Feines Teil! Deines? Oder geklautes Bild?
Unbekannte (römische??) Münze
Moderator: Homer J. Simpson
- Chandragupta
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- Attacke
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ist natürlich nicht meins. stammt aus dem netz.
die abbildung verweist auf die berichte von eusebius und laktanz, nach denen konstantin die schlacht an der milvischen brücke gegen maxentius mit dem christogramm auf den standarten geschlagen und gewonnen haben soll. die christlichen autoren dichten eine vision hinzu, die konstantin in der nacht vor der schlacht gehabt haben soll. das christogramm sei am himmel erschienen und christus selbst habe ihm gesagt: in diesem zeichen siege!
es gibt übrigens doch noch eine numismatische evidenz für eine christliche selbstdarstellung, das sgn. „Medaillon von Ticinum“ von verm. 315. (vgl. dazu KRAFT, K.: Das Silbermedaillon Constantins des Grossen mit dem Christusmonogramm auf dem Helm, in: Jahrbuch f. Numismatik 5/6, 1954/`55, 151-178). Jedoch lassen sich über Stückzahl und Verbreitung solcher Medaillons nur schwer Angaben machen. Ob sie als Teil breitenwirksamer kaiserlicher Selbstdarstellung angesehen werden können, ist fraglich.
fazit: aus diesem konstantin wird man einfach nicht schlau, und auch die forschung ist sich hier keineswegs einig.
et semper valete
die abbildung verweist auf die berichte von eusebius und laktanz, nach denen konstantin die schlacht an der milvischen brücke gegen maxentius mit dem christogramm auf den standarten geschlagen und gewonnen haben soll. die christlichen autoren dichten eine vision hinzu, die konstantin in der nacht vor der schlacht gehabt haben soll. das christogramm sei am himmel erschienen und christus selbst habe ihm gesagt: in diesem zeichen siege!
es gibt übrigens doch noch eine numismatische evidenz für eine christliche selbstdarstellung, das sgn. „Medaillon von Ticinum“ von verm. 315. (vgl. dazu KRAFT, K.: Das Silbermedaillon Constantins des Grossen mit dem Christusmonogramm auf dem Helm, in: Jahrbuch f. Numismatik 5/6, 1954/`55, 151-178). Jedoch lassen sich über Stückzahl und Verbreitung solcher Medaillons nur schwer Angaben machen. Ob sie als Teil breitenwirksamer kaiserlicher Selbstdarstellung angesehen werden können, ist fraglich.
fazit: aus diesem konstantin wird man einfach nicht schlau, und auch die forschung ist sich hier keineswegs einig.
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Zuletzt geändert von Attacke am Fr 16.05.08 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
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- Chandragupta
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Auch wieder sowas von wahr...Attacke hat geschrieben:wenn man nur über die münzen, die man selbst besitzt, nachdenken und schreiben dürfte ....
Man muß als Sammler doch wissen, wo man noch hin will.
In der DDR sangen wir "Thälmann-Pioniere" immer: "Du hast ja ein Ziel vor den Augen..."
Numismatische Grüße,
Euer Chandra
Euer Chandra
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Da hier so nett über die Tyche von Antiochia gesprochen wurde verlinke ich mal zu einer Diskussion im Byzanzforum die vor längerer Zeit einmal Stattfand:
http://www.numismatikforum.de/ftopic161 ... ight=tyche
Am Ende wurde angenommen, das die Tyche in byzantinischer Zeit eher als Stadtwappen diente.
Micha
http://www.numismatikforum.de/ftopic161 ... ight=tyche
Am Ende wurde angenommen, das die Tyche in byzantinischer Zeit eher als Stadtwappen diente.
