Umlauf, sondern wanderten quasi gleich von der Prägestätte in des Königs Privatsammlung. Sie wurden nie im Handel angeboten, man ist nach dem König quasi der zweite rechtmäßige Eigentümer - daher war mir der Preis auch der Erhaltungszustand wert. Ich gehe davon aus, dass mein Stück auf dem Markt das beste erhalten ist - nur in anderen staatlichen Kabinetten dürften sich ähnliche Erhaltungszustände befinden. Die Seltenheit ist eher im oberen Mittelniveau angesiedelt, nicht extrem selten aber auch keine ständig zu findende Massenware. Es gibt Abschläge in Gold, Silber und Bronze und die Entstehungsgeschichte des Stückes ist lückenlos belegbar und prominent besetzt. Alles in allem ein "Schnäppchen", wenn man hierzu alles Außergewöhnliche an diesem Stück in die Waagschale wirft.

Das Thema "Verkauf von Dubletten" wäre interessant zu beleuchten. Davon habe ich im Vorfeld nichts gelesen, ist aber auch nicht unplausibel. Ob und wie viele Dubletten tatsächlich aus der Sammlung gelöst und verkauft wurden, ist mir (noch) nicht klar. Vielleicht ergibt sich da irgendwann mal etwas für meinen Informationshunger. Momentan gehe ich davon aus, dass es von meinem Stück kein oder nur wenige weitere in des Königs Sammlung kam. Kann mir gerade nicht vorstellen, dass dem König für seine private Collection 5 oder 10 "Belegexemplare" zugesendet wurden (außer es ist eine von ihm mitgestaltete Münze/Medaille).

Viele Grüße
Tommy

Der Tommy
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Re: Imperial Collection

Beitrag von Der Tommy » Fr 26.06.26 15:28

Ich habe meinen Wissensdurst hinsichtlich der Eigentümerverhältnisse und Doubletten nun stillen können: Offensichtlich beanspruchten die Hohenzollern seit dem Fall der Monarchie (also nunmehr seit über 100 Jahren) bestimmte Kulturgüter weiter als ihren Privatbesitz wozu auch deren persönliche Münz- und Medaillensammlung gehörte. Nun wurde der Streit darüber beigelegt: es wurde eine Stiftung gegründet und dort wurden sehr bedeutende Kulturgüter eingebracht. 3000 Objekten, über die seit dem letzten Jahrhundert gestritten wurde, hatte man an die Hohenzollern zurückgegeben darunter immerhin über 2100 Münzen und Medaillen. Der Staat hat diese Münzen und Medaillen aber erst an die Hohenzollern restituiert, nachdem geklärt wurde, dass sich Doubletten im Bestand des Berliner Münzkabinett befinden.

Nach meinem Verständnis gibt es daher wohl keine (oder nur vereinzelt) Doubletten in der zurückgeführten königlichen Sammlung. Ich gehe also weiterhin davon aus, dass ich und die meisten anderen Käufer Stücke aus der Königssammlung erworben haben, die dort nur einmal vorlagen.

Viele Grüße von Tommy

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