Micha
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Manfred Clauss hält in "Konstantin der Grosse und seine Zeit" aus der Beck Wissen-Reihe auf Seite 102 dieses Medaillon in seiner Bedeutung für völlig überschätzt. Es sind 3 Exemplare bekannt. Diese einzelnen Stücke gingen in der großen Zahl traditionell gestalteter Münzen völlig unter. Außerdem haben sie einen Durchmesser von nur etwa 2,5 cm, wobei das Christogramm selber lediglich etwa 2 mm misst - mit bloßen Auge war es kaum zu erkennen. Nicht umsonst wird dieses berühmte Medaillon praktisch immer vergrößert abgebildet.attacke hat geschrieben:es gibt übrigens doch noch eine numismatische evidenz für eine christliche selbstdarstellung, das sgn. „Medaillon von Ticinum“ von verm. 315. (vgl. dazu KRAFT, K.: Das Silbermedaillon Constantins des Grossen mit dem Christusmonogramm auf dem Helm, in: Jahrbuch f. Numismatik 5/6, 1954/`55, 151-178). Jedoch lassen sich über Stückzahl und Verbreitung solcher Medaillons nur schwer Angaben machen. Ob sie als Teil breitenwirksamer kaiserlicher Selbstdarstellung angesehen werden können, ist fraglich.
Das Christogramm ist hier wohl eher Symbol für den militärischen Erfolg über Maxentius als eine wirkliche christliche Selbstdarstellung. Dies passt auch zur Aussage der Rückseite.
Ich habe es immer so verstanden, dass Konstantin keinen großen Unterschied zwischen dem römischen Sol Invictus und dem christlichen Sonnengott gemacht hat. Es war für die Römer nichts ungewöhnliches fremde Gottheiten zu adaptieren und mit Vorhandenem zu verschmelzen.
Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Constantinus
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Ich denke nicht, dass das Multiplum für Konstantin aus Ticinum dermassen überschätzt wird. Es stimmt zwar, dass nur drei Exemplare bekannt sind - aber alle drei stammen aus verschiedenen Stempeln, was nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung eben auf eine ursprünglich viel grössere Anzahl Stempel und damit auch Münzen hindeutet.
Und noch kurz etwas zur Frage, ob Konstantin selbst Christ war oder ob seine öffentliche Hinwendung zum Christentum nur machtpolitischer Natur war ("Opportunist"), wie dies in der modernen Forschung seit Jacob Burckhardt immer wieder behauptet wird:
1. In den Quellen finden sich Hinweise auf eine möglicherweise christliche Tradition in Konstantins Familie. So soll Konstantins Vater, Constantius Chlorus, in seinem Reichsteil die von Diokletian/Galerius initiierten Verfolgungen nur halbherzig durchgeführt haben, wie uns Laktanz berichtet. Diese Darstellung kann natürlich tendenziös sein, weil Laktanz aus christlicher Perspektive schreibt und Konstantin und auch dessen Vater in seiner Darstellung überhöht werden.
2. Eine Schwester von Konstantin trägt den Namen Anastasia, der eindeutig christlich ist. Handelt es sich dabei um ihren tatsächlichen Namen und nicht bloss um einen späteren Taufnamen, hätte man ein weiteres Argument für die christliche Tradition in Konstantins Familie.
3. Und schliesslich das Hauptargument: Konstantin fördert die Christen viel stärker, als es aus rein machtpolitischen Überlegungen heraus überhaupt nötig gewesen wäre. Indem er die Christen - vor allem auch im unmittelbaren Gegensatz zu seinen Vorgängern (Diokletian, Galerius etc.) - toleriert, kann er sich der Unterstützung von christlicher Seite bereits sicher sein. Jedes darüber hinaus gehende Engagement für die Christen kann ihm höchstens Ärger mit den Heiden bescheren, die zu diesem Zeitpunkt noch in der Überzahl und damit für Konstantin wichtiger sind. Aber genau das tut Konstantin: Er fördert die Kirchen mit umfangreichen Geschenken (Grundbesitz, Silbergefässe etc.) und Privilegien.
Gruss, Constantinus
Und noch kurz etwas zur Frage, ob Konstantin selbst Christ war oder ob seine öffentliche Hinwendung zum Christentum nur machtpolitischer Natur war ("Opportunist"), wie dies in der modernen Forschung seit Jacob Burckhardt immer wieder behauptet wird:
1. In den Quellen finden sich Hinweise auf eine möglicherweise christliche Tradition in Konstantins Familie. So soll Konstantins Vater, Constantius Chlorus, in seinem Reichsteil die von Diokletian/Galerius initiierten Verfolgungen nur halbherzig durchgeführt haben, wie uns Laktanz berichtet. Diese Darstellung kann natürlich tendenziös sein, weil Laktanz aus christlicher Perspektive schreibt und Konstantin und auch dessen Vater in seiner Darstellung überhöht werden.
2. Eine Schwester von Konstantin trägt den Namen Anastasia, der eindeutig christlich ist. Handelt es sich dabei um ihren tatsächlichen Namen und nicht bloss um einen späteren Taufnamen, hätte man ein weiteres Argument für die christliche Tradition in Konstantins Familie.
3. Und schliesslich das Hauptargument: Konstantin fördert die Christen viel stärker, als es aus rein machtpolitischen Überlegungen heraus überhaupt nötig gewesen wäre. Indem er die Christen - vor allem auch im unmittelbaren Gegensatz zu seinen Vorgängern (Diokletian, Galerius etc.) - toleriert, kann er sich der Unterstützung von christlicher Seite bereits sicher sein. Jedes darüber hinaus gehende Engagement für die Christen kann ihm höchstens Ärger mit den Heiden bescheren, die zu diesem Zeitpunkt noch in der Überzahl und damit für Konstantin wichtiger sind. Aber genau das tut Konstantin: Er fördert die Kirchen mit umfangreichen Geschenken (Grundbesitz, Silbergefässe etc.) und Privilegien.
Gruss, Constantinus
- Posa
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helcaraxe,
etwas verspätet, tut mir leid, war unterwegs:
Zu diesem "Tanz"/"Pantomime" der byzantinischen Kaiser: Die Sache hieß "Prokypsis" Informationen darüber findet man z.B. in "H-W. Haussig "Kulturgeschichte von Byzanz" Kröner Verlag." Falls Du nicht weiter kommst, kann ich auch scannen und schicken...
Ein recht informatives Buch zum "Solkult" ist übriges auch - nicht ganz modern aber brauchbar: Franz Altheim: Der unbesiegte Gott. Rowohlt
Posa
etwas verspätet, tut mir leid, war unterwegs:
Zu diesem "Tanz"/"Pantomime" der byzantinischen Kaiser: Die Sache hieß "Prokypsis" Informationen darüber findet man z.B. in "H-W. Haussig "Kulturgeschichte von Byzanz" Kröner Verlag." Falls Du nicht weiter kommst, kann ich auch scannen und schicken...
Ein recht informatives Buch zum "Solkult" ist übriges auch - nicht ganz modern aber brauchbar: Franz Altheim: Der unbesiegte Gott. Rowohlt
Posa
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Hoi zamme!
Zu Sol und Christus:
- WALLRAFF, M.: Christus verus Sol. Sonnenverehrung und Christentum in der Spätantike, Münster 2001
- BERRENS, S.: Sonnenkult und Kaisertum von den Severern bis zu Constantin I. (193-337 n. Chr.), Stuttgart 2004.
Viele Grüsse!
Zu Sol und Christus:
- WALLRAFF, M.: Christus verus Sol. Sonnenverehrung und Christentum in der Spätantike, Münster 2001
- BERRENS, S.: Sonnenkult und Kaisertum von den Severern bis zu Constantin I. (193-337 n. Chr.), Stuttgart 2004.
Viele Grüsse!
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Hallo,
ich sehe jetzt erst, dass diese Diskussion sich weiter entwickelt hat. Ein kleiner Nachtrag noch: Neben dem Silbermedaillon und dem Follis gibt es noch einen weiteren Beleg im Gold: Ein Solidus aus Antiochia, geprägt 336-337. Ein Bild (aus dem RIC abfotografiert) füge ich bei.
Schöne Grüße,
MR
ps: habe bei der Suche noch etwas auf der Festplatte gefunden: Gedenkfollis für Constantinopel mit Beizeichen Christogramm.
ich sehe jetzt erst, dass diese Diskussion sich weiter entwickelt hat. Ein kleiner Nachtrag noch: Neben dem Silbermedaillon und dem Follis gibt es noch einen weiteren Beleg im Gold: Ein Solidus aus Antiochia, geprägt 336-337. Ein Bild (aus dem RIC abfotografiert) füge ich bei.
Schöne Grüße,
MR
ps: habe bei der Suche noch etwas auf der Festplatte gefunden: Gedenkfollis für Constantinopel mit Beizeichen Christogramm.
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